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Elite Beat Agents


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Elite Beat Agents - Review vom 07.08.2007

Milch macht müde Agents munter
Kennt das nicht jeder...? Man sitzt bequem im Zug, liegt gebräunt am Strand oder macht es sich schlicht und ergreifend auf dem heimischen Sofa gemütlich, doch so erholsam dieser Müßiggang auch sein mag - nach einer Weile wird der allmählich aufkeimenden Langeweile mit allen erlaubten Mitteln der Kampf angesagt! Der viereckige Flimmerkasten ist nicht bei jeder Gelegenheit zur Stelle, schwarz bedruckte Lesekost führt nicht selten zu ausdauernden Ermüdungserscheinungen und so bleiben den Meisten nur noch die etwas musikalischeren Optionen wie Radio, MP3-Player, Discman oder Super-Duper-Double-Dolby-Digital-Surround-Anlage. Mag dies einigen schon genügen, ruft die rockige, popgeladene Ohrenbeschallung bei anderen einen sonderbaren Drang hervor, selbst Schlagstöcke, E-Gitarre oder Keyboard in die energiegeladenen Hände zu nehmen, mit dem gesamten Körper schwungvoll im Takt mitzuwippen und sich vorzustellen, man sei einer dieser heiß umwitterten, vergötterten und überirdisch schönen Pop-Ikonen der Musikbranche.

Gott sei Dank erlaubt uns die moderne Technik heutzutage, nicht mehr nur passiver Soundkonsument, sondern auch aktiver Beatproduzent zu sein, vorausgesetzt man darf sich Besitzer eines Nintendo DS und eines kleinen schwarzblauen Moduls mit der Aufschrift „Elite Beat Agents“ nennen. „Elite Beat Agents“, welches von Entwicklerschmiede iNiS entwickelt wurde und dessen Vertrieb Nintendo höchst persönlich übernimmt, ist ein taktvolles Musikspiel der ganz besonderen Art, welches so wohl nur auf Nintendos doppelbeschirmtem Sprössling möglich ist. Ob dieses innovative Konzept im Takt bleibt, oder ob hier schiefe Töne die Oberhand behalten, erfahrt ihr im nachfolgenden Beat-Test. Also die hölzernen Taktstöckchen in die Ecke geschmissen, den Stylus aus seiner Halterung befreit, Lautstärkepegel auf Maximum gestellt, Kopfhörer aufgesetzt und im Nu kann die fieberhafte Jagd nach einem rhythmisch-eleganten Ergebnis beginnen.

Let the Beat control your Body!!!
„Elite Beat Agents“ ist zwar ein vollkommen eigenständiges Programmierwerk, doch das eigentliche Spielprinzip ist nicht gänzlich neu und tauchte bereits im Jahre 2005 im japanischen Vorbild „Osu! Tatakae! Ouendan!“ auf. Jenes Game war aufgrund seiner ungewöhnlichen Hauptcharaktere, den Ouendan, und seiner skurrilen Auswahl an Japan-Pop ausschließlich auf den fernöstlichen Markt zugeschnitten. Die Ouendan sind im Land der aufgehenden Sonne das Pendant zu den uns wohlbekannten Cheerleadern, welche dort allerdings nicht ausschließlich mit weiblichen Reizen aufwarten, sondern dessen Part genauso gut von jungen aktiven Männern übernommen werden kann. Aber wer möchte denn schon ein Spiel kaufen, dessen Protagonisten männliche Cheerleader sind, welche mit rosa Pompons zu kitschigem Japan-Pop hin und her wackeln? Diese kulturelle Kluft hätte Big-N mit einer lediglich sprachlich lokalisierten Version auf dem westlichen Markt sicherlich nicht überwinden können, weshalb man sich wohl auch dafür entschied, mit „Elite Beat Agents“ ein komplett neues Spiel zu produzieren.

Zunächst einmal transformierte man die tuffigen Cheerleader zu ultracoolen Agenten im „Men in Black“-Stil, welche mit ihrem Rhythmusgefühl, ihrem unwiderstehlichen Charme und ihrem verschmitzten Lächeln nicht nur Mädchenherzen höher schlagen lassen, sondern so mir nichts, dir nichts auch noch die Welt retten und sorgengeplagten Individuen aus der Patsche helfen. Je nach Schwierigkeitsgrad legt man entweder mit Agent Spin, Agent J., Agent Chieftain oder den Elite Beat Divas einen flotten Beat-Tanz aufs Parkett. Zu Beginn haben angehende Rhythmusgötter allerdings nur 2 Schwierigkeitsstufen zur Auswahl. Nur mit viel Training und taktvollem Stylusgefuchtel kann man vom Rang eines Singsoldaten zum Groove-Gott oder gar zur Agentenlegende aufsteigen, zu den 16 regulären Songs noch 3 weitere Bonushits freischalten und sich letztendlich mit dem eisernen und entschlossenen Chef der EBA, Commander Khan, aufs virtuelle Tanzparkett begeben. Hier heißt es einen kühlen Kopf bewahren!

Bei der Auswahl der Songs hat man geschickt versucht, eine ansprechende Mischung für jüngere und ältere Semester zusammenzustellen und so paaren sich klassische Rocktöne mit modernen Popbeats. Die Spanne ist weit gefächert und so kann man die Hüften zu andächtigen Kultballaden wie „You’re the Inspiration“ von Chicago, zu 70er-Hitgiganten wie „Y.M.C.A.“ von Village People oder eben zu neumodischen Parkettfegern wie „Sk8er Boi“ von Avril Lavigne schwingen. Wer hierbei etwas genauer den vokalen Klängen lauscht, wird feststellen, dass alle Songs lediglich Coverversionen der Originale sind - das kennt man bereits von den japanischen Vorlagen. Das ist allerdings nicht weiter dramatisch, da man bei der Auswahl der Sänger fein säuberlich darauf geachtet hat, dass die Interpreten in etwa dieselbe Tonlage besitzen wie ihre großen Vorbilder. Doch wie immer lässt sich über Geschmack streiten, weshalb manch ein musikalisches Exemplar treuen Fans der Originalgruppe durchaus die Haare zu Berge stehen lässt. Soundfetischisten und Hobbyakustiker seien an dieser Stelle besonders gewarnt, denn in vollen Zügen kann man die peppigen Beat-Klänge nur genießen, wenn man adäquate Kopfhörer zur Seite hat. Die schwachen Lautsprecher des DS allein versorgen einen leider nur mit einem mittelmäßigen Scheppersound, was bei einem Musikspiel schnell den Spielspaß im Keim ersticken kann.

Agents are GO!
Bevor man sich überhaupt ins musikalische Spielvergnügen stürzen kann, gilt es zunächst auf einem kleinen 3D-Globus eine Mission auszuwählen, welche durch mehr oder minder schräge Bauten wie den schiefen Turm von Pisa, eine überdimensionale Schnullerflasche oder einen schneebedeckten Weihnachtsbaum symbolisiert werden. Anschließend bekommt man während eines kleinen Intros im kunstvollen Comic-Look auf beiden Bildschirmen die abgefahrene Story präsentiert, in der es stets darum geht, Menschen in Not mit heißen Beat-Rhythmen zu helfen. Da wäre zum Beispiel ein verzweifeltes Schmusekätzchen, welches zum Babysitten verdonnert wurde, eine rührende Herzschmerzgeschichte, bei der Mutter und Tochter dem verstorbenen Vater nachtrauern oder aber eine entschlossene Krankenschwester, die mit Monsterspritze und Ausdauer fiesen Viren in Teufelsgestalt an den Kragen will. Wem das schon alles zu freaky und realitätsfremd erscheint, der sollte erst einmal die anderen Storys in „Elite Beat Agents“ abwarten. Songauswahl und Story gehen hierbei eine perfekte Symbiose ein - dickes Kompliment dafür an die Entwickler!

Doch genug des Vorgeplänkels und ab ins stylusgesteuerte Touchgeschehen! Jeder Titel ist in mehrere Episoden unterteilt, zwischen denen taktgequälte Gemüter den unteren Screen etwas abkühlen lassen und sich vom wilden und frenetischen Stylustanz erholen können. Auf dem oberen Bildschirm wird meistens die Handlung fortgeführt, wohingegen das eigentliche Geschehen logischerweise den unteren Bildschirm beansprucht. Ziel des Spiels ist es (lediglich), im Takt zu bleiben und das so genannte Elite-o-meter nicht vollkommen gen Null sinken zu lassen. Diese Anzeige leert sich allmählich, kann jedoch durch perfektes Timing und Rhythmusgefühl wieder aufgefüllt werden. Doch wehe dem, der des öfteren taktilen Unsinn produziert: Dies führt schnell dazu, dass nicht nur die Agenten, sondern auch das Elite-o-meter ruckzuck auf die Nase fallen. Je exakter die Treffer, desto höher die Punktebelohnung und desto höher auch der Combozähler. Der Verlauf einer Story wird automatisch positiv oder negativ beeinflusst, je nachdem ob das Elite-o-meter im „Ja“-Bereich liegt, oder ob es aufgrund zahlreicher Fehler in den „Nein“-Bereich abgerutscht ist. Wer hier nachlässig ist oder aus dem Takt kommt, hat schnell verloren und darf den Song noch einmal von vorn beginnen.

Musikbegabte Agentenanwärter müssen 3 grundlegende Stylustechniken beherrschen, um die Welt mit Wein, Weib und Tanz zu retten. Häufigste und einfachste Technik stellt das Antippen sogenannter „Hit Marker“ dar, welche je nach Bezifferung in der richtigen Reihenfolge angetippt werden müssen. Dabei zieht sich ein allmählich enger werdender Farbring um einen Kreis zusammen. Erreicht der Ring exakt den Rand des Kreises, heißt es „Stylus GO!“ und das wilde Parkettgetümmel kann beginnen. Die zweite Touch-Technik wird durch die Phrase „Marker“ repräsentiert. Zunächst beginnt das ganze Geschehen mit einem einfachen Hit Marker, setzt sich jedoch in der Form fort, dass man den Touchpen bis zum nächsten Hit Marker in einer vorgegebenen Bahn keinesfalls vom Touchscreen nehmen, sondern dort entlang führen darf. Last but not least wären da noch die wirbeligen Spin Marker, riesige Drehscheiben, die wie Plattenteller blitzschnell in eine Richtung gedreht werden wollen - vergesst die Reisetabletten nicht!
Hat man all diese schweren und schweißtreibenden Prüfungen erst einmal hinter sich gebracht, stehen einem Happy End und einem donnernden Beifall nichts mehr im Wege. Am Ende jedes Songs bekommt man dann noch eine ausführliche Auswertung seiner Touch-Leistungen und eine Rangvergabe. Verpatzte Vorstellungen kann man sich im Replay-Modus noch einmal zu Gemüte führen, was für ein „Lernen par coeur“ äußerst hilfreich sein kann.

Steuerung:
Touchscreen verpflichtet! Stylusfanatiker kommen bei diesem schwungvollen und rasanten Musikgame 100-prozentig auf ihre Kosten. Viel gibt es hierbei nicht zu sagen, denn schon nach den ersten 5 Spielminuten dürfte es auch dem letzten Spieler klar sein, wie man die rockigen Agenten per Tip, Tap, Schwing und Dreh bei Laune hält. Entwickler iNiS hat sich aufgrund der sauberen Abstimmung zwischen taktvoller Pensteuerung und heißen Rhythmen ein rockiges Lob verdient! Wer den Stylus gern als Taktstock missbraucht und auch in extrem hektischen Situationen den taktilen Überblick bewahrt, der wird an dieser Stelle keinerlei Probleme haben.

Grafik:
Ein knuffiger und abgedrehter Comicstil gepaart mit seichten Animationen ist zwar auf den ersten Blick nicht jedermanns Sache, doch wird man schnell merken, dass er zu diesem skurrilen und frenetisch imposanten Spiel mit seinen verrückten Storys hervorragend passt. Zumindest die Weltkarte und die Tanzeinlagen der Agenten selbst präsentieren sich in verpixeltem Pseudo-3D, wodurch dem Gesamteindruck und dem Spielspaß jedoch keinerlei Abbruch getan wird.

Sound:
Ganz klar, bei einem Musikspiel muss der Sound einfach von vorn bis hinten stimmig sein. Erlauben sich die Entwickler hier irgendwelche gröberen Patzer, ist es aus mit der Freude am Rocken und Abhotten. „Elite Beat Agents“ spielt hier in der obersten Liga mit und kann mit einer akzeptablen Auswahl an gut gemischten Songs aufwarten, um somit ein breites Zielpublikum anzusprechen. Man merkt dem Spiel aufgrund dieser Auswahl jedoch auch teilweise an, dass es zunächst seinen Weg auf den amerikanischen Markt und erst über ein halbes Jahr später in sprachlich neuem Lokalisierungsgewand den weiten Weg nach Good Old Europe fand - der ein oder andere Song dürfte für europäische Ohren doch eher unbekannt sein. Die Klangqualität lässt aufgrund der etwas schwachen Hardware leicht zu wünschen übrig, kann jedoch durch die Verwendung von Kopfhörern kompensiert werden. Neben den eigentlichen Songs wissen auch die Laune verbreitenden Menüsamples und die vereinzelt auftretende Sprachausgabe zu überzeugen.

Features:
Wer einmal vom Beat der Agents gefesselt ist, wird das vibrierende Tanzmodul so schnell nicht mehr aus dem Schacht seines kleinen Handhelden befreien, denn egal ob entspannt, flott, fetzig oder schweißtreibend – für jeden Hobbyagenten gibt es den passenden Schwierigkeitsgrad. Langzeitmotivation ist durch den extrem hohen Anspruch in späteren Levels garantiert. Hier macht nur Übung den Meister! Blutigen Anfängern und rhythmischen Grobmotorikern dürften trotzdem das anfängliche Training und die Unterstützung des Rumble Paks äußerst gelegen kommen, bekommt man doch so ein erstes Beat-Gefühl und ein praktisches Feedback seiner erbrachten Stylusleistung.

Multiplayer:
Auch Freunde und Pärchen lassen die Spielemacher nicht hängen: In einer Mehrspielervariante darf man mit weiteren DS-Besitzern oder einem vorher gespeicherten Geist im Takt tanzen, wobei nicht zwingend mehrere Module erforderlich sind. Zu bemängeln wäre hier einzig und allein die Songauswahl, welche bis auf ein absolutes Minimum reduziert wurde.

Fazit:
Wer schon immer auf der Suche nach einem intuitiven, spielspaßorientierten und fordernden Musikspiel war, dass sich von bisher Erhältlichem unterscheidet, der sollte „Elite Beat Agents“ auf gar keinen Fall verpassen. Die Möglichkeiten des Nintendo DS machen dieses Game zu etwas Einzigartigem für jeden, der nicht ein absoluter Soundbanause ist und zumindest ein wenig Rhythmus im Blut hat. Mit 19 buntgemischten Titeln dürfte für jede Generation etwas dabei sein, auch wenn man ruhig ein paar mehr Hitkracher auf das Modul hätte packen können. Wen es nicht stört, ständig mit Kopfhörern für vollen Musikgenuss zu spielen und wer nichts gegen kreischend-kitschige Farbspiele im Comic-Look hat, der kann getrost zum Händler seines Vertrauens gehen und eine fetzige Rock ’n Pop-Mischung ordern. Denn wer braucht schon Kyoto-Protokoll, WHO und Mahatma Gandhi, wenn es die Agents gibt? Auf in den vollkommen verrückten Tanz für Frieden, Ruhe und Gerechtigkeit!

Meistert alle Sechzehnteltriolen: David Bähr [Linguafreak] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
88%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Wie schön: Beat und Touchpen liegen im Einklang. Innovationsfaktor:
++++-  (4 von 5 Sternen)
Gib mir den Beat via Stylus! Das vermag nur der DS.
Grafik

Skurril, abgedreht, einfach passend!
Sound

Western-Rock statt Japan-Pop.
Spielspaß

Die beatwütigen Agenten liegen voll im Trend...!








Details
Spielname:
Elite Beat Agents

Publisher:
Nintendo

Developer:
iNiS

Genre:
Adventure

Release:
07.20.1307

Multiplayer:
1-4 Spieler (nicht online)

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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