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Drawn to Life


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Drawn to Life - Review vom 01.01.2008

Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.
Zweifelsohne ermöglicht der Geist des Menschen schier undenkbare Dinge. Mühelos lassen sich in der Phantasie Berge verrücken oder Welten formen - der schöpferischen Freiheit und Kreativität sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Wo ein Wille ist, findet sich bekanntlich auch ein Weg. Der Heidelberger Philosoph und Sozialwissenschaftler Bernhard von Mutius hat seine eigene Herangehensweise an die Schöpferkraft sowie den innovativen Zeitgeist und sagte eins so schön: „Neues entsteht an den Grenzen. Und nur dort. Durch achtsames Überschreiten und gekonnte Kombination.“

Mit dem Elan der Sturm und Drang-Zeit und den eben genannten weisen Worten im Hinterkopf, müssen auch die Entwickler von Spieleschmiede 5th Cell an die Arbeit gegangen sein, als sie „Drawn to Life“ für den Nintendo DS entwickelten. Getreu dem Motto: Neues erschaffen via Fingerzeig oder anders ausgedrückt, künstlerische Gestaltungsfreiheit mit einem Stylus in der Hand - so sorgte dieses Team für Aufsehen, als sie das erste Selber-Mal-Spiel für Nintendos Hosentascheninnovationsmaschinchen vorstellten. Eigene Helden, Objekte und sogar Spielinhalte selber gestalten!? Kling grandios, aber WIE soll das funktionieren? PlanetDS klärt euch auf und beantwortet im gleichen Pinselstrich die Frage, ob „Drawn to Life“ spannender ist, als Malen nach Zahlen.

Drawn to Life erzählt die Geschichte der niedlich-plüschigen Raposas und ihres Dorfes. Wie es eben so ist, in einer friedlich-blumigen Welt, lebten diese Knuddelwesen jahrelang glücklich und quietsch-fidel in ihrer idyllischen Heimat und erfreuten sich der bunten Farben und des irdischen Seins. Doch eines finsteren Tages sollte sich diese Behaglichkeit in Wohlgefallen auflösen, denn ein revoltierender Raposa mit Namen „Wilfre“ lehnte sich gegen den Schöpfer allen Seins auf und verbreitete Dunkelheit und Chaos im Land. Seine zerstörerische Kraft erlangte er dadurch, dass er Seiten aus dem Buch des Lebens riss und sie überall im Lande verstreute. Während die Blätter auf dem Buch des Lebens die Vorlagen für alle Dinge beinhalteten, verlor die Welt der Raposas ihren Glanz und alle Hoffnung schien verloren... Bis zu dem Tage, als der Schöpfer selbst eingriff, einen neuen Helden zeichnete und diesen zur Rettung der Raposas auf die Erde hernieder schickte. Doch kann dieser Held auch wirklich den Frieden wiederherstellen?

Pixel-Art, der Pointillismus der Moderne?
Hätte Paul Signac schon Anfang des 19. Jahrhunderts einen Computer zur Hand gehabt, wäre er eventuell nicht zu einem der bedeutendsten Künstler des Neo-Impressionismus oder Pointillismus geworden, sondern hätte denkbar noch imposantere Pixel-Art-Werke entworfen, als LucasArts mit ihrem Klassiker „Day of the Tentacle“. Punkt für Punkt werden mit diesem Stilmittel Bilder entworfen, die den Charme von frühen Bildschirmgrafiken widerspiegeln und einen Großteil von „Drawn to Life“ ausmachen. Denn bei 5th Cells Innovationstitel gilt es jedes Mal auf Neue, einen Kreativitätswettbewerb zu gewinnen. Am Anfang war nicht Nichts, sondern immerhin der Held. Mit einem Zeicheneditor im traditionellen Paint-Stil heißt es nun direkt, seinen kreativen Ergüssen freien Lauf zu lassen und Farbnuance für Farbnuance seinen eignen Protagonisten Leben einzuhauchen, den ihr später durch das Spiel lotst. Während der quirlig-ungeduldige Munterdrauflos-Zocker eventuell ein paar Farbkleckse aneinanderreiht und das so entstandene Etwas übernimmt, wird der ambitionierte Kunstjünger all sein Herzblut verschenken und allein schon mit dir Gestaltung seines Helden zahllose Minuten oder Stunden beschäftigt sein.

Künstlerische Freiheit macht „Drawn to Life“ zu dem was es ist, denn die Entwickler des Spiels präsentieren nicht nur ein adrettes Jump’n Run-Machwerk, sondern ermöglichen es dem geneigten Spieler/Künstler nach und nach allerlei Objekte, Umgebungselemente, Waffen, Fahrzeuge oder selbst Plattformen grafisch selber zu gestalten. Während der selbst kredenzte Protagonist schließlich durch die farbenfrohe Welt stapft, bekommt man tutorialartig alles Wissenswerte aufgetragen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem wieder spontan der Zeicheneditor auftaucht und die Kreativität des Schöpfers gefragt ist. Jederzeit auf Neue gilt es sich zu verkünsteln und zu beweisen, dass selbstgezeichnete Spiele noch immer die besten sind. Doch leider zeichnet sich das Ganze nicht so einfach, wie man es gerne hätte und um nur halbwegs hübsche Grafiken hinzubekommen, muss ganz schön viel Zeit investiert werden. Hinzu kommt außerdem noch, dass die Touchscreennavigation nicht immer punktgenau reagiert und ab und an ganze Grafikblöcke nachgepunktet werden müssen. Hat man sich mit diesem Fakt abgefunden, kann man überlegen ob man detailgetreue Umgebungen, Objekte oder Helden kreiert, oder doch sich mit einem einfachem „Malen nach Zahlen“-Prinzip anfreundet und den Farbtopf walten lässt. Entscheidet selbst!

Farbe sei die Freude, der Ernst sei die Zeichnung des Lebens.
Das Jump’n Run-Konzept hinter dem farbenfreudigen Spiel erinnert ein wenig an die Zeit des Nintendo GameCube zurück, als Mario mit einer Spritzpistole bewaffnet auf Fleckenjagd ging. Auch bei „Drawn to Life“ gehört das Reinemachen zur Hausordnung. Die gesamte bunte Welt will nämlich gereinigt werden. Nachdem also die fleißigen Zeichner ihren Helden mit Waffen, Fahrzeugen und anderen Gegenständen ausgestattet haben, gilt es also in jedem Level, die Armeen der schwarzen Finsternis wegzurubbeln. Also sofort den Stylus gezückt und es wird poliert, bis man sich darin spiegeln kann. Das eigentliche Leveldesign ist nicht grundlegend neu, kann sich aber durchaus sehen und vor allem spielen lassen. So gilt es beispielsweise, kalte Winterlandschaften zu durchschreiten und fleißig mit der Schnellballkanone umherzuballern, die Tiefen des Wassers via U-Boot zu durchkämmen oder ganz ohne Urlaubsträume auf einer idyllischen Tropeninsel den Saubermacher zu spielen. Die Story wird im Dorf der Raposas erzählt. Auch hier gilt es, mit den Bewohnern zu reden, neue Aufgaben freizuschalten und hinter die dunklen Geheimnisse von Wilfre zu kommen. In Sachen Umfang bekommt man mit 16 Levels, die aus jeweilig 4 Abschnitten bestehenn einiges geboten, denn nicht nur der Ausgang muss gefunden, auch versteckte Gegenstände wollen aufgetrieben und nötigenfalls das Level nochmals bestritten werden. Auf Wunsch hin können auch alle zuvor gezeichneten Objekte überarbeitet und ausgebessert werden.

Steuerung:
Die Umsetzung der Kontrollfunktionen ist durchdacht und einfach zu erlernen. Während man den Helden klassischerweise via D-Pad durch die Gegend lenkt, gilt es den schwarzen Dreck via Touchscreen sauber zu rubbeln. Da diese Passagen jedoch nicht den Hauptteil des Spiels ausmachen, fühlt man sich nicht zum Stylus/D-Pad-Spagat gezwungen und kann recht friedlich vor sich hinspielen. Viel anspruchsvoller hingegen ist der Zeicheneditor - hier stehen zahlreiche Farbpaletten, Stempel und ähnliches zur Auswahl, wobei man sich öfters wünscht, dass die punktgenaue Eingabe des Touchscreens etwas präziser ausgearbeitet wäre. Nun ja, man kann wohl nicht alles haben...

Grafik:
Während man maßgeblich in Eigenregie für die Gestaltung von Grafiken verantwortlich ist, gibt es auch vorgegebene Elemente wie die Levelhintergründe oder das Dorf der possierlichen Raposas. Diese knuffigen Fellwesen können sofort ins Herz geschlossen werden und umso enger fühlt man sich der Rettungsaufgabe verbunden. Ansonsten ist man durchweg sein eigener Chef und kann je nach Zeitaufwand die weiteren Grafiken mehr oder weniger hübsch kreieren. Wer seine Kunstbegabung als mangelhaft erachtet, wird mittels vorgefertigten Hilfsmitteln auch so das Spiel beschreiten können, doch Fleißarbeit und Detailverliebtheit zahlen sich natürlich eher aus.

Sound:
Musikalisch gesehen bekommt man bei „Drawn to Life“ liebliche Melodien geboten, die es leider nicht schaffen, sonstige DS-Alltagsklänge von der mittelmäßigen Konkurrenz zu übertrumpfen. Dennoch eine nette Untermalung mit annehmbaren Sounds im Comiccharakter, die ohne wirkliche Ohrwurmgefahr auffallen.

Features:
Wer seine mühevoll ausgestalteten Zeichnungen mit Freunden tauschen möchte, kann dies auf lokaler Ebene tun. Dazu werden einfach zwei Module benötigt und schon kann es los gehen. Ansonsten bekommt man die typische Jump’n Run-Kost mit zahlreichen versteckten Gegenständen, freischaltbaren Elementen und natürlich den absoluten Gaming-Sonderfall (frei zeichenbare Objekte) geboten. In diesem Sektor wird das Rad zwar nicht neu erfunden, aber der Zeicheneditor ölt zumindest das Kugellager.

Fazit:
„Drawn to Life“ ist ein putzig-farbenfrohes Jump’n Run für selbsternannte Künstler und Pixel-Art-Virtuosen, mit dessen Aufstieg man im Vorfeld nicht unbedingt gerechnet hatte. Je nachdem aber, wie viel Zeit und Muße man letztendlich in das Spiel steckt, kann man nahezu jegliche Ideen in die Tat umsetzen und die vorgegebene Welt nach seinen eigenen Vorstellungen ausbauen - bravourös! Die Story hinter den pelzigen Raposas sorgt dafür, dass der Spieler am Ball bleibt und fleißig an seinen Zeichnungen feilt. Während die Hüpf- und Springpassagen nicht wirklich neue Elemente vorweisen können, bekommt man insgesamt dennoch einen qualitativ hochwertigen Titel geboten, der eventuell etwas mehr Umfang vertragen könnte. Doch wer sich voll und ganz seinen Zeichnungen hingibt, wird mehr Zeit in dieses Spiel investieren, als in manch anderes Konkurrenzprodukt. Die Frage ist aber, ob man sich diese Geduldsprobe stellt oder nicht. Ungeduldige werden den Farbtopf hektisch an die Wand klatschen und somit den Flair des Titels kaputtmachen. Wer gerne zeichnet und unermüdlich vor dem Touchscreen sitzt, um Pixel für Pixel seine Kunstwerke zu gestalten, wird „Drawn to Life“ jedoch nicht so schnell wieder loslassen.

Malt sich eine friedlichere Welt: Kevin Jensen [Iceman] für PlanetDS.de

Vielen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
79%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Einfach und schnell erlernbar, nur am Zeichenpult hapert es leicht. Innovationsfaktor:
+++++  (5 von 5 Sternen)
Ein neumodisches Konzept, welches in dieser Form nur auf dem Nintendo DS realisiert werden konnte. Toll!
Grafik

Liebreizende 2D-Grafiken, die je nach eigenem Talent ausgearbeitet werden können.
Sound

Nette Midi-Klänge, die aber keine Ohrwurmgefahr darstellen.
Spielspaß

Geduldige Künstler werden „Drawn to Life“ lieben, Malmuffel hingegen beinahe den Verstand verlieren.








Details
Spielname:
Drawn to Life

Publisher:
THQ

Developer:
5th Cell

Genre:
Jump 'n Run

Release:
07.09.2007 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler, zum Zeichnungen tauschen

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (7)

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