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Nervous Brickdown


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Nervous Brickdown - Review vom 04.11.2007

Als Pong und Pong getrennte Wege gingen…
Wer kennt ihn nicht, den Urvater aller Videospiele?! Die Rede ist vom legendären Pong, welches mit einer äußerst simplen Grafik und einem phänomenal einfachen Gameplay ab 1972 eine bis dato noch nie da gewesene Ära der spielerischen Unterhaltung einleitete. Von potentiellen Erfolgsaussichten beflügelt, kamen diverse „Entwicklerfirmen“ nach und nach auf mehr eingängige Spielideen, die sie ratzfatz in einen Quellcode pressten. Dieser ersten großen Videospielwelle ist es auch zu verdanken, dass der Spielergemeinde ein Blöckchenspektakel namens Breakout serviert wurde. Breakout wurde ab 1976 von Atari für Arcade-Automaten in Videospielhallen produziert und ließ sich ausschließlich mit dem damals noch sehr innovativen Steuerknüppel kontrollieren. Das Prinzip ist denkbar einfach und wurde auch bei den in den darauf folgenden Jahren erschienen Abwandlungen (leider) kaum verändert: Am unteren Bildschirmrand bewegt man eine Art Plattform nach links und rechts, um zu verhindern, dass ein umher schwirrender Ball ins tiefe und dunkle Aus rast. Ein Level gilt erst dann als gemeistert, wenn alle Blöcke auf dem Bildschirm mit Hilfe des fluffigen Balles ins Videospiel-Nirvana katapultiert wurden.

All das klingt geradezu wie geschaffen für eine DS-Umsetzung; und tatsächlich wurde das eingängige Prinzip mit Break’em All schon einmal für Nintendos Kleinen umgesetzt, doch leider mangelte es den Entwicklern an der nötigen Kreativität und somit konnte dieser Titel bei den Gamern in Sachen Spielspaß nicht gerade übermäßig punkten. Wer möchte schon ein altbackenes Gameplay mit Hinterwäldler-Grafik aus der Zeit des Kalten Krieges serviert bekommen, wenn er doch eine ungleich schillerndere, bunte Puzzlewelt zur Auswahl hat?! Mit Nervous Brickdown vom französischen Entwicklerstudio Arkedo hat man sich nun erneut an besagtes Spielprinzip herangetraut und versucht, dem ganzen per DS-Mikro eine frische Brise einzuhauchen. Unser folgender Test soll euch zeigen, ob ihr einem Nervenzusammenbruch unbesorgt standhalten könnt, oder ob ihr vorher doch lieber Dr. Mario und Co. einen Besuch abstatten solltet.

Die Franzosen sind Schuld am klotzigen Nervenzusammenbruch!
Sie brachten uns deliziöse Leckerein wie Ente „à l’orange“ und „Petits fours“, im Cancan-Schritt aus dem „Moulin Rouge“ seroberten sie unzählige Herzen weltweit und selbst in der Gaming-Branche sorgten sie erst unlängst mit paranoiden Häschen für fulminantes Furore – die Rede ist von unseren allzeit omnipräsenten, französischen Nachbarn, mit denen besonders uns Deutsche eine innige Hassliebe verbindet. Als ob all dies noch nicht genug wäre, lassen „les Français“ nun auch noch eine „crise de nerfs“, einen wahren Nervous Brickdown, auf uns los! Das bereits weiter oben beschriebene grundlegende Spielprinzip hat sich zwar auch in diesem Titel nicht wirklich geändert, doch wie, wo und womit man Blöckchen im oberen Screen zertrümmert, lässt sich hier nicht so schnell und einfach beantworten.

Das Herzstück des Spiels ist der Arcade-Modus, in welchem man sich durch insgesamt 9 thematisch vollkommen unterschiedliche Welten ballern muss, die jeweils einen ganz eigenen Spielmechanismus und Charme bereithalten. Nach jeweils 9 Leveln pro Welt wartet auch noch ein fieser Obermotz auf euch, der jeweils auf ganz spezielle Art und Weise besiegt werden will. Hat man sich letztendlich durch alle Welten gekämpft, steht noch ein ultimativer letzter Kampf im Wild West-Stil an, der an Kreativität und spitzem Humor kaum mehr zu überbieten ist. Hier haben sich die Entwickler wahrlich nicht lumpen lassen und ihrem Kreativitätsfluss noch das i-Tüpfelchen aufgesetzt, doch an dieser Stelle sei noch nicht zu viel verraten. Für alle nervösen Blockschützen, die nach diesem ganzen Tohuwabohu immer noch nicht genug haben, gibt es nach einmaligem Durchzocken pro Welt weitere 5 Extralevels zu erkunden.

In 80 Minuten zurück in die unendlichen Weiten der Videospielzukunft…
Ist die erste Welt bei Nervous Brickdown noch im klassischen Stil gehalten und lässt wahres Retro-Feeling aufkommen, so geht es bereits in der Paper-Welt äußerst unkonventionell zur Sache. Hier zeichnet man zunächst einmal seine Plattform selbst und anschließend geht es nicht darum, sperrige Blöcke abzuballern, sondern zähflüssig ausbreitenden Farbklecksen Herr zu werden und so krakelige Kinderkritzeleien freizulegen. In Welt Numero 3, welche den Furcht einflößenden Namen Ghost trägt, bekommt man es mit gespenstischen Kreaturen und unsichtbaren Blöcken zu tun, die per Spielerpuste erst einmal verjagt bzw. sichtbar gemacht werden müssen. Ganz im Gegensatz dazu präsentiert sich die Water-Welt ungemein friedlich und entspannend … oder etwa doch nicht?! Auf vielen beweglichen Kippplattformen warten schwarze Silhouettenmännchen darauf, von eurem Ball ins kalte Nass geschubst und anschließend von eurem U-Boot aufgefangen zu werden. Doch Vorsicht ist geboten! Fiese Hai wollen den armen Strichmännchen den Garaus machen und zudem steigt der Wasserpegel unaufhörlich an, was einen bedeutenden Einfluss auf die Geschwindigkeit des Balles hat.

All das war euch noch zu langsam, trocken und einschläfernd? Na dann nichts wie ab in die Speed-Welt, wo ihr einen ultraschnellen Laserstrahl mit einer Spiegelplattform davon abhalten müsst, mit Tempo 200 in die Abgründe des unteren DS-Screens zu rasen. Dem Himmel sei dank gibt es nette Boni, die euren Puls kurzzeitig wieder auf ein normales Level herunterholen, nämlich dann, wenn der Laserstrahl zum Bespiel auf Schneckentempo verlangsamt wird. Welt 6, welche auf den Namen Switch hört, kommt in punkto Spielprinzip am nahesten an den Multiplayer ran, denn vor dem Hintergrund einer wilden Dschungelatmosphäre gepaart mit Urwaldgekreische gilt es, sowohl blaue als auch gelbe Blöcke zu zerstören. Ist doch nichts Neues, sagt ihr? Weit gefehlt, denn die Farbe des Balles ändert sich je nachdem, welchen Block jener berührt und dann heißt es blitzschnell den richtigen Farbschalter betätigt, damit auch das kolorierte Gewand der Plattform zum Ball passt – sonst heißt es ruckzuck „Klappe zu, Affe tot“. In der Shoot-Welt steuert man ein kleines Raumschiff und bekommt die Aufgabe übertragen, grüne Energietanks mit einem Ball zu sammeln. Nur zu dumm, dass gegnerische Raumkreuzer ständig versuchen, euch den universellen Lasertod zu bringen. In Curve bekommt ihr die einmalige Gelegenheit, euch mit einem Schläger bewaffnet auf einem Minigolffeld auszutoben. Dabei öffnet manchmal nur ein wenig Puste den Weg zu scheinbar unzugänglichen Arealen. Die Schwerkraft spielt in dieser vorletzten Welt ebenfalls eine zentrale Rolle, denn anders als in den übrigen Welten könnt ihr den Ball ohne Probleme ein wenig auf eurem Schläger ruhen lassen und mit wohldosierter Kraft sämtliche Hindernisse aus dem Weg räumen.

Das Highlight in Nervous Brickdown ist sicherlich die letzte Retro-Welt, bei welcher ihr auf dem Touchscreen nicht nur ein oder mehrere Plattformen bewegen müsst, um zahlreichen Blöcken den quadratischen Tod zu bringen, sondern wo ihr gleichzeitig auch noch den oberen Bildschirm im Auge behalten müsst. Auf jenem bewegt sich nämlich ein kleines Männchen ganz im Jump ’n Run-Stil durch eine karge Pixellandschaft und eure Aufgabe besteht darin, das Knöpfchen im richtigen Moment zu drücken, damit ihr nicht tiefen Abgründen oder fiesen Gegnern Hallo sagen müsst.

In jeder Welt gibt es zudem noch Extra-Zielvorgaben, bei deren Erfüllung ihr eine Medaille bekommt, welche euch wiederum im Bonus-Menü Musikstücke und Ähnliches freischaltet. Verliert man alle Leben, muss man leider wieder am letzten Speicherpunkt anfangen, doch glücklicherweise sind diese recht zahlreich vorhanden, denn bereits nach jeweils 3 Leveln speichert das Spiel automatisch. In jedem Level werden euch zudem zwei Punktegrenzen vorgegeben, bei deren Erreichen ihr zunächst ein Leben mehr einheimsen könnt und später sogar die Fähigkeit freischaltet, durch Pusten ins Mikrofon die Flugbahn des Balles zu verändern. Dieses nette Feature macht in hektischeren Levels durchaus Sinn und kann euch eine ganze Menge Frust ersparen.

Steuerung:
Hier gibt es rein gar nichts zu meckern. Gesteuert wird ganz bequem und vollkommen ohne Tasten mit dem Stylus und in seltenen Fällen sogar mit dem eingebauten DS-Mikrofon. Durch die Menüs lässt es sich mit sauberer Präzision hindurchmanövrieren und auch die unterschiedlichen Plattformen machen millimetergenau das, was ihr ihnen via Touchpen vorgebt.

Grafik:
Diese in den Händlerregalen leicht zu überschauende Spieleperle ist in punkto Grafikvariation kaum zu überbieten. Jede der 9 Welten hat ihr ganz eigenes Flair und weiß mit frisch koloriertem 2D-Anstrich und aufwendig in Szene gesetzten 3D-Elementen und –Animationen im Hintergrund zu überzeugen. Seien es nun einfache Silhouettencharaktere, sattgrüne Minigolfanlagen oder simple Kuben und Laser im Future-Look – jedes Element und jeder Effekt wirkt trotz der eleganten Schlichtheit wohlplatziert und stimmig im Gesamtkonzept. Wer brauch bei solch einem Puzzle-Konzept schon aufwendige 3D-Monstruositäten?

Sound:
Die musikalische Untermalung passt sich bezüglich Rhythmus, Geschwindigkeit und Grundstimmung jedes Mal thematisch perfekt an die jeweilige Welt an, doch auf Dauer kann das ständig gleiche Gedudel schon mitunter Ohrenkrebs hervorrufen und den genervt-nervösen DS-Spieler dazu zwingen, den Lautstärkeregler ganz nach links zu schieben. Lediglich die Bosslevels warten mit eigenen, meist dramatischeren Tunes auf, die sich von den Levelsounds unterscheiden. Etwas mehr Vielfalt wäre hier ganz nett gewesen!

Features:
Das Herzstück von Nervous Brickdown ist, wie bereits erwähnt, der Arcade-Modus, in dem ihr im Spiel Stück für Stück vorankommt. Leider habt ihr diesen auch recht schnell durchgespielt und ein fehlender Endlos-Modus, in welchem ihr euch auf Punkterekordjagd begeben könntet, wirkt sich nicht gerade positiv auf den Gesamteindruck und den Spielspaß aus. Neben dem Arcade-Modus hat geneigter Blockschütze noch die Wahl zwischen einem Schnellspiel-Modus, in welchem 5 per Zufall bereits freigespielte Level hintereinander gemeistert werden müssen, und einem auch mit nur einem DS-Modul nutzbarem Multiplayer-Modus.

Der Multiplayer funktioniert dabei ein klein wenig anders als der Singleplayer, denn vom oberen Bildschirmrand rücken ständig neue Blöcke nach, welche man mit Teamgeist und Ausdauer beseitigen muss, bevor diese eine Linienmarkierung erreichen und so dem großklotzigen Duett ein vorzeitiges Aus bereiten. Der Clou ist, dass jeder Spieler zu Beginn eine Farbe zugewiesen bekommt und immer dann agieren muss, wenn der Ball die jeweilige Farbe annimmt. Hier sind wahrlich eine schnelle Reaktion und ein kühles Köpfchen gefordert!

Fazit:
Arkedo hat mit „Nervous Brickdown“ bewiesen, dass das nunmehr schon 30 Jahre alte Spielprinzip des originalen Breakout auch im 21. Jahrhundert noch lang nicht ausgedient hat, wenn man nur der Kreativität freien Lauf lässt, all seine Ideen in ein grafisch ansprechendes Päckchen verstaut und weiß, wie man sich die neuartigen Technologien der Videospielindustrie zu Nutze machen kann. Der Titel stellt zahlreiche Vorgänger gekonnt in den Schatten, allerdings darf man in punkto Langzeitmotivation nicht zu viel erwarten: Das Spielprinzip bleibt recht simpel und die insgesamt 126 Level und die zusätzlichen 10 Bosslevel hat man recht schnell durchgespielt. Nach nur wenigen Spielstündchen bleibt lediglich ein laues Lüftchen zurück, denn hat man erst einmal alles Wesentliche gesehen, ist die Wiederspielmotivation nicht sonderlich hoch. Hätte man noch ein paar mehr Modi und Levels auf das Klötzchenmodul gepackt und somit den Spielspaß und die Langzeitmotivation noch ein Stück nach oben gepusht, wäre sogar eine Wertung jenseits der 80er-Grenze möglich gewesen. Wer schon vom Original begeistert war und mal wieder richtig Lust auf ein originelles Puzzlespiel hat, der darf sich für einen Preis von 30 Euro eventuell einen Kauf überlegen.

Zuckt immer noch nervös mit den Fingern: David Bähr [Linguafreak] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Eidos für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
79%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Flüssig, lässig, herb… Innovationsfaktor:
++++-  (4 von 5 Sternen)
Traditionelles Spielprinzip wurde mit Touchpen und Mikro mal völlig auf den Kopf gestellt.
Grafik

Jungle-Fieber und Art Déco treffen auf Techno-Design!
Sound

Stimmig und passend, doch leider fehlt die Variation!
Spielspaß

Beim ersten Durchspielen bleiben „Ohhhs“ und „Ahhhs“ nicht aus!








Details
Spielname:
Nervous Brickdown

Publisher:
Eidos

Developer:
Arkedo

Genre:
Geschicklichkeit

Release:
07.20.2610

Multiplayer:
ja

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (8)

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