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Magical Starsign


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Magical Starsign - Review vom 25.03.2007

Von Honigkuchenpferd zum Schlaraffenland.
Dass es auf dem DS-Markt in Sachen 'Rollenspiele' etwas fad' drein schaut, muss jeder passionierte RPG-Fanatiker mit großem Bedauern feststellen. Da bleibt also nichts anderes übrig, als sich an jeden Strohhalm zu klammern und jedes noch so kleine, funkelnde Sternchen am großen Rollenspielhimmel wahrzunehmen. Lang hat es gedauert, doch endlich, mit einer Sternschnuppe aus einer fernen Galaxie, schickt uns Nintendo ein von Brownie Brown geschmiedetes Spiel namens 'Magical Starsign'. Nur kurz abkühlen lassen und rein in den Modulschacht. Dass wir Namen, Geschlecht und Affinität bei der Charaktererstellung selbst bestimmen durften (dass es überhaupt eine Charaktererstellung gab) brachte unsere Augen zum Funkeln und nach einem kurzen Intro geht es direkt los.

Zumindest fast. Da hat man endlich Schulschluss, kommt von der Uni oder Arbeit nach Hause, fröhlich jauchzend, mit seinem neuen Spiel 'Magical Starsign' in Modulschacht und wo beginnt die Geschichte - In der Schule. Zur Beruhigung kann gesagt werden: Graue Theorie und Hausaufgaben bleiben dem Spieler erspart, statt dessen beginnt eine magisch, mystische Reise durch die unendlichen Weiten des Baklava-Systems...

Das Abenteuer beginnt in einem Klassenzimmer der Irrlicht-Akademie, wo unser Held und einige Mitschüler mal wieder gespannt auf Frau Baiser warten, einer gleichsam mächtigen als auch zerstreuten Zauberin, welche die Lehrlinge im Umgang mit der hohen Kunst der Zauberei schult. Diese kommt gewohnt zu spät und der Unterricht beginnt nach einer kleinen Rüge seitens der Schüler, weil Frau Baiser zum wiederholten Male verspätet zum Unterricht erschienen ist.

Die sechs Freunde mit unterschiedlichen Affinitäten sind Sorbet, die Wassermagierin, Pico, der Feuermagier, Mokka, der Erdmagier, Chai, der Holzmagier, Lassi, die Windmagierin und dann gibt es natürlich noch unseren Helden und Hauptprotagonisten, dessen Affinität bei der Charaktererstellung gewählt wurde und entweder Licht oder Dunkelheit entspricht.
Weil Neugierde und Lauscherei den Kindern in die Wiege gelegt sind, bemerkt die Gruppe unseres Helden, dass etwas Faul ist und es Probleme zu geben scheint. Um diese zu Lösen soll Frau Baiser sich auf die Suche nach einem Schurken namens 'Meister Braunkohl' machen. Bevor sie jedoch ihre Reise antritt, unterrichtet sie die sechsköpfige Truppe in der Kunst des astralen Kampfes. Einige Zeit nach der Abreise Frau Baisers, machen sich die Kinder Sorgen um ihre heiß geliebte Lehrerin und beschließen, sie auf eigene Faust zu finden und wenn nötig, zu retten. Bei diesem Versuch werden die Magieschüler getrennt und auf den fünf Planeten des Baklava-Systems verstreut und unser Protagonist steht plötzlich mutterseelenallein auf dem Boden des harten, staubigen Erdplaneten.
Für den Spieler beginnt ein einzigartiges Abenteuer mit Krügen, Maulwürfen, Ottern, Zwergen, Piraten, Freunden und Bösewichten, immer in der Hoffnung, die anderen Mitschüler und Frau Baiser unversehrt wieder zu sehen.

Steuerung:
Endlich scheinen die Entwickler von DS-Spielen bemerkt zu haben, dass der untere, der beiden Bildschirme, ein Touchscreen ist. In 'Magical Starsign' braucht man den Stift nämlich gar nicht erst aus der Hand zu legen, denn alle Aktionen, einschließlich Laufen, Kämpfen, etc. , werden mit dem Stylus erledigt. Dies geht schnell und einfach von Statten und es erfordert keinen langwierigen Erkenntnisprozess, um sich in die Steuerung einzuarbeiten. Das Menü und die 'Wilden Zauber', die so manches Rätsel lüften können, sind als Platz sparende aber deutlich sichtbare Buttons am linken, unteren Rand angelegt. Im Kampf erweist sich die Steuerung über den Stylus ebenfalls als sehr praktisch: Aktion wählen, Ziel berühren, fertig.
So einfach und doch zweckmäßig kann 's gehen. Ob sich andere Entwickler hierbei an 'Brownie Brown' orientieren?
Je weiter man zum Bildschirmrand des Touchscreens hin 'touched', desto schneller bewegen sich unsere Protagonisten in diese Richtung; gestoppt wird, indem man mit dem Stylus die Bildschirmmitte, wo sich unsere Hauptfigur befindet, berührt.

Grafik:
Äußerlich macht 'Magical Starsign' einiges her, nutzt die Power des NDS' jedoch nicht optimal aus. Gespielt wird hier in einer quietsch-bunten Pixel-Welt, mit bizarr geformten Landschaften und größtenteils niedlich gezeichneten Monstern. Auch die Kampfhintergründe sind sauber und Umgebungsorientiert; leider manchmal auch etwas monoton. Mit drei Hintergründen pro Umgebung und einem Zufallsgenerator, hätte hier mehr Stimmung aufkommen können.
Bei der interessanten Animation der Zauber, um die es ja in diesem Spiel hauptsächlich geht, haben sich die Entwickler etwas zurück gehalten. Einige Sprüche sind etwas plump und unspektakulär in Szene gesetzt worden und so verkommt das Zaubern gelegentlich zu einer zeitaufwendigen Pflichtbeschäftigung. In höheren Charakterstufen darf man sich aber auf ein etwas größeres Spektakel freuen. Die Charakter- und Monsteranimation hingegen ist zwar auch nicht übermäßig harmonisch, jedoch wurde ein zweckmäßiger und ausreichender Rahmen eingehalten. Auch, wenn die Animation etwas von einem Diaprojektor hat, gibt es einen Pluspunkt für den Detailreichtum und Sauberkeit der Umgebung und der Charaktere und Monster (vor allem im Kampfbildschirm).
Als kurzes aber besonders schön anzusehendes Schmankerl, sind die Videosequenzen zu nennen, wenn man von Planet zu Planet reist.

Sound:
Bongotrommeln auf dem Feuer- und Erdplaneten, sanfte Melodien und das Rauschen des Meeres auf dem Wasserplaneten; Musikalisch stimmt uns 'Magical Starsign' ganz individuell auf unseren momentanen Aufenthalsort ein und sorgt in spannenden Momenten mit etwas mehr Drive für Abenteuerlust und erhöhte Herzfrequenz. Erst die richtigen Klänge lassen das Aufeinandertreffen mit einem fiesen Boss zum emotionalen Spektakel avancieren - und die wurden hier genau getroffen. Egal ob entspante Spaziergänge zu spielerischen Schöpfungen oder unheimliche Dungeonerkundungen zu furchtbar-schönen Serenaden; Musik-Fans sollten sich schonmal eine Karte reservieren.
Als eher schlechte Lösung entpuppt sich der Vertonungsversuch der Stimmen. Ein monotoner Piep- bzw. Brumm-Ton charakterisiert den jeweiligen Helden. Mokka, der Roboter, hat zum Beispiel eine tiefere, brummende "Stimme", währen die Häsin Lassi eine Sequenz von piepsenden Lauten von sich gibt, wenn sie zu Wort kommt. Bei dem ein oder anderen Spieler könnte diese akustische Untermalung wahrscheinlich nur mit Hilfe von Aspirin zu bewältigen sein, einfach bei Dialogen den Sound abstellen, würde jedoch auch reichen.
Wenigstens bei der Vertonung von Zaubern wurde an etwas mehr Action gedacht - Energie sammeln, Zauber durch einen 'Schrei' entfachen, entfalten lassen und das zimperliche Gejammer der Gegner genießen.
Für das gelegentlich tränende Auge, dass durch manche Zauberanimation hervorgerufen wird, gibt es hier wenigstens Balsam für die Ohren.

Features und Besonderheiten:
Zu beginn kann 'Magical Starsign' damit Punkten, dass Name, Geschlecht und Affinität (Zauberorientierung) frei gewählt werden können. Zugegeben, 'Licht' oder 'Dunkelheit' bilden keine große Auswahl aber es gibt sie.
Die Affinitäten Feuer, Holz, Wind, Erde, Wasser sowie Licht und Dunkelheit sind in der magischen Welt vertreten und beeinflussen sich gegenseitig. Außerdem hat die Astrologie, ob sich ein Planet in seiner eigenen, magischen Aura befindet, Auswirkungen auf die Intensität des Zaubers. Die Planeten bewegen sich während des Spielens langsam im Uhrzeigersinn. Wenn sich z.B. Erd in seiner eigene Aura befindet, verstärken sich die Zauber von 'Mokka', dem Roboter. Der Hauptcharakter wird stärker, wenn seine Tageszeit angebrochen ist: ist es hellerlichter Tag, wird ein Charakter mit Licht-Affinität stärker, bei düsterer Nacht, der Charakter, welcher der Dunkelheit verschworen ist. Alle Gegner haben ebenfalls eine Affinität und unterliegen den selben Gesetzen, was Vor- und Nachteile mit sich bringt.
Gelangweilt von Fließband-Kämpfen, in denen man dem Charakter nur ein Kommando gibt und er dies immer und immer wieder Ausführt, ohne das man selbst noch irgendwelchen Einfluss als Spieler hat? In 'Magical Starsign' darf der Spieler, sofern er das richtige Timing hat, auch noch während der Aktion eingreifen. Berührt man die zaubernde Figur währen eines Zaubers, verstärkt dieser sich merklich. Offensive Zauber richten deutlich mehr Schaden an und defensive Magie steigert temporäre Attributerhöhungen oder Heilwirkung um eine nicht unbeträchtliche Menge. Auch im Nahkampf verursacht ein Schlag oder Tritt mehr Schaden, wenn der Spieler ein Händchen für den richtigen Moment hat. Doch nicht nur das. Auch Zauber und Attacken von Gegnern können im richtigen Moment durch eine Berührung des angegriffenen Charakters gelindert oder geblockt werden. Werden mehrere Charaktere z.B. durch einen Zauber getroffen, hat man als Spieler die Qual der Wahl, welchen seiner Helden er Schütz. Eile ist geboten, denn das Zeitfenster in dem eine solche Berührung einen positiven Effekt hat, ist sehr klein. Hier ist Übung und vollste Konzentration gefordert.

Bei den vielen feindlichen Auseinandersetzungen vor die man gestellt wird, ist Übung das geringere Übel. So manches mal an dem man durch die Wildnis streift, auf der Suche nach der Ursache eines Problems, wird man in Zufallskämpfe verwickelt, die einen am flüssigen Weiterkommen hindern. Damit diese nicht unnötig Zeit kosten, gibt es den Widerholen-Button, der den Charakter die letzte Aktion noch einmal durchführen lässt. So brauch sich der Spieler nicht durch die Menü's klicken und erspart sich viel Zeit.

Um schnell von A nach B zu gelangen, kann man mittels Zuckersternen, Warppunkte freischalten. Einmal gefunden und aktiviert, darf der Spieler, ohne weitere Kosten, zu jedem beliebigen Punkt auf dem Planeten warpen, den er schon auf seiner Karte eingetragen hat. Planetenübergreifend funktioniert dies zwar nicht aber dafür ist ja schließlich die Rakete da.
Um die Spielvortschritte zu sichern, ist ein sehr benutzerfreundliches System gewählt worden: Es kann jederzeit, ausgenommen in Kämpfen und Dialogen, gespeichert werden. Vielleicht nicht überaus innovativ aber sehr zuvorkommend.

Multiplayer:
In Sachen Multiplayer wurde hier eher wenig unternommen. Der so genannte 'Amigo-Modus' ist nur nützlich, wenn man noch einen paar andere Spieler aus seiner Umgebung kennt, die 'Magical Starsign' ebenfalls besitzen, denn an Internetfähigkeit wurde hier scheinbar nicht gedacht. Im 'Amigo-Modus' können Infos, Items und Eier ausgetauscht werden. Die Eier werden im Schiff eingelagert und brüten bei jeder 'Amigo-Session' ein wenig mehr aus, bis aus ihnen ein Eiercharakter schlüpft. Dieser kann wiederum auch nur durch erfolgreichen Einsatz im 'Amigo-Modus' gelevelt werden. Was das Besondere an ihnen ist, muss jeder für sich herausfinden - ein bisschen Spannung muss bleiben. Um sich mit Freunden zu messen kann im 'Arena-Modus' um Punkte gekämpft werden. Diese bekommt man durch Kämpfe mit Monstern oder aber durch öffnen von Kisten.

Wenn der Knuddelfaktor zu groß wird...
Auf dem Markt herrscht leider, leider große Ebbe was RPG's angeht und jene, welche auf dem Markt sind, haben oft einen üblen Beigeschmack. Bei 'Magical Starsign' stößt das überaus kindische und verniedlichte Ambiente an einigen Stellen bitter auf. Städtenamen wie 'Nuss-Nougat-mit-Honig-und-Krokant-...' und NPC-Namen wie 'Marmelade, Kiwi, Kirsche, Sojasoße, Wachmeister Keks, Fleisch und der Reisende Kitt (ja, Fenster-KITT)' wirken zu dick aufgetragen und rauben gelegentlich den Spaß, weil eine kindergartenähnliche Atmosphäre einfach nicht ansprechend ist und nur für einen steifen Nacken sorgen, welcher von dem ständigen Kopfschütteln herrührt.

Vom oben genannten Negativaspekt abgesehen, ist doch ein passables RPG in Brownie Brown's Spieleschmiede entstanden, dass aber zu viele unausgereifte Stellen aufweist, die mit ein wenig mehr Nüchternheit und ein bisschen weniger zwanghafter Vorschulkomik, hätten vermieden werden können.

Abschließend muss ich noch einmal auf den Multiplayer-Modus eingehen: Hier wurde sich wieder einmal kein Zacken aus der Krone gebrochen, um Spielern, die fern ab vom Schuss leben, trotzdem die Möglichkeit zu bieten, via Internet mit Anderen zu daddeln. Schade. Abgesehen davon wirkt der 'Amigo-Modus' wie ein schneller und kläglicher Versuch, das Spiel noch mit einem Anschein eines Muliplayer-Modi's zu versehen.
Auch, wenn grafisch, akustisch und steuerungstechnisch alles für ein durchschnittlich gutes RPG mit einem Bonus an Innovation spricht, so bleibt es ein Rollenspiel und an diese gibt es seitens der Spieler nun mal Forderungen und diese liegen eben in der Storyline und dem Flair. Dass jene durch eine übermäßige Verniedlichung kurz und klein geschlagen wurden, ist leider nicht von der Hand zu weisen. Verteidigend muss ich anmerken, dass das Spiel mit der Altersbeschränkung 7+ ausgeschildert ist. Machen wir uns doch nichts vor: Den kleinen Großenvon heute, kann man schon lange nichts mehr vormachen und ich wäre nicht überrascht, wenn sogar diese Altersgruppe sich von Dialogen und Bezeichnungen geistig unterfordert fühlen würde...

Fazit:
Im Großen und Ganzen ist die Story etwas schräg aber in Ordnung. Kämpfen, Leveln, Entdecken und Lösen von Rätseln sind kurzweilig und interessant; zu große Ansprüche an wirklich knackig-schwere Gegner sollte man als Spieler nicht haben, aber der ein oder andere Brocken stellt sich schon in den Weg. Um den Schwierigkeitsgrad künstlich zu erhöhen, kann darauf verzichtet werden, gutes Equipment zu kaufen. Ansonsten ist 'Magical Starsign' etwas für das Gamer-Ego, denn hier gibt´s schnell und einfach Erfolgserlebnisse.

Die Spieler unter euch, die Wert auf ein gutes Kampfsystem legen, Hobby-Zauberer sind, gern Erkunden und etwas Rätseln und dazu noch mit dem Stylus verheiratet sind, ist das Spiel wärmstens zu empfehlen. Anspruchsvollen Rollenspielern (im wirklichen Sinne des Wortes) wird hier nur fade Kost geliefert.


Robert Ganß für PlanetDS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
74%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Stylusschwinger kommen voll auf ihre Kosten. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Mäßige Nutzung der DS-Features aber gute Touchscreensteuerung.
Grafik

Hier wird der Teufel an die Wand gemalt.
Sound

Harmonische Sternstunden für Weltenbummler.
Spielspaß

Actionreiche Kämpfe gepaart mit Kindergartenatmosphäre.








Details
Spielname:
Magical Starsign

Publisher:
Nintendo

Developer:
Brownie Brown

Genre:
Rollenspiel

Release:
07.20.0902

Multiplayer:
ja

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (7)

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