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Juiced 2 - Hot Import Nights


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Juiced 2 - Hot Import Nights - Review vom 02.11.2007

Scharfe Frauen, heiße Kurven, schnelle Autos und Tuning bis der Kühler knallt und der goldgelbe Farblack abblättert - dazu coole Musik, die von coolen Kerlen bis zum Maximum aufgedreht wird, kreative Pisten und ein kreatives USK-Rating mit „Ab 6“. Diese Mixtur ist für Nintendos erfolgsausufernden Handheld wohl so üblich, wie für „Formel 1“-Fahrer an roten Ampeln anzuhalten, dennoch begibt sich Lizenzhüter THQ damit in den Boxenstop und versucht das abgemagerte Racing-Genre ein wenig zu pushen... Was all die eben beschriebenen Features in einem beinhalten, das nennt sich in der Summe des Ganzen „Juiced 2 – Hot Import Nights“. Wieder einmal als wunderbarer Multiplattformtitel unterwegs, hat sich der Titel diesmal auf einer formschönen Cartridge breit gemacht.

Ob das zündende Gangster-Konzept, welches mittlerweile mit einem zweiten Teil an den Start geht, diesmal aufgeht oder ein dramatischer Unfall die Folge ist, haben wir für euch ausgecheckt. Also: die Reifen angewärmt, die Bremsen auf Betriebstemperatur gebracht und den DS mit beiden Händen festgehalten – mit Vollgas ins Testgetümmel!

„Die hier dargestellte Fahrweise entspricht nicht immer der Realität.“
Ein Schelm, wer böses denkt... Umso spannender wird es, wenn man mit diesem Spruch in Kombination mit dem „Caution – Strong Language!“-Logo auf der Rückseite der Packung konfrontiert wird - was darf man hier erwarten? Auf den ersten genaueren Blick gewohnte Lizenzkost, diesmal mit fahrbarem Untersatz. Mit obligatorischen Einstellungsmöglichkeiten, einem Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler als Multikartenspiel samt Rumblepack-Support, einigen Extras, der Möglichkeit, ein eigenes Rennen auszutragen und natürlich dem Herzstück namens Karriere, ist für alles gesorgt, was der Hobbyrennfahrer braucht. Bevor der geneigte Zocker ab hier weiter liest, möchten wir unseren Lesern einen wichtigen Hinweis nahe bringen, dass der Titel auf der Verpackung noch einmal mahnend erwähnt: „Um in den vollen Genuss dieses Spiels zu kommen, sind Lesekenntnisse erforderlich!“. Ein Glück, dass dies nun auch geklärt ist. Bewaffnet mit krassen Lesefähigkeiten und vollen zehn Fingern an beiden Händen werfen wir uns also kurzerhand direkt in den Karrieremodus. Spätestens seit „Need for Speed“-Titeln der jüngeren Generation darf in beinahe keinem Rennspiel eine stilechte Werkstatt fehlen; so auch in „Juiced 2“. Denn bevor vier Reifen ordentlich qualmen dürfen, möchten an erster Stelle die eigenen Gehirnzellen rauchen. Zwar bietet das Spiel in Sachen Tuning nicht unbedingt wahnsinnig viel, aber ein wenig gibt es dann im Gegenzug zu harten Dollars schlussendlich doch zu erstehen. Neben der Option, die eigene Karosse mit äußeren Werten wie zum Beispiel einer aufgebohrten Motorhaube, Spoiler, Stoßstange und co. für den optischen Schmaus zu modifizieren, darf es auch an die inneren Werte gehen.

Hier kränkelt das Spiel allerdings arg und gibt sich sehr, sehr schüchtern - das kann man von den spärlich bekleideten Damen, die einige Ladescreens zieren, nicht behaupten. So gibt es neben der Nitro-Auffüllung, Motorleistung und der Wahl auf Geschwindigkeit oder Beschleunigen in jeweils drei verschiedenen Regelstufen nichts weiter, was die Innereien aufwerten könnte. Da kommt die Lackiererei mit stufenlos einstellbaren Farben doch schon wesentlich durchdachter daher. Von Neon bis zu matt in jedem nur erdenklichen Farbton ist hier alles vertreten. Außerdem lässt sich sogar begrenzt ein eigenes Logo kreieren. Ebenfalls nicht fehlen darf eine Sammlung verschiedenster Karossen, welche mit entsprechenden Handgriffen die Konkurrenz in Angst und Schrecken versetzen dürfte. All das setzt natürlich harte Dollars voraus, und die bekommt man wo? Richtig – am Ort des Geschehens selbst, der Rennpiste.

Wer an dieser Stelle diverse Turniere erwartet, welche ständig nach ein und dem gleichen Schema ablaufen, der sei an dieser Stelle im Jahr 2007 für herzlich willkommen geheißen. Zwar geht es an oberster und erster Stelle natürlich darum, die Reifen auf die Piste zu bringen, aber hier lautet das Stichwort „Abwechslung“. So bietet „Juiced 2“ einiges davon. Die Karriere ist dabei in insgesamt 10 verschiedene Ligen eingeteilt, welche sich in unterschiedliche Aufgaben aufgliedern. So ist neben dem klassischen „Gewinne ein Rennen“ auch einiges anderes am Start. Dabei sind „Gewinne eine Wette gegen X“, in dem mit einem Fahrer für einen zuvor festgelegten Geldbetrag gewettet wird, einem Driftevent entweder alleine oder gegen einen Kontrahenten, in dem in einer bestimmten Anzahl von Runden eine festgelegte Punktzahl erreicht werden muss oder anderen, halsbrecherischen Ereignissen nur die Spitze des Eisbergs - dadurch haben viele Modi einen Platz auf der Cartridge gefunden. Passend dazu müssen die einzelnen Aufgaben nicht nach einem bestimmten Schema, sondern in einer beliebigen Reihenfolge in der jeweiligen Liga durchgespielt werden. Hat man dabei eine bestimmte Prozentzahl von erfüllten Events hinter sich gebracht, wird die nächste Liga freigeschaltet – bis hin zur Hot Import Nights Elite.

Den Spielspaß es gar mächtig kürzt, wenn’s lange lädt, und dann abstürzt...
Was sich bis jetzt durchgängig positiv in fast jeder Hinsicht präsentierte, hat einen dicken Pferdefuß, und zwar in zweierlei Hinsicht. Wer bis jetzt geglaubt hat, eine Cartridge entspricht der Formel „DS + Ladezeiten = Null“, der wird spätestens mit Juiced 2 eines besseren belehrt. Ja, es lädt. Es lädt ungewöhnlich und nervig lang! Das fängt bei der Fahrzeugwahl an, und zieht sich vor einem Rennen mit einem echten Nervfaktor durch den gesamten Titel. Ob wir es bis jetzt nur mit Propaganda zu tun hatten, oder ob wir auch in Zukunft mit Ladezeiten im DS-Segment rechnen dürfen, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall ist dieser Umstand in diesem Ausmaß hier wirklich ungewöhnlich und dadurch störend. Ebenso ungewöhnlich und höchst eigenwillig ist die Tatsache, dass das Spiel während unserer Testphase gleich zweimal komplett abgestürzt ist, und in einem Blackscreen² hängen geblieben ist. Nachdem wir ein Rennen unplanmäßig beendeten, um in das Rennmenü zu wechseln –was mit einer Ladezeit verbunden war- geschah das eigentlich undenkbare. Das ist wirklich schade; ob sich dieses Problem auch auf einem DS Lite wiederholt, sei an dieser Stelle als Frage in den Raum gestellt.

Ein kleiner Funken Neuland darf es dann aber doch sein. So verfügt das Spiel über eine Art Bedräng-O-Meter, dass bei besonders rabiater Fahrweise oder zu dichtem Auffahren den Kontrahenten mit einem martialischen „Erschrecken!“ kurzerhand die Karre gegen die nächste Wand fahren lässt. Geschickt gefahren und eingesetzt, lassen sich auf diese Weise so einige Herausforderungen noch einmal zu Gunsten der eigenen zehn Finger in letzter Sekunde entscheiden. Einen Vorteil hat das Ganze außerdem zusätzlich: Selbst betroffen ist man hiervon nämlich nicht.

Steuerung:
Eine Fahrsimulation bekommt man hier nicht geboten - aber dafür einen waschechten Arcaderacer. Während nur in den speziellen Driftevents die Fahrphysik zu Gunsten des Gebots der Stunde schlägt, verhalten sich die einzelnen Fahrzeuge in Sachen Fahrverhalten relativ unterschiedlich. Auf kurz oder lang bedürfen die einzelnen Boliden aber nicht wirklich einer langen Eingewöhnungszeit à la „Gran Turismo“. Dazu trägt vor allem die recht einheitliche Steuerung bei. Mit A wird der Finger zum Bleifuß, B bremst und R sorgt für Nitro, welches für gehörige Geschwindigkeitsboosts notwendig ist. Einen Blick über die Schulter samt Perspektivenwechsel und einem Rückwärtsgang runden das Paket ab. Hier geht alles recht ordentlich von der Hand und verursacht über dies hinaus auch keine Schwierigkeiten. Sehr lobenswert ist auch der sehr, sehr dezente Einsatz des Touchscreens. Auf Biegen und Brechen wurde hier zum Glück nichts unternommen, was den Spielfluss negativ beeinflussen würde. Zwar hält sich deswegen der Innovationsfaktor sehr dezent im Hintergrund, weiter störend ist dieser Umstand hier allerdings nicht. Während der Top-Screen das eigentliche Geschehen überträgt, sorgt der Down-Screen für die große Minimap. Für die nötige Übersicht ist also gesorgt.

Grafik:
Es ist wirklich schick, was Juice Games hier auf die Beine gestellt hat, und dann auch noch auf den oberen Screen des DS zaubert. Seien es die Farben an sich, die gesamte Gestaltung der Strecken und Fahrzeuge oder einige Details abseits der Strecke - dieses Spiel gehört definitiv zu den schöneren Paradiesvögeln im DS-Land, gerade in diesem schwierigen Genre. Oft als Grafik-Quasimodo der Handhelden verpönt, haben wir es hier mit dem Gegenteil zu tun. Wer genau hinschaut, wird sogar sich drehende Reifen erkennen können - hier gibt es folglich rein gar nichts auszusetzen, und auch die einzelnen Standbilderchen sehen nicht zuletzt wegen der halbnackten Mädchen sehr hübsch aus.

Sound:
Immer wieder problematisch zeigt sich klangvolle, ausdrucksstarke Musik samt Sound auf Nintendos Erfolgsrezept. Das spiegelt sich auch in dem neuen Werk von Juice Games wieder. Zwar merkt man hier die Bemühung, aber so wirklich 100%ig warm wird man mit dem Gebotenen nicht. Vor allem die Tracks sind recht niedlich aufgezogen, aber die Offenbarung sucht man insgesamt vergebens.

Fazit:
Huch, ein DS-Racer - allerdings alles andere als von der Stange. „Juiced 2 - Hot Import Nights“ kommt insgesamt als recht abwechslungsreicher Rennspaß im Arcadegewand daher und bietet über dies hinaus viel Umfang auf einem nicht zu verachtenden Schwierigkeitsgrad. Sowohl die Spielmechanik, als auch die grafische Darbietung ist gut bis sehr gut gelungen und weiß zu überzeugen. Die zarten Tuningmöglichkeiten sind gut gemeint, hätten aber ausführlicher ausfallen dürfen. Auch Sounds und Musik sind nett, brechen aber keine Rekorde - das tun hingegen die ungewöhnlich langen und nervigen Ladezeiten und die eigenartigen Abstürze, welche während unserer Testphase gleich zweimal in der gleichen Situation mit einem Blackscreen quittiert wurden. Insgesamt sind das aber auch die einzigen Kritikpunkte an diesem gelungenen Rennspiel - wer schon länger auf der Suche nach einem neuen Racer ist, findet hier eine gute Möglichkeit, einige Runden und mehr zu drehen.

Hat seine Fahrprüfung bravourös bestanden: Malte Latton [Malte] für PlanetDS.de

Vielen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
72%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks (1)
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Das Lenkrad wunderbar im Griff - sicher durch den Straßenverkehr! Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Auf das Nötigste beschränkt, und das ist auch gut so!
Grafik

Detailliert, stylisch, definitiv eine der großen Stärken im Spiel.
Sound

Sackgasse: meist ziemlich ausdruckslos eingespielt.
Spielspaß

Knackiger Renntitel für ausgehungerte Genrefans. Lasst die Spiele beginnen!








Details
Spielname:
Juiced 2 - Hot Import Nights

Publisher:
THQ

Developer:
Juice Games

Genre:
Racing

Release:
07.20.003Q

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (10)

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