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Resident Evil: Deadly Silence


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Resident Evil: Deadly Silence - Review vom 18.04.2006

Es gibt Serien, Klassiker und Mythen. Seit dem PSOne Erstling erschien auf schier jeder Konsole ein Ableger des Begründers eines ganzen Genres. Die Rede ist von Resident Evil. Mit dem „Survival Horror“ erschuf man 1996 ein vollkommen neues Genre. Horror gab es schon vorher in Spielen – nie war der Spieler jedoch mit permanenter Angst konfrontiert. Schockmomente, akute Munitionsknappheit und exzessive Gewaltdarstellung sind seit Anbeginn der Serie das Aushängeschild aller Ableger. Ebenso wie das quasi abonnierte „Ohne Jugendfreigabe“-Siegel der USK. Dem Erfolg tat dies jedoch nie einen Abbruch – Höchstwertungen rund um den Globus und eine kaufkräftige Zielgruppe zelebrierten Ableger für Ableger die Perversion der Videospielkultur. Permanente Angst als Kaufgrund – das ist Resident Evil. Nun bekommt auch der DS seinen Horrortrip spendiert. Wir haben uns für euch in die Abgründe menschlicher Phantasien begeben – PlanetDS.de live aus dem Resident des Evil.

Draußen ist es düster, fast schon vollends dunkel. Der Mond scheint und die Äste der umstehenden Bäume wiegen sachte im Wind. Die morschen Bretter der Holzdiele unter meinen Füßen knirschen gespenstisch, während eine unheilvolle Ruhe den langen Speisesaal noch verlassener erscheinen lässt, als er ohnehin schon ist. Fernab höre ich das Ticken einer antiken Wanduhr. Ich sehe mich um – an den Wänden hängen aussagelose Bilder. Verstaubt und vergilbt. Aus den alten Gardinen steigt ein modriger Geruch empor. Das alte Anwesen erweckt den Anschein, als habe jahrelang keine Menschenseele mehr hier gehaust.
Ich laufe auf eine große Tür zu, als die Dielen plötzlich nicht mehr den gewohnten Laut von sich geben. Es scheint eher nass zu sein. Das fahle Mondlicht und der antike Kronleuchter belichten die Szenerie nur dürftig, ich gehe ein paar Schritte weiter. An der nächsten Biegung des dünnen Ganges bewegt sich etwas. Ein schmatzender Laut ertönt, als ich um die Ecke gehe, werde ich fast ohnmächtig. Eine menschenähnliche Gestalt hockt auf dem Boden und labt sich an einem scheinbar toten Körper. Ruckartig dreht sich die Gestalt zu mir und gibt die Sicht auf den kopflosen Torso frei. Das bleiche und blutverschmierte Gesicht der Gestalt bleibt aussagelos. Plötzlich stürmt sie auf mich zu. Ich ziehe meine Pistole und jage der Gestalt 2 Kugeln zwischen die Augen. Sie schreit auf. Blut spritzt. Dann…Stille. Eine trügerische Stille.

Dieses Szenario ist nur ein Ausschnitt dessen, was euch in Resident Evil DS (doppeldeutig für DS und Deadly Silence) erwartet. Genau genommen ist der DS Ableger kein eigenes Spiel, sondern ein Remake des ersten Teils von der PSOne. Das hat vor allem eines zum Vorteil – Unter technischen Aspekten war der Konvertierungsaufwand relativ gering. Da der DS in Sachen Leistung fast an die PSOne heranreicht, konnte zumindest unter technischen Aspekten fast 1:1 portiert werden. Zunächst habt ihr die Wahl zwischen zwei Spielmodi – dem „klassischen“ Resident Evil (quasi einer 1:1 Portierung der PSOne Version) und dem so genannten „Wiedergeburtsmodus“ – einer mit DS Features aufgemöbelten Variante des Originals. Weiterhin könnt ihr sowohl mit Jill Valentine als auch mit Chris Redfield zu Werke gehen (entspricht den Schwierigkeitsgraden „leicht“ und „normal“). Jill kann dank ihres Dietrichs Schlösser knacken und hat auch einen Tick mehr Platz im Inventar (Jill = Frau = Handtasche dabei?) – Chris kann hingegen ein bisschen mehr einstecken als seine Kollegin.

Jill und Chris sind Mitglieder des S.T.A.R.S. Alpha Teams. Nachdem in Racoon City (einem kleinen Städtchen in den USA) von seltsamen Vorkommnissen berichtet wurde und sich die örtliche Polizeieinsatztruppe „Bravo“ nicht mehr meldet, werden die S.T.A.R.S. ins Krisengebiet beordert. Von Bravo ist – wie sich bald herausstellt – nicht mehr viel übrig. Auf der Flucht vor seltsamen Kreaturen rettet sich das S.T.A.R.S. Team in ein verlassenes Herrenhaus – möge der Horror beginnen…

… und zwar auf dem Touchscreen. Der Topscreen zeigt permanent eine Karte, während der Touchscreen das Spielgeschehen darstellt. Entsprechend darf der Touchscreen natürlich auch als Spielelement nicht fehlen. Während ihr Zombies, Zombi-Hunde und all das un(?)tote Getier via R-Trigger + A Button mit einer eurer Feuerwaffen beackern könnt (Anfangs gibt’s nur die 08/15 Pistole, später wartet das Spiel mit wesentlich schwererem Geschütz auf), besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit, mit dem Messer munitionssparend umherzusplattern. Apropos Splattern: Das Blut ist per Voreinstellung grün, kann jedoch im Hauptmenü des Spiels unter „Optionen“ realitätsnah rot eingefärbt werden. Auch der Touchscreen hat es als wesentliches Spielelement in die finale Version geschafft: Viele Rätsel wurden alleinig für die DS Version geändert und auf einen Touchscreeneinsatz hin maßgeschneidert – an einer Stelle müsst ihr zwei Waagschalen auf gleiche Höhe bringen, in dem ihr fünf Steine richtig in beiden Schalen platziert.
Um das Dreigestirn der DS Features zu komplettieren: Ja, auch das Mikro des DS hat den Weg in das fertige Spiel gefunden. Mit den Zombies kommunizieren könnt ihr zwar nicht – wohl aber beispielsweise „Mund-zu-Mund“ Beatmung betreiben – ein nettes Feature.

Grafisch konnte man das Niveau der PSOne Version annähernd halten. Die Texturen pixeln zwar DS-typisch auf Grund des fehlenden Filters in der Hardware von Nahem auf (die alte Anti-Aliasing Leier), insgesamt ist die 3-D Engine jedoch gut portiert worden. Um gleich vorweg eine der wichtigsten Fragen im Vorfeld zu klären: Ja, die starren Kameraperspektiven aus dem RE Erstling sind immer noch vorhanden – und ja: die steuerungstechnischen Einschränkungen sind dadurch noch immer gegeben – dazu aber später mehr.
Charaktere und Gegner bewegen sich geschmeidig durch die Gegend, über die Texturvielfalt lässt sich nicht meckern. Nach wie vor sind die Locations hierbei vorgerendert – was auf dem NDS aber nicht in dem Maße ersichtlich ist wie auf einem heimischen Fernseher. Die Effekte – vor allem der Einfall von Licht aus externen Lichtquellen – sind stimmungsvoll und passend. Viele Räume sind jedoch (dem PSOne Erstling entsprechend) für heutige RE-Verhältnisse ein wenig zu hell. Die Cutscenes mit Originalschauspielern wurden dem Original entliehen – hardwarebedingt wird aber nicht einmal der gesamte Touchscreen genutzt, um diese mit einer anständigen Auflösung darzustellen, zusätzlich wurden sie (zwangs)entschärft.

Die Sprachausgabe ist nach wie vor englisch und hat den Sprung auf den DS ohne relevante Qualitätsabstriche geschafft. Die Stimmen tönen klar und deutlich aus den Stereolautsprechern des DS, die Synchronsprecher haben ganze Arbeit geleistet. Je nach Raum und/oder Umgebung wurden noch Effekte wie beispielsweise ein Hall hinzugemischt – feine Sache. Gerade der Sound ist in einem Titel wie Resident Evil ein essentieller Bestandteil der Atmosphäre – umso verwunderlicher mag die Tatsache erscheinen, dass ein so dezenter Soundtrack wie in RE DS dermaßen perfekt zum Spielgeschehen passt. Die qualitativ hochwertigen Hintergrundstücke plätschern leise im Hintergrund vor sich hin und wiegen euch in trügerischem Frieden. Hinzu kommen Effekte wie das Ticken einer Wanduhr oder die grässlichen Laute plötzlich angreifender Zombies – das Salz in jeder Soundsuppe. Alles in Allem wird hier absolut kompromisslose Horrorkost geboten, die von der atmosphärischen Sprachausgabe und den tollen Effekten lebt.

An der Steuerung scheiden sich die Geister noch heute. Die fixen Kameraperspektiven sollen zwar als atmosphärisches Element dienen und dem Spieler ständig das Gefühl geben, beobachtet zu werden – die Steuerung ist deshalb jedoch nach wie vor antiquiert und vor allem zu träge. Wollt ihr nach links laufen, so muss Jill erst in die gewünschte Richtung blicken. Schließlich müsst ihr auf dem Digikreuz nach oben drücken. Dieses Faktum sorgt insbesondere bei RE-Neulingen für große Verwirrung und stellt auch nach wie vor einen der ganz großen Mankos des Spiels dar. Ein absolutes Novum stellt die Egoperspektive dar. In manchen Szenen wechselt die Kameraperspektive aus der starren 3rd Person Ansicht in eine übersichtliche Egoperspektive. Nun müsst ihr heranstürmende Gegner via Messer (Touchscreen) beackern - Je nach Schnitttechnik (vertikal oder eher horizontal) nimmt der Gegner mehr oder weniger Schaden – in manchen Situationen habt ihr aber gar nicht die Möglichkeit, euch noch großartig über die Schnitttechnik Gedanken zu machen. Wenn es ums blanke Überleben geht, wird der Touchscreen schon gerne Mal rubbellosartig zweckentfremdet.

Neben den beiden bereits angesprochenen Solomodi wurde nun endlich auch ein Multiplayermodus integriert. Hierbei könnt ihr zusammen mit drei weiteren Mitspielern kooperativ Zombies jagen oder alternativ euch gegenseitig das (Über)Leben in drei Locations schwer machen. Leider werden mehrere Cardridges benötigt. Nettes Feature – mit Sicherheit aber kein Kaufgrund. Das eigentliche Hauptspiel lässt sich zwar in wenigen Stunden beenden (entsprechend starke Nerven vorausgesetzt), anspruchsvoll ist Resident Evil DS aber dennoch serientypisch in hohem Maße.

Fazit:
Resident Evil revolutioniert trotz antiquierter Steuerung die Handheld Domäne. Wer bis dato dachte, dass man sich auf Handhelds nicht gruseln kann, dem lege ich eine Runde Resident Evil DS nachts mit Kopfhörern in einem dunklen Raum ans Herzen. Die konsequente Portierung des Psone Erstlings auf einen Handheld wird dank ausreichender DS-Feature-Garnitur zu einem Schlemmerfest für Horrorfans. Zwar müssen auf Grund des durch den DS gesetzten Hardwarerahmen ein paar kleinere Abstriche in Sachen Optik gemacht werden – akkustisch überzeugt der Titel jedoch wie eh und je. Nur die Steuerung hätte ich mir beim zweiten Remake von Resident Evil ein wenig optimiert gewünscht.
An dieser Stelle aber noch eine ernst gemeinte Warnung: Resident Evil DS gehört nicht in die Hände Minderjähriger. Vor dem Intro wird vor expliziter Gewaltdarstellung gewarnt und ich darf euch verraten: Die Software lügt nicht.
Wer ein Fünkchen für Survival-Horror übrig hat, die beiden Vorlagen (Psone & GameCube) nicht in- und auswendig kennt und zudem volljährig ist, bekommt mit Resident Evil: Deadly Silence einen konsequenten und überzeugenden Einstieg in auf dem DS bis dato unerforschte Genreregionen geliefert.


Christian Thol für PlanetDS.de

Herzlichen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezeionsexemplars.

WERTUNG:
84%
Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks (6)
Lesertests:
Lesen ( 2 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Leider 1:1 dem Original entliehen und schlicht antiquiert Innovationsfaktor:
++++-  (4 von 5 Sternen)
Alle DS Features gut und sinnvoll genutzt - etwas mehr Mikro und ein paar Touchscreenrätsel mehr wären schön gewesen
Grafik

Solide 3-D Optik, Cutscenes, schöne Effekte
Sound

Tolle Sprachausgabe, tolle Stücke, tolle Effekte - Atmosphäre pur
Spielspaß

Zwei Modi, Multiplayer, DS Features benutzt - Horror vom Feinsten!








Details
Spielname:
Resident Evil: Deadly Silence

Publisher:
Capcom

Developer:
Capcom

Genre:
Adventure

Release:
06.20.3103

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (47)

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