PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de
Nicht angemeldet!     Neu Registrieren   Loginname  Passwort:     Passwort?

Children of Mana


  • Testbericht
  • Bilder (8)
  • News & Videos (0)
  • User (46)
  • Spiel Kaufen
Children of Mana - Review vom 11.01.2007

Wir schreiben das Jahr 1987. Irgendwo in Japan lässt sich das (damals noch recht unbekannte) Square den Namen „Seiken Densetsu“ schützen. Was für uns Deutsche erst nach dreimaligem Lesen im Wortlaut klar wird, stellt sich später als eines der erfolgreichsten Role-Playing-Games-, kurz RPG- oder Rollenspiel-Serie heraus. Einige Jahre später, 1993, erschien bei uns ein Spiel mit dem Titel „Secret of Mana“.
Im Gegensatz zum sechs Jahre zuvor geschützten Titel ist dieser wenigstens einigermaßen aussprechbar und zu verstehen. Heute hat dieser Titel Kult-Status und nicht nur eingefleischte SNES-Besitzer wissen sofort, um was es sich handelt. Mehrere Titel aus der „Seiken Densetsu“-Reihe sind bei uns erschienen, zuletzt das leicht veränderte Remake des ersten Teils unter dem Namen „Sword of Mana“ auf dem GBA. Vor nicht einmal 1 ½ Jahren kündigte Square (mittlerweile mit ehemaligem Erzfeind Enix zu Square-Enix fusioniert) die Entwicklung einiger neuer Mana-Titel an, die unter der Sammlung mit dem Namen The World of Mana erscheinen sollen. Der erste Teil dieser Spin-Off-Serie trägt die Bezeichnung „Children of Mana“ und ist im vergangenen Jahr in Japan und in den USA erschienen. Wir Europäer mussten uns leider ein wenig gedulden, aber immerhin nahm das Warten nun Anfang Januar 2007 ein Ende und das neue, potenzielle Wunderwerk liegt vor uns. Was taugt es? Fesselndes RPG ganz nach dem Stil „back to the roots“ oder Abklatsch-Version des Kult-Klassikers? Wir haben die Antwort.

Als „Children of Mana“ damals im September 2005 angekündigt wurde, war die Euphorie eher zurückhaltend. „Billige GBA-Grafik!“; „Der DS kann mehr!“ spotteten unsere User und einer vermutete auch, dass 3D-Grafik Pickel erzeugen würde, oder es den Programmieren schlicht und einfach zu aufwendig wäre, ein Spiel in 3D zu gestalten.
Der alteingesessene Nintendo-Fan weiß aber natürlich: Gameplay statt Grafik! Und einen „Mana“-Titel in 3D konnte man sich zu diesem Zeitpunkt auch nicht so recht vorstellen, weshalb Profis und Neulinge gleichermaßen erfreut waren über die Ankündigung von „Seiken Densetsu“.

Nichts desto trotz sollten wir zurückkommen zum eigentlichen Spiel: Auf dem Cover der leicht durchsichtigen Plastik-Hülle prangt ganz oben der Schriftzug „Children of Mana“. Beim Coverdesign hat man sich (zum Glück) für das der japanischen und nicht der US-Version entschieden. Die Frage, ob das Ganze von innen noch schöner aussieht, interessiert uns in diesem Fall brennend und so stürzen wir uns auf das im rechten Teil befindliche Modul, Anleitung, Sicherheitshinweise, kennen wir ja sowieso schon alles auswendig. Nach den üblichen Einblendungen der Publisher- und Entwickler-Logos öffnet sich langsam ein altes Buch... Es erscheinen einzelne Seiten, die umgeblättert werden, und auf dem Touchscreen sieht man einen schönen Herbsttag. Urplötzlich schwenkt alles von der Perspektive des Buchs um, als würde man direkt in dieses Buch gezogen werden und sich in der Mana-Welt befinden. Die Stimmung und das Wetter haben sich geändert, es regnet und es liegt ein Hauch von Panik in der Luft, was nicht zu letzt an der (überaus schönen) Hintergrundmusik liegt. Im folgenden -man könnte fast sagen- „Trailer“ werden die vier Hauptcharaktere bildlich und in Aktion ihrer einzelnen Waffen und Fähigkeiten gezeigt, bevor das Hauptmenü folgt und wir mit einem Hauch von Neugierde das Spiel starten.

Bevor es allerdings losgeht, liegt es an der richtigen Auswahl des Charakters. Zur Auswahl stehen wie bereits erwähnt vier Charaktere, die sich in ihren Fähigkeiten allesamt unterscheiden. Ferrik, der Kämpfer (Durchschnitts-Held, sozusagen der „Mario“), Pop, der Magier (Info: In der US-Version trägt er den Namen „Poppen“), Wanderer, der träge, aber gut geschützte Nahkämpfer und schließlich Tamber, die geschickte Bogenschützin und Magierin, welche als einzige unter den vier Helden weiblich ist. Jeder dieser Helden hat eine eigene individuelle Geschichte, die wir euch nun näher erläutern wollen. Ferrik ist ein Junge von 15 Jahren, von dem gesagt wird, dass er sehr tapfer und kämpferisch begabt ist. Er verlor seine gesamte Familie, er selbst wurde von einem Ritter gerettet und ist seitdem nur noch dabei, seine Schwertkünste zu trainieren. Als der Durchschnitts-Charakter in „Children of Mana“ ist er im Nahkampf allerdings vor allem mit seinem Schwert sehr stark. Pop hingegen ist da schon etwas jünger. Der kleinste der vier ist gerade mal neun Jahre alt, fürchtet sich allerdings vor nichts und niemandem. Er verlor seine Mutter bei seiner Geburt und genau wie Ferrik seinen Vater bei dem Unglück am Mana-Baum. Er ist der schwächste von allen, wenn es um Gesundheit und Kraft geht, allerdings der Spitzenreiter in Sachen Magie. Wanderer, von dem man übrigens nicht weiß, ob er jetzt wirklich ein Wanderer ist, oder ob dies nur sein Name ist, ist ein reisender Verkäufer, der schon in vorherigen Teilen auftrat. Er ist ein Mitglied des Hasen/Katzen-Stammes. Seine stärkste Waffe ist der Hammer, zudem sind seine Werte bezüglich seiner Attacken und der Verteidigung am höchsten, er ist allerdings ein miserabler Magier. Die letzte im Bunde ist Tamber. Sie ist die mit 16 Jahren die zweitälteste, auch sie verlor ihre komplette Familie bei der großen Katastrophe. Ihre stärkste Waffe ist der Bogen, außerdem hat sie gute Werte bezüglich der Magie. Sie ist zwar nicht ganz so stark wie Pop, kommt aber nahezu an seine Fähigkeiten heran.

Jeden dieser vier Helden kann man natürlich individuell benennen, wie wir es von RPGs gewohnt sind. Aber das ist noch nicht alles! Auch das Aussehen des Charakters kann „frei“ gewählt werden – nicht ganz so frei, wie sich jetzt einige vorstellen werden, aber der Spieler kann immerhin zwischen vier verschiedenen Kleidungen wählen. Es gibt je nach Charakter verschiedene Farben zur Auswahl, bei denen immer die Kleidung namensgebend ist, aber auch die Farbe der Haaren / Kopfbedeckungen variiert. So kann Tamber zum Beispiel ein rotes Kleid und türkise Haare, aber auch ein weißes Kleid und rosa Haare haben. Hier dürfte für jeden etwas dabei sein, so dass man für seinen Protagonisten den richtigen Style finden wird. Nachdem all dies erledigt ist, öffnet sich zum zweiten Mal das Buch und die Geschichte beginnt…

Vor langer, langer Zeit entstand eine Insel im Zentrum der Welt. Diese Insel hieß Illusia und mitten auf ihr wuchs ein mächtiger Baum dem Himmel entgegen. Schwierige Zeiten, die die Welt in Furcht und Chaos stürzen sollten, folgten. Es geschah eine furchtbare Katastrophe am Fuße des Baums, bei dem viele Menschen starben und die Hauptcharaktere als Waisen zurückließen. Zwei tapfere Menschen, ein Junge und ein Mädchen, nutzten das Mana-Schwert um die Welt letztendlich vor der kompletten Katastrophe zu schützen. Nun, mehr als zehn Jahre später, machen sich unsere Helden auf, um die Hintergründe dieses Unheils, dass so viele Menschen, die sie liebten von ihnen nahm, zu erfahren.

Zugegeben, die Story des Spiels werden einige Fans sicherlich bereits kennen, ähnelt sie doch sehr der restlichen „Seiken Densetsu“-Reihe. Dies ist allerdings nicht weiter schlimm, da das Ende der Story ja noch lange nicht erreicht ist – wir stehen gerade mal am Anfang, worauf wir nun auch wieder zurückkommen wollen. Nach dem Einführungsgespräch (welches je nach Charakter variiert) ist die erste Aufgabe, sich im Mana-Dorf umzuschauen und seine „Erledigungen“ zu machen. „Welche Erledigungen?“, könnte man sich da jetzt fragen, aber: Gewusst wie und „learning by doing!“, heißt es. Wenn man einfach mal jeden anschwätzt, kann man eigentlich wenig falsch machen. Wer denkt, dies könnte ziemlich zeitraubend sein, da das Dorf bestimmt riesig ist, hat sich getäuscht. Es geht eigentlich relativ schnell und es handelt sich auch mehr um ein Dörfchen als ein Dorf. Eines der begehbaren Häuser ist das des Bürgermeisters, Moti, das andere stellt eine Art „Kaufhaus“ dar. Natürlich gibt es in der Mana-Welt keine Kaufhäuser wie man sie aus den „Pokémon“-Spielen kennt, aber die einzelnen Geschäfte, die man in diesem Haus findet ähneln dem Ganzen schon ein wenig. Wer denkt, er könnte jetzt schon shoppen, wird enttäuscht sein. Der einzige Mann hinter einer Theke ist der Millionär, der euch nur erzählt, dass er in der Katastrophe vor zehn Jahren alles verloren hat. Aber wie kann man auch etwas kaufen, mit 200 Lucre, der Mana-Währung? Muss man ja auch zum Glück noch gar nicht so früh im Spiel.

Stattdessen widmen wir uns den „Erledigungen“, die sich als „irgendwelche Notizen von Tess (einer Priesterin) zu Moti bringen“ entpuppen. Bevor ihr jedoch das Haus des Bürgermeisters verlassen könnt, betritt ein ulkiger Zwerg namens Watts den Raum. Er fängt ein verwirrendes Gespräch mit dem Oberhaupt an und redet etwas von „Mavolia“ und „Quelle des Bösen“, was der Spieler, der gerade erst gestartet ist, allerdings leider nicht verstehen wird. Unmittelbar darauf folgt ein durchdringendes Erdbeben und der Mana-Stein, eine große Felswand im Dorf, beginnt zu leuchten und schließlich ein so helles Licht auszusenden, das alle Bewohner blendet. Anschließend bricht der Stein, besteht allerdings weiterhin. Nana, eine Freundin von Tess, kommt mit einer schlechten Nachricht: Sie war zusammen mit ihr im Mana-Turm zum Beten, auf einmal kam ein blendendes Licht und sie rannte davon. Sie konnte aus dem Turm entkommen, allerdings ist Tess immer noch dort. Und wer muss sie jetzt retten? Richtig, der Spieler.
Zuvor gibt’s von Watts allerdings noch ein Edelstein-Gestell, eine Art Aufbewahrungsort für Edelsteine, über die wir euch nachher mehr erzählen werden. Moti schenkt dem Protagonisten, bzw. der Protagonistin ein magisches Seil, ein Fluchtseil, mit dem man sofort, egal aus welcher Situation, wieder ins Mana-Dorf zurückkommt. Kurz bevor ihr geht, gibt es allerdings noch eine Stimme, die euch aufhält. Es sind Geister, unter den Kennern auch oftmals „Spirits“ vom Englischen her genannt. Diese Spirits wollen euch auf eurem Weg helfen – zumindest einer. Zwischen acht verschiedenen könnt ihr einen der guten Helfer wählen, der euch mit Magie, sei es einer Attacke oder einer Unterstützung à la 30 Kraftpunkte heilen, zur Seite stehen wird. So, das war’s. Auf in den Kampf, auf zur Rettung Tess’!

Nachdem wir das Dorf verlassen haben, finden wir uns auf einer großen Weltkarte wieder, auf der wir bisher allerdings nur zwei Orte anwählen können: Das bereits bekannte Mana-Dorf und den Mana-Turm. Bereits hier dürfte alteingesessenen Fans auffallen, dass es grundsätzliche Unterschiede zu früheren „Seiken Densetsu“-Teilen gibt. Anstatt einer offenen Welt bzw. Oberfläche gibt es in „Children of Mana“ eine Weltkarte mit insgesamt acht verschiedenen Dungeons, in denen man verschiedene Hauptquests absolvieren muss und später Sidequests absolvieren kann. Es kommt also nicht von ganz ungefähr, dass viele Kritiker „Children of Mana“ eher als einen „Dungeon Crawler“ als ein RPG ansehen. Nichtsdestotrotz ist das Kampfsystem ein ähnliches, was der Spieler sogleich erleben darf.

Im Mana-Turm angekommen unterhält sich euer Charakter noch mal kurz mit dem ausgewählten Geist und teilt mit, dass das Schwert mit „A“ benutzt wird. Zwar sind die ersten Gegner nur einige Pogopuschel, aber auch diese sollte man nicht unterschätzen. Nach dreimaligem Drücken von „A“ kann euer Charakter eine Kombo mit dem Schwert ausführen, die mehr Schaden zuführt und einigen Gegnern den Gnadenstoß verpasst.

Ein Dungeon besteht aus mehreren Zonen, bzw. Ebenen. Zu Beginn sind es meistens nur 4 Ebenen, sehr viel später im Spiel werden es dann bis zu 12. Je nach Fortschritt auf einer Ebene tauchen neue Gegner auf, die allesamt unterschiedliche Fähigkeiten haben. Mal gibt es Fernkämpfer (Kategorie: „Bogenschützen“), mal Nahkämpfer, aber auch besondere Formen, wie zum Beispiel im späteren Spielverlauf lebendige Kürbisse, die explodieren und euch an die Wand schleudern können. Es gibt viele Parallelen bei den Gegnern was die Fähigkeiten betrifft, allerdings variieren das Aussehen und mindestens immer eine Kleinigkeit je nach Dungeon. Auch das Vorkommen in den einzelnen Dungeons und Ebenen ist unterschiedlich. So trifft man zum Beispiel in der Eiswelt in Zone 3 nicht immer die gleichen Gegner und Feinde. Um in einem Dungeon in die nächste Zone zu gelangen, gilt es einen Stein zu finden, diesen aufzunehmen, sich auf das dafür vorgesehene, hell leuchtende Feld zu stellen und „A“ zu drücken. In der US-Version trägt der Stein den Namen „Gleamdrop“ und das Feld heißt „Gleamwell“.

Mit dem Besiegen von Feinden bringt „Children of Mana“ eine aus der Serie bereits bekannte Eigenschaft mit: Es gibt Level. Je nach Erfahrungspunkten hat euer Charakter ein bestimmtes Level; die Unterschiede bei den Levelsprüngen werden verständlicherweise von Level zu Level größer, da ja auch die Gegner im fortlaufenden Spiel schwerer zu besiegen sind und mehr Erfahrungspunkte bringen. Das Maximal-Level beträgt hierbei Stufe 50, allerdings hat man auf eine benutzerdefinierte Verteilung von Eigenschaftspunkten verzichtet und so haben zum Beispiel auch zwei gleiche Charakter auf der gleichen Stufe die selben Werte, was Magie, Verteidigung, Gesundheitspunkte, etc. betrifft – vorausgesetzt sie tragen die gleichen Items.

Und da kommen wir auch schon zum nächsten Punkt: Items! Damit das Ganze ein klein wenig leichter fällt, gibt es natürlich auch in diesem Mana-Teil diverse Items. Zunächst wären da die einzelnen Waffen. Es gibt vier verschiedene Waffentypen: Das Schwert, den Dreschflegel, den Bogen und den Hammer. Das Schwert besitzt ihr bereits von Anfang an, im weiteren Spielverlauf folgen die einzelnen Waffen wie oben aufgeführt. Angefangen wird natürlich immer mit der Einstiegswaffe, zum Beispiel dem Eisenschwert. Später folgen stärkere und bessere Waffen, die man allerdings erst anlegen kann, wenn man das dafür vorgesehene Level erreicht hat. Zur Verteidigung dient je nach Charakter entweder eine Rüstung (Ferrik & Wanderer) oder eine Robe (Tamber & Pop). Auch hier gibt es verschiedene Stufen, die erreicht sein müssen, um die Gewänder anlegen zu können. Last but not least gibt es dann in der Kategorie „anzulegende Objekte“ noch die Ringe. Diese Ringe verbessern die Kraft der magischen Angriffe. Wenn euer Held / eure Heldin unterwegs zu Schaden kommen sollte, gibt es dann noch helfende Items, wie zum Beispiel Bonbons oder Schokolade, die für die Gesundheit verantwortlich sind. Walnüsse erhöhen die Magiepunkte, einige andere heilen Statusveränderungen wie Vergiftung, Schlaf, etc. Alle diese Items kann man entweder kaufen, bekommt sie von wichtigen Personen im Spiel geschenkt und sind somit wichtige Items. Man kann sie allerdings auch in Truhen oder unter anderen Gegenständen wie Töpfen oder Gräsern finden, und auch der ein oder andere Gegner hinterlässt euch nach seinem Tod ein Item oder ein nettes Sümmchen.

Einen weiteren wichtigen Bestandteil stellt die Edelstein-Schatulle dar. Hier können zu Beginn bis zu 4 Edelsteine platziert werden. Diese Edelsteine findet man genau wie Items entweder in den Dungeons, bekommt sie geschenkt oder kann sie käuflich erwerben. Die Edelsteine verbessern die allgemeinen Werte, sei es kämpferisch oder bezüglich der Magie. Es gibt allerdings auch andere Edelsteine, die zum Beispiel bewirken, dass bei Vergiftung automatisch ein Item zur Entgiftung genommen wird, ohne, dass dieses vorher mühsam ausgewählt werden muss, und so weiter. Im Laufe des Spiels kann man in einem der drei Shops im Mana-Dorf seine Schatulle vergrößern lassen und bekommt dort auch manchmal einen bestimmten, seltenen Edelstein geschenkt.

Steuerung:
Der DS soll Entwickler anregen, sich für das System gedachte Prinzipien und Spiele auszudenken. Damit das Ganze nicht so sehr einschläft und 80% der Spiele den Touchscreen als Übersichtsseite nutzen, hat Nintendo die „Touch! Generations“ gegründet. Natürlich war nicht nur die teilweise nicht vorhandene Kreativität der Dritthersteller ein Grund für Nintendo, diese Serie zu entwickeln; sie wollten natürlich auch neue Videospieler gewinnen. Dies ist ihnen auch mit Bravour gelungen. Aber sind Touchscreen-Spiele jetzt alles? Sicherlich nicht, und es gibt auch noch genug Titel, die das beweisen. Und das aktuellste Beispiel ist – wie könnte es anders sein – unser „Children of Mana“. Der Touchscreen wird hierbei lediglich zur Menüführung genutzt. Alles andere wird über die normalen Tasten abgewickelt, so kann man zum Beispiel die Tasten A und X mit jeweils einer Waffe belegen, mit Y wird das ausgewählte Item (z.B. Bonbon) benutzt und ein langer Druck auf B ruft euren ausgewählten Geist, den ihr übrigens zu jeder Zeit bei Tess wechseln könnt. Ein kleines Manko gibt’s dann allerdings doch noch bei der Touchscreen-Menüführung: Ist ja alles schön und gut, aber dass man immer jede Entscheidung nochmals bestätigen muss, geht auf Dauer auf die Nerven. Hier hätte man sich bei wirklich wichtigen Fragen, wie des Spielstand-Löschens oder ähnlichem auf das erneute Nachfragen beschränken können. Alles andere stresst den Spieler nur unnötig.

Grafik:
Alle Titel der Mana-Reihe haben eine grundlegende Gemeinsamkeit: Sie sind in 2D. Dies liegt vor allem aber daran, dass damals in den Neunzigern 3D einfach noch Zukunftsmusik war und an realistische Darstellungen damals noch keiner dachte. Dieses Konzept wurde erfolgreich verfolgt und auch bei „Children of Mana“ beibehalten. Zwar weiß Square-Enix sehr wohl, wie man 3D-Spiele erfolgreich konzipiert (siehe „Final Fantasy“), hat sich wohl letztendlich doch für die 2D-Variante entschieden. Ob dies jetzt eine gute oder schlechte Entscheidung war; da kann man geteilter Meinung sein. Die einen wird es ärgern, die anderen können sich über eine wunderschön dargestellte Mana-Welt, wie wir sie bereits kennen, freuen. Neben einer bunten Optik haben die Designer auch auf einige Details großen Wert gelegt. In den Dungeons wird so zum Beispiel immer die zuletzt benutzte der zwei aktiven Waffen an der Seite eures Helden angezeigt, oder auch das Wasser in den Bächen fließt wirklich, usw. Auch die Zwischenvideos, die es nach oder vor fast jedem Endgegner gibt, sind schön anzuschauen und runden das Gesamtbild bezüglich der Grafik positiv ab.

Sound:
Titel von Square-Enix sind ja allgemein bekannt für ihre Musikwunder. Ein „Final Fantasy“ ohne gelungenen Soundtrack ist kein richtiges „Final Fantasy“. Ist die Musik schlecht, so trübt dies auch den Rest des Spiels. Es war klar, dass sich die für die Musik verantwortlichen Entwickler keine Patzer erlauben dürfen, und wir können voller Freude sagen: Das haben sie auch nicht. Bereits die Eröffnungsmusik ist ein wunderschöner Ohrwurm, den man sich gerne anhört. Auch die Soundeffekte wurden gut gewählt und realistisch eingebaut. Ein einziges, was wir hier zu vermerken haben: Das Gejaule, wenn Pop einen Angriff macht, wird auf Dauer recht nervig, was nicht zuletzt an seiner (für einen 9-jährigen natürlich normalen) hohen Stimme liegt. Vielleicht wäre hier eine Auswahl „Soundeffekte“ abstellen nicht ganz unnütz gewesen. Macht aber auch nicht viel, denn der Rest der Musik ist ein wahres Wunderwerk für die Ohren.

Features:
An Extras hat das Spiel in der Tat einiges aufzuweisen. Zunächst einmal gibt es drei Speicherstände, was durchaus lobenswert ist. Allerdings werden echte Freaks ein klein wenig enttäuscht sein, denn so können sie nie alle vier Charaktere gleichzeitig spielen, was dadurch, dass es immer wieder sich leicht unterscheidende Storylines gibt, für manche doch recht interessant sein könnte.
„Children of Mana“ bietet den Vorteil, dass es vom Verständnis her eigentlich immer recht klar ist. Was Neueinsteiger wahrscheinlich verwundern und verunsichern wird, sind die Story, die Edelsteine und die Geister, mit denen man (allerdings auch nur zu Beginn) erstmal vertraut werden muss. Trotzdem wird sonst fast alles von der ersten Minute an gut erklärt und beschrieben, so dass der Einstieg ziemlich leicht fällt. Zu erwähnen ist noch ein Multiplayer, bei dem man zwischen dem kooperativen und dem bekämpfenden Modus wählen kann. Verständlicherweise ist dies nur mit mehreren Modulen möglich, insgesamt können bis zu vier Freunde sich gegenseitig mit den Hammern an die Wand hauen und mit Schwertern bekriegen.

Fazit:
Mich als Fan der Serie seit ich zum ersten Mal den GBA-Ableger „Sword of Mana“ gezockt habe, hat „Children of Mana“ bereits vor dem Release durchaus interessiert und gereizt. Viele werden sich fragen: Ist es ein erfolgreicher Nachfolger der „Seiken Densetsus“? Ich würde sagen, Jain. Es ist zum Einen kein Nachfolger, sondern ein Spin-Off der Serie, wie einige weitere Titel der „World of Mana“-Reihe.
Wer hier mit einem waschechten RPG rechnet, wie wir es aus den Kinderschuhen von Square kennen, der wird massiv enttäuscht werden. Wir haben es bei „Children of Mana“ eher mit einem Mix aus Rollenspiel und Dungeon Crawler zu tun, der leider ziemlich oft einfach ins sinnlose Gemetzel übergeht und teilweise auch recht langweilig und ermüdend werden kann. Trotz allem hat der Titel durchgehend einen gewissen Reiz an sich, vor allem bezüglich des Auflevelns und des Entdeckens neuer Welten, sowie durch das Ende der Story, welche, wie man leider sagen muss, nicht ganz an die Urgroßväter rankommt. Wer kein Problem damit hat, dass es kein 100%-iges RPG ist, wird an „Children of Mana“ durchaus Freude finden und über die wenigen Negativaspekte hinweg sehen können. Denn auf wundersame Weise zieht einen das Spiel in seinen Bann, so dass es dann am Ende zu einer Spielzeit von mehr als 20 Stunden kommen kann. Vielleicht ist gerade das die Magie, das „Mana“ des Spiels …


Nicolas Reinhart [HickLick] für PlanetDS.de

WERTUNG:
80%
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks (2)
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Einfache Tastenbelegung, manchmal Verkrampfungen. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
WLan-Multiplayer, Double Screen und minimale Touchscreen-Nutzung.
Grafik

Back to the roots: Solides, schön anzusehendes 2D.
Sound

Das ist Videospiel-Musik!
Spielspaß

Schöner Mix aus Dungeon Crawler und RPG, teilweise nicht genug motivierend, im Großen und Ganzen aber durchaus gelungener Langzeitspaß.








Details
Spielname:
Children of Mana

Publisher:
Nintendo

Developer:
Square-Enix

Genre:
Rollenspiel

Release:
06.20.3112

Multiplayer:
ja, 1-4

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (8)

Jetzt Bestellen:
Zum Shop