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Transformers: Autobots


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Transformers: Autobots - Review vom 01.08.2007

Transformers - Robots in disguise.
Was waren das noch für Zeiten, als Serienikonen wie Alf, MacGyver oder John Ross Ewing Jr. über die Flimmerkiste hüpften, als Karottenhosen, Stirnbänder und neonfarbene Leggings zur Standardmode gehörten und nicht der Game Boy, sondern der Walkman in den Hosentaschen der Jugendlichen steckte. Die 80er, ein Jahrzehnt voller Trends und Kuriositäten, geprägt vom Kalten Krieg und fern abseits von Mobiltelefonen und Internet. Scheinbar sehnt man sich immer mehr nach dieser Zeit, denn die Retrowelle ist kein neumodischer Frisurentrend aka Vokuhila, sondern ein kulturelles Phänomen, dass die alten Kultobjekte wieder aufblühen lässt. In Sachen Mode mögen die Geschmäcker unterschiedlich sein, denn so manchem graut es bei dem Gedanken an die berüchtigte Klamotten-Kombo aus Lila-Leggins, Streifentop und Stirnband, bei der es selbst Nena heutzutage mit der Angst zu tun bekommt. Doch für alte TV- und Serienfans geht so mancher Traum in Erfüllung: Da werden alte Helden auf die Kinoleinwand gebannt und Kindheitserinnerungen wach. Angefangen bei dem Schildkröten-Quartett, den Teenage Mutant Ninja Turtles, über die Rückkehr von Miami Vice, bis hin zur Wiedergeburt der technophilen Transformers.

Michael Bay und Steven Spielberg haben die beliebten Verwandlungsbots aus der Mottenkiste gekramt und aus den einstigen Zeichentrickstreifen eine Realverfilmung produziert. Ab August dürfen Serienfans und jene die es noch werden wollen, sich in die Kinos stürzen und ihr persönliches Urteil über das aktuelle Comeback fällen. Wo gehobelt wird fallen bekanntlich Späne und so stand außer Frage, dass zu diesem Kinoevent auch die entsprechende Filmversoftung am Start ist. Activision hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle aktuellen Systeme mit einer eigenen Version des „Transformers“-Spiels zu beglücken und frei nach dem „Pokémon-Versionen-Konzept“ erschienen auf dem Nintendo DS gleich zwei unterschiedliche Module mit jeweils anderem Untertitel. Jede Medaille hat zwei Seiten und so differenziert Activision auf dem Nintendo DS zwischen Gut und Böse, zwischen Schützen und Vernichten - der Spieler allein entscheidet…

Der Krieg zwischen zwei gebildeten Völkern ist ein Hochverrat an der Zivilisation.
1984 wurde die Geschichte der Autobots und Decepticons das erste Mal erzählt und im Laufe der Jahre entstanden unterschiedlichste Versionen dieser Erzählung - so hat man auch beim aktuellen Kinofilm etwas am Drehbuch herumhantiert. Damit ihr nicht wie Ochse vorm Berg steht, wollen wir den Hintergrund des Kinoschauspiels ein wenig erläutern:

Fernab der Erde lebte eine Rasse von technologisch weit entwickelten und selbständig denkenden Robotern. Sie hatten die Fähigkeit sich frei in jeden beliebigen Fahrzeugtyp zu verwandeln. Ihr Heimatplanet Cybertron wurde von den Brüdern Optimus Prime und Megatron regiert. Megatrons Machtstreben wurde eines Tages so groß, dass er abtrünnig wurde und mithilfe eines mächtigen Artefakts, dem Allspark, die Herrschaftsgewalt über Cybertron erhalten wollte. Auf dem Planeten der Transformers entfachte ein Krieg zwischen den von Optimus Prime angeführten Autobots und den von Megatron geleiteten Decepticons. Aufgehalten wurde diese schier endlose Schlacht dadurch, dass der Allspark in die Weiten des Alls geschossen wurde, wo dieser rein zufällig auf der Erde landete… Der Kampf zwischen den Autobots und Decepticons geht weiter, wobei die einen schützen und die anderen zerstören wollen.

Zwei Module, zwei Seiten - Gut und Böse.
Einer Vorreiter des Multimoduls ist unser allseits bekanntes „Pokémon“, wobei die spielerischen Unterschiede sich eher in Grenzen hielten und nur anders geartete Fabelwesen durch die Wildnis hüpften. Bei „Transformers“ ist dies nicht so, denn mit einem anderen Modul im Schacht, ändert sich gleich die gesamte Ausrichtung des Spielprinzips. In diesem Falle wollen wir unseren Blick erst einmal auf die Autobots lenken, den guten, Beschützern der Schwachen. Mit dem Wissen im Hinterkopf, den Allspark in die Weiten des Alls verfrachtet zu haben, bemerken sie, dass einige Decepticons einen neuen Planeten ansteuern, um ihren Anführer Megatron zu finden. Optimus weiß, dass die Kombination Megatron und Allspark ganze Welten zerstören könnte und mit den Autobots im Schlepptau beginnt die Reise zum blauen Planeten. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Bot-Debütanten und gilt es sich erstmal zurecht zu finden.

Während die ersten Missionen noch den Charme eines Tutorials versprühen, geht es danach richtig zur Sache. Am ehesten lässt sich das Spielprinzip mit dem von „Grand Theft Auto“ vergleichen, obgleich man nicht durch die Straßen streift und Autos stiehlt, sondern einfach dessen Signatur scannt und sich selbst in das jeweilige Vehicle verwandelt. Während man anfangs sich nur in alte Schrottkisten verwandeln kann und nur so darauf wartet, dass Xibit vorbeischaut und brüllt: „Let’s pimp your ride!“, wird man sich im späteren Verlauf in Flitzer, Transporter, Hubschrauber und sogar Jets verwandeln können. Je nachdem welches Gefährt man wird, fällt der Transformer-Rohling stärker oder schwächer aus - natürlich haut ein kleiner Golf nicht so stark rein wie ein militärischer Angriffshelikopter.

Freiheitsgefühl - Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiche Rechte auf Schutz.
Während man sich durch die 3D-Welt frei bewegt, die Skyscraper-Schluchten durchwandert und als Autobot versucht möglichst unerkannt durch die Wege streift, kann es dennoch passieren, dann Decepticons auf euch aufmerksam werden. Beginnt man eine Prügelei, um die Menschheit zu schützen, so reagieren die Behörden nicht immer freundlich und aus Unwissenheit wird einfach auf jeden 9-Meter großen Roboter geballert. Erst schießen dann Fragen. Erfahrungspunkte erhält man nur durch das zerstören von Decepticons und absolvieren der diversen Sidequests, was den Schwierkeitsgrad der „Guten“ ein wenig in die Höhe schrauben lässt. Zudem sind die Nebenmissionen oft sehr monoton gestaltet, dass man sich als Decepticon-Freund gleich die blinde Zerstörungswut zurückwünscht, wenn man kein Freund von Stealth- und Flucht-Einlagen ist. Das Sammeln von Erfahrung und somit das rollenspielähnliche Attributkonzept geht somit nur durch abschließen von Missionen auf. Nach und nach lernt man neue Kampftechniken, kann á la Spider-Man an Wolkenkratzern hoch kraxeln und findet eventuell einen netten Polizeihubschrauber, als nächste Verwandlungsvorlage. Alles getreu dem Motto: „Höher, schneller und weiter!“.

Der rote Faden des Spiels ist grün. Denn auf der Weltkarte sind überall grüne Marker verteilt, die es zu erkunden gilt. Erst wenn man diese berührt, geht eine neue Mission los. Nun heißt es Wettrennen oder -fliegen zu bestehen, Objekte oder Menschen zu schützen, Kommunikationstürme zu scannen oder einfach möglichst schnell von A nach B zu kommen. Durch die Verwandlungsfähigkeit sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, ob man nun als Hubschrauber durch die Gegend streift, als Rennbolide oder als Gütertransporter. Gelbe Marker auf der Karte zeigen die Sidequests an. Hier gilt es einfach nur irrwitzige Rekorde aufzustellen, wie möglichst viel Schaden in möglichst wenig Zeit anzurichten oder einen Baumstammweitwurf-Contest zu bestehen. In Sachen Spieldauer kann ein fleißiger Zocker das Spiel recht schnell absolvieren und wird ein oder zwei Nachmittage dafür brauchen, wer jedoch mehr will als nur die Story zu spielen, kann aufleveln oder bei den Sidequests versuchen diverse Rekorde aufzustellen.

Steuerung:
Alles voll im Griff. Mit dem Steuerkreuz lenkt man seinen Autobot durch die Landen, auf dem Touchscreen kann der Signaturen-Scan angeschaltet werden, der zum Verwandeln in neue Fahrzeuge gebraucht wird und auch das Transformieren selbst wird via Touchscreendruck aktiviert. Probleme gibt es eher selten, obwohl Clippingfehler manchmal dafür sorgen können, dass man unglücklich in einer Wand steckt und dort nicht mehr herauskommt. Je nachdem welches Gefährt man lenkt, wird man schwerfälliger oder leichtfüßiger unterwegs sein. Gerade im Automodus kann es einem aber schnell passieren, dass man es mit Frust zu tun bekommt, denn hier gibt es eindeutig Verbesserungspotential.

Grafik:
Insgesamt vier verschiedene Weltkarten gibt es zu bewundern, die allesamt eine ordentliche Größe und ein eigenes Szenario haben. Stadt, Arktis, Militärbasis - alles dabei. Einzig und allein die Weitsicht macht hier und da nicht mehr mit, wenn man mit dem Hubschrauber zu hoch hinaus will. Ansonsten bekommt man eine recht passable, flüssige Engine geboten, die aber stark mit Clippingfehlern und schlechten Kollisionsabfragen zu kämpfen hat. Der Verwandlungseffekt der Bots ist recht nett anzusehen und schaut auch je nach Fahrzeugtyp anders aus. Besonders hervorzuheben sind letztendlich die netten Videosequenzen, die nach und nach die Story erzählen, und das mit deutscher Sprachausgabe. Hut ab, Activision!

Sound:
Während die Sprachsamples in den Videosequenzen sehr löblich klingen, kann sich vor allem die relativ gute und ambitionierte Synchronisation sehen lassen. Die Musik dazu ist fetzig, wer aber lange genug spielt, wird die ständigen Wiederholungen heraushören. Zwar kein Non-Plus-Ultra, aber auch kein Mauerblümchen.

Features:
Mit über 40 Vehiclen gibt es allerhand zu entdecken, denn möchte man alle Fahr- und Flugzeuge freischalten, dann muss man sich in sämtlichen Ecken der Stadt verkriechen und seinen Scanner laufen lassen. Dazu kommt eine ordentliche Palette an Hauptmissionen und Sidequests, die den Spieler auch noch nach dem Durchzocken bei Laune halten können.

Mehrspieler:
Den wirklichen Pluspunkt erntet „Transformers“ jedoch aufgrund des Onlinemodus. Täglich kann eine neue Mission heruntergeladen werden und man misst sich weltweit mit anderen Autobots bzw. Decepticons. Die Statistiken werden dabei täglich ausgewertet und man kann seinen und andere Leistungen betrachten. Vorsicht: Highscorejäger müssen aufpassen, nicht plötzlich in eine Sucht zu verfallen.

Fazit:
Gut oder Böse. Beschützen oder Zerstören. Jeder entscheidet selbst. Doch eines sei gesagt, Zerstörung ist einfacher und auf dem Weg zum Sieg meist sehr effizient. Während man mit den Autobots mehr zu kämpfen hat, mehr Sidequests lösen muss, können die Decepticons einfach drauf los prügeln, um ihre Statuswerte zu verbessern. Mehr Action, dafür weniger Stealth-Einlagen. Für welche Version man sich entscheidet ist letztendlich reine Geschmackssache. Dennoch hat Vicarious Visions schon einige Male gezeigt, dass sie es wissen mit dem Druck und Zeitmangel umzugehen. Lizenzspiele sind ein eben hartes Pflaster und wenn man einen Publisher und Kinofilm in Nacken hat, kann es schnell passieren, dass ein Spiel aufgrund von Hast und Kürzungen nur noch in die Tonne gehört. „Transformers“ hat zwar noch seine ersichtlichen Mängel, aber die Engine hat ohne Frage Potential für die Zukunft. Man stelle sich allein Activisions Lizenz-Maskottchen Spider-Man in dieser 3D-Welt vor. Gevatter Zeit wird zeigen, ob die Entwickler in Zukunft noch mehr aus dem DS rausholen können, doch was sie hier geleistet haben ist weder schlecht, noch überragend. Gutes Mittelmaß, bei dem Filmfans ihren Spaß haben können.

Kevin Jensen [Iceman] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
70%
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Verwandeln, beschützen, verwandeln, beschützen... Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Mäßiger Touchscreen-Einsatz, aber guter Onlinemodus.
Grafik

Nette 3D-Engine mit einigen Clippingfehlern.
Sound

Guter Durchschnitt mit lässigen Sprachsamples.
Spielspaß

Ein Light-GTA im Transformersformat.








Details
Spielname:
Transformers: Autobots

Publisher:
Activision

Developer:
Vicarious Visions

Genre:
Sonstiges

Release:
07.20.1807

Multiplayer:
ja, auch online.

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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