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Final Fantasy Fables: Chocobo Tales


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Final Fantasy Fables: Chocobo Tales - Review vom 25.06.2007

Noch vor einem Jahr wollten viele Menschen mit keinem etwas zutun haben, dessen Körper Federn, Flügel und Schnäbel zierten und Vogelliebhaber, „McChicken“-Fans und Entenzüchter waren gleichermaßen gezwungen, vor ihren Lieblingen Reißaus zu nehmen. Schuld war die berüchtigte Vogelgrippe, die sich thematisch in den Medien rasend schnell ausbreitete. Nun scheint sich der Wind jedoch gedreht zu haben und all die „Final Fantasy“-Freunde und insbesondere Entwickler Square Enix scheint sich mehr denn je auf ein gelbgefiedertes Vogelwesen zu konzentrieren, zumindest in seinen virtuellen RPG-Welten: der/die/das Chocobo!

Demnächst in ihrem eigenen Wii-Game zu bewundern, flattern die einstigen Reittiere schon jetzt auf dem Doppelbildschirm herum und präsentieren sich aufgeweckt, eigenständig und in bonbonbuntem Grafikgewand – der Rahmen dazu wird ihnen in „Final Fantasy Fables: Chocobo Tales“ geboten. Nicht nur Genrekennern fällt beim Betrachten der Verpackung sofort das kindgerechte Szenario, aber auch die interessante und meist positiv assoziierte Betitelung „Märchen“ auf... Können an dieser ungewöhnlichen Rollenspiel-Mixtur auch ältere Spieler Gefallen finden? Oder sind die Gameplay-Elemente gar zu kompliziert, als dass sie uneingeschränkt jüngeren Zockern empfehlen werden könnten? Um uns ein klares Urteil zu verschaffen, haben sich jeweils ein relativ junger [Miroque] und ein etwas älterer [Phoenix] Redakteur zusammengesetzt und ein Endergebnis herausgearbeitet. Also los: Lehnt euch in euren Sessel, dämmt das Licht und schlagt gemeinsam mit uns die erste Seite eines großen, farbenfrohen Bilderbuchs auf...

So süß wie Chocobolade
Es war einmal... Es war einmal eine kleine, friedliche Insel, die von den Kristallen des Feuers, der Erde, des Wassers und des Lichts beschützt wurde. Auf dieser Insel lebten die gutmütige Weißmagierin Shirma und der wissbegierige Schwarzmagier Croma, auf ihrem Bauernhof hausten viele fröhliche, durch die Gegend flatternde Chocobos. Eines Tages brachte Croma, der gerade von einer Reise zurückgekehrt war, ein geheimnisvolles Buch mit – aber es war ganz anders als die bisherigen Souvenirs, die er auf seinen Ausflügen gefunden hatte... Neugierig und ohne nachzudenken, öffnete er das dunkle Buch und brachte, ohne es zu wissen, ein großes Unglück über die Insel. Fast alle der überraschten Chocobos wurden in die magischen Seiten des verzauberten Buchs hineingezogen und waren fortan gefangen in tiefster Dunkelheit. ...

Nach dem Lesen dieses einleitenden Abschnitts wisst ihr sofort, in welchem Stil sich die Erzählweise des gesamten Spiels verhält, denn haargenau dieser Märchen-Flair taucht immer wieder auf: Unmissverständlich, klar kitschig und auf eine ganz eigene Art atmosphärisch bis unter die Haut. Um an die Rahmenhandlung anzuschließen: Ihr befehligt also einen besonders gelben Chocobo-Helden, der seine Freunde aus den magischen Chocobo-Karten befreien muss, dabei kleinere Rätsel löst, mit schrulligen Charakteren spricht und Minigames absolviert - an besonderen Stellen warten Zwischensequenzen oder die sogenannten Pop-Up-Duelle, welche wir nachher noch ausführlich erklären werden.

Lobenswert für alteingesessene Videogamer: Die ständig auftauchenden, typischen „Final Fantasy“-Elemente (wie z.B. bekannte Sounds, Charaktere etc.) ziehen den Spieler sofort in seinen Bann. Egal ob man mit seinem niedlichen Chocobo feurige Berge, dunkle Wälder durchquert oder sogar bis auf die tiefsten Tiefen des Ozeans taucht, für Abwechslung und eine lustig (wenn auch lineare Storyline) ist gesorgt, zumal durch die vielen Dialoge kein Auge trocken bleibt. Die oben genannten FF-Kultfaktoren sind natürlich auch in den Minispielen zu finden, die den Hauptteil des als Rollenspiel getarnten Vogeltreibens bilden. Der Spieler muss dazu ein verzaubertes Buch aufsuchen, einen vor Schmalz und Kitsch nur so triefenden Märchenepilog über sich ergehen lassen und sich dann -mit dem gezückten Stylus- in das Gefecht stürzen. Es gibt eine ganze Menge abwechslungsreicher und unterhaltsamer Spielvarianten, wenn man in der Hauptstory weit genug vorangeschritten ist. So erwarten euch bekannte „Final Fantasy“-Märchengeschichten und 40 Minispiele, die alles vom Spieler abverlangen und sicherlich nicht immer jedermanns Sache sind – hinzu kommen weitere Mikrogames, die allerdings ebenfalls mehrere Minuten in Anspruch nehmen können. Manchmal kommt man sich dabei vor, wie in der Mikrospielfabrik „Wario Ware“ und versucht auf Teufel äh... Chocobo-komm-raus, den nächstliegenden Rekord zu brechen, um das beste Ergebnis zu erzielen und Extras freizuschalten. Die resultierenden Frustmomente halten sich zwar in Grenzen, Minigame-Hasser sollten dennoch genügend Baldriantee zur Beruhigung aufgesetzt haben.

Ein paar Beispiele für den verspielten und manchmal nervenden Partymix folgen auf dem Fuße: So erlebt man die Bremer Stadtmusikanten aus der Sicht eines Einhorns mit einem lustigen Musik-Minigame, spielt Hase und Igel als Adaman-Schildkröte und jagt einen felsigen Berg hoch, oder besteigt die bekannte Bohnenranke ins Himmelszelt. Aber auch Hobbygärtner dürfen mit Lasan Früchte pflücken, während Shiva und Ifrit euch mit Eis und Feuerhagel bearbeiten. Als Entlohnung für die gemachten Mühen befreit ihr nach und nach eure eingesperrten Freunde, verändert wie durch Zauberhand die Landschaft (und erreicht dadurch teilweise weitere kurzweilige Spielchen) oder ersteht die wertvollen Pop-Up-Karten, die durch ihren Sammelreiz eine hohe Motivation mit sich bringen.

Pop-Up! Pop-Down!
Wo immer euch ein Bösewicht der härteren Sorte erwartet, muss auch mit einem knallharten Pop-Up-Duell gerechnet werden, in welchem eure gesammelten Karten ihre wahre Power entfalten dürfen – dieses erweist sich schon zu Beginn als willkommene Auflockerung und bietet wesentlich mehr strategischen Reiz, als es alle Minispielchen zusammen schaffen könnten. Wenngleich euch auch erst mal die blinkenden Anzeigen und vielfältigen Kartentechniken zu erdrücken scheinen, kommt nach einigen Trainingsduellen und dem ersten von Hand zusammengestellten Kartenstapel richtige Freude auf - womit wir schon mitten in der Materie wären und die folgende Spielerläuterung einiges an genaueren Eindrücken schildern sollte: Beide Kontrahenten verfügen über einen eigenen Kartenstapel (von TCG-Games eher unter der Bezeichnung „Deck“ bekannt) mit höchstens acht Monsterkarten, drei davon hält man jeweils auf der Hand. Die Karten sind entweder der Farbe grün, rot, blau, gelb oder grau (farblos) zugeordnet, einige glänzen zudem mit bestimmten magischen Fähigkeiten, auf die später im Test eingegangen wird.

Jede Runde wählt man sich nun einen seiner Lieblinge aus und befördert ihn mit einer fixen Stylusbewegung nach oben aufs Schaufeld (daher stammt auch der namensgebende Begriff „Pop-Up“). Es folgt ein recht komplizierter Vorgang des Angriffs- und Verteidigungswerte vergleichen (pro Karte gibt es vier verschiedenfarbige Zonen, entweder für den Angriff, für die Verteidigung oder ohne Symbol) und der entscheidenden Kampfphase, in welcher die Duellanten GP (Gesundheitspunkte) verlieren oder durch Effekte dazugewinnen. Nun werden auch spezielle Status-Veränderungen wie Brennen, Gift oder Stumm angezeigt, die sich meistens auf die nächste Runde beziehen, und daraufhin wandert die „verbrauchte“ Monsterkarte zurück in eine zufällige Stelle des Kartenstapels – allerdings nicht, ohne einen Kristall der eigenen Farbe (für graue Karten, die in der Regel außergewöhnlich spielstark sind, gibt es keinen Kristall) zu hinterlassen. Diese KP (Kristallpunkte) sind vonnöten, um schließlich spezielle Kristallfertigkeiten zu aktivieren, die bei erfolgreichem Angriff automatisch ausgeführt werden: Da werden dann zum Beispiel GP vom Widersacher gestohlen, zusätzliche Schadenspunkte für gegnerische Verteidigungssymbole zugefügt oder Kristallpunkte in bestimmten Farben spendiert. Grundsätzlich gilt natürlich, je seltener eine Karte ist, desto stärker kann sie sein, und desto mehr Kristallpunkte benötigt sie auch für ihre Fertigkeit (insofern sie über eine verfügt). Das Duell endet logischerweise damit, dass die Gesundheitspunkte eines Spielers den Nullpunkt erreichen.

Man spürt beim Erlernvorgang des Kartensystems schnell, dass sich die Entwickler zwar um Kreativität bemühten, aber sich auch nicht für bereits verwendete Elemente (z.B. aus Pokémon, Yu-gi-oh! etc.) zu schade waren – alles zum Glück für den Spieler, der im durchdachten Pop-Up-Spaß einen äußerst netten Zeitvertreib findet. Als finales Produkt habt ihr letztendlich ein pralles Spielmodul im Schacht, das mit einem gesunden Genresalat zu vergleichen ist. Egal ob RPG, Minispielsammlung, Pop-up-Kartenduelle, da ist für jeden Geschmack etwas brauchbares dabei.

Steuerung:
Gesteuert wird das phantasievolle Abenteuer mit den Tasten und soll den Spielern so eine unkomplizierte und intuitive Steuerung bieten, die auch tatsächlich leicht von der Hand geht. Wer lieber den Touchscreen in Anspruch nimmt, darf seinen fröhlichen Vogelfreund aber auch per Stylus durch die Welten navigieren – zum Glück ohne erreichte Frust-Höhepunkte, die man von anderen steuerungstechnischen Spiele-Pleiten kennt. In den Minispielen wird hingegen oft alles vom vorher noch geschonten Touchscreen abverlangt: Hektisches Gekritzel und Bewegungsgewitter in sämtlichen Variationen sind somit vorprogrammiert und bedürfen der Eingewöhnung, der ärztlich ruhigen Hand und der nötigen Geduld. Bei den Pop-up-Duellen erweist sich die Touchscreensteuerung wiederum als sehr intelligent bzw. funktionell umgesetzt: Man „wirft“ buchstäblich die Karten aufs Spielfeld, indem man sein angewähltes Exemplar mit einem schnellen Styluszug nach oben befördert.

Grafik:
Hübsche, kunterbunte und zum Dahinschmelzen niedliches Design trifft auf facettenreiche 3D-Grafik. Im Grunde kann das Game optisch vollkommen überzeugen und locker mit Serienbruder „Final Fantasy III“ mithalten. Alles ist sehr detailliert dargestellt und das Spielgeschehen läuft auch bei massig Farben und Animationen flüssig - der DS gibt sein Bestes! Technisch gesehen ist „Final Fantasy Fables: Chocobo Tales“ also mehr als nur ein solides Spiel, und wer sich nach Zeichentrickhit „Zelda: The Wind Waker“ und der populären „Paper Mario“-Serie noch nicht an diesem Kunststil sattgesehen hat, wird während des gesamten Daddelns wohlwollend gestimmt sein.

Sound:
„Final Fantasy“-Fans werden sich ohne Frage ihre Finger lecken, da sämtliche Melodien aus den bekannten, serieninternen Ablegern stammen und sich der Spielsituation fast immer perfekt anpassen. Einmal eingeschaltet, ist der Ohrwurm nur noch schwerlich wegzubekommen, zumal besonders die Titelmelodie andauernd wiederkehrt (wenn auch durch unterschiedliche Instrumente und Stimmungen dargestellt). Die Soundeffekte sind hingegen nicht der Rede wert, stören die zauberhafte Atmosphäre aber insgesamt nicht. Was unter dem Strich zu bewerten ist, erweist sich dann als schmucke Umsetzung alter Klassiker und brillanter Songs, die den DS-Titel zu einem akustischen Hörgenuss machen. Diesen Soundtrack müsste man haben!

Features:
Square Enix’ neuestes Stück Software-Kuchen hat leider mit ungefähr 15 Stunden einen relativ geringen Spielumfang, um im reinrassigen RPG-Genre doch noch extravagant aufzufallen - allerdings kommt der Spielspaß dadurch nicht wirklich an seine Grenzen. Eines steht fest: Die Spielzeit vergeht nahezu wie im Fluge und die zahlreichen, teils gut versteckten Minispiele wollen alle geknackt werden, von den ganzen zu brechenden Rekorden noch zu schweigen. Egal, ob kurze Highscore-Jagd im Schulbuss oder ausgedehnte Wochenend-Rollenspielkost, alles ist im Chocobo-Versorgungspaket enthalten, wobei der Anteil aller Minispielchen letztendlich doch überwiegt. Wer davon geschworener Fan ist, hat also während des Hauptspiels und auch in den Extras kaum Sorgen, zum falschen Titel gegriffen zu haben.

Multiplayer:
Ebenso steigt der Motivationsfaktor durch die vielen, zu sammelnden Pop-up-Karten enorm an, die man entweder online, mit direkt eingeladenen Freunden oder gegen die CPU-Gegner einsetzen kann. Und nicht zu vergessen wären auch die Minispiele, die im Adventure-Part erspielt und nun zu viert bestritten werden dürfen. Durch solche Multiplayer-Funktionen (inklusive dem bekannten „Moogle Mail“, das es den Spielern erlaubt über die Wifi-Connection des DS Nachrichten auszutauschen) kommen auch DS-Kumpels auf ihre Kosten.

Fazit:
Niedlicher geht’s eigentlich nicht. Vergnügte Bonbongrafik und schräge Vögel die man aus einem verzaubertem Buch retten muss, sagen schon viel darüber aus, wer mit diesem Konzept angesprochen werden sollte: Das ist eher die jüngere Fraktion, welcher vor allem die verspielten Gameplay-Techniken und die sonnig einladende Aufmachung gefallen dürfte. Jedoch können auch eingefleischte „Final Fantasy“-Vertreter gerne einen Blick riskieren und in wohligen Erinnerungen schwelgen, denn beispielsweise das Kartensystem (mit all seinen fantastischen Kreaturen) lässt viel Spielraum für strategische Großplanungen zu.

Egal ob jung und neugierig oder alt und erfahren: „Chocobos Tales“ fetzt, sodass jeder Zocker, der sich auf eine ordentliche Portion Knuddel-Faktor, säuselnde Dialoge und ein verträumtes Märchen einlassen kann, gerne mal die Federn fliegen lassen wird. Deutliche Schwächen zeigen sich dennoch, die eine höhere Wertung verhindern: Ein linearer Spielablauf und besonders die Tatsache, dass wir es hier nur mit einem entfernten Verwandten der Rollenspiele zutun haben, dürfte den ein oder anderen abschrecken und stattdessen lieber auf die „sicheren“ FF-Knaller warten lassen. Sich von den Mechaniken ständig wiederholende Minispiele, so muss man leider zugeben, gibt es auf dem Doppelbildschirm bereits wie Sand am Meer.


Dany Torsten Riemenschnitter [Phoenix] und Jakob Nützler [Miroque] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Media Koch für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
79%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 1 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Solide, manchmal jedoch etwas hektisch – der Touchscreen raucht jedenfalls! Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
RPG-Gigant „Final Fantasy“ paart sich mit „Wario Ware“ – der TS wird häufig, das Mikrofon selten benutzt.
Grafik

Brillante 3D-Papiergrafik, kunterbunt und herzlich gestaltet.
Sound

Altbekanntes neu aufgelegt - Ohrwurmgefahr!
Spielspaß

Motivierend inszenierte Märchenmixtur mit Minigames und Megakitsch.








Details
Spielname:
Final Fantasy Fables: Chocobo Tales

Publisher:
Square Enix

Developer:
Square Enix

Genre:
Rollenspiel

Release:
07.20.2505

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (9)

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