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Schach DS


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Schach DS - Review vom 01.04.2007

Obwohl Schach wohl der bekannteste Brettspielklassker auf Gottes Erdboden ist und fast auf der ganzen Welt gespielt wird, kennen nur wenige die Legende um Sissa Ibn Dahir, dem Urvater des königlichen Spiels. Eines Tages präsentierte Sissa seinem Herrscher Shihram das fertige Schachspiel und der Gebieter war schlichtweg verzückt. Doch der kluge Sissa wollte für seine Tat reichlich belohnt werden und verlangte für jedes Feld auf dem Brett eine gewisse Anzahl Weizenkörner. Für das erste Feld wollte er ein einziges Weizenkorn, für das Zweite 2 Körner für das Dritte schon vier, für das Vierte acht und so weiter und so fort. Einige Tage später erkundigte sich der Herrscher Shihram, ob der ehrenwerte Sissa auch seinen Lohn erhalten habe, doch der Schatzmeister war völlig aus dem Häuschen und meinte, dass es unmöglich sei eine so hohe Anzahl von Weizenkörnern zu beschaffen ohne sich zu verzählen. Er meinte daraufhin, dass Sissa seine Belohnung nachzählen solle, denn achtzehn Trillionen Körner sind eine ganze Stange.

Damit eine Legende auch eine Legende bleiben konnte, wurde nie verraten, ob Sissa wirklich angefangen hat nachzuzählen und die korrekte Menge an Körnern erhalten hat. Doch bekannt ist, dass die Ursprünge des Schachs lange Zeit im alten Indien etwa, um das 5. Jahrhundert rum vermutet wurden. Damals noch unter dem Namen Caturanga bekannt und später in Persien mit Namen Shatranj betitelt. Zu dieser Zeit wurden die Züge noch durch Würfeln bestimmt. Jüngste Indizien hingegen deuten immer mehr in Richtung China, denn das gute alte Schach ist verwandt mit Xiangqi, der chinesischen Variante des königlichen Spiels und dem Shogi aus Japan.
In Deutschland hingegen wurde Schach das erste Mal im Jahre 1050 in einem Dokument erwähnt. Erst im 15. Jahrhundert hat man die Spielregeln überarbeitet und es entstand der Klassiker, wie man ihn heute kennt.

Bei uns wird die Königsdisziplin auf dem Doppelbildschirmer gezockt und der Titel des Moduls ist Programm. Im Hauptmenü stehen folgende Optionen zur Auswahl: Neues Spiel, Spiel Laden, Drahtloses Spiel, Schachrätsel oder Historische Szenarien. Geistreich wie wir sind, haben wir uns sofort ins Getümmel gestürzt und eine neue Partie begonnen. Doch bevor es losgeht müssen auch hier noch wichtige Entscheidungsfragen beantwortet werden. Wer soll der Gegner sein, möchte man gegen eine künstliche Intelligenz spielen oder doch lieber gegen einen realen Mitspieler? Hier hat man die Möglichkeit direkt an einem Nintendo DS via rumreichen gegen einen Freund oder Bekannten zu spielen, auch wenn kein zweites Gerät in greifbarer nähe ist. Nach der Farbwahl, dem favorisierten Schwierigkeitsgrad, der Umgebung, oder diversen Optionen wie Zeit- oder Zuglimit kann das Duell endlich beginnen.

„Schach ist nicht nur ein Sport, sondern auch eine Kunst und eine Wissenschaft.“
Das königliche Spiel wird bekanntlich auf einem 8 X 8 großem, quadratischen und schwarz-weiß kariertem Brett gespielt, wobei sich die Spieler gegenübersitzen und jeder eine eigene Reihe von Figuren vor sich stehen hat. Die Standardfarben beim Schach sind schwarz und weiß und jeder Duellant verfügt über 16 Steine, 8 davon sind Bauern, 2 Türme, 2 Springer, 2 Läufer, 1 Dame und 1 König. Grundsätzlich beginnt Weiß. Ziel des Spieles ist es, den gegnerischen König Schachmatt zu setzen. Dies wird erreicht, indem der gegnerische König an seinem aktuellen Standplatz und auf allen von ihm erreichbaren Feldern bedroht wird und im nächsten Zug geschlagen werden kann. Eine gegnerische Figur kann immer dann geschlagen werden, wenn die eigene Figur das Feld des Feindes mit einem Zug erreichen kann. Da immer nur eine Figur auf einem Feld stehen kann, wird die geschlagene Figur vom Spielfeld genommen und kann nicht mehr weiter eingesetzt werden. Jede Figur hat eine andere Bewegung und Richtung. Als Beispiel sei die Dame genannt, welche die Bewegungen von Turm (beliebig weit vertikal und horizontal) und Läufer (beliebig weit diagonal) kombiniert. Dies macht sie zur stärksten Figur auf dem Feld. Der König jedoch ist nur in der Lage, ein einziges Feld in eine beliebige Richtung zu gehen. Steht eine andere Figur im Wege kann, über diese nicht hinweg gezogen werden, einzige Ausnahme bildet der Springers. Türme, Springer, Läufer und Dame werden Offiziere genannt und sind nochmals unterteilt in Leichtfiguren (Läufer und Springer) und Schwerfiguren (Dame und Türme). Erreicht ein Bauer das 7 Felder entfernte gegenüberliegende Ende des Spielfeldes, kann eine bereits geschlagene Figur gegen diesen Bauern getauscht werden.

Zum Schach gehören auch noch einige Sonderzüge, die strategisch eingesetzt werden können. Als Beispiel nennen wir hier die Eröffnung, das Gambit und die Rochade. Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten eine Schachpartie zu eröffnen und somit das Spiel in eine gewisse Richtung zu lenken. Gambit bedeutet, dass man eine Figur mit geringerem Wert für eine höherwertige opfert. Wenn man die Dame des Gegners durch einen geschickten Bauernzug schlagen kann, so wird jeder kluger Spieler diesen Zug machen. Die Rochade ist der einzige Zug, bei dem es gestattet ist, zwei Figuren gleichzeitig zu bewegen. So wird der noch unbewegte Turm an den König heran gefahren und mit dem König über den Turm gesprungen. Dieser Zug kann benutzt werden, wenn die Gefahr des Matts im Verzug ist.

Richtige Profis spielen noch um den Faktor Zeit, denn die Bedenkzeit wird über die gesamte Partie mit einer Stoppuhr rückwärts gezählt und festgehalten. Nachdem ein Spieler seinen Zug ausgeführt hat, betätigt er die Taste an seiner Stoppuhr, was dazu führt, dass die Zeit des Gegners zu laufen beginnt. Ist die Zeit eines Spielers komplett verstrichen, hat er die Partie verloren.

Auch das so genannte Remis, das klassische Unentschieden ist keine Seltenheit beim Schach. Ein Remis kann von einem Spieler angeboten werden und ist nur gültig, wenn es vom Gegenspieler angenommen wird oder es kommt zur so genannten „toten Stellung“, wobei es nicht mehr möglich ist den gegnerischen Spieler Schachmatt zustellen.

Steuerung:
Der Touchscreen ist für Schach natürlich das optimale Steuerungskonzept. Ein Zug von hier nach da via präzisen und überlegten Klicks. Alternativ hat man sich noch etwas ganz besonderes einfallen lassen: Die Sprachsteuerung. Zwar ist dies nicht ganz so intuitiv wie der Stylus, doch kann man mit einem kurzen Blick in die Anleitung genau schauen, mit welchen Sprachbefehlen Zuge gemacht werden können. Ein Beispiel wäre "Bella - Eins" "Auf" "Anna - Drei" "Ok". So würde die Figur auf dem Feld B1 nach A3 gezogen werden. Leider bedarf es bei der Sprachsteuerung etwas Übung, da sie nicht ganz so ausgereift ist, wie man es gerne hätte.

Grafik:
Die Zweckmäßigkeit siegt, aber was erwartet man bei dem königlichen Brettspiel? Glasfiguren, Kristallgravierungen? Nein, auf dem Touchscreen bekommt man die üblichen Abbildungen von König, Dame, Turm und Bauer und wer mehr möchte, schaut auf dem oberen Screen um eine 3D-Perspektive zu bewundern. Ob diese beim Spiel benötig wird, ist vom Spieler abhängig, aber ein Grafikwunder muss man nicht erwarten.

Sound:
Auch in diesem Sektor lässt man es eher ruhig angehen. Ruhige Melodien und Klickgeräusche sind das Einzige, was der Spieler geboten bekommt. Ob der Lautstärkeregler auf Laut oder Leise gestellt ist, fällt kaum ins Gewicht.

Features:
Warum sollte man sich ein eigenständiges Schachspiel kaufen, wenn man mit Nintendo 42 Spieleklassikern gleich noch eine Stange an Nebenprodukten dazu geboten bekommt? Die Antwort auf die Frage ist ganz einfach, denn in der Spieltiefe liegt die Würze. Zahlreiche Varianten sorgen für deutlich mehr Möglichkeiten als bei der Nintendokonkurrenz. So gibt es Blitzschach, Schnellschach oder sogar das wirre Schach 960, bei dem die Figuren hinter den Bauern einfach zufällig platziert werden, um etwas mehr Spannung zu erzeugen und die Spieler komplett umdenken zu lassen. Mit insgesamt 15 Schwierigkeitsstufen hat man die Möglichkeit den Computer sehr genau an seine Fähigkeiten anzupassen und immer einen würdigen Gegner zu haben.

Für die nötige Abwechslung sorgen die diversen Rätsel, bei dem es nötig ist mit bestimmten Vorgaben den Gegner schnellstmöglich Schachmatt zu setzen. So bringt man die grauen Zellen richtig auf Trab. Ein weiteres Highlight: Die so genannten „Historischen Partien“, zeigen wie Schachgrößen von Carl Mayet, Mikhail Botvinnik oder Boris Spassky gespielt haben und listen zahlreiche Spielzüge von 1851 bis 2005 detailgetreu auf. Getreu dem Motto: „Zuschauen und lernen!“.

Multiplayer:
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass man hier keinen Onlinemodus spendiert hat, denn das wäre das Tüpfelchem auf dem "i" gewesen. So muss man sich mit dem Mehrspielermodus mit "Weiterreichfunktion" begnügen oder jeder brauch sein eigenen DS sowie Modul. Gamesharing ist leider Fehlanzeige.

Fazit:
Der Deutsche Schachbund hat diesem Spiel nicht umsonst eine Empfehlung ausgesprochen, denn für den echten Schachfanatiker ist dies genau das Richtige. Viele Varianten, ein fließender Übergang was den Schwierigkeitsgrad des Computergegners angeht und zudem noch mit den „Historischen Szenarien“ etwas für den richtigen Crack. Schade ist, dass man Einsteigern kein Tutorial spediert hat, aber dieses Spiel richtet sich auch eher an die ältere und ruhig gewordene Generation, die sich gerne in das Sofa zurücklehnen und eine kurze Schachpartie spielen. Touch Generations einmal nicht von Nintendo persönlich.

Kevin Jensen für PlanetDS.de

Herzlichen Dank an dpt Entertainment für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
70%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Touchscreen perfekt, Spracheingabe etwas fehlerbehaftet. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Ein sehr guter Versuch mit der Sprachsteuerung, aber noch Verbesserungswürdig.
Grafik

Die Hochburg der Zweckmäßigkeit.
Sound

Ruhige aber monotone Einheitskost.
Spielspaß

Der Schachfan wird begeistert sein, alle anderen brauchen dem Titel keine Beachtung schenken.








Details
Spielname:
Schach DS

Publisher:
dtp

Developer:
dtp young

Genre:
Sport

Release:
07.20.1803

Multiplayer:
2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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