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Mahjong DS


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Mahjong DS - Review vom 01.07.2007

Kultstatus mit Geschichte
Gelegentlich wird behauptet, das populäre Mah-jongg sei Hunderte, wenn nicht sogar Tausende von Jahren alt, oder von Konfuzius persönlich erfunden. Es gibt jedoch keinen handfesten Beleg für die Existenz dieses Spiels in seiner heutigen Form vor etwa 1880.
Von China aus verbreitete sich Mah-Jongg zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Japan und um 1920 nach Amerika und Europa. In den 1920er Jahren boomte das Spiel im Westen, geriet aber bald darauf wieder in Vergessenheit... Schließlich, seit den 1990er Jahren gewinnt es besonders in Amerika wieder an Popularität. Ab Mitte der 1980er Jahre wurde Mah-Jongg zunächst unter dem Namen „Shanghai“ als Computerspiel bekannt, nachdem die verbesserten grafischen Möglichkeiten des damals neuen Amiga-Computers erstmals eine ansprechende Darstellung dieses Spiels erlaubten.
Bei der beliebtesten Computerspiel-Variante muss ein einzelner Spieler paarweise alle 144 Steine vom Tisch nehmen, dabei darf ein Stein nur dann abgetragen werden, wenn er an zumindest einer Längsseite frei liegt. Traditionell werden die Spielsteine in verschiedenen chinesischen Zeichen angezeigt und somit landet man beim Spielen schnell in einer schönen chinesischen Fabelwelt voller Konzentration und Selbstdisziplin.

DS goes Shanghai!
Dieses unermüdliche und kultige Spielprinzip gibt es nun für unseren kleinen Handheld und wurde von dem deutschen Entwicklerteam dtp Young Entertainment produziert. Alle Majong-Liebhaber, welche beispielsweise schon bei „42 Spieleklassiker“ begeistert waren, können nur vor Freude in die Hände klatschen, denn das heutig getestete Modul beinhaltet neben Majong in allen Formen und Farben auch einen Kampagnenmodus und versichert somit lang anhaltenden Spielspaß. Egal ob man normale Majong-Rätsel lösen möchte oder es wirklich knackig schwierig haben will: Hier kommt keiner zu kurz. Dank der innovativen Touchscreen-Steuerung wird das Game zu einem Titel für jedermann, welches überall mit dem bekannten fesselndem Spielprinzp auftrumpfen kann.

Zur Erinnerung!
Bei „Mahjong“ gilt es, das Spielfeld dadurch freizuräumen, indem man die Steine findet, die jeweils das gleiche Symbol aufweisen. Dabei dürfen jedoch nur die Steine gewählt werden, die links und/oder rechts keinen Stein anliegen haben. Auch darf kein anderer Stein auf ihm liegen. Gewonnen hat man, wenn alle Steine abgebaut worden sind. Klingt leicht, ist es aber nicht wirklich, denn häufig hat man ein Paar übrig, was nicht gelöst werden kann, weil beide Steinchen aufeinander liegen oder man muss die Spielsteine neu mischen lassen, was mit einer Zeitstrafe einher geht - so werden ihm 40 Sekunden zu seiner bisher verbrauchten Zeit hinzugerechnet. Am Ende des Spiels wird ein möglicher Highscore aus den abgebauten Spielsteinen sowie der verstrichenen Zeit errechnet. Und Zeitstrafen sind das „A und O“ des Spiels, wenn man tatsächlich alles sehen will. Denn als Spieler muss man fix und gerissen sein und natürlich in der vorgegebenen Zeit die Rätsel lösen, um als Belohung Boni und Extralevel freischalten zu dürfen.

A Chinese Story
Im Kampagnenmodus, der auch als Storymodus daherkommt, ist es das Ziel die verschiedenen Spielbretter abzuräumen und so weiter im Spiel auf der Chinakarte voranzuschreiten - ganze 96 Levels wollen innerhalb der „Kampagne“ erledigt werden. Durch zwölf übergeordnete Welten bahnt ihr euch während des Spielverlaufs euren Weg. Nach jedem Level speichert das Spiel automatisch, allerdings besitzt ihr anfangs drei virtuelle Versuche, wobei bei einem misslungenen Brett ein Leben subtrahiert wird. Dies geschieht dann, wenn es nicht mehr möglich ist, gemeinsame Steinpaare vom Feld zu nehmen oder wenn die Zeit abgelaufen ist. Sind alle Wiederholungen verspielt, ist folglich auch die Welt verloren. Wer jetzt an eine Art Abenteuermodus denkt, der sei gewarnt, denn der Storymodus von „Majong“ gibt sich nämlich vielmehr nur als eine Art Fassade, um die stetig im Schwierigkeitsgrad ansteigenden Felder miteinander zu verbinden. So erfahrt ihr unterwegs zwar einige Kleinigkeiten über chinesische Geographie und Geschichte, dass vermittelte Wissen hält sich allerdings in knappen Grenzen. Auch die Einzelmissionen reißen sich da kein Bein aus, sondern widmen sich mit vollem Elan einzig dem alten chinesischen Spiel. Trotzdem möchte man alles im Spiel entdecken und jedes mögliche Level erkunden. Somit hat man als Majong-Liebhaber eine lange Reise durch das alte China vor sich. Je nach persönlichen Vorlieben dürft ihr vor jedem Spiel die Motivsets der Steine wählen: klassische Steinchen mit chinesischen Schriftzeichen, Kartenspielmotive, sowie Natur-Bildchen mit allerhand verschiedenen Motiven (Schmetterlinge, Käfer, Blätter etc.). Abhängig vom Steinpaar regnet es Punkte auf euer Konto. So sollten vor allem Profis einen Blick darauf werfen, wo am meisten Punkte abzustauben sind. Alle anderen werden sich erst einmal damit beschäftigen, das Spielbrett komplett zu leeren. In späteren Levels hat man selbst damit reichlich zu tun!

Steuerung:
Einfach und gut! Genau so stellt sich jeder Majong-Fan eine Touchscreen-Steuerung vor. Die Steuerung erfolgt zu 100% mit dem Stylus, somit könnte das Prinzip „Classic to Go“ mehr als nur aufgehen. Eigentlich könnte es auch „Click and Go“ heißen. Auf Mikrophon und andere Minispieleinlagen wurde glücklicherweise verzichtet, und somit konzentriert sich auch die Steuerung aufs Wesentliche.

Grafik:
Mit „Majong“ von dtp Young Entertainment darf man natürlich kein Spiel voller grafischer Raffinessen erwarten, allerdings macht man dennoch in vielerlei Hinsichten alles richtig. Hübsche Hintergründe im chinesischen Artwork-Stil, welche die Grafik und Spielatmosphäre ein wenig tunen und detaillierte, aber leider ein wenig zu klein geratene Spielsteine, dominieren die Optik. Von richtigen Grafikeffekten ist eher nicht die Rede. Aber der Zweck des klassischen Spielprinzips wird auch hiermit bestens erfüllt. Insbesondere die vielen Motive unterschiedlicher Themengebiete sorgen für Abwechslung auf den Steinen. Im Großen und Ganzen also eine recht solide Umsetzung.

Sound:
Fernöstliche Klänge sind in der Regel die passende Untermalung solcher Geschicklichkeits-Puzzles. Leider gibt es in „Majong“ für den DS nur 3 Hintergrundmelodien, die auf Dauer wegen dem chinesischen Gedudel anfangen zu nerven. Hier scheint den Entwicklern einiges schief gegangen zu sein. Die Bässe sind zu laut und somit krächzt es sogar manchmal schwer aus den DS Lautsprechern - kein wirklicher Ohrenschmaus.

Features:
Hartgesottene Majong-Spieler werden wohl alles geben, um dieses Modul von Anfang bis Ende zu knacken, für den Gelegenheitsspieler ist das Spiel hingegen nicht wirklich ein Motivationsmodul und lädt somit nur zum Gelegenheitsspielen ein. Die wahren Mahjong-Meister werden aber lange vor ihrem DS verbringen und die vielen Level auskosten wollen.

Fazit:
Das vielsagende „Mahjong“ ist in etwa genau das, was man sich als Käufer erwartet: Solide Umsetzung der Spielthematik, ein kleines bisschen optischer Zuckerguss Drumherum und eine insgesamt gute Anpassung an den Nintendo DS. Leider muss man wirklich Anhänger dieses gemächlichen Denkspiels sein, um sich dafür ernsthaft begeistern zu können. Wem leichte Mahjong-Kost für zwischendurch reicht, hält sich besser an die „42 Spieleklassiker“-Sammlung von Nintendo.

Dany Torsten Riemenschnitter [Phoenix] für PlanetDS.de

Vielen Dank an digital tainment pool für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
63%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Punktgenau und Stylus-sicher! Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Gelungene Touchscreen-Umsetzung und einfaches, klassisches Gameplay.
Grafik

Zweckmäßig, gut und ohne viel Geschnörkel.
Sound

Schlechte Musikausgabe gemixt mit nervigem Fernostsound.
Spielspaß

Für Cracks erstklassig, für jeden anderen einfach Majong.








Details
Spielname:
Mahjong DS

Publisher:
dtp Entertainment

Developer:
dtp Entertainment

Genre:
Denkspiel

Release:
07.20.002Q

Multiplayer:
kein MP

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (4)

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