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Phoenix Wright: Ace Attorney


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Phoenix Wright: Ace Attorney - Review vom 22.03.2006

Ein Blick ins tägliche Fernsehprogramm zeigt es ganz deutlich: Kriminalität und vor allem Morde interessieren die Menschen. Mittags berichten die Boulevardmagazine über jeden echten Mord, dann dürften Barbara Salesch und ihre Kollegen schlechte Laienschauspieler verurteilen und auch abends vergeht kein Tag ohne Leiche und der Tatort, CSI und andere Krimis erreichen hohe Einschaltquoten. .

Nur in Videospielen hat sich dies noch nicht niedergeschlagen. Es gibt zwar meistens viele Tote, aber der Spieler muss die Morde nicht aufklären. Denn meistens ist er ja eh der Verursacher. Und die Polizei besteht grundsätzlich nur aus martialischen, Terroristen jagenden Spezialeinheiten.

Capcom setzt dem ein Ende. Ihr übernehmt in Phoenix Wright: Ace Attorney die Rolle eines frischgebackenen Junganwalts, der gerade vor seinem ersten Fall steht. Und dieser hat es auch gleich in sich: Phoenixs bester Freund steht unter Mordverdacht und da müssen wir ihn natürlich rausboxen.

Vor Gericht helfen die üblichen Videospielmittel wie Hüpfen, Ballern, Klötzchen verschieben oder Knöpfe drücken natürlich herzlich wenig. Daher ist Phoenix Wright eines dieser typisch japanischen Adventures, die es sonst selten zu uns schaffen. Man steuert nicht wie in Point'n'Klick-Adventures wie Monkey Island den Hauptdarsteller mit einer Maus oder direkt wie in Grim Fandago, sondern man steuert das Spiel über Menüs. Wenn man also mit jemandem reden will, klickt man auf "Talk", wenn man die Umgebung begutachten will, klickt man auf "Examine" und so weiter. Das Prinzip versteht man ohne Eingewöhnungsphase sofort. Damit entfallen die nervigen pixelgenauen Suchspiele der Point'n'Click-Adventures, aber das System ist leider auch etwas unflexibel. Das eigentliche Spiel wird in zwei Phasen eingeteilt.


Ermittlungen
Phoenix ist nicht nur Anwalt, sondern er muss auch eigene Ermittlungen anstellen. Die Polizei im Spiel ist nämlich mehr als unfähig. Während moderne Gerichtsmediziner es schaffen, den Täter mit einer einzigen Hautschuppe zu überführen, schafft es die Truppe rund um Detektiv Gumshoe noch nicht mal den wirklichen Tatort festzustellen. Also muss der Spieler selbst losgehen und Zeugen befragen, Spuren sichern und möglichst viele Informationen sammeln.

Vor Gericht
Nachdem man die Beweise gesammelt hat, geht es in den Gerichtssaal und hier blüht Phoenix Wright richtig auf. Das wichtigste Element im Gerichtssaal ist das Kreuzverhör. Hier muss man Widersprüche in der Zeugenaussage finden. Und im Spiel lügen alle Zeugen. Wenn der Zeuge also behauptet, das Opfer um 15:30 Uhr zuletzt lebend gesehen zu haben, der Autopsiebericht aber aussagt, dass der Mord aber schon um 14:00 Uhr stattgefunden hat, dann gerät er mächtig ins Schwimmen. Auf diese Weise kann man die komplette Aussage dann kräftig auseinander nehmen bis die Wahrheit ans Licht kommt.
Im Gerichtssaal schlägt das wirkliche Herz des Spiels. Zeugen befragen und Beweise sammeln ist zwar ganz spaßig, aber es macht einfach viel mehr Laune lautstark "Einspruch!" zu rufen, die Zeugenaussagen zu widerlegen und sich packende Duelle mit dem Staatsanwalt zu liefern.

Schon die Grafik zeigt, dass das Spiel natürlich keine Simulation ist und dementsprechend ist das Rechtssystem im Spiel stellenweise auch arg fragwürdig. Da darf die Verteidigung einfach so Spuren sichern, die Zeugen lügen ungestraft wie gedruckt und man muss nicht nur die Unschuld des Angeklagten beweisen, sondern auch den richtigen Täter überführen. Ansonsten wird der Angeklagte verurteilt - auch wenn man schon bewiesen hat, dass er zum Tatzeitpunkt mit Schlafmitteln betäubt war und friedlich geschlummert hat.

Das Spiel hat leider ein großes Problem: Es ist absolut linear. Es gibt nur eine Lösung und dazu keine Alternativen. Normalerweise fällt dies nicht so stark auf, aber es gibt auch Stellen, an denen man übelst hängt. So soll man zum Beispiel während einer Passage dem Richter die richtige Mordwaffe präsentieren. Allerdings akzeptiert er nicht die Waffe, die im Inventar ist, sondern man muss ein Foto präsentieren, auf dem die Waffe ist. Solche Momente sorgen dann hin und wieder für Frust.

Dies führt auch dazu, dass das Spiel praktisch keinen Wiederspielwert hat. Wer das Spiel einmal durchgespielt hat alles gesehen, kennt den Lösungsweg und die Motivation sinkt in den Keller. Trotzdem bekommt man für sein Geld einiges an Spielzeit geboten. 25 bis 30 Stunden benötigt man auf jeden Fall bis man alle Bösewichte überführt hat.

Phoenix Wright ist ein Remake eines nur in Japan erschienenen Gameboy Advance-Spiels. Grafisch sollte man also nicht zu viel erwarten. Das Spiel besteht nur aus hübsch gezeichneten Szenen und Personen. Stundenlange Rendersequenzen und grandiose 3D-Grafik sollte man aber nicht erwarten. Dafür sind die Figuren mit Liebe gezeichnet und haben eindeutig Charakter.
Ein kleines Detail am Rande: In Japan gab es bereits auf dem GBA zwei Nachfolger und Capcom setzt diese momentan für Handys um. Außerdem wird momentan Teil 4 für den DS entwickelt.

Die Musikuntermalung ist durchwachsen. Meistens dudelt die Musik eher uninspiriert vor sich hin und schafft es weder einen zu begeistern noch zu nerven. Das ändert sich allerdings in den Prozessen. Wenn man den Zeugen endlich festgenagelt hat, ertönt eine richtig mitreißende Musik. An diesen Stellen macht Phoenix Wright dann am meisten Spaß.

Die Features sind schnell abgehandelt: Es gibt keine. Es gibt nichts freizuspielen, keine Bonusitems, keine Minispiele, keine Orden, Medaillen oder Bonusautos - Capcom konzentriert sich auf die Story.
Auch die DS-Features werden vom Spiel in den ersten vier Fällen kaum genutzt, da es sich ja um ein GBA-Remake handelt. Allerdings hat Capcom der Nintendo DS-Version einen komplett neuen fünften Fall spendiert, in dem einige der Features genutzt werden. Dann kann man Fingerabdruck-Pulver per Touchscreen verstreuen und dann per Mikro wieder wegpusten, man kann Beweismittel in 3D von allen Seiten betrachten, mit einem Spezialspray nach weggewischten Blutspuren suchen und zerbrochene Gegenstände wieder zusammenpuzzlen. Hier werden die Fähigkeiten des DS auf jeden Fall gut eingesetzt.

Nicht auf Deutsch
Das Spiel wird leider vorerst nicht in Deutschland erscheinen, aber im restlichen Europa kommt es. Der Grund dafür ist wohl die Sprache - es wird nämlich nur auf Englisch und Französisch übersetzt und Nintendo of Europe will das deutschen Käufern wohl nicht zumuten. Tipp für Importfreunde: Selbst die japanische Version lässt sich auf die englische Sprache einstellen.

Das Englisch im Spiel ist allerdings auch nicht sehr kompliziert und auch mit normalem Schulenglisch kann man problemlos klarkommen. Wichtig ist allerdings gutes Textverständnis, es geht ja immerhin darum die Widersprüche in den Zeugenaussagen zu erkennen!

Fazit:
Ich sollte vielleicht doch Jura studieren - Anwalt spielen macht Spaß. Auch wenn das Spiel deutlich zu linear ist, die Story ist einfach extrem spannend und man will unbedingt wissen wer der wahre Mörder ist. Aufgrund dieser Linearität erreicht der Titel die 80%-Marke nicht ganz. Dieser Fakt sollte aber Genrefans nicht davon abhalten sich das Spiel näher anzuschauen, denn man sitzt schon eine ganze Weile vor dem Spiel, bis man es komplettiert in die Ecke legen kann.

Michael Schmalenstroer für PlanetDS.de

WERTUNG:
78%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 1 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Menüs sind nicht schwer zu bedienen, aber sehr unflexibel. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Als Anwalt waren wir noch nicht digital unterwegs.
Grafik

GBA-Grafik, aber liebevoll gezeichnet.
Sound

Belanglos, aber packende Musik vor Gericht.
Spielspaß

Wenn man nicht festhängt, dann macht es Spaß.








Details
Spielname:
Phoenix Wright: Ace Attorney

Publisher:
Capcom

Developer:
Capcom

Genre:
Adventure

Release:
06.20.003Q

Multiplayer:


Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (7)

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