PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de
Nicht angemeldet!     Neu Registrieren   Loginname  Passwort:     Passwort?

Wario: Master of Disguise


  • Testbericht
  • Bilder (7)
  • News & Videos (0)
  • User (7)
  • Spiel Kaufen
Wario: Master of Disguise - Review vom 21.06.2007

It's a me, Wario!
Antagonist, Antiheld und Arglist. Diese Eigenschaften kann man bedenkenlos Wario zuordnen. Marios persönlicher Gegenspieler, der im Jahre 1992 sein Debüt im Nintendo-Universum auf dem klassischen grauen Game Boy feierte, erblickte in „Super Mario Land 2: Six Golden Coins“ erstmals das Tageslicht und seit je her klaut der italienische Oberschurke mit gelber Schirmmütze und lilafarbenen Overall alles, was glitzert und nicht niet- und nagelfest ist. Doch nach den anfänglichen Ausflügen in die bunte Welt des Jump’n Runs und einigen bombigen und puzzlelastigen Spin-offs wurde Wario schnell zum Star im Sektor der Minispiele. Mit „Wario Ware“ startete der fette Fiesling auf sämtlichen Nintendo-Konsolen und Handhelds die bekannte „5-Sekunden-Minispiel-Orgie“ und das einfache und dennoch fesselnde Konzept erntete schnell zahlreiche Fans. Besonders originell wurden die Steuerungskonzepte mit dem Stylus am Nintendo DS und dem „Fuchtelkontroller“ an der Nintendo Wii, doch schon auf dem Game Boy Advance machte „Wario Ware: Twisted“ mit dem Tilt-Sensor eine mehr als gute Figur. Leider wartet man auf dieses GBA-Spiel in Europa noch immer, wahrscheinlich vergebens.

Aber genug in der Vergangenheit geschwelgt, diesmal schlüpft Wario wieder in das Overall, um ein waschechtes Jump’n Run-Abenteuer zu erleben. Outsourcing heißt das Schlagwort, denn Nintendo hat die Spieleschmiede Suzak mit der Entwicklung des neuen Wario-Spiels beauftragt. Rennspielfans werden wissen, dass Suzak schon mit der „F-Zero“-Reihe für den Game Boy Advance beauftragt wurde, doch wie schaut es aus mit einem Jump’n Run? Hat sich die lange Wartezeit gelohnt, sorgt der schroffe Humor erneut für Lacher? Wir haben uns das aktuelle Abenteuer des aalglatten Antihelden angeschaut und verraten euch, ob Wario erneut eine gute Figur macht.

Nichts gibt ein größeres Vergnügen, als den Betrüger zu betrügen.
Die Story des Spiels ist denkbar einfach. Die alte Couchkartoffel Wario sitzt mal wieder vor der Glotze und zappt durch das Geflimmer. Plötzlich entdeckt er die Show über den Meisterdieb namens „Silberzephir“ und kommt auf eine grandiose Idee. Dem ungewaschenen Antihelden kommt doch tatsächlich der Geistesblitz, dass er die Sendung dieses Ganoven und Betrügers übernehmen könnte und platzt Hals über Kopf ins Showgeschäft. Kurzerhand wird Wario zum Meisterdieb und klaut dem Silberzephir noch seinen Zauberstab. Mit Hilfe von Stilgut, einem vornehmen, kristallfressenden Verwandlungsstab, startet Wario seine Kostümparade und den größten Raubzug, seit dem Beginn der TV-Aufzeichnung…

Nun heißt es direkt rein ins Geschehen und nachdem man sich zahlreiche Textpassagen durchgelesen hat, wird man gleich zum Tutorial geleitet. Getreu dem Motto: „Erst die Arbeit und dann das Vergnügen.“ erklärt Stilgut das Spielprinzip hinter “Wario: Master of Disguise“, wie man Kostüme anlegt und sich in der Welt zurecht findet. Insgesamt gilt es 10 Kapitel zu bestehen, wobei Wario immer auf der Suche nach neuen Schätzen ist, sich aufs Neue Verkleiden muss und am Ende noch einen finsteren Endboss besiegen darf. Die Level an sich sind recht groß geraten und man kann gut und gerne länger als 30 Minuten pro Kapitel beschäftigt sein, was zumindest in Sachen Spielzeit für ein Jump’n Run eine ordentliche Summe ist. Auf dem Weg durch das Abenteuer wird Stilgut mit immer mehr Kristallen gefüttert und kann somit Wario in immer neue Kostüme stecken. Zur Auswahl stehen Langfinger-Wario, Astro-Wario, Künstler-Wario, Erfinder-Wario, Drachen-Wario, Satansbraten-Wario, Elektro-Wario und Käpt’n-Wario. Das eigentliche Spiel ist eine Mischung aus Hüpf- und Springpassagen, gepaart mit Rätseleinlagen. So gilt es die Räume zu erkunden und Ausschau zu halten, welche Verkleidung nun zur nächsten Schatztruhe führt und wie man zu neuen Ebenen oder Passagen gelangt. So kann Künstler-Wario Steine zeichnen, um auf höhere Ebenen zu kommen. Drache-Wario kann mit seinem Feueratem bestimmte Blöcke zerstören oder wenn man Wario Flügel zeichnet und als Satansbraten auftaucht, kann man durch Pusten in das Mikrofon in die Lüfte steigen und fliegen.

An sich ist die Idee oder das grundlegende Konzept nicht schlecht, doch spätestens wenn man das Spiel einige Stunden gespielt hat, wird man feststellen, dass es an allen Stellen seine Ecken und Kanten hat. Man fühlt sich zurückversetzt in die Anfangszeit des Nintendo DS, als die Entwickler noch zwanghaft versucht haben, alle Nintendo DS-Fähigkeiten einzubinden, ohne Rücksicht auf Verluste. Das macht sich auch beim Spielspaß bemerkbar, denn Frust steht bei Warios neuem Abenteuer ledier häufiger auf dem Programm.

In jeder Minute, die man mit Ärger verbringt, versäumt man sechzig glückliche Sekunden.
Ein gutes Konzept alleine reicht leider nicht aus, um ein gutes Spiel zu machen, denn wenn Warios aktuelles Abenteuer mit Tastenumsetzung erschienen wäre, hätte es wesentlich bessere Karten gehabt. Neben den zahlreichen Kostümen die via Zeichnen von Symbolen auf dem Touchscreen angezogen werden, gibt es auch zahlreiche Minispiele, die man absolvieren muss, um Schatztruhen zu öffnen. Was bei den Kostümen schon damit anfängt, dass die Kontrollen sehr ungenau sind und man in Hektiksituationen oft das falsche Kostüm überzieht, geht bei den monotonen und schon anfangs nervigen Minispielen weiter. Ausmalen, Stylus ziehen, Merkübungen – so was hat man schon zu Launchzeiten geboten bekommen und es sind nur zähe Lückenfüller, die dem Spielprinzip nichts abgewinnen. Wenn man sich wieder abreagiert hat und weitermacht, wird man spätestens an der nächsten Ecke wieder einen Anfall bekommen, wenn anstelle von Astro-Wario, Künstler-Wario auf der Matte steht und erneut einen anthropomorphen Misthaufen zeichnet, da die Stricherkennung zu mäßig ist. Kein Witz!

Steuerung:
Die Steuerung gehört zu den größten Knackpunkten des Spiels. So wird man erneut den Spagat zwischen Touchscreen und Tasten bestehen müssen und fragt sich einmal mehr: „Warum?“
„Wario: Master of Disguise“ wirkt leider an viel zu vielen Stellen aufgesetzt und es scheint so, als hätten die Entwickler mehr Zeit damit verbracht zu überlegen, wie man die DS-Fähigkeiten einbauen könnte, als ein sinnvolles Steuerungskonzept zu entwerfen. Ärger hier, wenn mal wieder ein Kostüm nicht richtig erkant wurde, Arger da, wenn man erneut in eine Schlucht gefallen ist, weil der Stylus nicht rechtzeitig in der Hand war…

Grafik:
Optisch betrachtet, macht das Spiel einen recht passablen Eindruck. Die Animationsphasen sind recht flüssig, der Humor bissig und obgleich ein japanisches Entwicklerteam für die Produktion verantwortlich war, hat das Spiel einen eher westlichen Flair. Während die Verkleidungen, Gegner etc. recht niedlich anzusehen sind, ist wohl das größte Problem die Übersicht zu wahren, wenn man beim Laufen auf dem Touchscreen herumfummelt.

Sound:
Einheitsgeträller, gepaart mit den typischen „Wario-Schreieinlagen“ und schrägen Sounds. So kennt man den Antihelden mit dem großen „W“ auf der Mütze. Während die Musik im Hintergrund dudelt, wird man wohl keine Angst vor Ohrwürmern haben müssen. Auch in diesem Sektor 08/15, und mehr nicht.

Features:
Ein recht umfangreiches Abenteuer erwartet den geneigten Wario-Zocker: 8 Kostüme und einige Endgegner. Die Widerspielbarkeit des Titels hält sich in Grenzen, denn es gibt kaum einen Grund noch mal zurückzukehren, um die alten Level erneut zu spielen, wenn man das Abenteuer einmal durchgespielt hat. Keine Highscores, keine kleinen Extras - schade!

Fazit:
“Wario – Master of Disguise“ ist bei Leibe kein schlechtes Spiel, das eigentliche Konzept dahinter ist sogar stellenweise spannend und kann unterhalten, doch was dem Spiel das Genick bricht, ist die kümmerliche Umsetzung für den Nintendo DS. Die Implementierung von Touchscreen, Mikrofon und Co. wirkt einfach nur wie ein nettes „gut gemeint“ und die Realisierung hingegen ist schwammig und eben nicht die gewohnt gute Nintendo-Qualität. Spätestens wenn alle Kostüme gefunden wurden, kann es grad in Situationen der Hektik zu einem wahren Chaos ausarten und sobald Wario zum x-ten Mal bei einem Boss ins Gras beißt (aufgrund der mäßigen Stricherkennung), ist es um den Spielspaß geschehen. Dazu kommen lieblose Minispiele, die sich allzu schnell wiederholen und schon sehr bald auf den Geist gehen. Die Spieldauer an sich ist gar nicht übel, doch man muss wirklich ein waschechter Fan des Konzepts sein, um sich bis zum Ende durchzukämpfen. Manch DS-Titel der ersten Generation hatte besser implementierte DS-Funktionen, als Warios neuestes Abenteuer hier. Schade, schade, es wurde viel Potential aus dem offenen Fenster geworfen und das erwartete Premiumspiel bleibt aus. Zu Game Boy Advance-Zeiten und mit einer reinen Tastenkontrolle hätte man eventuell mehr Erfolg gehabt…

Kevin Jensen für PlanetDS.de

Herzlichen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
67%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Der Spagat zwischen Touchscreen und Tasten macht das Spiel kaputt. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Zwar nahezu alle Fähigkeiten des DS genutzt, aber mehr schlecht als recht.
Grafik

Etwas aufpolierte GBA-Engine mit mehr Details.
Sound

Auch in diesem Sektor 08/15.
Spielspaß

Einmal durchgespielt, hält sich der Widerspielbarkeitswert in Grenzen.








Details
Spielname:
Wario: Master of Disguise

Publisher:
Nintendo

Developer:
Suzak

Genre:
Action Jump 'n Run

Release:
07.20.0606

Multiplayer:
nein

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (7)

Jetzt Bestellen:
Zum Shop