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Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen


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Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen - Review vom 15.06.2008

Sie haben also tatsächlich ernst gemacht. Während sich Politiker und Athleten noch den Kopf darüber zerbrechen, ob sie den Olympischen Spielen ganz oder nur zur Eröffnungsfeier oder nur zur After-Work-Pekingente fernbleiben sollen, sind Sonic, Mario und Konsorten schon lange da – und rennen, springen, schwimmen und wasnichtalles um die Wette, als gäbe es kein Morgen. Ich rede natürlich von Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen, auf dem (dank offizieller Olympia-Lizenz) auf originalen Schauplätzen (dank Nintendo- und Segalizenz) knuffige Videospielmaskottchen herumtollen dürfen. Auf Wii artete dies, wii es sich gehört, in ein schweißtreibendes Gezappele und Gefuchtele aus, während auf dem DS logischerweise Touchscreen und Mikrofon verstärkt zum Einsatz kommen. Und „verstärkt zum Einsatz kommen“ ist noch untertrieben bei dem Ausmaß, in welchem Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen euren zarten unteren Bildschirm beansprucht. Bei jenen zahlreichen Disziplinen beispielsweise, in denen man schnell rennen oder schwimmen muss, soll so schnell wie möglich mit dem Stylus über den Touchscreen gerieben werden. Wer sich da aus Rücksicht auf seinen Bildschirm zurückhält, findet sich ganz schnell auf den hinteren Rängen wieder. Bei diesen Sportarten muss mit dem Stylus so manisch über den Schirm geschrubbt werden, als gelte es, mit dem DS Feuer zu erzeugen. Ich bin sehr gespannt, ob demnächst Klagen von DS-Nutzern eingehen werden, die die untere Hälfte ihres DS bis zur Außenhülle durchgeschrubbt haben. Einen Präzedenzfall für derartige Klagen gegen gefährliche Minispielsammlungen gibt es ja bereits: Als sich nämlich beim originalen Mario Party (N64) herausstellte, dass das verlangte schnelles Joystick-Drehen, das angeblich am besten mit der Handfläche durchgeführt werden konnte, Blasen verursachte, wurde nach Recherchen des New Yorker Generalstaatsanwalts Eliot Spitzer (ja, genau der, der vor ein paar Monaten über diesen Edelnuttenvorfall gestolpert ist) Nintendo dazu verdonnert, jedem geschädigten Zocker einen gefütterten Handschuh auszugeben. Bei den künftigen Installationen der Mario-Party-Serie enthielt sich Nintendo auch folgerichtig der Implementierung ähnlicher Joystickrödelaufgaben.

Wo wir schon bei Mario Party sind: Tatsächlich ist auch Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen eine mehr oder weniger themenzentrierte Minispielesammlung. Die meisten der Disziplinen sind leicht zu erlernen und schwer wirklich zu meistern; außer dem Touchscreenschrubbing™ bei den Geschwindigkeitsdisziplinen (das zuweilen noch gepaart ist mit anderen Knöpfen zum „Luft holen“ und Hürdenspringen) gibt es auch Tontaubenschießen (bei dem man pull! ins Mikro rufen soll, woraufhin eine per Stylus anvisierte Tontaube mit R- oder L-Knopf abgeschossen werden soll), Trampolinspringen (bei dem durch Nachzeichnen von Figürchen Kunststücke in der Luft vollbracht werden sollen) und einige mehr. Zusätzlich zu den regulären „realistischen“ Disziplinen können noch ihre „Traum“-Gegenstücke freigespielt werden, bei denen auch coole Zusatzmöglichkeiten wie Superschläge und Boosts zur Verfügung stehen.

Wer mehr über olympische Disziplinen, die Spiele in Peking heute oder gar die antiken in Olympia wissen möchte, für den steht eine weitere kleine Minispielsammlung offen, die nun aber überhaupt nichts mit Olympia zu tun hat. Hier handelt es sich um pure Spaß-Minigames wie das Ringeeinsammeln mit einem Sonic-Zeppelin, das per Mikro hochgepustet werden muss, das möglichst schnelle und präzise Sortieren von Gegnern, die auf einem Förderband vorbeirasen, und ähnliche sinnlose, aber spaßige Beschäftigungen. Vor jedem Level stellt das Spiel eine Frage bezüglich Olympia, und nachdem der Level gewonnen ist, wird sie automatisch beantwortet. Ähm, ja. Gerade dieses Frage-Antwortspiel verstärkte den unguten Eindruck, dass wir es hier eher mit Marketing für die Olympischen Spiele zu tun haben, als mit einem eigenständigen, ambitionierten Spiel. Einem Lizenzspiel also – mit allen negativen Konnotationen dieses Wortes.

Glücklicherweise scheinen sich die Entwickler, unter dem wachsamen Auge von Shigs Miyamoto, durchaus Gedanken gemacht zu haben, wie man einem Haufen relativ kurzlebiger Minispiele doch noch so etwas wie Langzeitmotivation abknöpfen könnte. Als Ergebnis stehen so genannte „Zirkel“ und „Missionen“ zur Auswahl. Die Zirkel sind genau das, was manche noch aus dem Sportunterricht kennen: Eine Zusammenstellung von Sportarten, die nacheinander möglichst gut durchgeführt werden müssen, um am Ende als der Sieger dazustehen. Ein kleines strategisches Element kommt durch den so genannten Glückszirkel dazu: Ist man sich bei einer Disziplin seines Erfolgs besonders sicher, kann man diesen setzen und somit (einmal pro Zirkel) seine Gewinnpunktzahl verdoppeln. Die Mitspieler können das natürlich auch. So hat der Einzelspieler das Vergnügen, sich durch diverse Zirkel, eingeteilt in drei Fähigkeitsklassen, durchzuschlagen und damit neue Zirkel und Disziplinen freizuspielen.

Bei den Missionen gibt es festgeschriebene Bedingungen, unter welchen eine Disziplin zu bewältigen ist. Ein Beispiel für eine einfachere Mission: „Du hast drei Speerwürfe. Sorge dafür, dass jeder weiter ist, als der andere.“ – Und ein Beispiel für eine schwerere: „Komme beim Hundertmeterlauf hinter Peach ins Ziel, aber nicht mit mehr Abstand als einer halben Sekunde.“ – Wie man sich denken kann, pendelt die Stimmung beim Missionenbewältigen regelmäßig zwischen sich-furchtbar-schlau-vorkommen und kurz-vorm-DS-wegsemmeln. Und so gehört es sich ja auch bei derartigen Spielen. Man tut es ja für die Medaillen.

A propos: Medaillen, Orden und andere Prämien werden vor allem am Anfang dem Spieler geradezu hinterhergeschmissen. Für den ersten Fehlstart, für den ersten Startsprint, für den ersten Rekord… der Spieler wird richtig verzogen – vor allem wenn dann gegen später der unverdiente Medaillenregen abnimmt und nur noch echte Leistung belohnt wird.

Ebenfalls im Übermaß eingesetzt wird einer der nervigsten Autosave-Mechanismen, den ich je gesehen habe. Nach jeder noch so kleinen Veränderung an irgendetwas – oder manchmal auch nur so - springt ein Speicherbildschirm auf und verharrt mehrere Sekunden lang. Selbst wenn man gerade mal das Optionsmenü aufruft, kommt, bevor man die Chance hatte, überhaupt etwas zu verändern, als erstes der Speicherbildschirm. Nach jeder der Disziplinen, die teilweise ja wirklich nur eine halbe Minute dauern, muss gespeichert werden. Will man nach der Disziplin den Charakter wechseln – zack, der nächste Speicherbildschirm. Will man dann doch lieber zurück zum Hauptmenü – zack, wieder einer. Selbstverständlich ist ein eingebauter Autosave erst einmal gut. Doch in diesem Ausmaße könnte er sogar gefährlich werden. Wenn gerade in den Menüs alle Naselang gespeichert wird, steigt nämlich die Chance, dass man gerade dann, wenn sich das Spiel mal wieder zum Autosave entschieden hat, den DS ausknipst – wäre mir selbst mehrmals passiert. Wenn der Spieler denkt, er habe einen Zirkel beendet und den Autosave hinter sich und den DS ausmacht, aber das Spiel schnell noch den Autosave nach der Medaillenvergabe nachschiebt… ihr versteht. Auf jeden Fall sehr unglücklich implementiert und hochgradig nervig.

Wo wir schon bei hochgradig nervig sind: Was hat es eigentlich mit den seltsamen Scripten auf sich, mit welchen Spiele - seit einer Weile selbst auf dem DS – zu erkennen versuchen, ob man eventuell obszöne Namen eingibt. Erstmals auf dem DS erlebte ich es beim ansonsten hervorragenden Dragon Quest Monsters, bei dem es verboten war, seinen Monstern Namen zu geben, die anscheinend einen Teil enthielten, der in irgendeiner mir nicht bekannten Sprache irgendwas total Obszönes bedeuten muss. Bei Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen ist das genauso: das Spiel verbat mir sogar, meinen eigenen, vielleicht doofen, aber nicht gerade jugendgefährdenden Namen einzugeben. Daher hier der nächste Appell an die Entwickler: Modifiziert derartige Spielereien bitte so, dass sie funktionieren, oder schmeißt sie in Zukunft ganz raus. Dankbarerweise verhält sich hier in Deutschland die Bevölkerung weniger hysterisch der schnöden Pipikakasprache gegenüber – und diese Hysterie muss nun nicht gerade von Videogames ausgelöst werden.

Steuerung:
Die Kontrolle der Sportlerinnen und Sportler geht erfreulich leicht von der Hand. Die Implementierung von Touchscreen und Mikro machen die Steuerung schön intuitiv und wirken nicht wie aufgesetzt. Einziges Manko ist das, was ich oben bereits als Touchscreenschrubbing™ bezeichnet habe. Entweder, man riskiert einen zerkratzten Touchscreen oder man holt sich eine Schutzfolie – oder aber man muss sich damit abfinden, in den Geschwindigkeitsdisziplinen eher auf den hinteren Plätzen zu landen.

Grafik:
Jup, vom optischen her geht alles klar im Olympialand. Saubere, flüssige 3D-Darstellung der Charaktere und Umfelder – das Spiel wird der DS-Hardware voll gerecht. Daumen hoch!

Sound:
Jemand wie ich, der noch den Publikumssound der alten 8-Bit-Konami-Sportspiele (Track & Field, Blades of Steel) im Ohr hat (welcher allermeistens aus einem monotonen Rauschen und sich abwechselnden Pfiffen in zwei verschiedenen Tonhöhen bestand, die Älteren werden sich erinnern), steht den ordentlich atmosphärischen Stadionklängen von Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen noch mal so wohlwollend gegenüber. Auch die Musikuntermalung, die stetig zwischen orchestraler Monumentalmucke und Mario-Trallalla oszilliert, nehme ich noch gerne hin. Der Spaß hört allerdings auf bei dem, was die Protagonisten so von sich geben: Beim Überspringen jeder einzelnen Hürde denselben Kreisch-Jauchz-Soundfetzen von Prinzessin Peach hören zu müssen, schlägt selbst mir derbe aufs Gemüt. Hier wäre entweder etwas mehr Abwechslung oder einfach weniger Lautäußerungen der Charaktere besser gewesen.

Multiplayer:
„Wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu sein“ (Schiller), der kann sich mit diesem (also dem Freund, nicht Schiller) Multiplayerduelle liefern. Dies ist natürlich ein fast obligatorischer Bestandteil eines jeden Sportspiels, und das aus gutem Grund: Es macht einfach Spaß. Sich gegen drei Kumpels im Stylussport zu messen, wird mit Sicherheit mehr Spaß machen als der Einzelspielermodus – uns waren derartige Testungen nicht möglich, da uns lediglich ein einzelnes Rezensionsexemplar vorliegt.

Fazit:
„Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen“ ist genau das, was man von ihm erwartet: eine spaßige und durchdachte Minigamesammlung zum Thema „Olympia-ausgeführt-von-Videospielmaskottchen“. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dass derartige Games für den Einzelspieler auf Dauer fad werden, ist keine Neuigkeit und konnte auch von diesem Spiel nicht hundertprozentig gelöst werden – wer allerdings eine stimmige Minispielsammlung für Partys mit seinen DS-spielenden Freunden sucht, könnte hier definitiv fündig werden.

Im Touchscreenschrubbing™ ein Weltmeister: Christian Luscher [Sagat] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Sega für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
77%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Recht intuitiv und leicht erlernbar, für grobmotorische Naturen allerdings Gift für den Touchscreen. Innovationsfaktor:
++++-  (4 von 5 Sternen)
Alle Features werden ausgenutzt – der Touchscreen vielleicht einen Tick zu viel…
Grafik

Sehr ordentliche Darstellung. Keine Einwände!
Sound

Stadionatmosphäre fein, Trallallamusik und repetitive Soundfetzen nein!
Spielspaß

Für ein Partyspiel angemessen – für allein zu wenig Spieltiefe.








Details
Spielname:
Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen

Publisher:
Sega

Developer:
Sega

Genre:
Sport

Release:
08.20.0805

Multiplayer:
ja

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (11)

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