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Die Sims 2


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Die Sims 2 - Review vom 17.03.2006

Die Zelda-Reihe, der Pokémon-Feldzug, Square-Enix’ RPG Wunderwerke, Miyamotos Schöpfungen – Es gibt Spiele und Spielereihen, die sich nicht nur wunderbar verkaufen, sondern die auch – jedes Spiel für sich- eine eigene Erfolgsstory erzählen. Als Maxis vor einigen Jahren mit den „Sims“ eine Lebenssimulation veröffentlichte, maß keiner dem Titel großartig Beachtung bei. All die Kritiker sollten sich mächtig irren. Mittlerweile gehört die Spielereihe „Sims“ mit allen Add-Ons und Nachfolgeteilen zu den erfolgreichsten und meistverkauften Spielereihen aller Zeiten. Plattformübergreifend. Auf der letztjährigen Games Convention hatten wir die Möglichkeit, mit einer der Entwicklerinnen des Titels über die portable Sims 2 Version zu plaudern – und waren von den Titeln fasziniert. Ob die DS-Sims ihrem Ruf gerecht werden?

Darf ich mich vorstellen? Chris van Thol, Geschäftsführer des Hotels in Merkwürdighausen. Wie ich zu diesem lukrativen Job kam? Es ist in der Tat eine recht seltsame Geschichte.
Ich fuhr durch die Wüste, hatte einen dringenden Termin in Sim City am anderen Ende der gähnenden Monotonie ewiger Sanddünen. Unglücklicherweise stimmte irgendwas an meinem Wagen nicht – ich weiß bis heute noch nicht, was es war. Dank ausgleichender Gerechtigkeit blieb mein Wagen ausgerechnet in Merkwürdighausen stehen, einem verschlafenen Kuhkaff irgendwo im Nirgendwo.

Nach wenigen Minuten kam so ein schmieriger Typ auf mich zu, gab sich als Mechaniker aus und bot mir an, meinen Wagen unter die Lupe zu nehmen. Was blieb mir anderes übrig, als der Misstrauenswürdigkeit in Person zu vertrauen. War schon recht spät, also ging ich ins örtliche Hotel, ein Zimmerchen für die Nacht, das musste jetzt schon drin sein.
Leider herrschte in den leeren Hallen Stromausfall und der gelangweilte Portier war sich zu fein, um nukleare Brennstäbe in den Reaktorraum im Keller zu werfen. Klar, wer besorgt sich seinen Strom heutzutage nicht mit dem hauseigenen Atomkraftwerk?! Was tut man nicht alles für ein Bett und eine Dusche – mit freundlichem Gruß an meine Gene mache ich mich daran, die Brennstäbe in den Keller zu karren. Als dann endlich Licht ward, musste ich noch das Voyer saugen und bekomme dann endlich mein Zimmer.

Lang hält es mich aber nicht in der riesigen Suite. Beim Möbelladen gegenüber kaufe ich mir erstmal ein schöneres Bett und ein Marmorwaschbecken – schlimm genug, dass ich mein schäbiges Zimmer selbst einrichten muss. Minuten später bin ich Geschäftsführer des Ladens. Keine Ahnung wie das passieren konnte, scheinbar bin ich halt der einzige Mensch – Pardon, der einzige Sim, der sich um diese Bude am Ende der Welt kümmert. Mit stolz geschwellter Brust schaue ich mir das Kaff einmal näher an. Eine Bar, ein Laden, das Bürgermeisteramt und eine Polizeiwache. Mehr Institutionen gibt’s nicht.

Nach und nach lerne ich mehr Leute kennen, alle wollen etwas von mir. Brav kümmere ich mich um ihre bitten. Für 1500 Simleons kaufe ich schließlich eine Baugenehmigung für ein Casino in meinem Hotel – das sollte Gäste locken und die sollen ihr Geld verlieren, harr! Der erste Gast in meinem Casino bin ich selbst. In einem amüsanten Minispiel vervierfache ich mein Vermögen, vertreibe einen Außerirdischen aus meinem Hotelvoyer und darf beobachten, wie Gäste in mein Hotel stürmen. Auch die Mafia darf ich beglücken – mit einer Penthouse Suite im ersten OG. Langsam beginnt der Job stressig zu werden, naja, solange der Schotter fließt, ist alles halb so wild. Zwei Tage nach meiner Ankunft in dem mittlerweile üppig besuchten Kaff, fällt mir mein Auto ein. Das steht immer noch seelenruhig auf dem Hauptplatz des Dorfes – wenn ich den Mechaniker in die Finger kriege, dann gnade ihm Gott!

„Die Sims 2“ setzt euch also in die Rolle des Hotelmanagers. Spielziel ist es nun mehr, die eigene Hotelwertung auf 100% zu pushen – kein leichtes Unterfangen, immerhin möchten unzählige Gäste beglückt werden. Ihr steuert ausschließlich den Protagonisten – euer virtuelles Ego. Wie üblich dürft ihr diesen vor Spielbeginn individuell gestalten – die Möglichkeiten sind hierbei schier endlos. Gesichtsformen, Körperproportionen, Haarfarbe, Erscheinungsform, Klamotten, Schlafanzüge, Badesachen – Letzten Endes sind eurer Fantasie kaum Grenzen gesetzt, so dass der kreierte Sim euch letzten Endes wirklich ähnelt.

Das Spiel selbst läuft semi-linear ab. Zum einen seid ihr an Aufgabenstellungen gebunden, welche ihr erfolgreich absolvieren müsst, um die Story voranzutreiben. Andererseits sind euch dafür keine zeitlichen Grenzen gesetzt und ihr könnt auch durch die komplett dreidimensionale Welt stiefeln, Geld scheffeln und selbiges für Hoteleinrichtungsstücke oder Nahrungsmittel verprassen. Andererseits braucht ihr das Geld auch dringend, um euer Hotel zu erweitern und attraktiver zu gestalten. Je weiter ihr im Spiel voranschreitet, desto mehr Ausbaustufen stehen dem Hotel zur Verfügung. So könnt ihr später neben einem Casino auch eine Galerie, einen Musikraum und ähnliche Dinge euer Eigen nennen. Das ist nicht nur stylisch, das gefällt auch euren Gästen.
Diese werden in immer mehr zur Verfügung stehenden Zimmern untergebracht und wollen natürlich von größtmöglichem Luxus umgeben sein – ein Himmelbett kommt deshalb logischerweise auch besser an, als die handelsübliche Standardpritsche. Wenn ihr als Hotelmanager Gäste aufheitert, euch um ihr Wohlbefinden sorgt oder ihnen beim Auschecken helft, belohnen die scheinbar wohlhabenden Kunden euer Verhalten mit Trinkgeld – letzten Endes schlägt sich euer gesamtes Handeln in eurer Hotelbewertung nieder.

Euch als Spieler bringt das aber nicht nur Stress sondern auch eine ganze Menge Spaß. Insbesondere die Minispiele und die Aktivitäten in euren Zusatzräumen wissen zu gefallen. In der Galerie könnt ihr mit einer MS-Paint-ähnlichen Benutzeroberfläche per Touchscreen Bilder gestalten, diese in der Galerie ausstellen und euren kunstbegeisterten Gästen somit die letzten Simleons aus der Tasche ziehen. Im Musikraum könnt ihr an einem Keyboard via Touchscreen selbst Musik komponieren!
Das ganze Spiel läuft in Echtzeit ab, die modulinterne Uhr orientiert sich hierbei an den Uhrzeitseinstellungen eures NDS. Im Spiel dauert ein Tag also auch 24 Stunden, was Auswirkungen auf einige Spielumstände hat – nicht zuletzt, dass nachts eher mal geschlafen werden kann, ohne was zu verpassen (auch wenn SIMS 2 NICHT weiterläuft, wenn euer NDS ausgeschaltet ist). Apropos Schlafen – Das Schlafen ist nur eines der Bedürfnisse eures Sims, welchen ihr nachkommen müsst. Duschen, Toilettengänge, Essen und ähnliche Dinge müssen natürlich auch täglich erledigt werden. Glücklicherweise hat man die Bedürfnisse in einem einzigen Balken zusammengefasst, so dass ihr nur noch ab und zu etwas dafür tun müsst, dass sich der Balken am unteren Screenrand wieder füllt. Ist der Balken leer, landet ihr im Gefängnis und kommt erst wieder gegen eine saftige Kaution frei. Insgesamt sind die Bedürfnisse glücklicherweise jedoch in den Hintergrund gerückt – will heißen: Ihr rennt nicht mehr vom Klo in die Dusche, zum Essen, ins Bett und habt dann 2 Minuten Zeit, bevor der ganze Zyklus wiederholt werden muss. Dieser Aspekt macht das Spiel wesentlich besser spielbar als seine Vorgänger.

Grafisch bietet das Spiel erstmals eine 3-D Engine. Ganz flüssig und fehlerfrei ist diese zwar nicht, dennoch irgendwie hübsch anzuschauen. Die Charaktere haben alle ein unterschiedliches Äußeres, das auch ihren Charakter widerspiegelt. Effekte und Framerate sind über jeden Zweifel erhaben. Das Dorf ist abwechslungsreich dargestellt und vermittelt eine rundum heimelige und sympathische Atmosphäre. Während der obere Screen das eigentliche Spielgeschehen darstellt, bietet euch der Touchscreen eine Art Menüansicht. Neben den Beziehungen zu den Personen, die ihr schon kennen gelernt habt, dem Spielstand an sich (Speichern, Optionen etc.) und eurer Itemansicht könnt ihr hier auch das virtuelle Telefonbuch eures virtuellen Handys verwalten – alles in allem nichts neues, aber fein gelöst. Die Minispiele machen meist Gebrauch von Top- und Touchscreen.

Der Sound ist ebenfalls gelungen – neben knapp 20 Stücken könnt ihr im Musikraum wie bereits erwähnt auch eigene kreieren. Qualitativ spielt das ganze auf einem relativ hohen Niveau – klar, man hat schon bessere Klänge aus dem DS vernommen, aber als Untermalung bzw. Zeitvertreib in einem so komplexen Spiel wie Sims 2 sind die Stücke allemal dienlich. Es sind auch nicht die Einzelaspekte, die „Sims 2“ auszeichnen – es ist vielmehr das Gesamtkunstwerk. Alles greift ineinander und wirkt äußerst komplex und durchdacht. Man braucht einfach viel Zeit, um alles zu sehen und zu erleben.

In Sachen Features bietet das Spiel auch einiges. Drei modulinterne Speicherslots, unzählige Möglichkeiten, Minispiele und storyimplementierte Features wie die Galerie oder das Musikzimmer – alles in allem sehr gelungen. Hinzu kommt außerdem ein Multiplayer Modus, der jedoch mehrere Module voraussetzt und auch eher Beiwerk ist.
Auf Dauer macht Sims 2 nur dann Spaß, wenn man sich auch wirklich damit beschäftigt – es ist definitiv kein Spiel für Gelegenheitsspieler und in Sachen Umfang absolut überzeugend.

Fazit:
Die Sims (2) konnten mich überzeugen. Eine routinierte – wenngleich nicht fehlerfreie- technische Umsetzung, ein immenser Umfang und die Mischung aus „rotem Faden“ und spielerischer Schöpfungsfreiheit überzeugen mich auf dem DS mehr denn je. Insbesondere die tolle Einbindung der DS Features, die Minispiele und die Möglichkeit, immer neue Sachen zu entdecken, lassen Simulationsfans ins Schwärmen geraten. Vorsicht aber, Sims 2 ist beileibe kein Spiel für zwischendurch. Nur wer sich mehr als fünf Stunden mit dem Titel auseinandersetzt, kann das volle Potential auskosten. Anfangs ist der Titel ein wenig schleppend, auf Grund der vielen Möglichkeiten und Aufgaben für Gelegenheitsspieler auch überfordernd. Viele Features und Minispiele müssen auch erst entdeckt werden – doch gerade das ist es, was die „Sims“ ausmacht. Der Titel schielt in die gleiche Richtung wie „Animal Crossing: WW“, fährt auf Grund des roten Fadens doch eher auf einer vorgegebenen Storyschiene und bietet definitiv weniger Freiheiten. Dennoch haben die Sims ihren ganz eigenen Charme und werden sicherlich viele Freunde finden – gute Arbeit, EA!

Christian Thol für PlanetDS.de

Herzlichen Dank an EA für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
81%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 4 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Ordentlich und präzise Innovationsfaktor:
++++-  (4 von 5 Sternen)
Sehr gelungene Einbindung der DS Features
Grafik

Schönes 3-D – jedoch nicht fehlerfrei
Sound

Gelungene Stücke & Soundeditor
Spielspaß

Zeitaufwändig aber durchaus sehr spaßig, anfangs etwas langatmig








Details
Spielname:
Die Sims 2

Publisher:
EA

Developer:
EA

Genre:
Adventure

Release:
05.20.0411

Multiplayer:
ja, 2-3

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (24)

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