THINK - Training für den Kopf
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THINK - Training für den Kopf -
Review vom 20.11.2007
Achtung! Vor Inbetriebnahme des Nintendo DS: Gehirn einschalten!
Derzeit in aller Munde sind Umsetzungen von Brettspielen auf ein Videospielsystem und umgekehrt. Während die Industrie versucht, die zwei „ähnlichen“ Märkte zusammenzuführen, wollen die Spieler dahinter jedoch nur eines: Spaß, Spaß und nochmals Spaß. So macht man den Unterschied zwischen Kollektiv- und Kommunikativspielern und versucht mit dem Klischee des zockenden Konsolen-Kellerkindes aufzuräumen. Da gibt es Crossovertitel wie Carcassonne oder Siedler, die fleißig auf dem XBox Live-System ihr Unwesen treiben oder Jenga, das hölzerne Geschicklichkeitsspiel, dass wohl jedem Partyfreund begegnet sein dürfte, was nun digitalisiert wird und aus Eichenklötzchen Bits und Bytes werden lässt. Doch auch in der umgekehrten Richtung findet man Videospiele, denen eine Verbrettung widerfahren ist. Gerade der Heidelberger Spieleverlag ist bekannt dafür, beliebte Hardcore-Digitalklassiker wie Warcraft, Doom oder Starcraft und Konsorten auf das Brett zu bannen, doch heute werfen wir den Blick auf einen anderen Brachenriesen: Ravensburger. Das kleine blaueckige Logo mit weißer Schrift auf der Ecke einer Spielschachtel dürfte so manchem Gelegenheitsbrettspieler aufgefallen sein und ihn in der Kindheit begleitet haben. Nun hat die „digital tainment pool young“-Abteilung mit Ravensburger einen Vertrag abgeschlossen und bannt die beliebte THINK!-Brettspielreihe auf Nintendos Doppelbildschirmer. Wir haben uns dies natürlich nicht entgehen lassen, auch unseren Kollegen vom Brettspiel-Portal cliquenabend.de das Modul in die Hand gedrückt und verraten euch, ob das Treffen des Hirntrainers mit dem Brettspielvorbild Hand und Fuß hat.
Wer gerne Brettspiele spielt, dem sind die THINK! Denkspiele sicher bekannt. Besonders lustige Gehirnjogger wie der Denkkrimi kommen einem hierbei sofort in den Sinn. So dachte sich unsere begeisterte THINK!-Brettspielerin vom Brettspiele-Partnerportal „Ein THINK! Spiel für den Nintendo DS! Das muss sofort ausprobiert werden!“, schnappte sich das gute Stück, um sogleich das Modul in ihren DS zu packen. Doch schon nachdem die Konsole um 90° gedreht und man über die Sprachauswahl hinaus war, kam die große Erkenntnis: Es handelt sich um einen in neuen Dr. Kawashimas Gehirnjogging-Klon. Zu Beginn hat man die Auswahl zwischen dem täglichen Trainingsverfahren, dem THINK-Quotienten-Test, was dem Alterstest bei Zerebrumjogging-Altmeister Kawashima gleichkommt, einer Statistik und einigen Optionen. Ein kleiner, freundlicher und grauhaariger Professor schaut die überraschte Spielerin an und weigert sich vehement, sich persönlich vorzustellen und berichtet dennoch stolz, dass er uns durch die verschiedenen Aufgaben leiten will. Halt, Stopp! Déjà Vu anyone, gibt es hier einen Fehler in der Matrix? Irgendwie kommt uns das doch alles extrem bekannt vor…
Also lautet ein Beschluss, dass der Mensch was lernen muss.
Nach und nach bringt der kleine, gar nicht so verstreute Professor die insgesamt 18 Module bei, die die kognitiven Fähigkeiten des Nutzers, bei regelmäßigen Übungsstunden trainieren sollen. So gibt es je drei Aufgaben zu bewältigen, die aus insgesamt sechs unterschiedlichen Wissensbereichen stammen. Im Sprach-Modul werden Analogien untersucht, das Sprachverständnis auf die Probe gestellt und geprüft, wie schnell der disponierte Gehirnakrobat in einer Buchstabenmatrize verlangte Wörter findet. Das Gedächtnis-Modul konzentriert sich dabei auf das Merken von Wörtern, Zahlen und bestimmten farblichen Abläufen. So blinken beispielsweise verschiedenfarbige Lichter in unterschiedlicher Reihenfolge auf und es gilt den Ablauf kurzerhand einzustudieren. Der Schrecken so manchen Schulfreunds dürfte das nächste Wissensmodul darstellen: Die Mathematik. Hier gilt es endlich mal den Taschenrechner beiseite zu legen und das Kopfrechnen zu stärken. Streichholzformen neu hinzulegen, das die gezeigte Formel stimmt oder eine Zahlenpyramide lösen, bei der immer die unteren Ebenen als Additionsbasis für die oberen Stockwerke gelten. Nach der Zahlenlehre folgt das räumliche Denken und hier gilt es 3D-Objekte aus verschiedenen Betrachtungswinkeln zu analysieren, Pfaden zu folgen oder Mäuse in einem Labyrinth zum Käse zu führen. Die Zeit ist dabei immer der Feind im Nacken. In den letzten zwei Wissensgebieten, dem Auffassungs- sowie dem Logik-Modul gilt es die letzten Kopfnüsse zu meistern, bevor man seinen Denkapparat vor die große Think-Quotienten-Probe stellt. So muss man Bildfolgen beobachten, Codes knacken, dechiffrieren, Zahlenreihen lösen oder Tauschgeschäfte entschlüsseln.
Denken ist die Arbeit des Intellekts, Träumen sein Vergnügen.
Während jeder Mensch seine persönlichen Stärken und Vorlieben hat, sorgt gerade die Aufschlüsselung in verschiedene Kategorien dafür, dass man seine grauen Zellen ganz individuell drillen kann. Leider fehlen noch bei dem Spiel Think – Logiktrainer der eingebaute Motivationsschub und der Faktor der Langzeitmotivation. Denn während Dr. Kawashima jeden Tag mit neuen Aufgaben winkt, über freispielbare Elemente verfügt und eine ausführliche Kalendertabelle Aufschluss über die Erfolge gibt, präsentiert man in diesem Gehirn-Coach nur einen Trendwert, der sich je nach Übungsdauer verändert. Ebenso fehlt der wissenschaftliche Aspekt, der bei Nintendos berühmten Neurowissenschaftler und Videospielikone im Vordergrund steht. Wie würde der Handwerker sagen, wenn er eine Schraube anbringt? „Nach fest, kommt ab!“ und so soll diese smarte Phrase andeuten, dass übermäßiges Kopfzerbrechen auch auf Dauer keinen positiven Mehrwert bietet. Training und Alltag sollten sich die Waage halten, denn nur selber denken macht schlau und zu viel Logiktrainer kommt dem Auswendiglernen gleich. Wer sein Denkorgan schon ausführlich mit Dr. Kawashima und Konsorten bombardiert hat, wird sicherlich mit dem Think – Logiktrainer eine nette Abwechslung finden.
Steuerung:
Knackpunkte bei allen Wissens-Trainern sind die vor allem die Schrifterkennung. Was nützt es einem, wenn die Zeit tickt und man leider das Eingabegerät nicht so nutzen kann, wie man es gerne hätte. Aus einem A wird ein N aus einem G ein S, so was kann frustrierend sein. Besonders, wenn die Korrekturlösung nur sub-optimal realisiert wurde. Sprich: Macht man einen Fehler, kann man nicht nur den zuletzt eingetragenen Teil berichtigen, sondern muss die gesamten Inhalte löschen und neu beginnen. Zwar hat man sich bei dem Programm auf eine strikte Großschreibung geeinigt, dennoch bedarf es ein wenig Übung, bis man den Dreh raus hat und weiß, wie die Buchstaben und Zahlen am einfachsten via Stylus zu zeichnen sind. Im Vergleich zur frühen Version, die wir auf der Games Convention gesehen haben, hat sich zwar einiges getan, doch es gibt noch immer Spielraum für Verbesserungen, gerade was die Steuerung anbelangt und der Touchscreen gefragt ist. Ein besonderer Frustfaktor stellt die Labyrinth-Aufgabe dar, denn auch wenn die Maus zum Käse will, will zumindest der Stylus nicht immer wie man es selbst gerne hätte und selbst als wir ein Stückchen Harzer daran geklebt haben, wurde es nicht besser.
Grafik:
Optische Vielfalt braucht man bei einem Gehirnjogger nicht erwarten. In diesem Falle ist Zweckmäßigkeit Trumpf und auch ein wichtiger Aspekt, denn viele Aufgaben sollen mit Schnelligkeit und Präzision erfüllt werden. Unnötige grafische Spielereien würden nur stören und so sorgt man mit einer guten Übersicht und einem abgerundeten Gesamtkonzept für solide optische Kost. Nicht mehr und nicht weniger.
Sound:
In diesem Abschnitt gibt es weder Positives noch Negatives zu verbuchen, denn alles was geboten wird, ist ein Hintergrundgedudel der ganz seichten Sorte. Wer sich damit anfreunden kann hat Glück, denn der Song wiederholt sich immer und immer wieder. Was die Sounds anbelangt, so präsentiert sich Think – Logiktrainer von der typischen Sorte. Hier eine Bestätigungsgeräusch da ein Fehlersound.
Features:
Neben den insgesamt 18 unterschiedlichen Modulen, gibt es den Think-Quotienten-Test, der den Intelligenzgrad in einem Pseudo- Intelligenzquotientenformat darstellt. Sprich 100 ist normal, alles darüber gut, alles über 140 sehr gut. Ganz gewitzte Kopfzerbrecher können sich auch via Hotseat-Modus an nur einem DS ein Scharfsinns-Duell liefern. Nach und nach werden zufällige Aufgaben gelöst und derjenige, der am Ende den besseren Quotienten hat, gewinnt.
Fazit:
Wer mit „Think – Logiktrainer“ vermutet hätte, eine Umsetzung der bekannten Brettspielserie auf dem Nintendo DS zu erhalten, der irrt. Der auf kognitives Training ausgerichtete Denk-Coach erinnert vielmehr an den Genrekönig „Dr. Kawashimas – Gehirnjogging“ und stellt einen, in den Grundzügen gelungen Klon des Ganzen dar. Wer seinen Denkapparat schon genug mit Kawashima gefüttert hat, wird mit Think – Logiktrainer eine gelungene Abwechslung finden, doch gerade im Bezug auf Langzeitmotivation und Beständigkeit hinkt der Klon ein wenig hinterher. Zudem muss der geneigte Zerebrum-Akrobat einige Kinderkrankheiten im Steuerungssegment hinnehmen und sich manchmal damit abfinden, dass die Eingabe nicht so präzise ist wie beim großen Vorbild. Insgesamt eine brauchbare Lösung, die nur bedingte Gemeinsamkeiten mit der Ravensburger-Brettspiellizenz aufweist. Wer also nicht nur gerne flimmernde Logikrätsel löst, sollte auch einen Blick in Sachen Think-Gemeinschaftsspiele wagen.
Sind nun noch schlauer als zuvor: Kevin Jensen und Stefanie Mohr für PlanetDS.de
Vielen Dank an dtp young entertainment für die freundliche Bereiststellung des Rezensionsexemplars.
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Details
Spielname:
THINK - Training für den Kopf
Publisher:
dtp Entertainment AG
Developer:
Genre:
Sonstiges
Release:
07.20.2610
Multiplayer:
ja
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (5)
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