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Die Sims 2 - Gestrandet


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Die Sims 2 - Gestrandet - Review vom 13.11.2007

„Die Sims“ – ein Name, eine Erfolgsgeschichte. Jeder kennt die kleinen Racker, welche auf unterschiedlichste Weise versuchen in Titeln wie „Die Sims“ oder „Die Sims 2“ ihr Unwesen zu treiben, indem sie dem interessierten Gamer die Möglichkeit bieten, ihr eigenes, gewünschtes oder verehrtes Leben virtuell in einer kleinen, unbekannten Stadt wiederzugeben? Häuser da, Möbel hier, Kleider und Familie dürfen natürlich auch nicht fehlen: Alles hat seinen geregelten, alltäglichen Gang. Wer würde da vermuten, dass diese Geschöpfe auch bald in der tiefsten Wildnis vorzufinden sind? – Die Sims 2 – Gestrandet zeigt einen komplett anderen Stil der Erfolgssaga auf: Verunglückt auf einer einsamen Insel, muss man mithilfe verschiedenster Überlebensstrategien versuchen von dem Eiland zu entkommen. Aber hat dieses völlig andere Szenario wirklich das Potential mit den Vorgängern mitzuhalten? Wir haben uns diesen Titel einmal genauer unter die Lupe genommen. Doch beginnen wir von vorn…

Das Spiel startet man wie gewöhnlich mit der Erstellung eines eigenen Charakters. Geschlecht und Name sind dabei genauso wichtig wie Pullover, Hose, Jacke und Schuhe. Auch Haarfarbe und Frisur dürft ihr selbst bestimmen, schließlich soll der Protagonist so nah wie möglich euren Vorstellungen entsprechen, doch keine Angst, wenn zu Beginn nicht eure Lieblingsklamotten zur Auswahl stehen – im Laufe des Spieles werden weitere, schicke Accessoires freigespielt werden können. Ist dies vollbracht, erwartet euch ein kurzes aber knackiges Intro bestehend aus einer Bilderreihe, welche erklären soll, wie ausgerechnet ihr an diese anscheinend gottverlassene Insel verschlagen werdet. Euer Schiff ist im wütenden Sturm untergegangen und ihr konntet euch gerade von einer alten, klapprigen Kiste auf das rettende Ufer hechten, mit welcher ihr der Bedrohung entkamt. Ein Glück, denn sonst wäre das Spiel ziemlich fix über die Bühne gegangen. Anstatt aber an einen grauenvollen Tod durch Ertrinken zu erliegen, findet ihr euch mutterseelenallein und abgekämpft an einem trist wirkenden Strand wieder, ohne jegliche Hoffnung auf menschliche Zivilisation und eine erwärmende Thermoskanne voll heißem Wasser. Das klingt nach harten Stunden auf der paradiesischen Insel. Doch keine Angst, beim Kampf ums nackte Überleben seid ihr anfangs nicht auf euch allein gestellt: Mithilfe eines sehr ausführlichen Tutorials, das euch jeden einzelnen Schritt genauestens erklärt, steht dem vollen Spielspaßvergnügen à la Robinson Crusoe von Seiten des Verständnisses nichts im Wege.

So wird man sanft in das Spielgeschehen eingegliedert, erfährt, dass man seinen Protagonisten via Touchscreen zu steuern hat und bekommt die ersten Infos, wie man Früchte aufnimmt, Nahrung verspeist und sein Nachtlager errichtet. Auch Brennholz im Wald dürft ihr bereits am ersten Tag sammeln. Erinnern tut das ganze Konzept dabei ein wenig an den Genrebruder Lost in Blue bzw. Lost in Blue 2, denn auch beim Feuer machen werdet ihr in kleinen Minispielen via Touchscreenreiben und Pusten die Glut entfachen können oder Fische mittels eines kurzen Tipps auf dem unteren Bildschirm fangen. Der Sinn dieser Aktionen ist dabei natürlich die Verbesserung der Bedürfnisleisten, welche sich auch bei dem vorliegenden Ableger mit ins Spiel eingeschlichen haben. Auf dem oberen Screen bekommt man die Anzeigen für Hunger, Energie, Freunde, Komfort, Hygiene und Harndrang zu sehen, die euch über die aktuellen Begierden eures Protagonisten informieren, und es ist erstaunlich, wie schnell diese gegen null laufen, sofern man nicht aller paar Sekunden das Benötigte für seinen Sim aufbringt. Tatsächlich hat es fast den Eindruck, dass man seinen Schützling öfters in den Urwald schickt, um sich heimlich, still und leise zu entleeren, anstatt ihn mit Früchten oder Käfern voll zu stopfen; eine Menge verzweifelter Diäten-Durchprobierer werden hier wohl neidisch drein blicken.

Durch Jagen und Sammeln, Fische fangen, Fallen stellen und Muscheln suchen, ist eure Nahrungsaufnahme weitestgehend gesichert. Gebadet wird am Meer, erleichtert im Busch und geschlafen im Unterschlupf, der zum einen durch aufgesammelte Produkte wie Palmenwedel oder Holz entsteht, und gleichzeitig auch als Speicherpunkt des Spieles gilt. Drei unterschiedliche Abenteuer könnt ihr aufgrund der vorhandenen Möglichkeit, mehrere Spielstände anzulegen, mit einer DS-Karte bestreiten. Unterschiedliche Teile der Insel und Orte sind dabei auch keine Seltenheit, denn die Umgebungen zeichnen sich als sehr vielfältig aus: Von samtig weißen Sandstränden, über Vulkane und Meere bis hin zu alten Schiffwracks und der Wildnis ist alles vorhanden, welche durch die 3D-Grafik des Titels gut zur Geltung kommt. Einzig und allein an manchen Stellen sieht das Spiel etwas verpixelt aus, was sich aber durch das Hinwegzoomen der Kamera beheben lässt.

Hey Mann, wo ist mein Auto?
Der wohl prägnanteste und damit zudem auch nervigste Negativaspekt des gesamten Spiels ist jedoch das enorme Schneckentempo der eigenen Spielfigur. Langsam ist dabei noch geschmeichelt und schläfrig sogar ein Kompliment. Wenn man deshalb von einer Inselseite zur anderen will, legt man mehr als nur eine kurze Tagesreise hin. Da gelobt man sich doch die unkomplizierten Verkehrsmittel der anderen Simsteile auf Nintendos Handhelden, welche einem auf schnellem Wege zum gewünschten Zielort brachten. Aber mit solchem Luxus ist auf einer Insel natürlich nicht zu rechnen - schade eigentlich, aber leider blieb es uns verwehrt, auch nach 2 Wochen intensiven Krafttrainings unseren Sim dazu bringen kann, in Rekordzeit durch die Gegend zu marschieren.

Stattdessen haben wir uns lieber den Konversationen mit den anderen „Überlebenden“ auf der Insel gewidmet – denn ob man es glaubt oder nicht, man ist nie allein! Tatsächlich scheint sich mittlerweile ein halbes Dorf auf diesem einst so verlassen wirkenden Eiland aufgefunden zu haben; und wie sich später auch herausstellen soll: Zum Glück, denn ohne sie würde man (ohne allzu viel verraten zu wollen) am Ende des Titels nicht von der gottverlassenen Einöde verschwinden können, dass letzten endlich auch das Hauptziel des Titels ist. Im Gegensatz zu den anderen Versionen des Spiels, welche auf PSP, PS2 und Wii erschienen sind, kann man seine Schicksalsgenossen aber nicht wie gewöhnlich im Aussehen und Charakter bestimmen, vielmehr trifft man vom Computer generierte Spielfiguren.

Steuerung:
„Die Sims 2 - Gestrandet“ wird, wie auch schon sein Bruder „MySims“ nahezu komplett via Touchscreen gesteuert und der einzigste Unterschied ist wohl wirklich, dass man hier nur diese eine Möglichkeit besitzt, seinen Protagonisten in andere Gebiete der Insel vorstoßen zu lassen. Trotzdem können wir nicht behaupten, dass die Steuerung wie eben genannter Titel ohne Einschränkungen funktioniert, denn leider wurde in unseren heutigen Testkandidaten so manche nervende Kleinigkeit eingebaut. Als Beispiel wäre da der Fakt zu nennen, dass man, wenn man sich einmal entschieden hat, das Areal von einem Teil der Insel zum nächsten zu wechseln, es kein zurück mehr gibt, egal ob irgendeine verlockende Frucht, welche ihr eventuell erst beim Vorbeigehen erblickt habt, euren Namen schreit. Finito. Wer einmal die auf der Karte befindlichen Pfeile berührt hat, wird erfahren, was es heißt „Keinen Weg zurück“ zu haben. Und das alles in der gemächlichen Gangart eures Sim…


Grafik:
Auch an dieser Stelle muss man –verständlicherweise– Einbußungen zu denselbigen Ablegern auf anderen Konsolen hinnehmen, denn eine durchweg optimale 3D-Grafik hätte man auf dem Nintendo DS einfach nicht umsetzen können. Stattdessen präsentiert sich der Titel von der Seitenansicht und vermittelt somit mehr einen 2-Dimensionalen Eindruck. Landschaften und Vegetation sehen dabei recht liebevoll gestaltet aus und erwecken einen positiven Eindruck. Lediglich die Spielfiguren selbst kommen in einem eher verpixeltem Gewand daher, wo man sich nun fragen könnte, ob sie sich dadurch vor eventuellen Feinden schützen wollten - als Mensch schwerer zu identifizieren sind sie allemal!

Sound:
Mysteriös: Die Titelmelodie kommt einem irgendwie leicht bekannt vor und nach intensiverem Lauschen wird es einem bewusst; tatsächlich! Es ist ein Verschnitt der berühmtberüchtigten, ohrwurmgarantierenden Musik aus dem PC-Ableger „Die Sims 2“ - es muss also wirklich ein gewisser Grad an virtueller Verwandtschaft vorliegen, den man leider bei der Vielfalt an Möglichkeiten, seine Kreativität freien Lauf zu lassen, nicht vollends bemerken konnte. Was den Sound anbelangt, kann man bei den gestrandeten Sims jedoch keine großen Abstriche machen, denn entspanntes Meeresrauschen und angenehme Urwaldgeräusche runden den Ausflug in die fernen Weiten der karibisch angehauchten Insel nahezu perfekt ab. Einzig und allein die Effektgeräusche, wie das Antippen einiger Gegenstände, können einem auf Dauer den einen oder anderen Nerv rauben.

Features:
Neben der reinen Durchspielzeit von ungefähr 10 Stunden, in welcher man getrost dem Finale seines Aufenthalts auf der Insel entgegenfiebern kann, ist einem als Spieler ebenfalls die Möglichkeit geboten worden, eine Sammlung im Inventar aus verschiedenen Gegenständen zu komplettieren, die ihr auf der Insel finden könnt. Auch ein Tag- und Nachtwechsel wurde in das Spiel eingebaut, der im Zwei-Minuten-Takt die Sonne am Horizont erscheinen oder verschwinden lässt; eine Uhr befindet sich dabei rechts auf dem oberen Screen. Aufgrund der aber relativ kurz angesetzten Zeit des Wandels zwischen Hell und Dunkel, wird der Entdeckungsdrang -ähnlich wie beim Genrebruder aus dem Hause Capcom („Lost in Blue“)- eher vermindert, als das es das Spiel derart positiv beeinflusst.

Fazit:
„Die Sims 2 – Gestrandet“ ist ganz klar eines der Hoffnungsträger vieler Robinson Crusoe–Fans. Was „Lost in Blue“ nicht konnte, sollte hier eigentlich ausgemerzt werden: Die Zockerwelt wollte ein versiert gemachtes Inselabenteuer, die Zockerwelt sollte deshalb auch eins kriegen. Doch konnte EA das schaffen, was Capcom mit ihrem Ableger nicht erreichte? ... „Jein“ lautet unsre Antwort, denn zwar ist ersichtlich, dass viele Mängel wie die nie endende Nahrungssuche beim Genrebruder definitiv herausgekürzt worden, und die vernebelten Hintergründe keine Verwendung mehr gefunden haben, allerdings konnten sich auch hier unweigerlich Mankos abzeichnen, welche nicht unter den Tisch gekehrt werden können. Als markantes Beispiel ist dabei immer wieder die Lahmfüßigkeit des Hauptcharakters zu nennen, die einem nach gewisser Zeit doch schwer zusetzt. Für Sims-Verhältnisse hat man zudem einfach zu wenig Möglichkeiten, sich selbst zu entfalten und ebenfalls manch langatmige Suche nach diversen Materialien ist nicht immer das Gelbe vom Ei. Schlussendlich also eher ein ernüchterndes, mittelmäßiges Ergebnis, welches wir hier vergeben müssen.

Wäre lieber im warmen Süden: Elisabeth Grunert [Liese] für PlanetDS.de

Vielen Dank an EA für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
69%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

TmT: Touchscreensteuerung mit Tücken! Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Ob Mikrofon oder Touchscreen - hier wurde auf fast alles Acht gegeben.
Grafik

Grundsolide und ansehnlich, nur die Sims müssen sich verstecken.
Sound

Versiert gemachte Hintergrund- und Soundkulisse mit Urlaubsflair.
Spielspaß

Kann immerhin Fans einige Stunden vor den DS fesseln.








Details
Spielname:
Die Sims 2 - Gestrandet

Publisher:
EA

Developer:
Maxis

Genre:
Sonstiges

Release:
07.20.004Q

Multiplayer:
nein

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (8)

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