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Naruto: Ninja Council


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Naruto: Ninja Council - Review vom 20.10.2007

Es gibt Dinge, davon haben Japaner viel mehr als wir. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Ramen, volle U-Bahnen zur Rush Hour und natürlich Lizenzspiele zu überdrehten Anime-Serien. So auch im Falle von Naruto, dem jungen Zeichentrick-Ninja. Mitunter einige gute Spiele gibt es inzwischen zu der Ninja-Serie rund um Uzumaki Naruto, Uchiha Sasuke und Haruno Sakura, die mit ihrem Sensei Hatake Kakashi Missionen für Konoha Village erledigen. Im Fokus dabei steht Hauptheld Naruto, der Hokage von Konoha Village, und damit der größte Ninja aller Zeiten, werden will. In Naruto ruhen ungeheure Kräfte, von denen er zu Beginn nichts weiß. Genauer gesagt wäre das die Kraft des Nine Tails Demon Fox, der einst Konoha angriff und vom damaligen Hokage versiegelt wurde. Diese Kraft macht Naruto im Laufe der Serie nicht nur zu einem starken Ninja, sondern auch zu einem potentiellen Ziel der Organisation Atsuki. Und dann gibt es ja noch Vorzeige-Bösewicht Orochimaru, der rastlos auf der Suche nach Unsterblichkeit ist.

Japaner kennen die Abenteuer bereits seit einigen Jahren, inzwischen gibt es die Anime-Serie aber auch bei uns, wo sie in einer penetrant geschnittenen und unakzeptabel synchronisierten Fassung ausgestrahlt wird. Einzig erfreulich daran: Durch die Serie ist nun der Weg für die Lizenzspiele geebnet. Doch die Ernüchterung kommt im selben Atemzug: „Naruto: Ninja Council“ reicht nicht an die guten Konsolen-Beat’m Ups heran. Hierbei handelt es sich übrigens eigentlich um „Naruto Ninja Council 3“, jedoch erschienen die ersten beiden Teile (GBA) selbstredend nicht bei uns, weshalb unser Spiel den Beinamen „European Version“ trägt. Doch wie gut ist der Prügler wirklich?

Spannendes Spiel? Nö.
Wenn ihr „Naruto: Ninja Council“ einschaltet, merkt ihr schnell, dass es kaum etwas zu sehen gibt. Ein Multiplayer, den Singleplayer sowie ein spärliches Rekorde- und Optionsmenü, mehr gibt’s nicht. Ihr könnt dann das Spiel starten und spielt eure erste Mission, in der ihr in einem 3 vs. 1-Match Kakashi besiegen müsst. Danach werden mysteriöserweise ein Haufen Charaktere freigeschaltet. Insgesamt gibt es 20 Kämpfer, von denen ihr zu diesem Zeitpunkt dann schon 12 habt. Später schaltet ihr dann noch Gaara, Oruchimaru und einige weitere bekannte Serienhelden frei. Nun könnt ihr aus vielerlei Missionen wählen. Story-Sequenzen gibt es übrigens nicht, das Spiel erzählt nur sehr wage die Handlung des Anime. Bei den Missionen wird dann der Vogel jedoch noch ganz abgeschossen: Denn obwohl dieses Spiel ein Beat’m Up ist, verbringt ihr die meiste Zeit mit „Sammle 10 Waffen“, „Erreiche die Zielpunkte vor XY“, „Töte die Schlangen“ oder „Finde die versteckte Schriftrolle“. Spannend. Richtig beinharte Kämpfe, wo eventuelle Vorzüge des Spiels herausstechen könnten, gibt es eher selten. Zudem macht einem die Spielumgebung einen Strich durch die Rechnung: Die Arenen sind zu groß und haben viel zu viele Ebenen und oft schafft man es nicht, innerhalb des Zeitlimits irgendwelche Objekte zu finden oder Gegner zu bekämpfen, weil diese meist doof in der Gegend rumhampeln, bis ihr in sie hineinstürmt.

Ferner gibt es auf dem unteren Bildschirm einen komplett nutzlosen Radar. Dieser zeigt lediglich eine einfarbige Fläche, auf der verschiedene Punkte umherwandern, die euch, eure Mitstreiter sowie die Gegner darstellen. Dort werden eure zu suchenden Ziele nicht eingeblendet und auch die Arena selbst wird nicht abgebildet, damit man sich eventuell zurechtfinden könnte.
Das war es dann paradoxerweise auch schon. Ihr spielt circa 50 Missionen, bekommt ab und zu neue Spielumgebungen (die den Vorbildern aus der Anime-Serie übrigens kaum oder gar nicht ähneln) und Charaktere und seht dann irgendwann den Abspann oder das kaputte DS-Modul, weil ihr vor Wut draufgetreten seit. Ich stehe kurz vor Letzterem, denn praktisch gesehen frustet das Spiel schon ab der fünften Mission, die ihr spielt.

Ein Hauch von Innovation
Der einzige Aspekt im Spiel, für den man die Entwickler loben muss, sind die Attacken von Naruto und Co. Ihr könnt für jeden Kampf bis zu vier Spezial-Jutsu eurer Figur zuordnen - ist die Fähigkeit nicht im Repertoire eures Kämpfers enthalten, kommt beim Einsatz kurzerhand ein anderer Charakter zu Hilfe. Jede Jutsu erfordert beim Einsatz eine Touchscreen-Aktion wie z.B. Chakra durch Kreisbewegungen mit dem Finger aufladen oder die richtigen Schriftzeichen antippen. Das ist ein gutes Feature, bringt praktisch aber nichts, da es kaum harte Kämpfe gibt und ihr euren Gegner meist schon mit normalen Schlagcombos über Lang oder Kurz auf die Bretter schickt. Das Spiel löst diesen Aspekt dann meist mit Missionen wie „Besiege XY und setze Jutsu AB ein“. Dies ist im Endeffekt jedoch zu 90% frustfördernd, da die Jutsu beim Einsatz zu lange brauchen und ihr zunächst eure Chakra-Leiste durch Warten oder Schlagen des Gegners aufladen müsst. Vom nervigem Zeitlimit fangen wir besser gar nicht erst an. Dann gibt es noch einen Multiplayer, der mit drei intelligenten Gegnern sicher Spaß machen kann. Dazu muss man aber erst einmal drei Leute finden, die Geld für dieses Spiel ausgeben wollen.

Steuerung:
Bis auf den Einsatz des Touchscreens im Spielmenü und bei der Auswahl und Anwendung von Spezial-Jutsu im Kampf werden die DS-Funktionen nicht benutzt. Das Spiel ist ein reines Knopfspiel, was auch nicht so schlimm wäre, würde es seine Sache ansonsten gut machen. So ist es aber leider nicht und die Steuerung fühlt sich eher komisch an: Sobald die Duelle nämlich hitziger werden, stößt die Steuerung schon an ihre Grenzen. Flinke Manöver sind kaum möglich und wenn eurer Gegner um euch herumhobst, schlagt ihr oft ins Leere. Es wird euch jedenfalls nicht die Freiheit geboten, die ihr sicherlich erwarten werdet. Eine realistische Steuerung wäre gut gewesen, doch das Spiel kränkelt irgendwo bei dem Adjektiv „träge“ und lässt dies den Spieler auch öfters spüren.

Grafik:
„Naruto: Ninja Council“ präsentiert sich in bester 2D-Optik mit detailreichen Hintergründen, allerdings alles auf GBA-Niveau. Trotzdem sind die Kämpfer detailreich animiert und wirken gut ausgearbeitet. Zudem gibt es beim Einsatz von Spezial-Jutsu bildschirmfüllende Sequenzen mit Artworks der Charaktere. Eine 3D-Grafik wäre zwar theoretisch möglich, würde auf dem DS den Look der Anime-Serie allerdings nicht so gut rüberbringen wie eine detailhaltige 2D-Grafik, wie dieser Titel sie hat. Sicher nicht das Optimum, aber durchaus gut.

Sound:
Am besten Spielt ihr „Naruto: Ninja Council“ gänzlich ohne Sound. Anstatt ein paar reißerische Melodien aus den tollen Soundtracks der Serie zu verwenden, wird hier auf komische Japantechno-Hintergrundmusik zurückgegriffen. Das geht einem auf die Nerven, entfremdet das Spiel ungemein und sorgt nach kurzem Daddeln lediglich für einen Anstieg des Aggressionspegels, nicht aber beim Gefühl, man würde ein Spiel mit toller Atmosphäre spielen. Charaktersounds oder eine Synchronisation gibt es übrigens ebenfalls nicht.

Features:
Um es ganz kurz zu machen: kaum vorhanden. Da ihr die meisten aller Charaktere zu Beginn erhaltet, gibt es lediglich acht neue Recken freizuspielen. Hier und da dann noch ein paar neue Spezialangriffe, dort eine neue Arena und Ende Gelände.

Fazit:
Für den Nintendo DS eine Frechheit, für das Franchise eine Beleidigung: „Naruto Ninja Council“ bietet hier und da nette Ansätze und hat besonders auf die Story- und Spielinhaltlichen Aspekte gesehen eine 1A-Vorlage. In der Umsetzung wird aber kaum etwas richtig gemacht und ein schlechtes Spielkonzept sowie die träge Steuerung bringen lediglich ein schlechtes Beat’m Up-Unglück mit Naruto-Charakteren und akzeptabler Optik hervor. Selbst Naruto-Fans sollten die Finger von dem Spiel lassen, warten besser auf das kommende Naruto-Spiel von Ubisoft für die Xbox 360 oder versuchen sich ein Spiel aus der „Gekitou Ninja Taisen“-Reihe (am besten Teil 3 oder 4) für den GameCube zu importieren, wenn sie einen Freeloader besitzen.

Versteckt sich in Konoha Village vor diesem Spiel: Lars Peterke [SamusAran] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Tomy Entertainment für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
48%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Nicht sehr intuitive Knopfsteuerung, die dem Gameplay übel schadet. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Lediglich ein paar altbackene Touchscreen-Spielereien, mehr nicht.
Grafik

Solide und abwechslungsreiche 2D-Optik bringt das Flair der Serie rüber.
Sound

Grausiger Japano-Techno, der tierisch nervt.
Spielspaß

Frustiges Beat’m Up, das an Konzept und Steuerung scheitert.








Details
Spielname:
Naruto: Ninja Council

Publisher:
Nintendo

Developer:
Tomy

Genre:
Beat 'em Up - Sidescroller

Release:
07.20.2707

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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