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Splinter Cell: Chaos Theory


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Splinter Cell: Chaos Theory - Review vom 03.07.2005

Spätestens seit dem Erscheinen von Splinter Cell (damals noch auf PC & Heimkonsolen) hat Englands charismatischer 00-Agent harte bandagierte Konkurrenz aus den Staaten. Sam Fisher heißt der seit Beginn an leicht ergraute Special Agent. Nach dem schon Pandorra Tomorrow (Teil 2) eine GBA Umsetzung bekam und Sam Fisher seit geraumer Zeit auf Nokias N-Gage im Einsatz ist, releaste UbiSoft nun endlich auch einen NDS Ableger – erstmals in der Geschichte portabler Nintendo Systeme komplett in 3D. Insbesondere in Anbetracht der wenig umfangreichen DS Spiele bis dato, stellte die Fangemeinde hohe Anforderungen an Ubis Prestigeagent. Ob er diesen gerecht wird, welche Parallelen zur GameCube Version geblieben sind und wie sich Fisher im Vergleich zum N-Gage Ableger schlägt? Für euch haben wir uns in die Schattenwelt des Sam Fisher eingeschlichen und die Missionen nach einer Höchstwertung durchforstet. Lest nun unseren Bericht. Over and out.

Meine Herren, was habe ich mich auf diesen Titel gefreut. Als langjähriger Fan der Serie habe ich alle bis dato releasten Teile genossen – auch die beiden Umsetzungen von Chaos Theory auf Nokias N-Gage und dem Nintendo GameCube. Und allesamt waren sie Garanten für tagelangen Spielspaß. Umso gespannter war ich nun beim DS-Ableger. Die Cartridge in den Slot geschoben und den DS angeschaltet, erwartete mich schon gleich der erste Schock im Menü. Der erste Schriftzug (Titelscreen) stellte den Namen des Spiels nur pixelig dar und die Menüführung reagiert auf das Anklicken eines Menüpunktes mit einer deutlich spürbaren Verzögerung. Drücke ich beispielsweise den A-Button, um den Einspieler Modus auszuwählen, so wird der gewünschte Menüpunkt erst eine Sekunde später angewählt. Leicht enttäuscht hangele ich mich in den Trainingsmodus. Hier erwartet mich die Grundausbildung eines jeden Topagenten. In drei Stufen lerne ich erst den Umgang mit der Spielfigur selbst, schließlich den Umgang mit Feinden und abschließend den mit meinem Inventar.
Nach diesen ersten Schritten der Eingewöhnung geht es auch gleich schon los.

„Splinter Cell: Chaos Theory“ spielt (wie immer) in der nahen Zukunft. Es droht (wie immer) ein globaler Konflikt, dieses Mal ausgehend von Fernost: China und Nordkorea sind ein Bündnis eingegangen (gewollte oder zufällige Parallele zu einem historischem Ereignis?) und stehen kurz vor einem Krieg der mit den USA verbündeten Japaner. Eure Aufgabe ist es vorerst, einen Hacker zu finden, der den USA (und somit Fisher Vereinigung „Third Echolon“) dabei helfen kann, den Krieg zu vereiteln. Und wer könnte das besser verhindern, als Sam Fisher? Schon bald wird er ins Krisengebiet entsandt…

Grafik:
Nach der ersten Zwischensequenz (im Prinzip die in mehreren Videos im Vorfeld gezeigte Kamerafahrt rund um Sams Schlauchboot) bin ich auch schon mittendrin. Nach den ersten Schritten vom Außenareal in die Innenräume des ersten Levels bekomme ich auch gleich einen Vorgeschmack dessen, was mich das ganze Spiel verfolgen wird: Die instabile Engine. War die N-Gage Version noch optimal an den Hardware Rahmen des Handys angepasst, so muss ich bei der DS Version enttäuscht statuieren, dass sie es definitiv nicht ist. Schon der erste Schritt um eine Biegung macht der DS Hardware zu schaffen: Die Framerate geht in die Knie und das Bild bleibt für ca. eine Sekunde (!) stehen, obgleich ich die Hardware ja nicht sonderlich gefordert habe. Dieses Bild prägt wie bereits erwähnt den gesamten Spielverlauf. An jeder zweiten Biegung geht die Framerate in die Knie – davon abgesehen muss man dann ständig die Kamera nachjustieren, was beim DS auch wesentlich schlechter als beim N-Gage Pendant gelöst wurde. Hierbei kommt nämlich der Touchscreen zum Einsatz. Was auf den ersten Blick erfreulich anmutet, ist in der Realität ein Desaster. Gleichzeitig laufen, mit dem R-Trigger die Waffe ziehen und mit dem Touchscreen zielen oder die Kamera justieren? Nein liebe Entwickler, ich habe leider nur zwei Hände zu bieten und möchte eigentlich Krämpfe vermeiden – das Spielen sollte ja auch Spaß machen.
Betrachten wir nun – unabhängig von der Engine – die grafische Umsetzung, so kann man jedoch ein großteils positives Fazit ziehen: Die Räume sind zwar recht karg, dennoch geht die Levelarchitektur in Ordnung und erst von nahem wird die unvermeidliche DS-Aufpixelung sichtbar. Besonders gelungen sind die Animationen der Charaktere. Sam rennt, springt und schleicht so, wie es wohl auch ein echter Mensch tun würde. Alle Abläufe wirken sehr weich und geschmeidig und verleihen Splinter Cell somit einen Realismusbonus.
Unter dem Gesichtspunkt der Grafik ist ebenfalls anzumerken, dass Blut ein- oder ausgeschaltet werden – entsprechend der Wahl spritzt der rote Lebenssaft bei getroffenen Gegnern oder bleibt aus.
Interessant ist auch die Wärmesicht, mit Hilfe derer man zum Beispiel eventuelle Laserschranken vorzeitig ausschalten, und somit einen Alarm vermeiden kann. Denn auch bei Chaos Theory DS gilt: Es gibt Missionen, in denen ihr (k)einen Alarm auslösen dürft – in der Regel jedoch ist die Mission erst dann gescheitert, wenn die Wachen drei Mal Alarm geschlagen haben. Die Nachtsichtkamera hingegen ist ein Utensil, von dem ihr häufig Gebrauch machen werdet. Ähnlich der N-Gage Version, aber auch ähnlich zu den Vorgängern der Heimkonsolenversionen, spielt in Splinter Cell die durch Dunkelheit bedingte Unsichtbarkeit eine große Rolle. Entsprechend viele Räume und Spielabschnitte sind wieder vollkommen oder zumindest teilweise in Dunkelheit gehüllt. In diesen Situationen seid ihr auf die Nachtsichtkamera angewiesen, um eventuelles Gegneraufkommen besser ausmachen und anvisieren zu können. Sowohl Nacht- als auch Wärmesicht wurden entsprechend der (großen) Vorbilder auf den Heimkonsolen tadellos umgesetzt und erfüllen ihren Zweck ohne Probleme.
Im Vergleich zur N-Gage Version muss man aber leider statuieren, dass die Grafik in Relation zu dem, was die Hardware zu leisten vermag, nicht so gut ist. Da wäre mehr möglich gewesen, vor allem, was die Engine anbelangt. So wirkt die Grafik der DS Version nur wie eine versaubeutelte Verschlimmbesserung der Engine des Konkurrenzpendants.

Sound:
Wer Splinter Cell bis dato nur von den stationären Systemen kennt, der ist einen orchestralen Soundtrack gewohnt, der auf den Handhelds natürlich zwangsläufig der Schere zum Opfer fiel, beziehungsweise komplett umkomponiert wurde. So auch im Falle der mir vorliegenden DS Version. Die Musikstücke im Hintergrund sind zwar nicht störend, aber unterm Strich doch recht eintönig. Auch die Sprachausgabe musste weichen – was jedoch im Vergleich zur N-Gage Version keinen Unterschied macht. Ein paar Sprachsamples wurden dennoch beibehalten – so lassen alarmierte Wachen ein ums andere Mal ein „Who is there?“ vernehmen, bevor sie sich auf die Suche nach euch begeben.

Steuerung:
Kommen wir nun zu einem weiteren Aspekt, der in einem Spiel von äußerster Wichtigkeit ist, der jedoch bei der N-Gage Version wesentlich besser umgesetzt wurde. Die Steuerung. Auf dem DS wird Sam entgegen der von Mario 64 bekannten Touchscreen-Alternativsteuerung ausschließlich mit dem Steuerkreuz gesteuert, was jedoch im Großen und Ganzen keine Probleme macht. Der Y-Button übernimmt die Funktion eines Interaktionsknopfes. Steht ihr beispielsweise vor einer verschlossenen Tür, so gibt es drei Optionen, wenn ihr den Y-Button gedrückt haltet. Eine flexible Optik (die unter dem Türspalt hindurch geschoben wird), ermöglicht es euch, schon die Lage im nachfolgenden Raum zu checken, was äußerst praktisch ist. Ist eine Tür verschlossen, könnt ihr euren Dietrich hervorkramen und per Touchscreen-Feingefühl die Pforte öffnen. Versperrt irgendetwas den Weg auf die andere Seite, kann Sam auch die rabiate Variante wählen, und die Türe auftreten. Schwierig für Anfänger mag sein, dass alle Buttons (zum Teil mehrfach) belegt sind und dass das obligatorische Nachjustieren der Kamera per Touchscreen ungünstig gelöst wurde, da man (wie oben erwähnt) schlicht drei Hände bräuchte. Dies ist auf dem N-Gage wesentlich besser gelöst, da nämlich wird die Kamera schlicht mit einigen Tasten justiert, was wesentlich einfacher zu handhaben ist.

Spielspaß:
Auf Dauer kann das Spiel übrigens trotz jeglicher technischer Mängel überzeugen. Die acht Einspielermissionen sind relativ abwechslungsreich und sprühen den typischen Charme der Serie aus, wenngleich dieser durch Ruckeleffekte und Ladezeiten (man lasse es sich auf der Zunge zergehen: bei einem Modul!) getrübt wird. Alles in allem wirkt sich das aber nicht in dem Maße auf den Spielspaß aus, wie wir es von anderen Games her kennen. So bietet Splinter Cell viele Stunden Spiel“spaß“, wenngleich viele (wesentliche) Aspekte eher misslungen sind. Letzten Endes ist es jedoch der Spielspaß, der die Wertung rettet – Fans der Serie können noch 3- 5 % auf die Endwertung draufpacken.

Multiplayer:
Sehr lobenswert ist auch die Integration eines Multiplayer Modus. Hier könnt ihr mit bis zu vier Spielern gleichzeitig ran, was jedoch lange Ladezeiten mit sich bringt. Der Kooperationsmodus bietet die Möglichkeit, mit einem Kumpel insgesamt fünf Levels zu erforschen, der Versus Modus dann sogar Spaß für vier. Hierbei treten dann zwei bis vier Spieler in einem von sieben Levels gegeneinander an, um ihre Agentenfähigkeiten zu messen. Klingt alles schön und gut (ist auch eine wirkliche Abwechslung zum Sologameplay), hat aber auch einen Haken: Jeder Mitspieler benötigt ein eigenes Modul, sonst geht nix.

Fazit:
Viele Leser haben sich riesig auf diesen Titel gefreut. Auch ich war euphorisch, da ich die N-Gage Version lange Stunden gespielt habe. Jetzt jedoch, bin ich enttäuscht. Enttäuscht von einer schlampigen Umsetzung eines eigentlich tollen Spieles. Framerateeinbrüche, Ladezeiten und ungünstige Handhabung des Spiels sind nicht gerade zuträglich für eine Topwertung. Gelungen sind jedoch Aspekte wie: Atmosphäre, Gadget- Einsatz und Multiplayer Modus. Letzten Endes war es jedoch die kurze Entwicklungszeit, die die DS Version so werden ließ, wie sie ist. Hätte man noch ein paar Monate mehr investiert, hätten viele Aspekte gegenüber der N-Gage Variante verbessert werden können – jetzt jedoch wurden sie trotz besserer Hardware verschlechtert. Für jeden DS User ist diese Version, sofern er den N-Gage Ableger kennt, ein Schlag ins Gesicht. Schade für den großen Namen, denn Sam Fisher war in bis dato allen Versionen und Ablegern ein Hit-Garant. Die DS Version ist leider die bisher schlechteste Umsetzung. Fans der Serie kommen auf Grund vieler déjà-vus eher auf ihre Kosten, als Neulinge. Wenn es einen Kaufgrund für Splinter Cell – Chaos Theory (DS) gibt, dann ist es die ordentliche Spielzeit. Es stellt sich jedoch die Frage, ob jeder Spieler die teils nervige Engine über viele Stunden auf sich nehmen möchte. Sieht man Splinter Cell unabhängig von der N-Gage Version, so ist das Spiel ein ordentliches, überdurchschnittliches und vor allem langzeitig andauerndes Agentenvergnügen und mit Sicherheit kein schlechtes Spiel. Hat man jedoch den Vergleich, dann muss man enttäuscht sein von dem, was UbiSoft uns hier bietet. In Zukunft wünsche ich mir lieber ein halbes Jahr mehr Entwicklungszeit, dafür aber auch einen Sam Fisher, der seinem Ruf gerecht wird.

Christian Thol [N-Freak] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
73%
Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 2 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Präzise aber zu ungeschickt verteilt Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Nicht viel, was den Touchscreen obligatorisch macht.
Grafik

Schwache Engine, jedoch gute 3-D Grafik
Sound

Durchschnittlicher Dudelsound mit netten Sprachsamples
Spielspaß

Trotz Mängel auch längerfristig motivierend!








Details
Spielname:
Splinter Cell: Chaos Theory

Publisher:
UbiSoft

Developer:
Gameloft

Genre:
Action Adventure

Release:
05.20.3006

Multiplayer:
2 -4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (10)

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