SimCity DS
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SimCity DS -
Review vom 23.07.2007
Wer die Wahl hat, hat die Qual! Als eingefleischter Videospiel-Liebhaber kennt man dieses Problem: Wieder einmal reicht das mühsam angesparte Geld nur für einen Bruchteil der Spiele, die man sich eigentlich nach Hause holen möchte. Während sich so mancher für den Release eines neuen Spielsystems einen ganzen Batzen Scheinchen zusammengehamstert hat und womöglich gleich die Einkaufstüte randvoll laden kann, sieht es wenige Monate später in der Regel ganz anders aus. So viele tolle Spiele, doch wofür wird das Geld investiert? Setzt man lieber auf ein Altbewährtes oder schenkt man dem Neuen sein Vertrauen? Besonders kritisch wird es, wenn sich mutmaßlich neue Spiele den Hut der Portierungen aufsetzen müssen, denn hier soll der geneigte Spieler wahrscheinlich den vollen Preis für etwas auf die Theke legen, was er vor vielen Jahren schon einmal bezahlt und genossen hat.
So trug es sich im Laufe der frühen 90er Jahre zu, dass ein kleiner Spieler von seinem Großvater einen damals noch sündhaft teuren Computer geschenkt bekam. Verschiedene Spiele wie der PacMan-Klon „CD-Man“ oder ein Moorhuhn-Vorreiter, der sich kreativ „Shoot“ nannte, gehörten ebenso zu der damaligen Technik wie jenes Spiel, das man durch Drücken der Buchstaben „SIM“ und einem Tipp auf die Enter-Taste finden konnte. Es war zwar viel zu fordernd, den Spross seinen eigenen Namen auf das Papier kritzeln zu lassen, doch war es ein Leichtes für ihn, eine eigens erbaute Stadt vor Naturgewalten und Angriffen von Ungeheuern zu beschützen.
Willkommen im Hier und Jetzt! Der damalige Entwickler namens „Maxis“ ist im Jahre 2007 eine Tochterfirma der etablierten Electronic Arts und die genannte Wirtschaftssimulation durfte sich bereits mehrere Male einer Restauration erfreuen. Nachdem im Jahre 2003 die letzte Fassung, genannt „SimCity 4“ in den Läden bereit stand, wurde es Zeit für einen angemessenen Handheld-Auftritt, der natürlich genau dort stattfinden sollte, wo man das Spielprinzip am besten präsentieren könne: auf Nintendos Doppelbildschirm. Und auch wir haben uns knapp 17 Jahre nach der Ersterscheinung an den Alltime-Klassiker gewagt. Geht hier abermals die Rechnung auf, ein PC-Spiel auch auf einem Handheld spielbar zu gestalten und „SimCity DS“ so erfolgreich wie nie wiederkehren zu lassen? Lest einfach weiter...
Die „Sims“-Serie scheint sich in den vergangenen Jahren zwar immer weiter in Richtung Zukunft bewegt zu haben, doch trotzdem hält man auch im Jahre 2007 noch am bereits mehrfach bewährten Spielprinzip fest. Dieses scheint auf den ersten Blick zwar relativ simpel, stellt in der Praxis jedoch jede Menge Anforderungen an den Spieler, denn so einfach es sich auch anhört - die Aufgabe des virtuellen Bürgermeisters zu übernehmen und in seiner Rolle eine Stadt nicht nur zu errichten, sondern sie auch im Nachhinein am Laufen zu halten, gestaltet sich nicht selten sehr schwierig. Genau hier setzt das Spiel an: Es werden verschiedene Wünsche in einem auf dem Display durchlaufenden Text gestellt, die man nach und nach abarbeiten muss. Das Entscheidende ist jedoch, dass man sich nicht zu sehr darauf konzentriert, die Einwohnerzahl seiner Stadt zu erhöhen, es muss vielmehr stets darauf geachtet werden, dass genügend Bildungseinrichtungen erschaffen werden oder die Wirtschaft an allen Ecken und Enden ausgewogen ist – eine ganz normale Infrastruktur also. Hierbei steht ein ganzer Batzen an Möglichkeiten zur Verfügung und es muss gut durchdacht sein, für welche Art von Gebäude man sich an welchem Ort entscheidet. Immerhin steht euch als Bürgermeister nur ein begrenztes Kapital zur Verfügung, welches nicht sofort ausgegeben werden sollte.
Obwohl die Möglichkeit besteht, sich über mehrere virtuelle Jahre einen Kredit zu nehmen, sollte deshalb auch die Art der Investitionen in die verschiedenen Bereiche wie Bildungswesen, Medizin, Brandschutz und Verkehr gut eingeteilt werden. Setzt man zu sehr auf eine gesunde Bevölkerung und reduziert die Ausgaben im Bildungssektor, so verdummt die Stadt und Schreie nach besseren Lehreinrichtungen werden laut. Aber auch sonst stellen die Bewohner den Bürgermeister auf eine harte Probe, wenn sie zum Beispiels ein verbessertes Straßennetz fordern. Dies geschieht über kleine Briefchen, die ab und an im Postfach landen. Aber auch die Regulierung der Einnahmen sollte nicht (völlig) kurzsichtig erfolgen. So hat man zwar die Option, den Wohn-, oder Industriesteuersatz zu erhöhen. Übertreibt man es jedoch mit der menschlichen Geldgier, so verschwinden Firmen und verlegen ihren Sitz an einen anderen, für sie lukrativeren, Standort.
Ein kleiner -für Spieler der PC-Fassungen jedoch sehr großer- Wermutstropfen wird durch die mangelnde Komplexität des Titels dargestellt. Zwar werden alle naselang weitere Gebäudearten freigeschalten, doch das Gesamtbild fällt dennoch im Vergleich zu PC-Fassungen sehr viel simpler aus. Während auf dem Computer verschiedene Einrichtungen weitere Schritte seitens des Spielers verlangten, reicht es hier nicht selten aus, eine Aktion mit einem Klick zu bestätigen - für Einsteiger optimal. Besonders spannend wird es dann, wenn eure Stadt, deren Namen selbst bestimmt werden kann, von allerlei Katastrophen heimgesucht wird. Wer jedoch mit viel Sorgfalt an sein Werk geht, kann einen folgenschweren Großbrand in jedem Falle verhindern, indem man die Feuerwehrmänner und Frauen mit finanziellen Mitteln unterstützt. Anders sieht es aus, wenn das Areal von einem fiesen Taifun heimgesucht wird. Dieses Szenario ist zwar eher selten der Fall, wer Interesse daran hat, kann sich aber im „Stadt retten“-Spielpunkt bis ins kleinste Detail damit auseinandersetzen. Hier werden einzelne Missionsziele gegeben, bei welchen man zum Beispiel eine bestimmte Bevölkerungsanzahl erreichen muss oder für ein reibungsloses Stromnetz zu sorgen hat.
Neben der angesprochenen Belohnung in Form eines neuen Gebäudes, welches man für das Erreichen einer bestimmten Einwohnerzahl erhält, gibt es auch kleinere Mini-Games, mit denen man sich zusätzliche Punkte verdienen kann. So poppt bei steigender Bevölkerung irgendwann ein Feuerwerk auf, welches man mit einem Klick auf den entsprechenden Feuerwerkskörper auslösen kann und somit Ruhm und Bares erntet. Des weiteren verfügt „Sims DS“ über ein schickes und sehr ausführliches Tutorial, von welchem man schon kurz nach Start des Spiels in Empfang genommen wird. Hier wird erläutert, worauf es bei dem Ausbau von Industrie und Co. wirklich ankommt und unter welchem Menüpunkt man an das Ziel seiner Wünsche kommt. Wer etwas vergessen hat, darf sich jederzeit im Hauptmenü erneut informieren.
Steuerung:
Dass sich der Nintendo DS besonders für derartige Spiele eignet, ist schon seit langer Zeit kein Geheimnis mehr. Mithilfe des Stylus sind sämtliche Aktionen schnell und unkompliziert durchführbar, wenn auch die Menüführung an fast allen Ecken ein wenig steril ausgefallen ist und man nicht selten nur durch viele Klicks an das gewünschte Ziel gelangt. Vor allem aber im Baumodus stört es, dass man nur dann ein Gebäude errichten kann, wenn der zu bebauende Platz komplett sichtbar ist – dass dies bei hoher Zoomstufe kaum möglich ist, ist mehr als schade.
Grafik:
Grafisch ist man hin- und hergerissen, da die Darstellung für das eigentliche Spielprinzip durchaus akzeptabel ist, man sich jedoch viel mehr Detailreichtum wünschen würde. Sämtliche Gebäude wirken wenig wohlgeformt und auch die Animation des Verkehrs ist nicht zeitgemäß. Man kann nicht unterscheiden, ob es sich bei den auf den Straßen fahrenden Objekten um Ameisen, Fahrzeuge oder sonst etwas handelt. Auch enttäuschen die gegebenen Zoomstufen; hier kann man lediglich zwischen zwei verschiedenen Ansichten wählen, wobei die Sicht von Fern für viele Gemüter ein wenig zu klein ausfällt und man bei naher Sicht schnell den Überblick verliert. Insgesamt gesehen wirklich schade, wenn man mit den für Nintendos Doppelbildschirmer untypischen Ladezeiten von manchmal mehr als 15 Sekunden konfrontiert wird.
Sound:
Beruhigend, abwechslungsreich und schlichte Musik... das ist hier leider nicht der Fall. Ständig schallen verschiedene, aber ähnliche Melodien, die schon beim ersten Hören abschrecken, aus den kleinen Boxen des DS und der Drang danach, zum Regler zu greifen, steigt direkt proportional zur Spielzeit. Auch hier hätte man mit Sicherheit mehr machen können.
Features und Besonderheiten:
Let’s check: Es gibt einen einzigen Spielstand, ein ausführliches Tutorial und man hat sich bemüht, das alte Spielkonzept auch gekonnt auf den Handheld zu portieren. Ein Multiplayer-Modus ist zwar vorhanden, kann jedoch nur zum Einsatz kommen, wenn beide Spieler jeweils ein eigenes Modul ihr Eigen nennen können. Ansonsten wünscht man sich etwas mehr Spielraum, wenn es um die Gestaltung seines Areals geht und möchte nicht auf zwei Arten von Gebäuden beschränkt bauen und abreißen, was das Zeug hält.
Fazit:
Unterm Strich brachte Electronic Arts mit „SimCity DS“ einen spaßigen, mit sehr motivierendem Gameplay bestückten Titel auf den Nintendo DS, welcher in vielen Bereichen Anerkennung verdient, in anderen jedoch nicht wenige Punkte verschenkt hat. Interessierte sollten in keinem Falle vor einem Anspielen zurückschrecken, dürfen aber nicht die vom heimischen Computer bekannte Komplexität und die von dort bekannten Freiheiten erwarten. Wer seine Ansprüche durch Spiele wie „Anno 1701“ bereits hochgeschraubt hat, für den wird der Erstkontakt mit „SimCity DS“ mit Sicherheit eine kleine Enttäuschung. Der Reifen ist zwar noch immer rund, rollt aber auf dem DS etwas unsauber!
Max Zeschitz [Zeschitz] für PlanetDS.de
Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Details
Spielname:
SimCity DS
Publisher:
Electronic Arts
Developer:
Electronic Arts
Genre:
Strategie
Release:
07.20.2106
Multiplayer:
ja, 1-2 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (11)
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