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Anno 1701 DS


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Anno 1701 DS - Review vom 11.06.2007

Hisst die Segel, Leinen los - Anno entdeckt Neuland!
Wunder gibt es immer wieder… Als nach dem Ersten Weltkrieg die Briten auf die Idee kamen; ausländische Produkte mit einem eindeutig erkennbaren Siegel zu versehen, wollten sie eigentlich zum Boykott der Einfuhrwaren aufrufen. Leider hatte man nicht damit gerechnet, dass die fleißigen „Krauts“ mit so viel Liebe zum Detail an ihren Werken arbeiten und aus dem eigentlichen Ausschlussversuch entsprang ein Garant für Wertbeständigkeit. „Made in Germany“ wurde kurzerhand zum Qualitätssiegel und oftmals wurden Produkte aus Deutschland den heimischen bevorzugt. Selbst zu Zeiten des Wirtschaftswunders sorgte dieser Aufdruck dafür, dass der Aufschwung florierte. Doch nun sind wir im Jahre 2007 angekommen, die Weltkriege sind lange hinter uns gelassen und werden höchstens in digitaler Form nachgespielt. Gerade der Videospielsektor ist bekannt dafür, dass die teueren Produktionen aus Japan oder den USA kommen und nur selten schafft ein europäischer Entwickler den großen Coup.

Im Jahre 1999 gelang ein Gemeinschaftsprojekt der österreichischen Firma Max Design und der deutschen Firma Sunflowers den Durchbruch in der Kategorie Echtzeitwirtschaftsimulation. Anno 1602 ward geboren. Zwei Jahre später waren mehr als 2 Millionen Exemplare verkauft und somit war Anno 1602 das meistverkaufte Spiel aus dem deutschen Sprachraum. Sechs Jahre später wurden neue Rekorde geschrieben, denn das Budget für die Entwicklung von Anno 1701 betrug rund acht Millionen Euro und war damit die bisher teuerste Produktion aus Deutschland. Ein Jahr später hat man sich dafür entschieden, das deutsche Erfolgskonzept auf Nintendos Doppelbildschirmer zu bannen. Nun steckt Anno 1701 DS im Schacht und wir verraten euch ob Wirtschaftssimulationen im Hosentaschenformat mit seinen PC-Geschwistern mithalten kann.

Die Wirtschaft ist das Flussbett der Geschichte.
Im Zeitalter der Entdeckungen und des Seehandels machen sich nur die tapfersten auf, um neue Inseln und neues Land zu ergründen. Die Piraterie gedeiht und sorgt für Angst und Schrecken auf den sieben Weltmeeren. Währenddessen träumte ein alternder König davon die neue Welt zu entdecken und er schickte eine Flotte, unter der Leitung seiner besten Männer auf Entdeckungsreise. Leider geschah ein Unglück und einige der Schiffe kehrten nie zurück, denn einer der Kapitäne erwies sich als hinterhältiger Verräter. Während der König weiter alterte, übergab er die Krone an seine Tochter, die versprach, die Erkundungen fortzusetzen. Doch auch ihre Rivalin Königin Ellisa hatte ähnliche Pläne und so entstand der Wettstreit, um neues Land, größere Macht und Einflussreichtum…

Hier kommt nun der Spieler zum Einsatz und während man in den ersten zwei Kapiteln näheres über die Story in Erfahrung bringt, wird man hauptsächlich mit der Steuerung und der Spielmechanik vertraut gemacht. Denn hinter Anno 1701 DS steckt ein ausgeklügeltes Konzept aus Komponenten des wirtschaftlichen Aufbaus, der Kriegsführung und natürlich der Entedeckung und Seefahrt.

Ein Level sieht meist wie folgt aus: Im Missionsbuch stehen die diversen Aufgaben, die zu erledigen sind. Da wären beispielsweise Obliegenheiten auf bestimmten Inseln Rohstoffe abzubauen, Piraten zu vertreiben oder Bündnisse einzugehen. Zunächst steht nur ein kleiner Teil dieser Aufgaben bereit, die nach und nach komplexer und herausfordernder werden. Dies liegt unter anderem an der Tatsache, dass man auch sein Kolonie erst nach und nach wachsen lässt und stets dafür Sorge tragen muss, dass es den Bewohnern gut geht und die wachsenden Ansprüche gedeckt werden.

Die Regierung des Volkes, durch das Volk, für das Volk.
Wenn eine Kolonie das erste Mal errichtet wird, so steht man auf einer leeren Insel, die ein gewisses Maß an Rohstoffen beherbergt. Andere Baumaterialien oder Nahrungsmittel gedeihen einfach nicht auf diesem Fleckchen Erde. Das bedeutet, dass der Spieler erst einige Häuser errichten muss, um Einwohner auf die Insel zu lotsen. Mit den ersten Bewohnern, kann man auch die ersten Steuern eintreiben und Profit erzielen. Geld regiert auch im 17. – 18. Jahrhundert die Welt und so ist es wichtig, immer auf das Kleingeld zu achten, denn ohne Moos ist auch auf den Inseln nichts los. Doch neben Cash ist es auch wichtig, die nötigen Baustoffe, wie Holz, Stein, Erz, Diamanten und Lebensmittel parat zu haben, damit eine aufstrebende Kolonie auch wachsen und gedeihen kann. Anders als beim aktuellen PC-Spiel ist es nicht nötig, Handelsschiffe zu bauen, um die Rohstoffe von Insel zu Insel zu transportieren. Alle geförderten Mittel stehen überall zur Verfügung. Ab und an fragen spezielle Personen nach einem Tribut, doch als Belohnung winken einem zusätzliche Rohstoffe, Gold oder das Ende der Mission.

Beim Aufbau ist es wichtig zu beachten, dass alle Gebäude die in Abhängigkeit zu einander stehen, auch im bestimmen Radius zueinander errichtet werden. So braucht der Müller beispielsweise sein Getreide vom Bauern, der Steinmetz seine Steine vom Bergbauer oder der Schneider seine Baumwolle vom netten Erntehelfer. Zusätzlich zu dieser Abhängigkeit ist es wichtig, dass alle Gebäude durch Straßen mit dem Hafen oder Kontor verbunden sind. Denn erst so können die nötigen Rohstoffe gelagert und transportiert werden. Ausführliche Statistiken verraten zu jeder Zeit, welche Materialien es im Überfluss gibt und welche in größeren Mengen geerntet oder gefördert werden sollten. Nach und nach durchleben die Bewohner der Inseln verschiedene Zivilisationsstufen. So beginnen diese als Pioniere, werden zu vollwertigen Siedlern, Bürgern, später zu Kaufleuten und schlussendlich zu reichen Aristokraten. Doch bis es soweit ist, gilt es viele Gebäude zu kaufen, für den Schutz der Bewohner mit beispielsweise Feuerwehr- oder Polizeigebäuden zu sorgen, Militärstellungen zu errichten, damit ungewollte Gäste die Inseln nicht überrennen und natürlich auch auf das leibliche und geistige Wohl der Bevölkerungen acht zu geben, indem öffentliche Gebäude wie Universitäten, Theater oder Kirchen errichtet werden. Insgesamt betrachtet, gibt es eine Stange von Abhängigkeiten, die zum Entwicklungsgang beitragen und nach und nach durchlebt werden. Dabei ist jedoch die Evolution mit Vorsicht zu genießen, denn alles lebt in einem strengen Gleichgewicht und sollte dies einmal durch Unterversorgung gestört werden, kann sich das Blatt wenden und eine ganze Kolonie unter gehen.

Naturkatastrophen wie Erbeben, Vulkanausbrüche oder auch ein Überfall durch Piraten können eine prosperierende Kolonie schnell zerstören, wenn nicht die nötigen Sicherheitsmaßnahmen gemacht wurden und sie aus dem Gleichgewicht gerät. Sollte einmal eine Ressource knapp werden, kann diese überteuert im Kontor nachgekauft werden, doch sollte man dies wirklich nur als Notlösung nutzen, denn die Preise sind gelinde gesagt Wucher.

Eine Eroberung weckt den Durst nach einer weiteren Eroberung.
Eine komplett andere Geschichte ist die Militärstruktur, denn um Angriffe zu starten, müssen Schiffe gebaut werden, die sich wiederum an Land zu Angriffsstellungen umwandeln. Der Gegner besitzt meist eigene Stellungen mit Einheiten und schafft man eine Übermacht hierhin zu bewegen, so können diese Gebäude erobert werden. Bei der Verteidigung sieht es nicht anders aus. Eigene Stellungen können geschickt genutzt werden, um Truppen an anderen Orten zu verstärken etc. Der Einflussradius ist dabei beschränkt und um neue Einheiten auszubilden, bedarf es einer Kaserne oder einer Akademie. Hier können die Soldaten und Schiffe zusätzlich ausgebildet werden, um in der Schlacht noch stärker gegen den Feind zu sein.

Mit insgesamt fünf Kapiteln, bestehend aus je drei Missionen, braucht man kein Mathegenie zu sein, um einen Levelumfang von 15 zu errechnen. Dabei wird man pro Kapitel immer die Inseln, die man schon besiedelt hat, nutzen und erweitern können. Weitere Areale kommen hinzu, neue Aufgaben warten darauf gelöst zu werden. Sollte man also in der Mission davor nicht aufgepasst haben und das Gleichgewicht der Kolonie aus den Fugen geraten ist, ist der nächste Auftrag um einiges schwieriger. Somit ist der Schwierigkeitsgrad recht variabel und für jeden Spieler anders. Geübte Zocker werden Anno 1701 DS in einigen Tagen durchgespielt haben, doch selbst dann stehen einem noch der Endlosmodus bereit, sowie ein Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler. Aufbaufans werden somit auf ihre Kosten kommen.

Steuerung:
Mit dem Stylus in der Hand ist man für jede Situation gewappnet. Über die Karte kann via antippen butterweich gescrollt werden und selbst wenn die Landschaft durch zahlreiche Gebäude und Einheiten überfüllt ist, bleibt alles steht flüssig. Mit insgesamt zwei Zoomstufen und einer Kartenübersicht, hat man stets den Überblick über das Geschehen. Viele Elemente sind über wenige Klicks erreichbar und sollte man ein wenig im Spiel fortgeschritten sein, so ist es auch möglich Schnellwahltasten zu belegen und diese sinnvoll zu nutzen. Anfangs ist das Bauen der Straßen noch etwas gewöhnungsbedürftig, doch hat man das Tutorial absolviert, so hat man keinerlei Probleme mehr.

Grafik:
Optisch gesehen gibt fast nur Lob auszusprechen. Die Grafikengine bleibt stets flüssig, die Vielfalt auf dem Bildschirm ist eine wahre Augenweide. Wenn man bedenkt, wie voll dieses speichertechnisch limitierte Modul sein muss, ist es ein wahres Programmierwunderwerk, eine solch gelungne Optik und zudem noch eine angenehme Geräuschkulisse geboten zu bekommen. Menschen laufen in den Straßen umher, die Polizei hält ihre Streife und alles ist dabei in bester Ordnung. Beim Kontor, kann man jederzeit die Zufriedenheit seiner Bewohner betrachten, Feuer brechen aus und werden von der Wache gelöscht. Schiffe segeln umher und alles erstrahlt in bunten Farben und einzigartigem Flair. Der zweite Screen wird genutzt, um einen hilfreichen Berater darzustellen, dieser hat zu jederzeit Tipps parat und unterstützt Anfänger sowie Profis in allen Belangen. Die Story des Spiels wird mit Standbildern untermalt und somit haben wir es auch im grafischen Sektor mit einer gelungen Umsetzung zu tun.

Sound:
Was den Sound angeht, wird man nicht immer viel zu hören bekommen. Einige Geräusche hier und einige Klänge da, doch das Hauptaugenmerk liegt auf der angenehmen musikalischen Begleitung. Zwar schafft man es nicht, die Qualität des PC-Originals zu erreichen, doch für DS-Verhältnisse bekommt man eine ordentliche Atmosphäre geboten.

Features:
15 Missionen, ein komplexes Wirtschafts- und Aufbauprinzip und zahlreiche Spielmodi, die auch noch nach dem Ende des Spiels auf eine Runde einladen. Wer die genaue Umsetzung der PC-Fassung erhofft, mag zwar enttäuscht werden, doch was man bekommt, ist ein vollwertiges Anno für die Hosentasche, dass sowohl für eingefleischte Fans sowie Neueinsteigern geeignet ist. Selbst die ANNOpedia ist mit dabei, die immer den richtigen Rat bei Fragen parat hält. Zu guter Letzt gibt es auch einen Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler.

Fazit:
Was Keen Games und Sunflowers hier auf die Beine gestellt haben, ist ein Spiel der ersten Güteklasse. Anno 1701 DS gehört zu den Toptiteln seiner Art und für Genrefans gibt es kein Vorbeikommen. Das komplexe Konzept, dass wiederum so gestaltet wurde, dass Neueinsteiger sowie Alteingesessene es mühelos erlernen können, unterhält für lange Zeit und fesselt. Da kann es schnell passieren, dass Stunden wie im Nu verfliegen und man gar nicht bemerkt, dass der Kolonisierungsprozess so lange gedauert hat. Auch dieses Spiel ist ein Beweis dafür, dass das Gütesiegel „Made in Germany“ noch immer ein Garant für Qualität ist. Anno 1701 DS braucht sich nicht vor seinen PC-Vorbildern zu verstecken und ist eine gelungene Umsetzung im Hosentaschenformat. Mehr davon!

Kevin Jensen [Iceman] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Disney Interactive für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
87%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks (1)
Lesertests:
Lesen ( 2 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Mit dem Stylus in der Hand hat man alles voll im Griff. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Ordentliches Gesamtkonzept für den Doppelbildschirmer.
Grafik

Optisch vielfältig und ansehnlich.
Sound

Angenehme Hintergrundgeräusche.
Spielspaß

Aufbausimulation mit Suchtgefahr!








Details
Spielname:
Anno 1701 DS

Publisher:
Sunflowers/ Disney Interactive

Developer:
Keen Games

Genre:
Strategie

Release:
07.20.0506

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (10)

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