Eragon
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Eragon -
Review vom 04.12.2006
Es ist wieder Weihnachtszeit und während man in den letzten Jahren passend zum Fest einen der aktuellen „Herr der Ringe“-Kinostreifen bewundern durfte, ist es nun wieder ein wenig ruhiger geworden im Fantasy-Genre.
Dieses Jahr soll sich aber wieder alles wenden, denn nach den Büchererfolgen von „Eragon“ folgt nun auch der passende Kinofilm und wie dem so ist auch die entsprechende Videospielversoftung. Wir haben uns ins Getümmel gestürzt und berichten live aus der Schlacht gegen die Urgals.
Als der amerikanische Schriftsteller Christopher Paolini im Alter von nur 15 Jahren sein erstes Buch schrieb, hätte er selbst im Traum nicht an den kommenden Erfolg geglaubt. Heute, knapp 6 Jahre später, schreibt er derzeit am dritten Teil der Buchtrilogie und konnte mit den Fantasy-Romanen „Eragon – das Vermächtnis der Drachenreiter“ und „Eragon – Der Auftrag des Ältesten“ zwei Bestseller landen. Selbst 20th Century Fox hat das Potential des jungen Bücherschreibers erkannt und die Geschichte rund um den Drachenreiter Eragon auf die Leinwand gebannt. Ab dem 14. Dezember schlüpft Edward Speleers in die Rolle des Buchprotagonisten und auch die lesefaulen Menschen können die Abenteuer des ersten Bandes im Kino bestaunen.
Für jene, die das Buch noch nicht gelesen haben, hier nun eine Zusammenfassung der Story:
Das Schicksal des jungen Eragon ändert sich auf einmal schlagartig, als er in den finsteren Wäldern des Buckels einen mystischen blauen Stein findet. Erst später stellt sich heraus, dass dieser Stein eigentlich ein Drachenei ist - erschrocken muss der Bauernjunge feststellen, dass diesem eine kleine magische Echse entspringt. Von nun an entsteht eine Verbindung zwischen Eragon und seinem Drachen Saphira, welche die beiden unzertrennlich macht.
Die Legenden über die Drachenreiter und die Schlachten gegen die Urgals werden für Eragon nun grausame Realität. Zum Glück steht ihm der ältere Herr Brom stets beiseite und weiß zugegebenermaßen sehr viel von der Welt der Drachen und ihren Reitern. Als selbst der König erfährt, was geschehen ist und dass ein neuer Drache geboren wurde, lauern die Feinde bereits an jeder Ecke, eine abenteuerliche Reise beginnt und Eragon muss sich nun seinem Schicksal stellen, ein Drachenreiter zu werden.
Das ist die Kurzfassung des Bestsellers und wir wollen an dieser Stelle auch nicht zu viel verraten, denn diese spannende Geschichte sollte man selbst sehen oder besser noch lesen. Im Spiel schlüpft man in die Rolle von Eragon, der das besagte Drachen-Ei findet und nach und nach seinen eigenen Weg zum großen Drachreiter und Urgalvernichter finden muss. Auch alle weiteren Buchhelden wird man während des Storyverlaufs treffen, obgleich die eigentliche Geschichte im Spiel sehr durchgehudelt und gekürzt wirkt.
Der eigentlich Spielverlauf ist vergleichbar mit PC-Titeln wie „Gothic“ oder ähnlichen mittelalterlichen Slayertiteln. Man steuert den Charakter aus einer 3er-Person-Sicht, wobei man zahlreiche Gegner mit Dolch, Schwert oder Bogen erledigen muss. Brom ist der Lehrer des ungestümen Jungen und sorgt mit vielen Erklärungen dafür, dass man sich in der Welt zurechtfindet, welche Items es gibt und wie man kämpft. Zahlreiche Quests ziehen sich durch den gesamten Spielverlauf und bilden den roten Faden, die recht nah am Filmgeschehen angelehnt sind. Zwar schafft man es nicht, in gleichen Maßen den geschichtlichen Inhalt des Buchs rüberzubringen und erhält somit keinen Leseersatz, aber dennoch werden Kenner der Materie wissen, womit sie es zutun haben.
Bei den Missionen kann man jederzeit überprüfen, welche Aufgaben zu lösen sind. Es folgen Reisen durch das Palancar-Tal im Königreich Alagaësia und durch die ganze glorreiche Welt, die dem fantasievollen Paolini entsprungen ist. Die Aufgaben an sich sind recht einfach gestaltet und werden oft linear abgehandelt. So muss man beispielsweise nach dem Schlüpfen des Drachens für die kleine Saphira einen Unterschlupf bauen und im Wald nach Baumaterial und Futter suchen. Im Endeffekt sieht das dann so aus, dass man nach Stöcken sucht und mit dem Bogen Eichhörnchen erlegt, um den Magen des kleinen Fressbärchens zu füllen. Gemütliche Anfangszeiten sind aber schnell passé, wenn Eragons Adoptivvater Garrow von den Ra'zac, den grausame Schergen des Königs, angegriffen und getötet wird. Garrows Hof wird in Schutt und Asche gelegt und Eragon schwört Rache. Er weiß, dass der finstere und abtrünnige Drachenreiter Galbatorix hinter den jüngsten Machenschaften steckt und macht sich auf die große und gefährliche Reise.
Alagaësia ist eine große Welt, die auch in der Videospielumsetzung zu Eragon nicht gerade klein ausfällt. Große begehbare Wiesen und Felder, dichte Wälder, Ruinen, Eiswüsten und ähnliches wird der tapfere Held durchstreifen, bis er schließlich die Chance bekommt, den Frieden der Welt zu wahren.
Das besondere Augenmerk des Spiels liegt eindeutig auf dem Kampf- und Magiesystem. Zunächst wird mit einem kleinen Dolch kämpft und für jeden erlegten Gegner, sei es Urgal, Wolf oder ähnliches, winkt etwas Erfahrung als Belohung. Je nachdem, wie gut man sich schlägt, erhält man somit neue Angriffskombos oder kann effizienter mit dem Bogen umgehen. Mit dem Dolch wird direkt aus der 3rd-Person-Sicht gespielt, während man durch geschicktes Anvisieren des Gegners diesen umkreisen und hinterrücks erschlagen kann. Nutzt man den Bogen in der freien Sicht, kommt der Touchscreen für das Zielen zum Einsatz. Man sollte hier darauf achten, dass stärkere Gegner nicht zu nahe kommen, wenn man mit dem Bogen aus dieser Perspektive kämpft. Alternativ kann man auch direkt einen Gegner anvisieren und ihn somit automatisch auch mit den Pfeilen niederstrecken.
Während man die meiste Zeit des Spiels in Kämpfe verwickelt ist, gibt es hier und da auch einige kleine Rätsel. Schalter müssen gedrückt, bestimmte Objekte aufgespürt oder Widersacher erledigt werden. Ab und an kann man an vorgegebenen Stellen Saphira zur Hilfe rufen, um über große Abgründe hinweg getragen zu werden. In diesem Sektor wird das Rad nicht neu erfunden. Für ein wenig Ablenkung sorgen die Drachenmissionen, bei denen man entweder auf dem Rücken von Saphira fliegt oder direkt in die Rolle des Drachen schlüpft. Hier kann man entweder via Touchscreen oder mit dem normalen Steuerkreuz die fliegende Echse durch einen festen Parcours lenken und sollte dabei darauf achten, ordentlich durch die Ringe zu gleiten.
In ganz Alagaësia sind neben Kräutern und Kristallen auch verschiedene Tränke versteckt. Sammelt man eine gewisse Anzahl dieser Magiedrinks ein, erhöht sich die Lebens- oder Magieleiste Eragons. Nach ungefähr einem Drittel des Spiels lernt der junge Drachenreiter die Mächte der Magie zu nutzen, die durch Zeichnen von Symbolen auf den Touchscreen aktiviert werden können. Auch die vielen Kräuter, die zur Auffrischung der Lebensenergie dienen, können mit Hilfe dieser Zeichnungen aktiviert werden. Anders als bei ähnlichen Spielen muss man dazu das Spielgeschehen nicht pausieren und kann direkt während des Laufens die Zeichnungen nutzen, um sich in einer kritischen Situation zu heilen oder einen mächtigen Spruch zu wirken.
Zaubersprüche kann man auch taktisch einplanen und sprichwörtlich auf dem Touchscreen parken. Denn hat man die Zeichnung einmal gemacht, so entsteht das jeweilige Symbol des Zaubers auf dem Touchscreen und wartet durch wegschnippen auf die Freisetzung. Eine der magischen Sprüche erlernt man auf dem normalen Weg durch das Abenteuer und kommt nicht dran vorbei. Andere hingegen können nur durch diverse Sidequests gefunden werden oder man muss sogar mit Saphiras Hilfe zurück zu den bisher hinter sich liegenden Orten fliegen, um einen nun zugänglichen geheimnisvollen Schrein zu aktivieren und somit neue Zauber zu lernen. Während man das Abenteuer in gut fünf Stunden absolviert haben kann, sorgen die Sidequest dafür, dass man auch später noch mal einen Blick riskiert. Auch wenn das Spiel durchgezockt wurde, hat man also die Möglichkeit, Alagaësia und das drum herum zu erkunden und auf Urgaljagd zu gehen.
Steuerung:
Endlich merkt man, dass die Entwickler den Touchscreen nicht nur nutzen, weil es in ihren Augen ein Muss ist. Im Falle von „Eragon“ hat man sich wirklich Gedanken gemacht, denn der untere Bildschirm wird nicht nur als Inventar genutzt, sondern dient auch zum Zielen mit dem Bogen, wirken von Zaubersprüchen und zum Benutzen von Heilkräutern oder Energiekristallen. Da man alle Aktionen problemlos mit den Fingern erledigen kann, muss man hier keinen Spagat zwischen Stylus und normaler Steuerung machen und hat bequem alle Funktionen in Reichweite. Waffen- und Zaubersystem sind durchweg gelungen und auch die Kämpfe können durch die vielen Möglichkeiten in zahlreichen Variationen ausgetragen werden. Blocken, Ausweichen, Rollen, Schlagen - alles gehört dazu. Nachteil ist lediglich, dass die Kameraführung hier und da etwas bockig daherkommt.
Ebenso wichtig wie die normale Steuerung ist auch das Menü, denn dieses ist übersichtlich gestaltet, sodass man die jeweilig aktiven Missionen schnell finden und auch via Saphira zu alten Orten reisen kann.
Grafik:
Optisch können sich viele Spiele an „Eragon“ ein Beispiel nehmen. Eine sehr angenehme und große 3D-Welt sorgt im ersten Moment für Staunen. Zwar hätte man hier und da einige Texturen liebevolle gestalten können, doch das Gesamtbild überrascht positiv und ist durchaus ansehnlich. Die Dörfer und andere Umgebungen wurden mit vielen Details bestückt und sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Nur in den seltensten Fällen, ist der DS mit der Grafikengine überfordert und es kommt zu kurzen Slowdowns. Kleine Abzüge gibt es bei den Zaubersprüchen zu vermelden, hier hätte man sich eventuell packendere Lichteffekte gewünscht.
An markanten Stellen wird die Story im Textformat weitererzählt und mit gezeichneten Bildern untermalt.
Sound:
So wie es in den Wald hineinhallt, so schallt es auch hinaus. Die musikalische Begleitung des Spiels ist hier und da ein wenig unauffällig, sodass das Zwitschern der Vögel für mehr Aufmerksamkeit sorgt. In diesem Sektor hätte man etwas mehr tun können, obgleich man nicht zwingend zum Lautstärkeregler greifen muss. Auch die Soundeffekte der klingenden Schwerter und aufschreienden Urgals sind auf die Dauer etwas eintönig.
Features:
Neben einem recht angenehmen Hauptspiel gibt es zahlreiche Sidequests und sogar freischaltbare Minispiele, von denen eines sogar im Multiplayermodus ausgetragen werden kann. Im Spiel versteckt sind an vielen Stellen noch Artworks, die man in einer übersichtlichen Galerie betrachten kann. Deutsche Sprache und eine Speicherbatterie gehören mittlerweile zum DS-Standard.
Fazit:
An sich bekommt man mit „Eragon“ ein gutes Spiel geboten, welches allein das Problem hat, ein wenig kurz ausgefallen zu sein. Die überdurchschnittliche Optik im 3D-DS-Sektor sucht ihresgleichen und auch das Waffen- und Magiesystem ist durchdacht und gut umgesetzt. Mit ein wenig mehr Spieltiefe hätte man die 80% mühelos überschreiten können und eventuell eine Genrereferenz im Hosentaschenformat geschaffen. Leider hat man dieses Ziel nicht ganz erreicht, aber Amaze Entertainment hat erneut bewiesen, dass Lizenztitel nicht immer schlecht sein müssen. Film- und Buchfans können den Blick wagen, wenn auch gesagt werden muss, dass man „Eragon“ bequem an einem ausgedehnten Nachmittag schaffen kann. Nur wer alle Sidequests absolvieren und jedes Item aufspüren will, wird längere Zeit mit dem Spiel beschäftigt sein.
Kevin Jensen für PlanetDS.de
Vielen Dank an Vivendi Games für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Details
Spielname:
Eragon
Publisher:
Vivendi Games
Developer:
Amaze Entertainment
Genre:
Adventure
Release:
06.20.2411
Multiplayer:
ja
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (11)
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