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Harry Potter und der Orden des Phönix


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Harry Potter und der Orden des Phönix - Review vom 08.08.2007

Achtung: Dieser Test braucht ein Wörterbuch der J.K. Rowling-Sprache!
Hör mal, wer da zaubert! Der heiligen Bibel macht er ganz allmählich ernsthafte Konkurrenz, verstrittene Familien führt er in einem fantasievollen Kino-Blockbuster wieder zusammen und Tattoo-Studios beschert er unerklärlicherweise gigantischen Umsatz, da auf einmal Narbenerscheinungen in Blitzform schwer im Trend liegen. Zu derartigen Leistungen sind sonst nur Herren der Ringe fähig... Wir sprechen hier allerdings von einem anderen Phänomen, mit dem sich Millionenkonzern Warner Bros. und Erfolgsautorin Joanne K. Rowling jährlich ganze Besenkammern voller goldener Nasen verdienen: Dem Potter-Fieber!

Nachdem unser Handheldlord Liesemort die GBA-Version als Faulen Zauber abtun musste, wagt sich Muggelmeister Miroque vorsichtshalber mit einem gewirkten „Protego“-Spruch in Harrys Abenteuer auf zweifachen Bildschirmen. Böse Vorahnungen plagen unseren Helden... Reiht sich das Lizenzgebräu etwa als dritter Unverzeihlicher Fluch neben „Ping Pals“ und „Y´s Strategy“ in Askaban ein? Hoffentlich nicht – den Hauspokal für eine gelungene DS-Portierung würden wir Electronic Arts jedenfalls gönnen...

Wäre Hogwarts doch mehr wie Schule...
...dann müssten die armen Schüler nicht in feuchten Kellergewölben übernachten, wären nicht in Kanalisationen herumstreunenden Riesenschlangen und dem Schulklima schadenden Konkurrenz-Kämpfen um Hauspunkte ausgeliefert! Bevor wir auf diesen lustigen Parodie-Werbespruch aber genauer eingehen, ein paar oberflächliche Worte zur eigentlich so tiefgreifenden Story, die der 1020-seitenschwere Schmöker hergibt: Lord Voldemort ist wieder an der Macht und kein Schwein (und erst recht kein Zauberer) kauft dem jungen Harry den Aufstieg von Du-weißt-schon-wem ab. Besonders das konservative Zauberministerium in Gestalt der hinterhältigen Umbridge legt alles darauf an, dass Hogwarts frei von derartigen „Gerüchten“ bleibt. Mit ihrer strengen, teils unmenschlichen und machtausnutzenden Art macht sie nicht nur den Schülern das alltägliche Schulleben zur Hölle. Eure ehrenvolle Aufgabe lautet deshalb: Beweist ihnen, dass Harry weder geflunkert, noch während seiner gewagten Äußerung zu viel alkoholisierten Kürbissaft intus hatte!

Das DS-Videogame lässt euch die Handlung des Filmtreibens ziemlich detailgetreu miterleben und nachspielen, wobei zugunsten der eher knappen Spielzeit (zwei Nachmittage genügen zum Durchspielen) einige Elemente aus dem Buch (z.B. Quidditch-Turniere, das Berufsberatungsgespräch, der tragbare Sumpf etc.) Einzug fanden, welche dem Kinogänger verwehrt blieben. Aber beginnen wir beim Anfang: Nachdem sich der potterbegeisterte Serienfan für eine von 9 Sprachen entschieden und sich das in Standbildern aufgemachte Intro angetan hat, bemerkt er unmittelbar optische Parallelen zu den Kinoepisoden - alles kommt einem recht vertraut und bekannt vor, auch wenn ihr lediglich unspektakulären Standbildumgebungen ausgeliefert seid. Ebenfalls vorwegnehmen müssen wir die beängstigende Kamera, die euch von Anfang an irritiert und nicht selten die Suche nach dem zu gehenden Weg zum Glücksspiel werden lässt. Per D-Pad manövriert ihr irgendwie Harry im Grimmauldplatz Nr. 12, dem Sitz des Orden des Phönix, herum oder erkundet geheime Zugänge in Hogwarts, bestehen aus diversen Unterrichtsfächern (Malen und Turnen gibt es aber nicht!), stellt euch im Zauberduell bösen Buben und löst allerhand kleinere Missionen, die -mal wieder- als Minispiele getarnt daherdümpeln. Uff.
Euer Ausgangsort innerhalb des riesigen Schlosses: Der einladende Gryffindor Gemeinschaftsraum, in dem ihr euch auch am Schwarzen Brett die Zeit mit Quidditch, Koboldstein oder den Unterrichts-Spielchen vertreiben könnt.

Zwischendurch dürft ihr natürlich auch reichlich den Zauberstab schwingen: Wirkt auf zusammengerollte Teppiche Depulso, auf Truhen bzw. sonstige Sperrmöbel Wingardium Leviosa oder flickt zerbrochene Vasen mit Reparo, um euch die versteckten Extras wie Schokofrösche, Goldene Schnatze oder Fotokarten aus Warner Bros. neuestem Streifen zu krallen. Leider zwirbelt euch der lineare Spielverlauf zu sehr ein und dezimiert damit die Motivation, sämtliche Goodies zu sammeln, die aber eh keine Funktion haben. Hingegen gut gelöst haben die Entwickler das Alltagszaubern an sich: Erst berührt ihr den Gegenstand eurer Wünsche, dann zeichnet mit eurem Stylus-Zauberstab ein charakteristisches Symbol für den entsprechenden Spruch nach und tippt mit korrektem Timing in dem Zauberminigame auf effektgeladene Funken - schafft ihr das stets simple Spielchen innerhalb der erlaubten Zeit, ist der Zauber erfolgreich ausgeführt.

Ein braver Hogwarts-Jünger beeindruckt seine Professoren am besten in ihren eigenen Unterrichtsfächern - dazu habt ihr in „Harry Potter und der Orden des Phönix“ ständig Gelegenheit! Nachdem ihr nämlich innerhalb der Handlung das zum Unterricht gehörende Minispiel ausprobiert und bestanden habt (manchmal, indem ihr weniger talentierten Schülern bei ihren Hausaufgaben helft), sind derartige Schulbeschäftigungen am Schwarzen Brett des Gemeinschaftsraumes jederzeit trainierbar. Für die späteren Zaubergrad-Prüfungen darf man hier z.B. Astronomie, Kräuterkunde oder Zauberkunst üben bzw. nach und nach neue Level freischalten. Wie alle anderen Touchscreen-Minigames zählt der Unterrichtsstoff eher zu den positiven Aspekten im verwunschenen EA-Machwerk: In Verwandlung malt ihr verschiedene Flächen aus, um die oben abgebildeten Objekte zu transformieren, in Wahrsagen muss das in der Zauberkugel verzerrte Bild erkannt und unten wiedergefunden werden und Geschichte der Zauberei fordert euer Fachgedächtnis bei einem Quiz à la Günther Jauch (macht euch auf knifflige Kopfnüsse gefasst, wie z.B.: „Welches Haus gründete Godric Gryffindor?“). Zur allgemeinen Bewertung sei gesagt: Euer Abschneiden im Unterricht und bei anderen Aufgaben wird praktisch durch ein ZAG-Ergebnis festgehalten, wobei „Ohnegleichen“ die bestmögliche, „Troll“ die schlechteste Bewertung darstellt. Die innovativen NDS-Features kommen schließlich im Zaubertrankunterricht so richtig zum Tragen, da ihr je nach Rezept eine bestimmte Anzahl von exquisiten Zutaten, die am rechten Bildschirmrand entlang laufen, in den Kessel werfen, bei Bedarf umrühren und sogar ins Feuer (jawohl, auch das Mikrophon bleibt nicht untätig) pusten müsst. Auch unser schmalzgelockter Griesgram Severus Snape hält mit den wenigen Okklumentik-Stunden bei Laune; hier gilt es, das eigene Gedankengut und Gefühlstreiben zurück in Harrys Hirn zu ziehen und gegnerische Legilimentik-Angriffe durch einen beherzten Stylusstich abzuwehren, damit Suppenkasper Snape (bzw. später Voldemort) nicht in seinen Geist eindringen kann. Zwar bringen solche Zeitvertreibe kurzweiligen Spaß und Spiellust, übermäßig anspruchsvoll oder allzu häufig treten sie allerdings nicht auf - und besonders das Tränkemixen hätte durch zu sammelnde Rezepte und Zutaten, anspruchsvollere Rührtechniken und tatsächliche Anwendungsbereiche tiefgründiger ausfallen können.

Und in den Hofpausen?
Kein Zweifel: Von Hektik und Anspannung unter den strengen Augen der erfahrenen Lehrerschar, der ständig durch Gänge schlurfenden Hausmeistergestalt und nervtötenden Geistern geschafft, brauch der Zauberlehrling von heute regelmäßig seine Portion Streicheleinheiten, Entspannungsmomente oder einen sportlichen Ausgleich vom ständigen Büffeln. Im Handheld-Spiel werdet ihr ab und an zu diversen, den Touchscreen nutzenden Minispielen herausgefordert, die man relativ uninspiriert den Handlungssträngen hinzugefügt hat - so werdet ihr von anderen Schülern im Knallpokerspiel gelehrt oder müsst den Koboldstein-Champion der 2. Klasse in seine Schranken weisen, um einen geklauten Gegenstand seinem rechtmäßigen Besitzer wiederzugeben. Am berühmtberüchtigten Schwarzen Brett sind alle Beschäftigungen jederzeit anwählbar und können dort bis zum Erbrechen konsumiert werden, vorher geben wir aber einen kurzen Überblick: Schon das Schokofrosch-Turnier entpuppt sich als sehr simpler Reaktionstest, bei dem ihr die Kalorienhüpfer mit dem Stylus erhaschen, alle weißen Froschtiere aber unbeachtet lassen müsst. Nicht wirklich ansprechender ausgefallen ist Knallpoker, eine Art Memory mit typischen Größen aus der HP-Welt, und schließlich ist Koboldstein das einzige, wirklich interessant umgesetzte Feizeitspielchen im virtuellen Zauberinternat. Ihr knöpft euch einen identitätslosen Gegenspieler vor und versucht nun abwechselnd, kleine Murmeln (die namengebenden Koboldsteine) möglichst nahe an ein mit Ringmarkierungen umgebenes Loch zu rollen – je weiter ihr vom Zentrum entfernt seid, desto weniger Punkte gibt es, versenkt ihr die Murmel jedoch, gilt der Versuch als verloren. Die eigentliche Würze besteht jetzt daran, des Gegners Kugeln entweder in den Abgrund oder außerhalb der relevanten Markierungen zu stoßen und anstelle derer, selbst eure Murmeln zu landen - ein Heidenspaß!

Filmproduzent David Heyman und Regiesseur David Yates ließen den Rotstift unter anderem über die ehemals so auflockernden „Weasley ist unser King!“-Rufe wandern, womit willkürlich sämtliche Quidditch-Partien dem prallen Drehbuchinhalt weichen mussten. Immerhin in Nintendos Handheld-Varianten ist die aufreibende Besenbalgerei wieder mit an Bord: Schmollend bemerken wir dabei trotzdem, dass man im Grunde keines der Quidditch-Turniere wirklich bewältigen muss. Und selbst für ein legendär-spektakuläres Match wird man nicht mit monströsen Belohnungen überhäuft. Stattdessen sind tastenbasierte Steuerung und Pixel-Grafik unverkennbar dem Vorgänger nachempfunden und müffeln nach aufgebackenem GBA-Futter, glücklicherweise unterhält der virtuelle Zauberersport trotzdem wieder. In einer vorgegeben Zeitspanne, nach deren Ablauf der flinke Schnatz gefangen und die Partie beendet ist, passt ihr euch den Quaffel zu, dürft Klatscher heranrufen und versucht durch Ringschüsse, ebenso wie euer Gegner, ein möglichst dickes Punktekonto zu erreichen.

You’re in the Army now
Jahr 5 bringt unweigerlich schwerwiegendere Rivalitäten, Anspannungen, Streitereien und tatsächlich ernsthaftere Zauberstabgefechte mit sich. Und das, obwohl Teufelsoma Dolores Umbridge die Schülergemeinde doch mit ihrem friedlichen Leseunterricht zähmen und unter Kontrolle bringen möchte. Natürlich hält es Wirbelwind Harry Potter und seine Hobbyschnüffler nicht lange in dieser Trance, welche in Bruchteilen die anschwellende Todesgefahr erkennen – später wird sie ihnen alles Können abverlangen. Also ist es Ehrensache, dass sich unsere vernarbte Berühmtheit seinen wissbegierigen Kameraden als Nachwuchslehrer anbietet und unter dem klangvollen Kürzel DA (welch für „Dumbledores Armee“ steht) im geheimen Raum der Wünsche praktische Verteidigung gegen die dunklen Künste trainiert. Diese ständig einberufenen Treffen verlaufen auf dem DS mit gleichem Gameplay, wie die eigentlichen, wichtigen Kämpfe und -soviel müssen wir an dieser Stelle verraten- enttäuschen fast völlig. Zauberduelle gab es in den Serienvorläufern zwar auch schon, aus ihren Fehlern (unter anderem die verblasste Kreativität, fehlender Anspruch und mäßige Funktionalität) schienen die Entwickler aber kaum gelernt zu haben. Warum das so ist...?

Unterwegs zu den verschiedenen Missionszielen stolpert euch andauernd das Team Rocket der Hogwarts-Schule (Draco Malfoy mit seiner muskelbepackten Dienerschaft Crabbe & Goyle) dazwischen, um selbst nach der zigsten Niederlage noch einmal den Zauberstab zu zücken und euch „necken“ zu wollen. Tun wir ihnen den Gefallen – im rundenbasierten Duell dreht man den DS quer wie bei Dr. Kawashima und blickt auf dem Touchscreen den eigenen Charakteren (meistens das Potter-Trio), auf dem anderen Screen hingegen den feindlichen Slytherins entgegen. Jeder verfügt über eine begrenzte Lebensanzeige und Zauberkraft (mit Mana zu vergleichen) und lernt in den DA-Stunden mehr Zaubersprüche, die jeweils in drei Stufen vorhanden sind. Protego schützt euch hierbei als einzige Alternative vor Attacken der gleichen oder schwächeren Stufe, alle anderen Sprüche (Stupor, Ventus, Flipendo oder Rictusempra) schaden dem Gegner und unterscheiden sich weder großartig in ihrer Optik, noch in ihrer Ausführung: Berührt mit dem DS-Pen die nacheinander rotleuchtenden Magiekugeln und zieht den Stylus ohne abzusetzen von Punkt zu Punkt, bis blaue Funken euer geglücktes Manöver anzeigen - in den DA-Übungen gilt somit eine neue Stufe als absolviert, im Kampf zieht ihr eurem Gegenüber Energie ab und besonders starke Zaubersprüche lassen ihn sogar für eine Runde aktionsunfähig werden. Das war es dann aber auch schon mit all den taktischen Reizen, sodass nach einem viel zu leichten und vorhersehbaren Sieg keine echte Freude aufkommen mag - es hapert an fehlenden RPG-Elementen, weiteren, sich in ihrer Bedeutung deutlich abhebenden Zaubern und der nötigen Spannung.

Steuerung:
Wundert euch nicht, wenn euch nach längeren DS-Erlebnissen dieser Potter-Verschandelung der In-der-Wand-Hängenbleiber-Traum, Orientierungslosigkeitstraum, Vor-und-zurück-Laufer-Traum um den Schlaf bringen werden. Um es kurz zu machen: Die eigenwilligen Kameraeinstellungen, welche teils wahnsinnig schnell zwischen den Umgebungsgrafiken umschalten und euch jedweden Sinn für Übersicht nehmen, behindern immerzu und überall, ebenso wie die vehement gegen Wände laufenden und Eingänge versperrenden CPU-Figuren. Allerdings lässt euch EA keine andere Chance, streckt sich die eigentliche Missionszeit doch ziemlich dreist mit dem ständigen Rumgerenne (z.B. von Glockenturm bis tief in die Kerker hinab) im Hogwarts-Labyrinth. Gäbe es den handlichen Kompass nicht, der linear zu eurem Ziel führt, hätte man das Modul vor Frust wahrscheinlich gleich wieder in die Coververpackung geschlossen. Auch hier sind es vorwiegend die Minispiele (inklusive dem simpel funktionierenden Quidditch), die sich besser kontrollieren lassen - bis auf einige Ausreißer, habt ihr auf dem Touchscreen beste Übersicht.

Grafik:
Noch mitten in der Entwicklungszeit steckend verriet man damals bereits, dass sich sämtliche Spielschauplätze stark an ihre Filmpedanten anlehnen werden – Gratulation, dieses Vorhaben ist den Potter-Lizenzverwaltern gelungen. Wachsamen Kinogänger sei damit das ein oder andere Déjà-vu beschert, da tatsächlich fast jede Schlossecke vom Produktionsset abgekupfert zu sein scheint und anfangs euren Entdeckerdrang weckt. Bei all diesen authentischen Bildern sind nur dummerweise ein paar Sachen auf der Strecke geblieben: Bezüglich der Lebhaftigkeit oder des Detailreichtums bilden einige flackernde Fackeln an der Mauer das ganze traurige Ausmaß. Trotzdem hat man sich um abwechslungsreiche Örtlichkeiten bemüht, sodass kein Kerkerflur einem anderen gleicht und wenigstens ein bisschen episches Feeling aufkommt. Noch einmal 50 Hauspunkte für Gryffindor müssen wir allerdings wegen der unausbalancierten Storyerzählung abziehen, die in schnöden Standbildern vorangepeitscht wird und jeden Dialog, sämtliche Emotionen auf ein Minimum zusammenschrumpft, sodass Unwissende die gesamte Harry Potter-Saga wohl als ziemlich laue, verwirrende Fantasy-Kost abtun werden. Dazu kommen die unästhetischen Animationen und Clipping-Fehler, Slow-Downs sowie andere programmiertechnische Fettnäpfchen, mit denen sich DS-Zocker auseinandersetzen müssen. Einen positiven Lichtblick können wir zwar mit den blinkenden und blitzenden Zaubereffekten erwähnen, die aber lediglich als Garnierung zu gebrauchen sind und die ansonsten verzweifelte Optik nicht vertuscht.

Sound:
„Ein Filmsoundtrack auf Abwegen“ überschriebe diesen Abschnitt wohl am treffendsten: Vielfältig, atmosphärisch zu den düsteren Storysträngen passend und lediglich stellenweise auf den Senkel gehend, wirkt die musikalische Untermalung recht interessant eingesetzt - auch hier bediente man sich teilweise am erfolgreichen Blockbuster-Vorratslager, worauf die Vorgänger-Titel noch verzichteten. Doch warum klingt das so blechern, so kratzend, so steif...? Außerdem etwas weniger: Die seltenen und auch nicht sonderlich spektakulär eingespielten Soundeffekte.

Features:
Bis zum Rand aufgefüllte Module scheinen in den Fabrikationsstätten von EA in Mode gekommen sein, punkteten schon die tragbaren Versionen des Feuerkelch-Abenteuers mit ihrem extravaganten Umfang. Auch der Orden des Phönix scheint gut bestückt: Minispiele, Unterrichtsstoff und Quidditch in mehreren zu erklimmenden Schwierigkeitsstufen, Alltagszauber auf herum stehende Objekte und zu sammelnde Schokofrösche, Fotokarten und Koboldsteine hören sich üppig an. Der Goodiekram präsentiert sich aber insgesamt als unspektakulärer Nichtsnutz, für die Minispiele und Quidditch-Turniere gibt es wenig Anreiz und ein bombastisches Schloss bringt gar nichts, wenn keine Gegenstände darin stehen, mit denen ihr interagieren könnt.

Multiplayer:
Vermutlich weil die Spielewelt an sich so leer und manchmal völlig trostlos ausschaut, lässt man wenigstens mit Freunden einige Runden in den kurzweiligen Freizeitwettkämpfen vergehen, die immerhin ein nettes Bonusfeature symbolisieren. Einem (dadurch nicht weniger glücklichen) Freund ohne Potter-Modul kann z.B. durch eine Demo-Version das Spielprinzip näher gebracht werden, ansonsten lässt es sich auch zu zweit zaubern, wenn beide eigene Lizenzsoftware besitzen – getreu dem Motto: „Geteiltes Leid ist halbes Leid“.

Fazit:
Hogwarts, Hogwarts, warzenschweiniges Hogwarts, wo liegt dein Problem!? Nach allem weltoffenen Jubeltrubel um die HP-Geschichten, müsste es inzwischen auch bis an das letzte Entwicklerohr gedrungen sein, dass ein verwinkeltes, altertümliches Schloss, eine epische Verschwörungssituation mit dem schwärzesten aller Magier, der Zauberalltag unzähliger Schüler nicht nur überall gut ankommt, sondern galaktischen Spielraum für ein ausgeklügeltes Fantasy-RPG bietet. In der Theorie und Wunschvorstellung vieler Gutgläubiger könnte dieser DS-Zauberkünstler mehr als nur konkurrenzfähig sein! Immerhin hat man das Potential der Zauberspruchzeichnerei auf dem Touchscreen erkannt, derartige Ideen jedoch zu wenig weitergedacht und viele guten Ansätze durch die bitterböse Kameraführung, teils gähnend langweiliges Missionsdesign und die Motivationsleere nahezu im Keim erstickt - da werden nur Fans alle monotonen Zauberduelle und Botengänge durchstehen. Im Endeffekt offenbart sich abermals ein laues Lizenzlüftchen, welches der GBA-Vorlage technisch zwar überlegen ist und den Charme des Kinovorbilds zumindest anhaucht, aber stets oberflächliches Gameplay und eine einengende Linearität ausstrahlt. Mehrheitlich sollte man also besser auf den DS-Halbblutprinzen warten, sich auf eine gänzlich andere Serie konzentrieren oder im Einzelfall ein Anspielen nicht vergessen, bevor man sich den virtuellen Phönixorden ins Haus holt. Und clevere Potter-Fans bezahlen an der Kasse sowieso nur mit Leprechaun-Gold...

Hat Lust auf ein Butterbier: Muggelmann Jakob Nützler [Miroque] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
62%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Passable Minigames, irre Kameraführung. Lauf Potter, lauf (davon)! Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Recht variantenreiches Zauberstabgefuchtel und anderes Ideengut.
Grafik

So lebendig wie das Gutenachtküsschen eines Dementors.
Sound

Trotz tollen Kompositionen - der DS mutiert zur Heulenden Hütte.
Spielspaß

Wie würde es Prof. McGonagall mit einem ZAG-Ergebnis ausdrücken? „Annehmbar. Aber gerade so!“








Details
Spielname:
Harry Potter und der Orden des Phönix

Publisher:
Electronic Arts

Developer:
Electronic Arts

Genre:
Action Adventure

Release:
07.20.0907

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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