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Phoenix Wright - Ace Attorney 2: Justice For All


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Phoenix Wright - Ace Attorney 2: Justice For All - Review vom 03.04.2007

Es war einmal ein deutscher Privatsender der sich nach Digimon, Pokémon und Sailor Moon dachte: Lasst uns doch einmal einen gescheiten Anime im deutschen Nachmittagsprogramm bringen. Und sie taten es. Zum Glück. Fortan saß ich nun jeden Tag, an dem es mir möglich war vor der Glotze und schaute „Detektiv Conan“. Gebannt verfolgte ich, wie der kleine Conan Edogawa Fälle löste, die kein normaler Mensch je entschlüsseln könnte. Schlicht abstruse Tathergänge standen im Kontrast zu noch viel merkwürdigeren Mordideen. Wie das leider so ist, zogen andere Sender nach. Inzwischen kam das halbe deutsche Privatfernsehen auf mörderische Gedanken und die Gerichtsshows wurden geboren. Das Genre der Kriminalsendungen bekam einen schlechten Ruf, sieht man mal vom Tatort ab, der einen kleinen Lausebub wohl kaum interessiert. Während aus Amerika das göttliche „CSI“ zu uns überschwappte, waren die Japaner (wie allzu oft) schon wieder zwei Schritte weiter. Nach einer „Digital Graphic Novel“ zum Horrorgame Silent Hill (!) und abstrusen Simulationen wie „Let’s Build A School“ oder „I’m An Air-Traffic Controller“ für den GameBoy Avance kam Capcom auf die Idee das Spiel „Giyaku Saiban“ zu kreieren. Ein Text-Adventure mit Rätseleinlagen und einem Strafverteidiger mit Namen Phoenix Wright in der Hauptrolle. Ta-Daa: Gerichtssimulation!

In Japan erschienen bisher zwei Titel der Serie. Episode drei und vier sind in der Mache. Und nachdem Nintendo mit außergewöhnlichen Konzepten wie „Brain Training“ nun endgültig dafür gesorgt hat, dass sich auch Amerikaner und Europäer gleichermaßen an außergewöhnliche Videospielkonzepte herantrauen, dachte man sich bei Capcom wohl die Gerichtssimulation unter anderem Namen auch in unsere Gefilden unter die Leute zu bringen. Schließlich würde sich in unseren CSI-Süchtigen Nationen sicher Abnehmer für den Titel finden. Allerdings ist der GBA ja nun inzwischen in die Jahre gekommen. Was macht man also? Rischtiiiisch, man macht einen DS-Port mit ein paar Features, lässt den Inhalt aber gleich. Nach Teil eins fand nun auch die Fortsetzung einen Weg nach Europa. Und ich als Conan-Fan springe im Dreieck.

Die Verhandlung ist eröffnet
Spielmodul rein, auf geht’s. Vier knackige Fälle warten in Episode zwei des Spiels auf mich. Zunächst darf ich die Unschuld der Polizistin Meggey Byrder beweisen, die angeblich ihren Geliebten (ebenfalls Polizist) getötet haben soll. Im weiteren Verlauf des Spiels werden die Fälle natürliche immer verworrener und abstruser. Geht aber auch nicht anders, sonst wäre das Spiel ja öde. Die Fälle gestalten sich (mit Ausnahme des ersten, der mehr oder weniger als Einleitung dient) recht komplex. Zu Beginn wird man als Phoenix Wright in ein Szenario hineingeworfen. Man hat die Möglichkeit sich verschiedene Schauplätze anzusehen und mit Personen zu reden, die im Endeffekt (wie sollte es auch anders sein) in den Mord verwickelt werden. Meist aber noch viel besser: Ihr erlebt den Mord im Rahmen des Szenarios selbst mit. Das sorgt natürlich für eine besondere Spannung beim Spieler, zumal ihr schon im Vorfeld mit vielen Leuten reden könnt, Indizien sammelt und euch eine Meinung bildet, bevor ihr ins Gerichtsverfahren geht.

Eben dieses Gerichtsverfahren ist der zweite Part in jedem Kapitel. Euer Mandant bzw. eure Mandantin ist für gewöhnlich des Mordes angeklagt und es gilt nun die Unschuld zu beweisen. Im Gerichtsverfahren verfügt ihr über eine Energieleiste, die herabsinkt, wenn ihr falsch argumentiert oder falsche Beweise vorlegt. Geht eure Energie auf Null, habt ihr verspielt und euer Schützling wird schuldig gesprochen. Ihr müsst also nun den Spieß umdrehen. Euer Gegenspieler ist dabei der Staatsanwalt, der nacheinander verschiedene Zeugen vorlädt, die an Hand von Beweisen und Aussagen den Mord eures Schützlings unterstreichen. Die Zeugen machen dabei eine Aussage. Anschließend könnt ihr sie ins Kreuzverhör nehmen. Das bedeutet, dass ihr jeden Satz, der Teil der Aussage des Zeugen ist, hinterfragen könnt. Dies Geschieht mit dem Befehl „Angreifen“. Führt ihr diese Aktion aus, wird „Moment Mal!“ geschrien und Phoenix setzt sich kultig in Pose, knallt beide Hände auf den Tisch und hinterfragt das Statement des Zeugen. Alternativ könnt ihr auch selber „Moment Mal!“ ins Mikrofon des Nintendo DS brüllen. Dies sorgt gleichermaßen für mehr Authenzität und fragwürdigere Blicke, wenn ihr das Spiel im Zug oder der S-Bahn spielt.

Durch das Hinterfragen kommen so nach und nach mehr Details zu Tage. Neue Beweise werden vorgelegt und Personen charakterisiert, insbesondere was die Verhältnisse der Beteiligten untereinander angeht. Die Beweise sind der Schlüssel für jeden Fall. Es gibt zwei Arten von Beweisen. Zum einen Objekte und zum anderen Personenprofile. Ihr könnt nun zu passender Textpassage im Kreuzverhör einen Beweis „präsentieren“. Dazu wählt ihr in der Gerichtsakte den richtigen Gegenstand. Behauptet der Zeuge beispielsweise „Ich rief die Polizei sofort an. Das muss so gegen 18:45 gewesen sein.“, dann präsentiert ihr ihm den Autopsiebericht, der den genauen Todeszeitpunkt auf 18:28 datiert. Die Zeugenaussage ist gekippt. Was hat der Zeuge 17 Minuten lang getan? Das Blatt wendet sich. Und das Spiel weiß das. Die Musik wechselt, spannende Klänge und dynamische Bildwechsel sorgen für eine ungeheure Dynamik (Man merke, wir reden von einem Textadventure!) und die detailreichen Expressions der Charaktere tun ihr Übriges. Der Spieler wird in Ekstase versetzt, denn er hat einen Beweis gefunden, der ihn ein Stück näher an den Freispruch des Angeklagten bringt. Dies macht dann auch den ungeheuren Motivationsfaktor von Phoenix Wright – Ace Attorney aus.

Allerdings gibt es auch einen Wehrmutstropfen. Denn wenn wie bereits erwähnt, bekommt ihr ein wenig Energie abgezogen, wenn ihr dem Gericht einen falschen Beweis präsentiert. Das bedeutet im Klartext: Wer nicht weiß wie es weitergeht oder wie er die Schwachstelle in einer Zeugenaussage entdeckt und mit einem Beweis entlarvt, der hat bei Phoenix Wright schlechte Karten. Es läuft dann unweigerlich darauf hinaus, das man Anfängt wild herum zu probieren, welcher Beweis der Schlüssel sein könnte. Die Energie geht auf null und ihr dürft…richtig: Ganz von vorne Anfangen. Checkpoints werden nämlich nur zu Beginn jeden Kapitels gesetzt. Ihr könnt zwar jederzeit speichern, allerdings wird das Spiel danach automatisch beendet. Es handelt sich also nicht um ein Speichern an sich, sondern nur um eine Möglichkeit an selbiger Stelle weiterzumachen, wenn man beim Spielen Unterbrochen wird. Und natürlich gibt es für ein Textadventure nichts schlimmeres, als zu verlieren, ein Kapitel gezwungenermaßen von vorne erneut zu spielen und den ganzen Text, der einem auf einmal sehr langweilig erscheint, nochmal zu lesen. Geschweige denn, dass man das Spieltempo erst beschleunigen darf, wenn man das Kapitel zuvor einmal komplett abgeschlossen hat. Hier geht die Motivation also in den Keller und der Titel macht nur Spaß, wenn man weiß wo es langgeht. Zum Glück gibt’s dafür ja Lösungen im Netz.

Steuerung:
Was man bei diesem Titel jedoch loben muss, ist die Nutzung der DS-Features. Strafverteidiger-Schlachtrufe wie „Einspruch!“ oder „Moment Mal!“ können über das Mikrofon getätigt werden und werden vom Nintendo DS auch korrekt erkannt. Zudem wird bei der Beweis- und Indiziensuche der Touchscreen sinnvoll genutzt, beispielsweise wenn man ein Areal absucht. Man tippt dann einfach auf den Bereich des Screens, der untersucht werden soll. Die Steuerung fällt demnach sehr intuitiv aus. Ansonsten lässt sich das Spiel aber auch komplett mit dem Steuerkreuz und den Knöpfen spielen. Der Spieler hat hier freie Auswahl.

Grafik:
Komplexe Fälle, facettenreiche Charaktere und eine Portion Dynamik. Storytechnisch macht Capcoms Gerichtssimulation nichts verkehrt. Doch wie sieht es mit der Technik aus? Um es mit einem Schlagwort zu beschreiben: GBA. Das Spiel wurde schlicht an den DS angepasst, was dazu führt, dass man keinerlei Hintergründe und Charakterzeichnungen findet, die der Leistung des Nintendo DS gerecht werden. Schöne Anime-Videosequenzen gibt es auch nicht. Die wären aber durchaus drin gewesen und würden dem Spiel nochmal mehr Dynamik verleihen. Trotz allem ist der grafische Gesamteindruck des Titels dennoch recht hübsch.

Sound:
Ebenso der Sound kommt in bester GBA-Dudelqualität daher. Auch die zwei bis drei Sprachsamples sind nicht von guter Qualität und durch das Fernbleiben eines etwaigen Optionsmenüs können die Piepsgeräusche beim Erscheinen der Texte auch nicht abgestellt werden. Positiv hingegen ist die Verwendung der Melodien, die je nach Spielsituation von dramatisch zu mysteriös oder ruhig umschwenken.

Fazit:
Nach den ersten Folgen Detektiv Conan war ich euphorisch. Und irgendwann war es so weit: Mit der Schulklasse besuchten wir ein Gericht um einer echten Verhandlung beizuwohnen. Zwei Halb-Rentner klöppelten sich gegenseitig, wer denn Schuld hatte, das es am Silvesterabend so viel Theater mit den Knallern gab und am Ende einer blutig im Hausflur lag und zu doof war die Polizei anzurufen. Spannend. Ironisch. „Phoenix Wright: Ace Attorney – Justice For All“ macht es da zum Glück besser. Die Fälle sind sehr spannend, das Spiel hat für ein Textadventure stellenweise überraschend viel Dynamik und motiviert den Spieler, der aber so oder so unbedingt das Verlangen haben wird, den Mörder zu entlarven. Nachteilig ist zum einen die Tatsache des Genres. Denn einen Wiederspielwert gibt es bei einem Spiel wie Phoenix Wright einfach nicht. Hat man alle Fälle gespielt, kennt man die Handlung und somit auch den Tathergang. Bis es soweit ist, gehen aber viele Stunden ins Land. Denn die vier Fälle sind mehr als nur umfangreich. Und da es sich bis auf die Story um eine reine Fortsetzung der Serie handelt, ist die Wertung auch genau wie beim ersten Teil, den wir bereits testeten. Trotzdem am Ende mein Apell: Dieses Spiel ist ein Ausnahmetitel. Und Freunde von Detektiv Conan, spannenden Storys, Rätseleinlagen und natürlich den deutschen TV-Gerichtsshows, die eigentlich viel spannender sein müssten als sie sind, sollten unbedingt einen Blick auf dieses Spiel werfen, welches Ideal für schöne Stunden Daheim und längere Zugfahrten ist. Es lohnt sich. Wirklich.

Lars Peterke für PlanetDS.de

Herzlichen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
78%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Unflexible Menüführung, die dennoch schnell erlernt ist. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Im Vergleich zum Vorgänger nichts Neues.
Grafik

Gute 2D-Qualität mit Liebe zum Detail.
Sound

Die Zweckmäßigkeit steht ins Gesicht geschrieben.
Spielspaß

Solange das Spiel andauert, ist man vor dem DS gefesselt.








Details
Spielname:
Phoenix Wright - Ace Attorney 2: Justice For All

Publisher:
Nintendo

Developer:
Capcom

Genre:
Adventure

Release:
07.20.1603

Multiplayer:
nein

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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