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Contra 4


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Contra 4 - Review vom 20.02.2010

Come get some
Inzwischen ist sie vorbei, die Weihnachtszeit. Erinnert ihr euch an die lästige Frage nach passenden Geschenken? Auf der Suche durch die Kaufhäuser dieser Welt blieb man natürlich auch bei den Spielen für Nintendos Doppelbildschirm stehen. Ein kurzer Blick über das reichhaltige Angebot lässt einigen 'Core Gamern' heute noch einen kalten Schauer über den Rücken laufen - und das nicht aufgrund zu niedriger Temperaturen. Ob „Hanna Montana“, „Mein Gestüt“ oder „Sophies Freunde“, die Casual Games nehmen scheinbar jeden Winkel des Regals ein und strahlen einen mit ihrem simplen Gameplay und der knalligen Optik an.

Wagt man nun einen Blick über den Tellerrand und schaut gen Westen, Richtung Amerika, so wird man ein Spiel entdecken, welches für Casual Gamer pures Gift darstellen dürfte. Die Rede ist natürlich von der Mutter des Run and Gun-Genres, „Contra 4“. Run and Gun stellt dabei eine Mischung aus Jump and Run und Sidecroller wie z.B. „Gradius“ da. Vor genau 20 Jahren feierte „Contra 1“ als Arcade-Maschine sein Debüt, wenig später auch als Konsolenversion für das NES und bestach dort durch genaue Steuerung, geniales Leveldesign und einen sehr fordernden Schwierigkeitsgrad. Das Spielprinzip ist so banal wie genial: Man läuft durch das Level und schießt auf alles was sich bewegt. Das knifflige daran ist das Fehlen einer Lebensanzeige. Ein Treffer durch den Gegner, ein falscher Sprung in die Tiefe und man verliert ein Leben - und diese sind sehr spärlich gesät.

Für alle die sagen „Das Spiel kenn ich doch!“, aber mit dem Namen nichts anfangen können: In Europa wurde Contra unter dem Namen „Probotector“ veröffentlicht und die Protagonisten sowie menschlichen Gegner durch Roboter ersetzt wurden.

Twenty years later…
Die Contra-Serie hat so einige Höhen und Tiefen erlebt. Denn neben den exzellenten Haupteilen „Super C“, der Nachfolger von Contra auf dem NES sowie „Contra III: The Alien Wars“ für das SNES kamen zusätzlich viele Contra-Spiele auf den Markt, die zum größten Teil bis auf den Namen recht wenig mit dem Ursprungsprinzip zu tun hatten. Teil 4 ignoriert diese weniger rühmlichen Teile und ordnet sich story- sowie gameplaytechnisch direkt hinter „Contra 3“ ein, wobei man sagen muss dass es bei diesem Spiel noch nie eine epische Story gab, sondern diese eher als Mittel zum Zweck angesehen werden sollte.

Der Vollständigkeit halber in aller Kürze: Die Story setzt zwei Jahre nach den Geschehnissen des dritten Teils an. Red Falcon, der Oberbösewicht aus dem dritten Part wurde besiegt, doch der Krieg ist noch nicht vorbei. Eine weitere Alien-Invasion unter Führung der „Black Viper“, eines weiteren hässlichen schleimigen Aliens, will die Menschheit vernichten. Natürlich können dies nur unsere Contra-Helden verhindern.

Nach dem kurzen Intro geht es auch schon los. Ihr habt die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, bestehend aus Leicht, Mittel sowie Schwer. Als Contra-Kenner kann man diese schlicht mit 'Fordernd', 'Sehr schwer' und 'unmöglich' betiteln - denn wie bereits erwähnt wurde „Contra“ unter anderem durch seinen Schwierigkeitsgrad bekannt. Wählt man den leichtesten Schwierigkeitsgrad, so wird man mit neun Leben sowie vollen Waffen-Upgrades beschenkt, außerdem mit weniger Gegnern, die auch noch recht langsam schießen. Diese Hilfen wurden eingebaut, um den Spieleinstieg für Anfänger zu erleichtern - doch sei an dieser Stelle gesagt, dass hier Einsteiger anfangs trotzdem auf Granit beißen werden. Um das Spiel wirklich komplett durchzuspielen, müsst ihr allerdings mindestens auf Normal spielen, denn ansonsten gehen die letzten beiden Level sowie der wahre Endgegner an euch vorbei.

Aus alt mach alt
Im ersten Level angekommen, fühlt man sich als langjähriger Zocker sofort in die gute alte Zeit zurückversetzt. Details über Grafik und Steuerung werden später erwähnt - allerdings möchten wir an dieser Stelle bereits anmerken, dass „Contra 4“ 100% „oldschool“ ist. Man möge uns dieses Unwort verzeihen, jedoch kann man es besser kaum beschreiben, denn dieses Spiel ist in allen Bereichen ein waschechtes „Contra“. Bis auf den Einsatz des Doppelbildschirms und eines nützliches neuen Tools, dem Enterhaken, gibt es keinerlei nennenswerte Veränderungen zu den Vorgängern. Hier setzt auch ein kleiner Kritikpunkt an, denn teilweise kommt einem manches sehr bekannt vor: sowohl die Level als auch die Gegner, beispielsweise der Endgegner aus dem ersten Level, welcher stark an den Endgegner aus „Contra 1“ erinnert. So hat man manchmal das Gefühl, eher ein Remake aus den alten Teilen zu spielen als einen neuen Contra-Teil.

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch neue Spielelemente, gerade durch den Einsatz des Enterhakens. Dieser kann jederzeit per Knopfdruck aktiviert werden und lässt einen schnell unerreichbare Orte erklimmen. Der Einsatz beider Screens für das Spielgeschehen macht den Einsatz dieses Werkzeugs mehr als essentiell. Des Weiteren könnt ihr wie in „Contra 3“ zwei verschiedene Waffentypen aufsammeln und jederzeit im Spiel zwischen diesen wechseln. Stirbt man nun, verliert man die aktuelle Waffe, hat man allerdings noch eine zweite in Reserve gehabt, so ist diese weiterhin verwendbar.

Features so weit das Auge reicht
Spielt ihr „Contra“ auf einem beliebigen Schwierigkeitsgrad durch, zeigt das Spiel was wirklich in ihm steckt - und das ist eine ganze Menge. Zu Beginn ist lediglich der Arcade Modus anwählbar sowie das Museum, in dem ihr euch anhand einer kurzen Beschreibung sowie einigen Screenshots über alle vergangenen Contra-Teile informieren könnt. Beendet ihr aber den Arcade Modus, so schaltet ihr einen neuen Eintrag im Hauptmenü frei, mit den Namen „Challenges“. Hinter diesem Begriff verbergen sich 40 neue Herausforderungen, welche wie folgt funktionieren: Man spielt einen Abschnitt aus den Levels des Hauptspiels und bekommt bestimmte Aufgaben vorgeschrieben. Diese variieren sehr stark. Mal müsst ihr den Abschnitt beenden ohne eine Waffe zu besitzen, ein Aiming von 100% haben oder eine neue Prototyp-Waffe testen, welche nicht im Hauptspiel enthalten ist. Anfangs sind fünf Herausforderungen frei anwählbar. Sobald ihr eine Mission erfolgreich abgeschlossen habt, schaltet ihr die nächste frei.

Steuerung:
Die Steuerung wurde klassisch gehalten, denn außer im Hauptmenü findet der Touchscreen keinerlei Verwendung. Contra-typisch geht diese sehr leicht von der Hand und reagiert exakt und ohne Verzögerung auf die Eingabe, was bei diesem Spiel natürlich sehr wichtig ist. Ihr zielt und bewegt euch mit dem Digitalpad und benutzt zwei weitere Tasten zum Springen und Schießen. Außerdem kommt noch die Schultertaste zum Switchen der Waffen zum Einsatz.

Grafik:
Auch hier hat sich seit „Contra 3“ nicht viel getan. Ob das jetzt positiv oder negativ ist, muss jeder für sich entscheiden - jedoch kann man nicht abstreiten, dass sich die Entwickler verdammt viel Mühe gegeben und sehr detailverliebte Welten erschaffen haben. Sei es sich spiegelndes Wasser, gewaltige Explosionen oder ein aufwendig gestalteter Obermotz, trotz angestaubtem Retro Look macht das Spiel gerade auf den zweiten Blick einiges her.

Sound:
Der Sound orientiert sich ganz klar an den Wurzeln der Serie. Man darf hier keine epischen Klänge oder ausgeklügelte Sprachausgabe erwarten, sondern klassische Schussgeräusche sowie einige One-Liner der Protagonisten nach ihrem Ableben, welche eine gewisse Ähnlichkeit mit den Sprüchen des Dukes aufweisen. Die Musik ist gewohnt schnell und gitarrenlastig, passend zum rasanten Gameplay. Ein kleiner Wermutstropfen: Um in den Genuss der genialen Remix-Versionen des Original-Titels zu kommen, müsst ihr das Spiel auf Schwer durchspielen.

Features:
Bei den Features kann „Contra“ massig punkten. Neben dem sofort anwählbaren Museum, welche die Geschichte der Action-Reihe in Texten und Bildern beschreibt, gibt es nach einmaligem Durchspielen einen neuen Modus namens „Challenges“. Hier erhaltet ihr 40 neue Missionen, die nach erfolgreichem Absolvieren wiederum diverse Extras wie Interviews, Comics und Charaktere freischalten. Darüber hinaus gibt sich das Original-Contra sowie der Nachfolger „Super C“ die Ehre - ihr erhaltet also zwei komplette Spiele als Bonus. Sehr vorbildlich.

Fazit:
15 Jahre nach dem dritten Contra-Teil für das Super Nintendo bekommen die Fans endlich ihren echten Nachfolger und dieser kann sich wirklich sehen lassen. Nach einigen spielerischen Gurken verhilft der aktuelle Serienvertreter der Action-Marke wieder zu neuem Glanz. Als Kenner der früheren Teile fühlt man sich sofort zu Hause, denn bis auf den Enterhaken wird auf alte Tugenden gesetzt: Schnelles Ballern, vertikales sowie horizontales Scrolling, Pseudo-3D-Level und eine wilde Fahrt mit einem Hoverbike sind nur einige Beispiele für das abwechslungsreiche Gameplay, das „Contra 4“ bietet. Hat man das Hauptspiel beendet, so wird man mit 40 knackigen Challenges sowie den beiden Klassikern „Contra 1“ und „Super C“ belohnt, welche die Spielzeit noch weiter anheben. Gelegenheitsspieler sollten allerdings einen weiten Bogen um dieses Spiel machen, denn der Schwierigkeitsgrad ist gemessen an heutigen Ansprüchen sehr hoch und teils frustrierend. Wenn ihr euch daran nicht stört, erwartet euch eines der besten „Run and Gun“-Games überhaupt. Und Contra-Fans schlagen sowieso zu.

Träumt im Schlaf wieder vom Konami Code: Marcel Gelhar [Nibbler] für PlanetDS.de

WERTUNG:
85%
Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Serientypisch sehr präzise. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Weniger ist manchmal mehr.
Grafik

Fast perfekte Pixelpracht.
Sound

Altbacken, aber mit Charme.
Spielspaß

Nostalgie Pur - Genau wie früher.








Details
Spielname:
Contra 4

Publisher:
Konami

Developer:
WayForward Technologies

Genre:
Shoot em Up

Release:
noch nicht bekannt

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (8)

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