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Hotel Dusk - Room 215


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Hotel Dusk - Room 215 - Review vom 05.05.2007

Die Polizei - dein Freund und Helfer.
Mit „Another Code“ hat Entwickler Cing gezeigt, dass das klassische Genre des „Point & Click-Adventures“ auf dem Nintendo DS auf eine neue Ebene bugsiert werden kann. Die Ideen hinter dem Konzept waren einzigartig und zu dem damaligen Zeitpunkt wegweisend, dennoch hatte das Spiel ein großes Manko: Die knappe Spielzeit. Mit rund fünf Stunden, die ein herkömmlicher Spieler für den Durchlauf benötigte, wurde nur ein Hors d'oeuvre präsentiert. Den Hunger konnte man damit jedoch nicht gänzlich stillen und mit dem indirekten Nachfolger sollte nun die Wende kommen. Als die Spieleschmiede Cing dann das verheißungsvolle Projekt „Hotel Dusk“ ankündigte, wurden die Fans hellhörig. Der Schauplatz: Ein verkommenes Hotel; der Protagonist: Ein einstiger Cop, der nun seine Brötchen als Vertreter verdient. Dessen ungeachtet trügt allerdings der Schein - es steckt mehr dahinter…

Drei Jahre sind vergangen seitdem ich meinen ehemaligen Partner angeschossen und meine Marke an den Nagel gehangen habe. Mittlerweile bin ich ein gewöhnlicher Vertreter, der auch mal Kunden hat, die außergewöhnliche Wünsche haben. Wünsche am Rande der Legalität und ich wandere stets in dieser Grauzone, doch werde ich meine Geister nicht mehr los. Es plagen mich die Vorstellungen, die Fragen, die Beweggründe. Warum hat mein Ex-Partner seine Abteilung hintergangen, wo steckt er heute und lebt er noch? Wieso hat er seinen Freund und Kollegen verraten? Es muss mehr im Spiel gewesen sein, als Geld oder Macht… Doch leider werde ich das wohl nie in Erfahrung bringen, ich sitze hier in der heruntergekommensten Absteige der Stadt, im „Hotel Dusk“ und warte auf die nächsten Anweisungen vom Chef. Aber wer will hier schon Kaugummientferner oder eine Nähmaschine für die Hosentasche kaufen? Es riecht nach einem langweiligen Abend allein…

Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde
Das Leben von Kyle Hyde hat eine dramatische Wendung hinter sich und dennoch ist er noch immer ein Ex-Bulle in Reinkultur. Neugierig, risikobereit und immer am Schnüffeln. Dazu nächtigt er in einem Zimmer von dem gesagt wird, dass es Wünsche erfüllen soll. Skepsis macht sich breit und nachdem er sich ein wenig im Hotel umgeschaut hat, bemerkt er, dass hier nicht alles ganz Koscher ist. Zeit, den Spieler auf eine spannende Reise zu schicken und in die Haut des Retro-Spürhunds aus den Spätsiebzigern zu schlüpfen. Als ganz gewöhnlicher Gast streift man durch das Gebäude, lernt neue Leute kennen, schaut sich die Umgebung an und kommt seltsamen Machenschaften auf die Schliche. Kyle Hyde lässt seinen Polizistenspürsinn raushängen und muss feststellen, dass die fehlende Marke ihn doch etwas mehr einschränkt als ihm es lieb ist. Etwas ist geschehen in diesem Hotel, etwas, was mit seinem alten Partner zu tun hat und dieses Geheimnis gilt es nun zu lüften. So erwarten den Spieler zahlreiche Gespräche und Touchscreenrätsel.

Alle Charaktere haben ihre eigene Persönlichkeit und je weiter man im Spiel vordringt, desto besser lernt man sie und ihre dunklen Geheimnisse kennen. Man hat etwas zu verbergen, denn ganz ohne Grund würde man in dieser Absteige wohl nicht nächtigen. Das eigentliche Spiel ist in insgesamt 10 Kapitel aufgeteilt, die alle einzeln eine kleine Geschichte erzählen und dennoch einen roten Faden haben. Das ganze erinnert in mancher Hinsicht weniger an ein Spiel und mehr an ein interaktives E-Book. Manchmal fragt man sich, warum Mr. Hyde so zwanglos, nahezu dreist durch die Räume wandern kann und auf Spurensuche geht. So steigt unser Ex-Polizist ungemerkt in diverse Räume, durchstöbert Privateigentum, Schränke, etc. und muss stets seine eigenen Machenschafen geheim halten.

Die Interaktion zwischen den Charakteren schaltet immer neue Spielelemente frei, neue Fragen kommen auf, neue Erfahrungen werden gemacht. Doch wenn der werte Herr Hyde die Leute zu unachtsam aushorcht kann es schnell passieren, dass man hochkant aus dem Hotel geschmissen wird, denn der Eigentümer des Hotels will keinen Ärger. So streift man also durch das Hotel immer auf der Suche nach der Wahrheit und mit der Angst im Nacken, selbst erwischt zu werden, beim überschwänglichen Tatendrang.

Steuerung:
Zunächst musst gesagt werden, dass „Hotel Dusk“ im Querformat gespielt wird. Wer Dr. Kawashima kennt, wird sich sofort heimisch fühlen, doch in diesem Falle ist die Schräglage gut gewählt worden, da man hauptsächlich Texte lesen wird und es einem vorkommt, als hätte man ein kleines Buch in den Flossen. Mit dem Stylus in der Hand navigiert man also durch die Gänge des Hotel Dusk, kann auf dem Touchscreen die Karte nutzen, sich auf dem oberen Bildschirm in der 3D-Umgebung umschauen und Objekte erkunden. Neben dem ständigen Durchblättern der Texte wird man hier und da kleinere Rätsel lösen müssen, die oftmals auf die Fähigkeiten des Nintendo DS angepasst sind. Kurbeln, Rubbeln, Zuklappen, die Entwickler haben ihren Fantasien freien Lauf gelassen und nahtlos an den Knobeleien von „Another Code“ angeknüpft. Das Ergebnis ist ein Spiel, was in dieser Art auf keinem anderen Handheld möglich gewesen wäre.

Grafik:
Optisch gesehen präsentiert man Comicbuchflair vom Feinsten. Animierte Bleistiftzeichnungen mit einem Hauch von Farbe treffen auf dreidimensionale Umgebungsgrafiken. Der Gesamteindruck stimmt und es passt einfach zum Konzept. Hier gibt es kaum etwas zu bemängeln, denn entweder dieser Stil sagt einem zu, oder eben nicht.

Sound:
In Sachen Akustik haben die Entwickler volle Arbeit geleistet und man bekommt eine angenehme musikalische Begleitung mit allen typischen Elementen von Spannung bis Trauer geboten. Die Atmosphäre ist stimmig und spiegelt den positiven Gesamteindruck wieder.

Features:
Der Widerspielbarkeitswert von „Hotel Dusk“ ist genrespezifisch sehr gering, denn hat man einmal alles gesehen und die Rätsel gelüftet, ist die Spannung fast vollständig weg. Dennoch haben die Entwickler mehrere Endsequenzen eingebunden, um zumindest einen gewissen Reiz für einen zweiten Durchlauf zu kreieren. Ansonsten bekommt man ein spannendes Abenteuer mit einem verzweigten Handlungsstrang und einigen Rätseln geboten. Die Spieldauer hat sich im Vergleich zu „Another Code“ drastisch verlängert, da die Story durch lange Textpassagen ausgedehnt wird.

Fazit:
“Hotel Dusk“ reiht sich nicht in die Riege der klassischen „Point & Click-Adventures“ ein und ist vielmehr eine Art interaktives E-Book anzusehen. Nicht umsonst wird der Doppelbildschirmer in Schräglage in die Hand genommen, um die zahllosen Textpassagen des Softkrimis bequem „durchblättern“ zu können und den Flair eines spannenden Comicstrips besser an den Mann zu bringen. Was die Spieldauer anbelangt, haben die Entwickler dieses Mal durchaus mehr Inhalt hineingesteckt, doch die Verpackung ist eine andere. Während bei „Another Code“ die Knobelelemente noch in einem gleichmäßigen Verhältnis zur Story standen, wird der geneigte „Hotel Dusk“-Besucher zwar immer noch mit Rätselkost bedient, doch vielmehr gilt es, sich durch Zeilen von Story zu kämpfen und via „Trial and Error“ den richtigen Pfad zum Ziel zu finden. Die Atmosphäre hinter dem Konzept sowie die Darbietung sind sprichwörtlich bilderbuchmäßig, das Spielprinzip hingegen hängt jedoch stark vom persönlichen Geschmack ab. Geduld ist eine Tugend und diese wird bei „Hotel Dusk“ eindeutig in Anspruch genommen.

Kevin Jensen für PlanetDS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
81%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 2 ) / Schreiben
Zur Komplettlösung
Videos
Steuerung

Mit dem Stylus in der Hand alles voll im Griff. Innovationsfaktor:
++++-  (4 von 5 Sternen)
Auf einem anderen System wäre dieses Spielerlebnis so nicht drin.
Grafik

Ein einzigartiges Konzept mit Flair.
Sound

Stimmige Musik und angenehme Sounds.
Spielspaß

Ein packendes Abenteuer mit geringem Widerspielbarkeitswert.








Details
Spielname:
Hotel Dusk - Room 215

Publisher:
Nintendo

Developer:
Cing Inc.

Genre:
Adventure

Release:
06.20.0112

Multiplayer:
nein

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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