PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de
Nicht angemeldet!     Neu Registrieren   Loginname  Passwort:     Passwort?

Freshly Picked - Tingle’s Rosy Rupeeland


  • Testbericht
  • Bilder (8)
  • News & Videos (1)
  • User (13)
  • Spiel Kaufen
Freshly Picked - Tingle’s Rosy Rupeeland - Review vom 18.10.2007

Link macht Frühstückspause – wer springt ein?
Die unheilbringenden Anzeichen seiner Rückkehr lassen sich nicht verleugnen... Nein, nicht doch der gute Ganondorf mit seinem liebenswürdigen Horrorhengst und diesem beeindruckenden Umhang der Unterwelt, nicht der verträumte Windfisch, der sich abermals in einen schlummrigen Nachmittagsschlaf gleiten lässt und auch nicht der unschuldige Bug aus „Twilight Princess“ - selbst schuld, wenn man ausgerechnet in diesem Raum speichert! ... Kartenlieferant, Rubinzwerg, Möchtegernfee, Nervwichtel – für den untersetzten und sicherlich TOTAL heterosexuellen Tingle gibt es vielerlei Bezeichnungen, welcher 2007 nun wiederkommt, um Zelda-Anhängern auf den Sack und DS-Besitzern in den Modulschacht zu gehen... Kann das gelingen? Oder muss die Link-Fangemeinde bestochen werden?

In seinem ersten eigenen Game „Freshly Picked - Tingle’s Rosy Rupeeland“ (eine deutsche Übersetzung à la „Mausattacke“ bleibt uns erspart) geht es jedoch nicht um Links heldenhafte Alltags-Mission, Hyrule sowie den Rest der verdüsterten Welt zu erretten, sondern um Geld, Zaster, Knete, Mäuse, Moneten, Kohle, Klinkerklunker oder was das Wörterbuch noch so hergibt, wenn lebenswichtige Zahlungsmittel beschrieben werden sollen. In der Währung der funkelnden Rubine häuft der Spieler hier bergeweise Edelsteinchen an und geht dabei schon mal über virtuelle Leichen – alles nur für einen sagenumwobenen und noch nicht mal offiziell auf Tingles Landkarten eingezeichneten Ort, dem heiligen Rubinland. Na, neugierig oder einfach nur geldgierig geworden? Dann erfahrt jetzt –kostenlos!- in unserem Testbericht mehr über die schrulligste Versuchung, seit Herr Myamoto das Zelda-Universum bei einem Schokoriegel erfand. Diese(n) suspekte(n) Elf(e) muss man einfach... na ja... lieben!?

Es gibt Dinge im Leben, die kann man nicht kaufen. Für alles andere gibt es Tingle.
Heutzutage kommt wirklich kein Videospielheld mehr ohne eine -natürlich rein zufällige- Bestimmung zu einer Festanstellung in der Handheld- bzw. Konsolenbranche. Eine höhere Macht muss also her! Auch unser 35jähriger Junggeselle Tingle wird kurzerhand damit überrascht, als seinem Leben plötzlich größere Sinnrichtungen zugeteilt werden, als das bisherige Kochen, das sparsame Einkaufen oder das nutzlose Joggen - eines schönen Tages vernimmt Tingle nämlich die Stimme des geheimnisvollen Rubinopas (Er sieht tatsächlich so aus, wie sich sein Name anhört!), als er an der verbotenen Quelle steht, nicht weit von Tingles Häuschen entfernt... Der verdutzte Wicht erfährt so von einem paradiesischen und unbekannten Ort, in dem einen ewiges Glück, herrliche Speisen, wunderschöne Frauen und unzählige, glitzernde Rubinberge erwarten – hoch über den Wolken soll dieses vielversprechende Rubinreich liegen, leider viel zu weit entfernt für unseren flügellosen Protagonisten. Umso besser deswegen, dass sich die verbotene Quelle als stetig wachsender Turm entpuppt, wenn dieser mit ausreichend Rubinkost gefüttert wird. Als hellauf begeisterter und motivierter Tingle hört der DS-Spieler natürlich auf Rubinopas Rat und begibt sich ins kostenpflichtige Abenteuer, um ein Vermögen an Rubinen anzuhäufen, welches anschließend in den ansteigenden Turm investiert werden soll. Denn: Ist dieses unbeschreibliche Reich voller Glück, Freude und Zufriedenheit nicht vielleicht reizvoller als Prinzessin Peach nach ihrer Rettung auf einen Kaffee einladen zu dürfen oder sich 8 Orden-Buttons (Machart „Made in Japan“ natürlich) an die Jacke heften zu können...? ... Spätestens ab jetzt regiert Geld die Welt!

Unser grünlicher Tollpatsch lebt in einer Zeit, in der Rubine das Maß aller Dinge sind – Informationen erfährt man nur durch Bezahlung, Gegenstände werden entweder vertickt oder behalten, Dienstleistungen wollen teuer erkauft werden und auch einfache Danksagungen werden nicht mehr per Umarmungen oder mit kleinen Gefälligkeiten durchgeführt, sondern erfordern den Griff in die Geldbörse. Selbst Tingles Lebensanzeige wird durch euren Rubinstand definiert – die launige Herzteilsuche fällt damit also weg. Um an die begehrten Edelsteine zu kommen, kann Tingle aber gefundene Gegenstände, einzelne Zutaten oder zusammengebraute Gerichte verkaufen, Monstern nach erfolgreichem Kampf Rubine abknöpfen oder unterwegs einfach über einen Dungeon stolpern, in dem es massig Geld abzustauben gilt. Die Entwickler von Vanpool haben allerdings auch noch viele weitere Möglichkeiten integriert, eurem Vermögen auf die Sprünge zu helfen – allerdings, soviel müssen wir verraten, ist euer Rubinkonto nicht immer prall gefüllt, da ihr an allen Ecken und Enden blechen müsst, um im Spiel voranzukommen.

Damit wäre direkt ein Schwachpunkt des neumodischen Nintendo-Titels angesprochen: bei vielen Personen müsst ihr feilschen und geschickt handeln, damit ihr beispielsweise Gegenstände oder Infos erhaltet oder die Leute euch einen Dienst (z.B. eine Brückenreparatur) erweisen - und meistens braucht es dazu reichlich Glück, um eine nicht zu geringe Summe zu erwischen. Nicht geschnallt...? Also: ein Bauarbeiter verkauft euch beispielsweise eine nützliche Schaufel für einen unbestimmten Preis. Bietet ihr ihm zu wenige Rubine an, geht ihr zwar schon ohne das gewollte Kaufobjekt aus, verliert die Menge an Edelsteinen aber trotzdem und müsst beim nächsten Versuch erneut den erlaubten Preis schätzen. Nicht wirklich weniger frustrierend kann es sein, wenn man ungenannte Rubinmengen anfordern soll, zum Beispiel als Wiedergutmachung für eine Rettung einer nahe stehenden Person. Ist Tingle dabei zu gierig, bekommt man keinen einzigen, lausigen Groschen, ist man zu bescheiden, ärgert man sich natürlich grün und dunkelgrün – in beiden Feilsch-Situationen liegt es deshalb an eurem Fingerspitzengefühl, möglichst den genauen Rubinstand zu nennen. Etwas besser hätten wir es empfunden, wenn man die Schwierigkeit bzw. Balance an diesen Spielelementen entschärft und einem z.B. drei Versuche beim Feilschen gestattet, bevor die hart erkämpften Rubine den Bach runter gehen. Zwar ließe sich das System auch relativ leicht austricksen, indem ihr vor einer wichtigen Verhandlung abspeichert und den DS nach erfolglosem Feilschen bzw. dem Verlust eurer Rubine abschaltet und es erneut probiert, ehrlich ist das aber ebenso wenig wie sonderlich komfortabel.

Reise ins Ungewisse
Insgesamt 12 Inselbereiche mit recht abwechslungsreicher Vegetation, eine Vielzahl an skurrilen Charakteren und angriffslustigen Widersachern wollen von „störenden“ Rubinvorräten abgeerntet werden, bevor Tingle das heilige Rubinland betreten kann. Dazu muss natürlich erst der Turm anwachsen und der eine oder andere Stadtbewohner aufgesucht werden - viel zu tun also, sodass den Spieler weit über 20 Stunden Spielzeit erwarten können, will man sich alles ordentlich ansehen. Äußerst liebevoll und neckisch hat man dem Action-Adventure dabei einige Seitenhiebe auf die Zelda-Reihe beigefügt, bei denen so mancher Videospieler vergangener Zeiten schmunzeln wird. Das fängt bei atmosphärischen „Rätsel-gelöst“-Jingles an und hört bei zu erkundenden Gegenden auf, wie dem dicht bewachsenen Deku-Wald. Ebenfalls unterhaltsam präsentieren sich die (zumeist gesprächigen) Nebenfiguren, wie beispielsweise ein immer wiederkehrender Samurai-Krieger, euer zugelaufener Schoßhund Pibo oder die hilfreiche und definitiv weibliche Pingle, die Tingle mithilfe des Terminals zuhause erreichen kann - hier habt ihr übrigens die Möglichkeit, zu speichern, statistische Werte über die Höhe des Turms zu erhalten oder nett mit eurer Bezugsfee zu plaudern. Wo wir einmal in Tingles vertrautem Heim angekommen sind, gehen wir doch gleich auf ein anderes, sehr nett konzipiertes Spielelement ein: das Kochen, ein nützliches und notwendiges Hobby, wie sich schnell herauskristallisiert.

Unterwegs gelangt ihr in den Besitz eines immensen Zutatenrepertoires und sammelt Rezepte, die den korrekten Werdegang von Meeressuppen, Lon-Lon-Ketchup oder einfachem Fruchtsaft beinhalten. Natürlich lassen sich die einzelnen Zutaten separat in der nahe liegenden Stadt verkaufen, die fertigen Gerichte sind aber merklich wertvoller und nicht selten auch gewinnbringend einsetzbar im Spielverlauf, zum Beispiel um scheue Gegnerklassen anzulocken. Deshalb in ruhiger Minute einfach an den Herd gestellt und entweder nach vorliegendem Rezept oder auch kreativ ohne dergleichen sämtliche Nahrungsmittel und andere Zutaten in den Kessel (der übrigens in verschiedenen Größen erworben werden kann) geworfen - nun solltet ihr per DS-Stylus reichlich umrühren, um die Brühe innerhalb eines Zeitlimits schmackhaft zu machen und abschließend in den Tank abzufüllen. Dieser Tankkasten kann als euer Vorratslager für fertige Gerichte gesehen werden, den ihr beliebig –in so fern ihr über die obligatorischen, leeren Flaschen verfügt- anzapfen könnt. Schade bei der ganzen Essensangelegenheit, dass man dieses Minispielchen spielerisch nicht trickreicher gemacht hat und auch ohne Rezept brauchbare Süppchen hätte brauen können. Aber schließlich soll man essen, was auf den Tisch bzw. in die Flasche kommt!

Damit ihr euch auf Reisen nicht verlauft, gibt es genretypisch für jedes Gebiet eine passende Landschaftskarte, die selbstverständlich vorher teuer erkauft werden will. Aber Augenblick mal – ist Tingle selbst nicht eigentlich immer der schwerenötige Kartenlieferant gewesen!? Richtig! Deswegen lässt es sich unser frecher Wichtelzwerg auch nicht nehmen, die erhaltene Karte zu vervollständigen und fehlende Objekte einzuzeichnen, was sich im DS-Spiel weiterhin als eure Aufgabe herausstellt. Per DS-Touchpen funktioniert dies, nach einer Einzeichnungsphase, auch ohne größere Probleme und bringt bei der älteren Kartenhändlerin in der Stadt zusätzliche Rubinentlohnungen. Sehr nett, aber ebenso wie das Kesselkochen kein entscheidendes Spielelement.

Ohne meinen Leibwächter sag ich nichts!
Unschwer zu erkennen: Unser sparsamer Tingle ist bei weitem nicht der kräftigste oder muskulöseste Mann auf Erden und kann im Gegensatz zum auserwählten Link auch nicht auf ein üppiges Waffenarsenal zurückgreifen, um sich gegen die Horden von fliegenden Schweinen, schnappenden Krabben und allerhand Monstern zur Wehr zu setzen. Sein fast schon lachhafter Kampf„stil“ stellt dies jedes Mal kompromisslos zur Schau, werden Widersacher und Rubinbengel Tingle doch gleichzeitig in eine einzige tobende Staubwolke verwickelt, wenn eine Berührung zwischen ihnen stattfindet. Dann helfen eurer Spielfigur keine Anfeuerungsrufe oder Tastenkombinationen, sondern lediglich stupide Touchscreen-Tipper – ganz recht, lasst den Stylus stetig auf die Rauchwolke herabsausen, um Tingle im Kampf zu unterstützen! SO kämpft ein wahrer Held... Schaden, in Form von abfallenden Rubinen, wird der Spieler allerdings trotzdem verspüren. Je mehr Gegner ihr in eure Staubwolke hineinzerren könnt, desto mehr Items bzw. Zutaten entlohnen Tingle danach, welche man wiederum später verkaufen oder zusammenkochen kann. Durch diesen cleveren Trick macht das simple Kampfsystem gleich zu Beginn viel Spaß. Dennoch werdet ihr recht früh im Spielverlauf auf weitere Hilfe angewiesen sein, wenn ihr nicht an härteren Brocken scheitern und allzu viele Rubine verlieren möchtet. Also fix die grünen Scheinchen bzw. in unserem Falle Steinchen herausgezogen und das gemacht, was die Reichen und Schönen ansonsten bei Schutzbedarf ordern: einen brummigen, furchteinflößend blickenden und doch supersanften, in 15 Kampfsportarten ausgebildeten, ausdauernden und bis aufs Blut kämpfenden Bodyguard, der fortan nicht mehr von des feinen Promis Seite weicht.

Tingle trifft in den auf (fast) jeder Insel vertretenen Leibwächter-Saloons derartige Geschöpfe, die sich mal als eiskalte Agentengarde, mal als scharfe Amazone, mal als verwirrter Clown oder sogar als bissiges Hündchen vorstellen – alle mit ihren speziellen und teils verborgenen Stärken, Schwächen und den eigentlichen Unterteilungen in „Energie“, „Kraft“ und schließlich „Abwehr“. Insgesamt 30, zunehmend stärkere Leibwächter gibt es im Spiel, nicht alle lassen sich jedoch so leicht anheuern wie die auftragslüsternden Gestalten im Saloon. Habt ihr euch jedenfalls für einen Beschützer entschieden und eine erträgliche Saloon-Gebühr von 10 Rubinchen entrichtet, geht das ständige Feilschen von vorne los - dank der bezahlten Gebühr verliert ihr euren genannten Einsatz diesmal aber nicht, falls euer Gegenüber mehr verlangt. Zudem sind alle Leibwächter ihrer Stärke nach einer ungefähren Preisklasse zugeordnet: Ein kleiner Bodyguard-Knabe kostet deshalb wesentlich weniger als Supermann persönlich. Auf eurer weiteren Reise trottet der angeheuerte Leibwächter nun stets hinter euch her und eilt euch zumeist auch direkt zu Hilfe, wenn ihr in einen Kampf involviert seid (trotzdem das Staubwolken-Tippen nicht vergessen!). Doch auch die ausdauernden Fähigkeiten eures Beschützers neigen sich durch heftige Gefechte allmählich dem bitteren Ende zu, und ist der Begleiter erst einmal umgefallen (= Herzanzeige leer), könnt ihr ihn lediglich mit einer gehörigen Summe Rubinen wieder auf die Beine bringen. Verabreicht man ihm aber rechtzeitig eine zusammengebraute Muntermacher-Medizin, werden seine Herzen unmittelbar aufgefrischt, bevor ihr erneut zur Kasse gebeten werden könnt - nützlich!

Im Gegensatz zu Dutzenden von Kleinkramgegnern zwischen Flora und Fauna, stellen die verwinkelten Dungeons mit ihren gemeinen Fallen und vor allem ihren dicken Endmackern ein eindeutiges Highlight in Tingles Abenteuer dar, die auch immer einiges vom Spieler abverlangen – zum Beispiel bereits am Dungeoneingang, an dem es für Tingle wieder „Zahltag!“ heißt. Vom Design her ähneln solche Kerkerräume zwar manchen Zelda-Vorbildern aus „Links Awakening“ oder „A Link to the Past“, sind aber längst nicht so komplex aufgebaut und gefallen eher mit witzigen Aufgaben und fordernden Kämpfen. Speziell bei den respekteinflößenden Dungeonbossen, welche sich jeweils in riesengroßen Schatztruhen verstecken und meist eine eigene Energieanzeige besitzen, kommt Spannung auf und der DS-Besitzer ins Schwitzen – kein Staubwolkengefuchtel, keine besonders hilfreichen Leibwächter, sondern unterschiedlichste Kampfstrategien müssen hier angewandt werden, über die euch Pingle glücklicherweise per Funknachricht aufklärt. Trotzdem: Wir wollen mehr von solchen kreativen und unterhaltsamen Spielszenen sehen!

Steuerung:
Link hat sich innerhalb seiner fortlaufenden Karriere als Held vom Hyrule-Erdbeerfeld vom typischen Rechts- zum namenstreuen Linkshänder gemausert, Tingle hingegen mag sich dabei nicht so recht versteifen zu wollen – für beide Spielersorten ist die Tastensteuerung nämlich wunderbar gelöst. Stirnrunzelnd betrachten wir hingegen die lahme Touchscreen-Nutzbarkeit, die selbst beim Kartenzeichnen nicht völlig reibungslos funktionieren mag und sonst ganz fehlt – den flachen Stylus-Einsatz im mutigen, und dennoch sehr einfachen Kampfsystem kann man ja kaum dazuzählen.

Grafik:
Optisch echt klasse gelungen ist das europäische Cover im aufblinkenden Goldlook... Wirkt schick im IKEA-Regal! Ansonsten hielt man sich aber am Riemen und einigte sich stattdessen auf verhältnismäßig zweckmäßige und einfache Umgebungsgrafiken, die an manchen SNES-Titel erinnern - so ist die Stadt beispielsweise ein uninspirierter 2D-Weg ohne erwähnenswerte Blickfänge. Wahre Schönheit ist allerdings auch nicht immer auf den ersten Hingucker sichtbar, sodass man trotzdem Gefallen an der plastischen Oberwelt und den liebevollen Figurenmodellen finden kann. Euer Geschmack fällt hier das Urteil!

Sound:
Stimmt schon, in der Realität begleitet uns an der frischen Luft auch oftmals nur Vogelgezwitscher oder Grillengezirpe und wir geben uns damit zufrieden – warum man Tingles virtuelle Weltenreise allerdings nicht musikalisch ausgeprägter oder facettenreicher präsentiert, bleibt uns zutiefst rätselhaft, gerade wo doch Zelda-Titel besonders auch mit ihrer passenden Melodik fesseln können. Schließlich nimmt die fehlende Musik auf vielen Inselabschnitten etwas von der Atmosphäre, weshalb nicht jedem diese Ruhe gefallen dürfte... Unabhängig dieses Ausrutschers konnten uns doch viele Sounds charmant überraschen und trugen zum witzigen Stil des DS-Titels bei.

Features:
Ihr lechzt nach supertollen Extras aus Rubinopas geheimer Schatzkiste? Abseits des Hauptmodus braucht ihr zwar nicht danach zu suchen, allerdings bietet man euch unzählige Sidequests und nette Nebenbeschäftigungen an, in denen man neben zusätzlichen Rubinen, leeren Flaschen und Rezepten auch die sogenannten Rubinitems auflesen könnt. Diese gut versteckten, meist glitzernden Alltagsgegenstände werden hübsch ordentlich in Tingles Haus zur Schau gestellt und sollen eure Motivation, einmal das paradiesische Rubinland zu erreichen, festigen und stärken - ein netter Sammelvertreib, wie wir meinen. Der WiFi- oder Multiplayermodus ist diesmal zwar daheim geblieben, vermissen werden ihn aber die wenigsten unter den emsigen Rubinfreunden - der weltweite Tauschhandel oder geldeinbringende Minigames hätten allerdings weitere, spaßige Geldquellen ermöglicht und das geduldsfordernde Gameplay somit etwas aufgelockert. Im zweiten Teil mal bitte drüber nachdenken!

Fazit:
Premierstart für Tingles Karriereleiter, juchhu! Der freifüßige Abenteuerausflug des pummeligen Kartenlieferanten begann so friedfertig und gefiel direkt mit einem süchtigmachenden Spielprinzip, wird die Alltagsthematik „Geldbeschaffung“ doch auf höchst amüsante Weise aufgezogen – wieso aber machen es die Entwickler einem im zunehmenden Verlauf nur so schwer? Denn nicht selten stören falsch eingeschätzte Feilsch-Summen und hinweiskarge Spielsituationen das recht flache Gameplay-Vergnügen, und dämmen eure Motivation ein. Geduldigkeit und verhältnismäßiges Langzeit-Gaming zahlt sich hier also im wahrsten Sinne des Wortes aus, sodass „Freshly Picked“ für Gelegenheitszocker eher eine kalte Dusche sein dürfte. Auch Zelda-Fanatiker sollten zumindest vorsichtig sein, eine abwechslungsreiche Parodie in Form von Nintendos mutigem RPG aber durchaus erwarten und bei Gelegenheit sogar ein paar Edelsteinchen in den DS-Titel investieren. Für den mindestens genauso schrägen Nachfolger ist jedenfalls noch etwas Luft, Nintendo - vielleicht wächst der Spielspaß ja, wenn noch ein paar Rubine mehr in die Produktionsquelle geworfen werden...

Spart auf das Triforce-Teil der Kraft: Jakob Nützler [Miroque] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
76%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Einwandfreies Herumtingeln, das allerdings Tiefgang vermissen lässt. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Stark zurückhaltende DS-spezifische Ideen, lediglich Kochen und Kartenzeichnen gefällt.
Grafik

Geschmacksfrage: Schlichte Landschaften, dafür Funkel-Effekte mit „Kooloo-Limpa!“-Nachgeschmack. Und, schmeckt’s?
Sound

Unauffällig und manchmal nervig, oft aber mit Retro-Charme - dank Zelda-Jingles.
Spielspaß

Reizvolles und humoriges Spielkonzept, stellenweise mit nervenstrapazierender Rubinknappheit. Zahlen bitte!








Details
Spielname:
Freshly Picked - Tingle’s Rosy Rupeeland

Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Rollenspiel

Release:
07.20.0009

Multiplayer:
kein MP

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (8)

Jetzt Bestellen:
Zum Shop