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Trauma Center: Under The Knife


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Trauma Center: Under The Knife - Review vom 01.06.2006

Schnell die Klemme. Wir verlieren ihn, führen Sie eine Herzdruckmassage durch. Oh mein Gott, der Kreislauf bricht zusammen, schnell die Spritze. Und nun vorsichtig die Bauchdecke öffnen. Nein, PlanetDS.de ist nicht der deutschen Ärztekammer beigetreten, wir bleiben unserer Linie treu. Heute haben wir ein ganz besonderes Spiel für euch im Repertoire – die absolut japanophile Doktorsimulation Trauma Center landete unlängst auf unserem OP Tisch und möchte seziert werden. Seid auch ihr dabei, wenn PlanetDS.de Trauma Center: Under the knife auf Herz und Nieren testet – selbstverständlich erst, nachdem letztere fachgerecht entnommen wurden. Schwester, ein Skalpell bitte!

Die Japaner sind schon ein mitunter recht komisches Völkchen. Takeshi stellte Unterhaltungsshows in ein komplett anderes Licht, Sushi ist mittlerweile kein Schimpfwort sondern Schlemmerjargon und Videospiele eine Hochkultur. In regelmäßigen Abständen schwappen fernöstliche Trends über den großen Teich zu uns nach Europa, meist innovative Spielkonzepte, die auf den ersten Blick absolut japanophil angehaucht, auf den zweiten jedoch durchaus auch uns Europäer zu überzeugen wissen. Als man vor knapp einem Jahr zu lesen bekam, dass das Nintendo DS Lineup mit einer Arztsimulation bestückt werden sollte, traute ich meinen Augen nicht. Eine Arztsimulation? Hallo?! Nun – Zeiten ändern sich. Nach ersten vor Innovationen triefenden Spielkonzepten für den DS dürstet die Spielergemeinde förmlich nach diesen DS exklusiven Innovationen. Auf dieser Welle reitet nun auch Trauma Center DS.

Ihr übernehmt die Rolle eines ambitionierten Jungchirurgen in einer fiktiven Stadt. Während ihr euch im eigentlichen Spielverlauf von Operation zu Operation hangelt, erzählt euch das Spiel den langen (Leidens?)Weg des Derek Stiles zu einem der erfolgreichsten Chirurgen des Landes. Doch bis dorthin ist es ein langer und vor allem steiniger Weg voller haarsträubender Operationen, Eingriffe, Storywendungen und mehr. In einer Art Briefing wird euch vor einer Operation kurz verraten, was den aktuellen Patienten plagt, welche Befunde bereits getroffen wurden und welche physischen Eckdaten der Patient besitzt.

Da wäre zum Breispiel Jesse Prett. Sie hat mehrfache Thromben durch Ablagerungen, eine sofortige Entfernung dieser ist zwingend notwendig. Ihr greift euch also das Skalpell und setzt an der entsprechenden Stelle auf der Bauchdecke einen präzisen Schnitt und öffnet diese. Nun vergrößert ihr mit der Lupe durch Zeichnen eines Kreises das betroffene Gebiet an der Milz. Mittels des Röntgengerätes könnt ihr die einzelnen Thromben rasch ordnen. Ist das geschehen, greift ihr rasch zur Pinzette und klemmt die betreffende Blutbahn damit ab. Nun ist das Skalpell an der Reihe – durch einen minimalistischen Schnitt öffnet ihr die betreffende Stelle, entnehmt den Thrombus und behandelt die geöffnete Stelle anschließend sofort mit antibiotischem Gel. Dabei müsst ihr jedoch stets die Vitalwerte im Auge behalten – geht der Puls beispielsweise rasend schnell in den Keller, müsst ihr den Patienten durch eine Herz-Kreislaufspritze im richtigen Moment retten, notfalls muss auch eine Herzdruckmassage herhalten. Alles geschieht via Touchscreen. Im Falle Jesse Prett schließt ihr die Bauchdecke nach erfolgreichem Entnehmen aller Thromben wieder, vernäht die Wunde, behandelt sie mit antibiotischem Gel und legt eine Bandage drüber. So einfach wie mit Jesse habt ihr es jedoch bei weitem nicht bei allen Mission – Trauma Center ist ein intuitives aber dennoch sehr anspruchsvolles Spiel. Während ihr in den ersten Missionen quasi noch Schritt für Schritt gesagt bekommt, was ihr als nächstes tun müsst, werden bei den späteren Eingriffen keine Tipps mehr gegeben und ihr müsst binnen des Zeitlimits selbstständig schnelle und gute Entscheidungen treffen. Dabei ist es stets ratsam, sehr präzise zu arbeiten, da jeder Eingriff und jede noch so kleine Aktion ein Miniranking bekommt. Schlecht, ok oder cool. Nach diesen Minirankings und der verbliebenen Zeit nach einer OP richtet schließlich auch das Ranking nach einer OP, welches euch verrät, wie gut ihr euch geschlagen habt.

Grafik:
Grafisch ist Trauma Center sehr zweckmäßig gestaltet, was nun jedoch nicht heißen soll, dass es schlecht aussieht. Im Gegenteil. Die Operationen könnten optisch wohl kaum besser dargestellt werden. Ansprechende und gleichermaßen schlichte 3-D Darstellung aller Organe und Innereien – so skurril das nun auch klingen mag. Die comichaften Zwischensequenzen stellen hierbei ein optisch gelungenes Kontrastprogramm zum OP-Alltag da. Nun gut, Effekte und spektakulär hochauflösende Texturen findet man zwar im gesamten Spiel keine – aber hey, wer erwartet so etwas von einer Arztsimulation?

Sound:
Ähnlich verhält es sich mit dem Sound und den Soundsamples. Die Geschichte wird mit Textpassagen vorangetrieben, während der OP kann man ab und an ein „Doctor“ Sprachsample vernehmen. Untermalt wird das ganze von mehr oder weniger passenden und hektischen Musiksamples. Alles in allem passt sich die Untermalung sehr gelungen der jeweiligen Sielsituation an, stört nie und sorgt stets für die richtige Atmosphäre – gute Arbeit.

Gameplay:
Kommen wir zum eigentlichen Herzstück des Spiels – dem Gameplay. Das gesamte Spektrum an Operationen führt ihr eigenhändig per Stylus durch. Dieser dient wahlweise als Pinzette, Klemme, Skalpell, Absaugevorrichtung, Verband, Nadel und Faden und und und. Im Laufe des Spiels lernt ihr außerdem eine spezielle Fähigkeit des Protagonisten kennen – die heilenden Hände. Mit dieser Fähigkeit lässt sich das Verrinnen der Sekunden während der OP ein wenig eindämmen. Dass ihr von dieser Fähigkeit Gebrauch machen könnt, müsst ihr jedoch schnell und präzise im richtigen Moment einen Stern auf den Touchscreen zeichnen. Alles in allem wurde die Steuerung optimal gelöst – in manchen (wenigen!) Szenen scheint die eine oder andere Aktion jedoch ein wenig zu schwammig – in späteren Operationen kann euch solch ein Fehlgriff schon mal rasch den Job kosten.
Vor allem in späteren Missionen ist der Spielverlauf meist sehr hektisch – das hartnäckige Zeitlimit sitzt euch im Nacken, bestimmte Symptome müssen binnen Sekunden erkannt und behandelt werden und die Operationen erfordern kontinuierlich immer komplexere Abläufe. Hinzu kommen typische Multitaskingansätze – bevor ihr ein Problem richtig behoben habt, taucht auch schon das nächste auf. Insbesondere uns Männer (die wir doch keine zwei Sachen gleichzeitig können) treiben diese Ansätze an unsere natürlichen Grenzen. Konzentration ist das Stichwort und der Schlüssel zum Erfolg. Nur wer präzise, schnell und konzentriert arbeitet, wird als erfolgreicher Arzt schließen. Bis dahin sind es jedoch 37 höchst ereignisreiche Missionen. Erfreulicherweise wurde der Chirurgenalltag durch einige Minispiele gespickt – alles selbstredend via Touchscreen!

Auf Dauer fesselt das Spiel vor allem wegen seines Schwierigkeitsgrades und des hohen Replaywerts. An und für dich sind die Operationen in wenigen Stunden alle abgehandelt – dadurch, dass das Spiel gegen Mitte wie bereits angesprochen richtig anspruchsvoll wird, müssen manche Operationen diverse Male angegangen werden, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt. So frustrierend das manchmal sein mag – irgendwie motiviert Trauma Center dennoch immer wieder. Und selbst wer alle OPs erfolgreich beendet hat, wird das Spiel in Hinblick und Hoffnung auf höhere Scores immer und immer wieder hervorkramen. Gespeichert wird das Vergnügen dann in einem von drei modulinternen Speicherplätzen – feine Sache!

Fazit:
Trauma Center: Under the knife zeigt eindrucksvoll, zu welch innovativen Konzepten der Nintendo DS imstande ist. Selten habe ich ein Spiel gespielt, welches mich in Sachen Gameplay so tief in das Spielgeschehen eintauchen ließ. TC ist zwar beileibe kein einfaches Spiel, auch in Sachen Umfang und optischer Darstellung wäre noch Potential vorhanden gewesen – aber diese wenigen negativen Aspekte werden vom konkurrenzlos guten Gameplay schlichtweg überschattet. Sicherlich mag es nicht jedermanns Sache sein, an virtuellen Patienten herumzuschnippeln – aber hey, wo war dies in einem Videospiel schon einmal so realistisch möglich? Selbst wer kein Blut sehen kann, sollte sich die bis dato wohl gelungenste DS-Feature-Demo nicht entgehen lassen. Doktor Stiles, in den OP bitte!

Christian Thol für PlanetDS.de

Herzlichen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
83%
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 1 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Mit dem Stylus als Skalpell alles im Griff. Innovationsfaktor:
++++-  (4 von 5 Sternen)
Gelungenes Gesamtkonzept mit intelligenter DS-Feature Nutzung.
Grafik

Hier kann man zum Glück behaupten, dass es nicht zu Realitätsnah ist.
Sound

Angenehmes Gedudel im Hintergrund. Manchmal Stimmig, manchmal träge.
Spielspaß

Stetig wachsender Schwierigkeitsgrad mit Funfaktor








Details
Spielname:
Trauma Center: Under The Knife

Publisher:
Atlus

Developer:
Atlus

Genre:
Adventure

Release:
06.20.2804

Multiplayer:
nein

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (8)

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