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Ankh - Der Fluch des Skarabäenkönigs


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Ankh - Der Fluch des Skarabäenkönigs - Review vom 04.10.2008

Jedes Genre braucht seine großen, repräsentativen Helden. Sie kommen in Form muskelbepackter Mannsweiber, lautloser Spionage-Asse oder eines quietschvergnügten Kuscheltiers. So ernten ein gewisser Kriegsgott (der ist allerdings kein Plüschhäschen!) oder ein Prinzessinnen-Charmeur in ihren ganz eigenen Spielsorten den Ruhm, der ihnen nach einigen Top-Titeln gebührt. Ein Blick über den Shooter-Einheitsbrei-Tellerrand, hinüber zu den „altmodischen“ Adventures, endet schließlich bei Seeabenteurer Guybrush Threepwood, der mit viel Charme, Wortwitz und einer fantastischen Storyline selbst heute noch als Vorzeige-Abenteurer gilt.

Mit ähnlich schwarzem Humor, einem ausgeflippten Charakter-Design und kompletter Sprachausgabe ist auch „Ankh: Der Fluch des Skarabäenkönigs“ gesegnet, welches als PC-Port endlich auf dem Spielemarkt zu erstehen ist. Die Entwicklungszeit hätte gereicht, um bereits einen Nachfolger für den DS anzufertigen, eine Diplomarbeit über die Sphinx und Hieroglyphen zu schreiben oder den Großteil aller Genre-Konkurrenten durchzuzocken. Mal sehen, was Daedalic Entertainment so getrieben hat...

Murmelnde Mumien & Philosophierende Pharaonen
Spitzt eure Ohren und verbannt jeglichen Lärm aus eurer Umgebung - denn die DS-Umsetzung zu „Ankh: Der Fluch des Skarabäenkönigs“, auf dem Computer bereits 2005 ausgegraben, ist das erste klassische Point & Klick-Adventure für den DS mit kompletter Sprachausgabe! So bekommt der neugierige Spiel-Konsument in allen akustischen Finessen mit, worum es in der selbstironischen Handlung geht: Als Assil – der typische Tollpatsch aus der Nachbarschaft – und seine ägyptischen Freunde in der verbotenen Grabkammer eine ausgelassene Party steigen lassen, zerbricht versehentlich eine wertvolle Vase. Durch den Krach aus ihrem Schlummer geweckt, verflucht die erzürnte Mumie des Skarabäenkönigs Assil mit einem Todesfluch. Keine besonders gute Ausgangslage für euer Alter Ego!

Und wie das mit allmählich schmerzhaft wirkenden Todesflüchen so ist, gibt es (fast) keine Möglichkeit, dieses Malheur wieder zu beheben. Es sei denn, der Spieler lotst sein Polygon – Männchen zum mächtigen Pharao, überredet den Griesgram ihm zu helfen und findet heraus, dass das „Ankh“ um seinen Hals kein trödelmarktreifer Flaschenöffner ist, sondern ein mächtiges Artefakt aus der verbotenen Grabkammer. So schräg wie das heitere Comic-Adventure eröffnet wird, geht die Story auch in späteren Spielabschnitten weiter. Stets läuft man allen möglichen, hippen und gesprächigen Leuten aus dem sonnigen Kairo über den Weg, welche unseren viel beschäftigten Hauptcharakter um Gefallen bitten oder mit ihren Lieblingsthemen vollschwatzen und somit eine Stärke des Titels vermitteln: jede Menge Humor.

Die Fortbewegung ist simpel konstruiert: Berührt einen Punkt und eure Figur wackelt zur markierten Stelle. Wechselt man zwischen den vier angezeigten Handlungssymbolen, lassen sich auf diese Weise auch Objekte untersuchen oder Menschen anquatschen. Häufig kommt Assils Gauner-Mentalität zum Tragen – so oft, wie man eben mehr oder minder nützlichen Kram einsacken kann... Diese Kollektion merkwürdiger Haushaltsgegenstände sammelt sich anschließend am oberen Bildschirmrand des Touchscreens. Unverständlich ist, warum nicht ein „richtiges“ Inventar auf dem oberen Bildschirm konstruiert wurde, wo lediglich aktuell ausgewählte Objekte angezeigt werden. Stichwort Rätsel: Nicht Schiebe-Aufgaben oder ein ägyptisches Kryptologie-Quiz sind hier zu nennen, stattdessen muss der zuweilen genervte Spieler die vielen Gegenstände miteinander kombinieren, Personen vorzeigen oder an bestimmten Hot-Spots in seiner virtuellen Umgebung anwenden. Da die Größenverhältnisse zugunsten des DS-Bildschirmumfangs stark verändert wurden, gestaltet sich das Suchen und korrekte Benutzen oftmals als langwierige Frickelei. Zudem stören Kleinigkeiten den Spielverlauf, wie das sich zwangsläufig bis zum Sonnenstich wiederholende „Schade, das scheint nicht zu gehen“ oder die fehlende Option, den aktuellen Bildschirmbereich ohne umständlichen Laufweg zu verlassen. Zudem lässt „Ankh: Der Fluch des Skarabäenkönigs“ ein gewisses Feintuning vermissen, welches konkurrierenden Titeln im Verlauf der letzten Jahre zugute kam.

Steuerung:
Ein echter Point & Clicker bietet auch unerfahrenen Spielern eine durchschaubare Steuerung, inklusive übersichtlichem Inventar und Shortcuts am Bildschirmrand. Die DS-Version von „Ankh - Der Fluch des Skarabäenkönigs“ punktet zwar mit vier anwählbaren Navigationssymbolen (Ansehen, Mitnehmen, Benutzen, Reden) im ägyptischen Stil, erschwert allen Adventure-Verliebten Assils Abenteuer jedoch auf unschöne Weise: Die Stylus-Steuerung erinnert mehr an den direkt lenkbaren Link aus „Zelda: Phantom Houglass“, als an ein simples Adventure-Männchen, das Schritt für Schritt eurem „Klick“ folgt – das Mischen beider Mechanismen hat so seine Tücken. Insbesondere hindert es das Vorankommen, wenn ihr den winzigen Ausgangsbereich nicht richtig mit dem Stylus trefft, damit Assil zum nächsten Bild voranschreitet oder wenn es klitzekleine Hot-Spots aufzuspüren gilt. Das ist zwar nicht mal ein Steuerungs-Manko, jedoch frustriert es zuweilen ungemein, wenn man zum Beispiel einen in einer Skeletthand eingeschlossenen Schlüssel nur einstecken darf, wenn man auf die kaum sichtbare Hand klickt - und nicht bloß auf den toten Skelettkörper, bei dem Assil bereits einen Kommentar zum umfassten Gegenstand von sich gibt. Ein hilfreiches Anzeige-Feature, das sämtliche Hot-Spots markiert, fehlt.

Grafik:
Der direkte Portierungsversuch vom Computer auf die putzigen DS-Schirme ist ein Paradebeispiel dafür, dass PC-Adventures für solche Aktionen komplett umgestrickt werden sollten, wie „Geheimakte Tunguska“ bereits erfolgreich demonstriert hat. Die vorliegende Handheld-Version ignoriert jedoch etablierte Best-Practices und enthält relativ gewaltsam herübergeholte Zwischensequenzen, deren pixeliges Erscheinungsbild wohl auf die niedrige Auflösung des DS zurückzuführen ist. So vermochten es die zuständigen Entwickler zwar, wichtige Handlungsstränge mitsamt Charakteren transparenter zu präsentieren, allerdings schauen die Zwischensequenzen tendenziell hässlich aus. Ihr befindet euch übrigens in einer 2D-Welt, die ebenfalls etwas den Charme des Ankh-Originals vermissen lässt: Die Farben strahlen nicht mehr wie aus einem druckfrischen Comic-Heft, aufgrund der Auflösung gehen viele Details unter, wirken verwaschen und erschweren es Point & Click-Inspektoren leider auch, wichtige Hot-Spots zu erkennen. Wenig berauschend: Das üppig gefüllte Inventar wurde an die obere Bildschirmleiste gequetscht und benutzt lediglich schnöde Symbole, um gesammelte Gegenstände darzustellen - dabei wäre auf dem gesamten oberen Screen genügend Platz gewesen. Immerhin schaffte man es, den einzelnen Figuren durch eine meist passende Gestik und Mimik Glaubwürdigkeit und Persönlichkeit zu verleihen.

Sound:
Es begeistert wohl nicht nur Fans mit einer Leseschwäche, dass quasi die gesamte Bandbreite der eingesprochenen Soundsamples auch in der Handheld-Fassung ihren Platz gefunden hat. Bedingt durch die DS-Lautsprecher liegt die Klangqualität natürlich ein gutes Stück unter dem PC-Vorbild. So verschwimmen Assils Kommentare gerade am Satzanfang oder einige Ausrufe erzeugen ein störendes Kratzen. Zumindest eine teilweise Verbesserung stellt sich durch das Verwenden von Kopfhörern und dem Aufhalten in einer ruhigen Umgebung ein. Für den Zeitvertreib in Bus und Bahn ist „Ankh - Der Fluch des Skarabäenkönigs“ demnach nur bedingt geeignet. Das sonstige Musikaufgebot ist aus dem Computer-Adventure entnommen, und passt hervorragend zum Setting eines geheimnisvollen Ägyptens.

Features:
Um Anfängern im sandigen Pyramiden-Sektor der Adventure-Welt den Einstieg zu erleichtern, lässt sich im Hauptmenü ein leichterer Schwierigkeitsgrad auswählen. Ansonsten konzentriert sich die DS-Version wie ihr stationäres Pendant darauf, den sonnengebräunten Ägypter durch ein von Wortwitz getränktes Spiel zu führen – das Lösen teils verzwickter Inventarrätsel gehört hierbei zu einer eurer Haupttätigkeiten.

Fazit:
„Einige Bauchschmerzen bereitet es schon, wenn die versprochene Qualität und technische Feinbearbeitung der frühen Preview-Version (Games Convention 2007) nur bruchstückhaft eingehalten wurde. „Ankh - Der Fluch des Skarabäenkönigs“ ist trotz Design-Ecken und Kanten immer noch ein lohnenswertes, lustiges und forderndes Adventure - zumindest auf dem PC. Den Umzug auf unseren sensiblen Handhelden haben die runde Zeichentrick-Optik und einwandfreie Maus-Steuerung jedoch nicht ohne einige Kratzer und Schrammen überstanden. So harmonieren die Genialität der Dialog-Kost und die schrulligen Charaktere einfach nicht mit der technischen Fehlzündung, was besonders auch die frustrierende Stylus-Steuerung angeht - Heunadel-Hotspots, Überlagerungen mit den Hintergründen und lange Laufwege... Was über die chronisch lange Entwicklungs- und Wartezeit an Hoffnungen im Wüstensand zurückblieb, ist ärgerlich... Trotzdem lachen aus dem Software-Inneren zahllose Story-Pointen und Anspielungen auf die ägyptische Kultur heraus, sodass sich liebäugelnde DS-Tüftler, die mit den aufgezählten Nachteilen leben können, nicht völlig abwenden müssen. Unsere Hoffnungen liegen nun auf den anderen Projekten der Adventure-Schmiede, wie „A New Beginning“ oder „Edna bricht aus“.

Sieht den Sand vor lauter Wüste nicht: Jakob Nützler [Miroque] für PlanetDS.de

Vielen Dank an bhv Software für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
67%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Unausgeglichenes Point & Click-Experiment: „Fang mich, ich bin ein unsichtbarer Hot-Spot!“ Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Der Stylus ist genretypisch euer treuster Begleiter, allerdings mit kleineren Macken.
Grafik

Tolle Filmszenen kränkeln an der ungeeigneten Auflösung, gepaart mit kleineren, optischen Schwächen.
Sound

Gesprächigkeit Reloaded - löbliche Übernahme der kompletten Sprachausgabe, allerdings nur im stillen Kämmerchen genießbar.
Spielspaß

Ägyptisches Gag-Feuerwerk, das aufgrund der mäßigen Portierung etwas an Effektivität und Zeitlosigkeit verliert.








Details
Spielname:
Ankh - Der Fluch des Skarabäenkönigs

Publisher:
bhv Software

Developer:
Daedalic Entertainment

Genre:
Adventure

Release:
17.09.2008 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

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