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Yu-Gi-Oh! Spirit Caller


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Yu-Gi-Oh! Spirit Caller - Review vom 07.04.2007

Als begnadeter Dichter und Denker zwar im Besitz Dutzender Bücher und naturwissenschaftlicher Abhandlungen, jedoch aber ohne trendige Dueldisk oder Beatdown-Deck, formulierte Johann Wolfgang Goethe zu Lebzeiten einmal: „Überhaupt lernt niemand etwas durch bloßes Anhören, und wer sich in gewissen Dingen nicht selbst tätig bemüht, weiß die Sache nur oberflächlich.“ Die in diesem Zitat steckende Weisheit ist tiefgründiger und wahrhafter, als so mancher glauben mag...

Wenngleich der temperamentvolle Frankfurter weder die Anime-Serie „Yu-Gi-Oh!“ noch die dazugehörigen bedruckten Pappblätter kannte, sprach er damit ein häufig beobachtetes Phänomen an. Duellanten, die ständig nur über ihren Handbüchern sitzen und Deckstrategien, einem Gedicht gleich, auswendig lernen, werden dem „König der Spiele“ nie das Wasser reichen können. Überstürzte Praxisübungen sind aber ebenfalls weniger von Erfolg gekrönt, da die theoretischen Grundlagen fehlen - vereint werden beide Lerntechniken schließlich auf der Duellakademie, wo die Studenten Jaden, Syrus und Chumley im Kartenspiel ausgebildet werden und dabei viele spannende Abenteuer erleben. Konami packte das altbekannte Gameplay mit den neuen Charakteren aus der Anime-Fortsetzung, drei exklusiven Sammelkarten und einigen frischen Neuerungen zusammen auf ein onlinefähiges Modul mit Namen „Yu-Gi-Oh! GX: Duel Spirit Caller“.

Erhebt sich Konamis neuester Lizenz-Streich zu solchem Glanze, wie die abgebildeten Holo-Effekte auf der Karte eines Blauäugigen W. Drachens erstrahlen oder duelliert sich das Spiel stümperhaft, wie der unglaubliche Totenkopfdiener (ATK: 300 / DEF: 200)? Wir haben unsere Karten neu gemischt, die Dueldisk entstaubt und verraten euch in folgendem Schriftstück, was der YGO-Nachfolger bringt. Time for a t-t-t-t-test...!

„Wenn das Spiel zu Ende ist, kommen König und Bauer wieder zurück in den gleichen Kasten.“
Los geht’s mit den Grundregeln des Spiels, denn wie sollen die Karten gezückt werden, wenn die Grundlagen des Duellantenspiels nicht bekannt sind? Aller Anfang ist bekanntlich schwer und zunächst wird das neu gewonnene und diesmal im Yugi-Style frei entworfene „Digital-Ich“ mit einem Starter-Deck von 40 Karten ausgestattet. In diesem Deck findet man Spielkarten aus drei verschiedenen Gattungen. Da wären die Monsterkarten: Diese stellen die Basiseinheiten eines jeden Duellanten dar und werden genutzt, um auf dem Spielplan seinen Gegner anzugreifen oder sich nötigenfalls zu verteidigen. Alle Ungeheuer, Krieger oder sonstiges Getier verfügen über bestimme Attacke- und Paradewerte. Wenn zu Zeiten eines Angriffs keine Monster zur Verteidigung auf dem Spielfeld liegen, so bekommt der Spieler diesen Schaden direkt ab und seine persönliche Lebensenergie wird angezapft. Ziel des Spiels ist, den Gegner so zu schwächen, dass er/sie von der anfänglichen Lebensenergie von 8000 Punkten auf 0 heruntergestampft wird. Es gibt auch Sonderregeln, die zu einem Sieg führen können, diese sollte man sich aber erst ansehen, wenn man tiefer in das Spiel hineintauchen möchte.

Die nächste Kartengattung neben den Monstern sind die Zauberkarten. Während die Monster manches Mal auf die verrückteste Art und Weise ins Spielfeld beschworen werden müssen, sind Zauberkarten meist einfacher Natur und rufen verschiedenste Effekte hervor. So können sie beispielsweise als Ausrüstungskarten dienen, um Monster zu verstärken; sie können Lebensenergie spenden, Tote wiedererwecken oder sogar Monster vom Spielfeld direkt vernichten. Manchmal kann sogar das gesamte Terrain verändert werden, um bestimmte Monstergattung wie Finsterniswesen zu verstärken und dementsprechend Lichtgestalten zu schwächen.

Last but not least gibt es die letzte der Kartenvarianten, die so genannten Fallenkarten. Sie werden in der Regel erst aktiv, wenn eine bestimmte Aktion des Gegners vonstatten geht, können also meistens nicht direkt ausgespielt werden, wie sonst viele Zauber oder Monster. Dafür können sie auch eingesetzt werden, wenn der Gegner am Zug ist und ihn so manches Mal überraschen. Oftmals neutralisieren Fallen den ersehnten Zaubereffekt oder einen Frontalangriff des Gegners oder sorgen für andere unvorhergesehene Bestürzungen. Sowohl Fallen- als auch Zauberkarten können den Spielverlauf stark beeinflussen und so manchen starken Gegner mit Hilfe einer geschickten Taktik außer Gefecht setzen, obwohl es eigentlich ausgesehen hätte, als sei man im Vorteil. Zeitgleich können nur insgesamt jeweils fünf Monster- bzw. Fallen-/Zauberkarten ausliegen. Genau abgestimmte Decks und Kartenkombinationen sind das A und O des Spiels.

Ein Duell beginnt, nachdem entschieden wurde, wer den Kampf beginnt. Ausgelost wird das Ganze durch ein „Schere-Stein-Papier“-Spielchen. Dann geht es in die Schlacht: Insgesamt fünf Phasen wird ein Spieler durchlaufen, bevor seine Spielrunde zu Ende ist. Schritt eins ist immer das Ziehen einer Karte vom verdeckt liegenden Kartenstapel. Vor dem Schritt zwei folgt die so genannte „Standby Phase", die nur zur Geltung kommt, wenn bestimmte Karten ausgespielt werden, deren Effekte genau jetzt in Aktion treten.
In der ersten Hauptphase werden meist Monster beschworen, Zauberkarten gesetzt oder Fallen gestellt. Pro Runde kann üblich nur ein Monster herbei gezaubert werden, außer man besitzt spezielle Karten, die jene Regel umgehen. In der 3. Phase können Monster schließlich zum Angriff übergehen, wobei der Startspieler nicht direkt angreifen kann und erst eine Runde warten muss - getreu dem Motto: „Alter vor Schönheit“. Logisch, denn der Gegenüber könnte sich ja garnicht verteidigen, weil er noch keine Karten auf dem Feld liegen hat. Der Duellant, der als zweites an der Reihe ist, hat die Möglichkeit, die erste Attacke mit Monstern durchzuführen. Dies ist ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung, wer das Duell anfängt. Nach dem Kampf kann man in der zweiten Hauptphase das tun, was man zuvor in der ersten vergessen hatte oder seine Wunden lecken. Erst nach dieser Phase endet der Zug.

Je nach Gegner und eigenen Karten können die Duelle sehr schnell vorbei sein, oder so lange gehen, bis ein Spieler keine Pappblätter mehr vom Nachzugstapel ziehen kann - was somit einem technischen K.O. gleich kommt. Kein Kampf gleicht dem nächsten und so kann man seine Taktiken bis ins kleinste Detail ausarbeiten und neue Raffinessen hinzufügen, sobald die Zeit reif ist.

Ähnlich wie beim Vorgänger „Yu-Gi-Oh! Nightmare Troubadour“ findet das Spielgeschehen außerhalb der Duelle überwiegend auf dem Touchscreen statt. Hier kann man auf einer Fantasieinsel umherwandern und mit einem kleinen Radar versuchen, neue Duellanten aufzustöbern und dann gegen diese anzutreten. Gewinnt man ein Duell, wird man mit wertvollen Creditpoints ausgestattet, die auch das Zahlungsmittel in der Yu-Gi-Oh-Welt darstellen – mit genügend davon können neue Karten im Kartenshop erworben werden. Zunächst stehen nur wenige Boosterpacks zur Auswahl, aber je nachdem wie weit man im Storymodus vorangeschritten ist, kommen noch mächtigere Fallen, Monster und Zauberkarten hinzu, die allesamt dem Trading Card Game entstammen.

Apropos Storymodus: Dieser kommt leider im Direktvergleich mit dem Vorgänger etwas schleppender in Fahrt. Auch hier müssen bestimmte Ereignisse erst „getriggert“ werden, man muss also zur richtigen Zeit am richtigen Ort aufkreuzen, sonst passiert gar nichts. Es kann sogar geschehen, dass man Tagein und Tagaus umherwandert, gegen Duellanten kämpft, und gar nicht bemerkt, dass eigentlich auf der Insel nichts passiert. Erst mit der Zeit kommen neue Gegner hinzu und man trifft auf die vielleicht auffälligste Neuerung im Spiel, die so genannten „Spirits“. Diese Fabelwesen können oftmals in der Nacht gefunden werden und beeinflussen manche Elemente des Spiels. Schwebt ein solches Getier über den Kopf eines Duellanten, so ist beispielsweise die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Gegner einem Karten überlässt, wenn man mit dem Sieg davon gekommen ist etc. Ein gutes Beispiel ist zum Beispiel Fellknäuel Kuribo, welcher in der Anime-Serie den begleitenden Spirit von Hauptcharakter Jaden gibt.

Ähnlich wie bei den possierlichen Pokémon ist also der geneigte Kartenkämpfer stets auf der Suche nach neuen Viechern, um gegen sie zu kämpfen und sie anschließend versucht einzufangen. Eine nette Eigenschaft, die ein wenig Pepp ins Spielkonzept bringt, denn auch diese Wesen können Erfahrungspunkte sammeln, wenn man ihr Kartenpendant im Kampf einsetzt.

So kämpft man sich also durch den Storymodus, schaltet neue Gegner frei, sammelt die bunten Fabelwesen und baut immer stärkere Decks auf. Zwar halten sich die Veränderungen zum Vorgänger in Grenzen, dennoch bekommt man ein grundsolides Spiel geboten, dass einen großen Vorteil in sich birgt: Der Onlinemodus. Endlich kann man weltweit gegen andere Duellanten spielen, ohne sich dabei aus dem gemütlichen Haus bewegen zu müssen. Deckstrategen können immer neue Varianten probieren und allein dieses Feature sorgt dafür, dass das Spiel ein enormes Potential hat und den Vorgänger, trotzt der marginalen Änderungen, aussticht.

Steuerung:
Wenn ein Spiel die Touchscreensteuerung des DS ideal ausnutzt, dann ist „Yu-Gi-Oh!“ ganz sicher einer von diesen Toptiteln. Während man sich auf vergleichbaren Systemen wie Game Boy Advance oder der Playstation Portable mit der Steuerkreuznavigation abmüht, kann man bei der DS-Version mittels Stylus seine Züge blitzschnell durchführen und mühelos in jeder Situation das Feld überprüfen. Es reicht ein einfacher Klick auf die entsprechende Karte und man hat alle Informationen parat, die man braucht. Anklicken, setzten, zaubern. Der Stylusschwinger kommt voll auf seine Kosten. Wer dennoch lieber mit dem Steuerkreuz und den Tasten arbeitet kann dies auch tun, denn diese Alternative steht zusätzlich bereit und ergänzt die Touchscreen-Navigation sehr gut.

Grafik:
Während die Optik im Storymodus eher zweckmäßig ist und man außer den serientypischen Animefiguren nur eine karge, stets gleich bleibende Insellandschaft geboten bekommt, hat man wenigstens bei den Duellen die zwei Bildschirme gut genutzt. Auf dem Touchscreen sieht man ein gewöhnliches 2D-Kartenfeld und kann dort erkennen, wo die Karten platziert werden, wie viele sich in den Händen des Spieler befinden und ähnliches. Auf dem oberen Bildschirm sieht man in einer 3D-Persektive wie den Monstern Leben eingehaucht wird, wie Zauber- bzw. Fallenkarten zum Einsatz kommen oder wie Angriffe vonstatten gehen. Auch hier hat sich nicht viel getan seit „Nightmare Troubadour“, doch dem Fan der Serie wird diese Tatsache egal sein, womöglich sogar gefallen.

Sound:
„Geschmacksache!“ sprach der Hase und biss in die Seife. Während manche Stücke recht schön anzuhören sind und eine ideale Begleitung während des Duellgeschehens darstellen, greift der genervte Spieler bei machen Stücken schneller zum Lautstärkeregler, als er „Yu-Gi-Oh!“ sagen kann. Meist findet man jedoch das gesunde Mittelmaß zwischen gelungen und akzeptabel, außerdem verfeinern nette Goodies (z.B. veränderter Sound bei Veränderung des Spielfelds) die Atmosphäre. Also auch hier kein grober Punkteabzug.

Features:
Der heutige Kartenduellant kann zahlreiche Decks aufbauen, schier unzählige Karten (ca. 1400) sammeln und wenn man allein bedenkt, was diese Dinger im realen Leben kosten, wird manch Kartensammler ein triftiges Argument haben, warum man lieber zur Videospielumsetzung greifen sollte. Zwar sind die Gegner im Storymodus beileibe keine Herausforderung für eine denkende Person, doch wer einmal angefangen hat, „Yu-Gi-Oh!“ im Onlinemodus zu spielen, wird so schnell nicht davon loskommen. Es kann schnell zu einer Sucht ausarten, sich immer wieder zu duellieren, neue Karten zu kaufen und ein noch stärkeres und noch ausgeklügelteres Deck zu basteln bzw. seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und sich am Entwurf spaßiger Fun-Decks auszutoben. Wer noch ein Modul zu „Nightmare Troubadour“ zu Hause rumliegen hat, kann auch Karten vom Vorgänger zum aktuellen Titel tauschen und so sein damals erstelltes Killerdeck nutzen. Der Haken an der Geschichte ist allerdings, dass auch hierzu Creditpoints benötigt werden, da die Karten eigentlich nicht „getauscht“, sondern kopiert werden.

Multiplayer:
Während man im Onlinemodus sich „nur“ direkt duellieren kann (entweder im Turnier oder im Einzelduell), haben Lokalspieler auch die Möglichkeiten, Deckrezepte und Karten zu tauschen. Doch gerade die Faszination an sich, online zu spielen und weltweit gegen „Yu-Gi-Oh!“-Duellanten anzutreten, wertet „Spirit Caller“ ungemein auf und sorgt abschließend dafür, den Vorgänger spielerisch und von der geglückten Präsentation her in die Tasche zu stecken.

Fazit:
Lust auf ein Duell? Nein, ehrlich gesagt empfindet man anfangs eher Frust gegenüber weiterem Schlagabtausch mit lahmen Gegnern und einem durchschnittlichen Deck in der Tasche. Allen Kennern des TCG-Vorbilds wird besonders die schleppende Story zu mühsam vorangehen, sodass man kaum in den Besitz halbwegs brauchbarer oder für eine bestimmte Deckart fehlender Karten gelangt, und sich nebenbei über den schnellen Tag- und Nachtwechsel ärgern muss. Bloß gut, dass sich ein erweiterter Kartenpool und der Online-Modus mit der Zeit positiv bemerkbar machen - besonders Letzterer ist eine wahre Bereicherung für das Gameplay. Und auch wenn sich die Änderungen im Vergleich zu „Nightmare Troubadour“ in Grenzen halten, funktionieren Steuerung und das packende Duell-Aufmachungskonzept wieder sehr gut. Wie bei jedem YGO-Game müssen nur auch diesmal völlige Neueinsteiger bedenken, dass das Hineinarbeiten ins komplexe Regelwerk mit dem Studieren von massenweise Textpassagen verbunden ist. Wer diese Hürde jedoch meistert, wird voraussichtlich lange, lange Zeit am Spiel gefesselt sein. Vorsicht: Suchtgefahr!

Kevin Jensen und Jakob Nützler für PlanetDS.de

Vielen Dank an Konami für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
82%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Optimaler Einsatz des Touchscreens. Weiter so! Innovationsfaktor:
+++++  (5 von 5 Sternen)
Yu-Gi-Oh! fühlt sich auf dem Nintendo DS wie zu Hause - endlich auch mit Onlinemodus!
Grafik

Kaum eine Änderung zum Vorgänger.
Sound

Mäßig und trashig halten sich die Waage.
Spielspaß

Deckstrategen kommen dank Onlinemodus voll auf ihre Kosten.








Details
Spielname:
Yu-Gi-Oh! Spirit Caller

Publisher:
Konami

Developer:
Konami

Genre:
Strategie

Release:
07.20.1803

Multiplayer:
ja, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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