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Actua Pool


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Actua Pool - Review vom 01.03.2007

Es geht doch nichts über die gute, alte Zeit. Damals, als Frauen noch richtige Frauen, Männer noch richtige Männer und kleine grüne Wesen von Alpha Centaury noch kleine grüne Wesen von Alpha Centaury waren, gab es noch einen anderen Volkssport Nr. 1. Heute ist das bekanntlich Poker. Damals spielte man in den verrauchten Kneipen (auch das ändert sich ja dank neuer Gesetzgebung bald..) dagegen das "Versenke-den-Ball"-Meisterwerk Billard.

Wer Billard jetzt erfunden hat, ist nicht überliefert. Tatsache bleibt, dass sogar schon Ludwig XIV. 1694 dem Ballspiel am grünen Filz frönte. In unserer Zeit wurde Billard vor allem durch die zwei Paul Newman-Filme "Haie der Großstadt" und "Die Farbe des Geldes" salonfähig. Danach konnte man in jeder Stadt zusehen, wie die Billard-Cafés aus dem Boden sprossen.

Die Geschichte von Billard-Versoftungen reicht zwar nicht bis zum Sonnenkönig zurück, doch bereits auf dem Ur-Game Boy, dieser großen, grauen Kiste aus Großmutters Zeiten, gab es bereits eine recht erfolgreiche Umsetzung der Thematik. Man erinnert sich gern an die steife Grafik, die schweren Stöße und die launigen Gegner. Im Multiplayer war das Game der Hit.

Mit Actua Pool für den neuesten Nintendo-Handheld ist jetzt eine Neuauflage des Themas erschienen. Und wem die sehr einfache Billard-Umsetzung auf der 42 Spieleklassiker-Compilation von Nintendo nicht gereicht hat, der freut sich sicher darauf, jetzt auch unterwegs mit dem offiziellen Regelwerk an den Start gehen zu können.

In Actua Pool stehen von Beginn an einige Modi zur Auswahl. Gespielt wird Pool, Snooker-Fans bleiben also außen vor. Wer die Regeln von 8-, bzw. 9-Ball nicht kennt, bekommt sie aber leider auch nicht erklärt, sondern darf "learning by playing" erfahren. Oder einfach die Anleitung lesen.
Ziel ist es in jedem Spiel, mit Hilfe einer weißen Kugel farbige Kugeln in die Taschen des Tisches zu befördern. Benutzt wird dafür ein spezieller Stab, genannt Queue. Dieser spielt die Weiße an und ermöglicht dank der Hilfe der Physik mehr oder weniger genaue Stöße. Ziel beim 9-Ball ist es, die Kugel Nummer 9 zu versenken, egal, ob noch andere Kugeln auf dem Feld sind, oder nicht. 8-Ball ist hier schon komplizierter und kein "Spiel für Bolzer", wie es Tom Cruise so treffend feststellte. Es wird mit 15 Kugeln gespielt, "halbe und ganze", die unterschiedliche Farben und Darstellungen haben. Zu Beginn einer Runde entscheiden die ersten versenkten Kugeln, welche Art man sein eigen nennen darf und welche man versenken muss. Ganz am Ende steht die schwarze 8, sozusagen als "Endgegner", die in ein anzusagendes Loch zu versenken ist. Fällt die 8 bereits vorher in eins der Löcher, gilt das Spiel für den anderen Spieler als gewonnen.

Aller Anfang ist einfach bei Actua Pool, denn man kann sofort gegen einen Freund einsteigen und abwechselnd um die Wette stoßen. Oder man entscheidet sich für den Singleplayer, in dem der Spieler gegen 16 immer besser werdende Gegner in acht Kneipen antritt. Bis der Titel "König der Billardtische" auf dem Bildschirm thront, bedarf es einige Zeit, was aber nicht nur an den Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz liegt. Vielmehr liegt es am Gameplay, das sich leider seit der Zeit des Ur-Game Boy nicht geändert hat. Im Gegenteil.

Steuerung:
Was hätte man mit der Touchscreen-Steuerung für ein schönes Billard-Spiel designen können. Die Anwendung, die Actua Pool für die "Geheimwaffe" des DS vorsieht, ist jedoch geradezu unterirdisch und absolut unnötig. Denn so gut wie alle Moves lassen sich mit den normalen Steuertasten ausführen. Und das sogar besser als mit dem berührungsempfindlichen Display!
Das fängt schon bei der Schussstärke des Queue an: Diese wird auf der rechten Seite des Displays angezeigt und kann entweder per Stift oder per X- und Y-Taste reguliert werden. Leider gibt es keine Orientierungsmöglichkeiten, die es erlauben, einen Stoß mehrmals auf die gleiche Stärke einzustellen. Stattdessen pfeffert man vor allem zu Beginn die Weiße Kugel entweder viel zu stark oder viel zu schwach über das grüne Filz.

Auch das Zielen wird einem nicht leicht gemacht, da auf dem unteren Bildschirm, der das Geschehen immer aus der Vogelperspektive zeigt, keine Hilfslinie eingeblendet wird. Dies geschieht nur in der 3D-Darstellung auf dem oberen Bildschirm. Diese lässt sich per Knopfdruck ändern, jedoch nicht stufenlos. Sprich: Man ist auf feste Bildausschnitte fixiert. Unpraktisch und vor allem unnötig.
Die im 3D-Modus eingeblendete Hilfslinie tut ihr übriges, um das Gameplay vollends zu versemmeln. Dick und ungenau lässt sie nur mit einiger Übung genaue Stöße zu, man kann sogar soweit gehen und sagen, dass man sie besser ignoriert und nach dem an echten Tischen erworbenen Gefühl geht.

Als einzige nur auf dem Touchscreen verfügbare Funktion spielt das Einkreiden des Queues keine besonders große Rolle. Hin und wieder darf man die Spitze des "Stabes" mit blauer Kreide bemalen, damit die weiße Kugel beim Stoß nicht so stark rutscht. Einen großen Unterschied merkt man beim Spiel aber nicht.

Grafik:
Immerhin: Die Physik der Kugeln kommt in 2D (unterer Bildschirm) und 3D (oberer Bildschirm) gleichermaßen gut rüber. Ansonsten fragt man sich, für was man gerade eben 29 Euro ausgegeben hat. Actua Pool ist ein typisches Game, das man nach kurzer Zeit bereits für einen Zehner in der Grabbel-Kiste ersteigern kann: Trist, lieblos und grau präsentieren sich die Bars. Keine Spur von Fans, Leben oder den Fähigkeiten des DS. Dagegen war selbst ein Ridge Racer eine wahre Grafikperle. Oh Farbe, where are thou?

Sound:
Am Wochenende habe ich meinen Bruder besucht und durfte in einem Frankfurter Wohnhaus heiterer Fahrstuhlmusik lauschen. Bis ich festgestellt habe, dass es der DS war, der noch in meiner Tasche lief. Soviel zum Sound. Die Effekte lassen sich an einer Hand abzählen und sind noch das Beste am Spiel.

Features:
Oh Freude, man hat mitgedacht. Wurde auch mal wieder Zeit, dass ein DS-Game Multiplayer mit nur einer Karte unterstützt. Wer keine Freunde mit einer weiteren Nintendo-Konsole zur Hand hat, der kann seine Kumpels auch an einer Konsole herausfordern. Dann bolzen beide in der Gegend herum und wundern sich, warum der Lerneffekt dieses Spiels so lange dauert...

Fazit:
Autsch, das ging daneben. Dabei ist der DS doch eigentlich prädestiniert für diese Art von Spiel. Aber nein, dank einer mehr oder weniger (eher mehr) verhunzten Steuerung, Grafik aus den Urzeiten der 3D-Technik und einem miesen Zielsystem macht Actua Pool nur hartgesottenen Billard-Freaks auf längere Zeit Spaß. Alle Anderen bolzen sich durch die ersten paar Runden und fragen sich, warum die künstliche Intelligenz genauso dämlich ist wie man selber. Einen Vorteil gibt es immerhin: Man bekommt wieder Lust auf richtiges Billard. Wo ist mein Queue?

Christian Nork für PlanetDS.de

Vielen Dank an Atari für die freundliche Bereitstellung des Testmusters

WERTUNG:
39%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Zielen? Schießen? Treffen?? Unmöglich! Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Touchscreen hätte man auch gleich ganz weglassen können.
Grafik

Schlechte Kameraperspektiven und unterstes 3D-Niveau
Sound

Fahrstuhlmusik und ganz ordentliche Effekte
Spielspaß

Frustrierend und langweilig - 10 Euro Grabbelkistengame








Details
Spielname:
Actua Pool

Publisher:
Atari

Developer:
Zoo Digital

Genre:
Sport

Release:
07.20.0802

Multiplayer:
ja

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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