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Pimp my Ride


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Pimp my Ride - Review vom 25.07.2010

Während wir in Deutschland durch zahllose Gesetzesgrundlagen erheblich eingeschränkt sind, was die visuelle Gestaltung des eigenen Vehikels angeht, ist man in den USA deutlich toleranter. In den meisten Staaten reicht es aus, dass euer Auto vier Räder und einen Blinker hat, der Rest ist optional. Diese Tatsache zu Nutze machend, fahren viele Jugendliche teilweise mit Autos, die bei uns nicht mal der Schrotthändler annehmen würde. Genau diesen Menschen hat sich Rapper Xzibit verpflichtet zu helfen. Im Jahre 2004, als MTV so langsam jegliche Musik aus dem Programm strich, tauchte mit Pimp my Ride der Vorreiter der Fahrzeug-Aufmotz Serien auf. Xzibit „überraschte“ die Jugendlichen zu Hause, holte das Teil mit den vier Rädern ab und ließ es in der hausinternen Werkstatt ordentlich aufmotzen. Spielereien wie LCD-Fernseher an jeder Ecke, ein Aquarium oder ein ganzer Whirlpool im hinteren Bereich sind nur einige der verrückten Ideen, die sich die Jungs von West Coast Customs, später GAS, einfallen ließen. Nachdem die Serie Mitte 2007 eingestellt wurde, verwundert die Veröffentlichung eines DS Spiels nach so langer Zeit schon ein wenig. Handelt es sich etwa um eine Hommage zur Huldigung der Kult-Serie oder haben wir es abermals mit einer lahmen Lizenzverwurstung kurz vor dem Verfall zu tun?

Pimp my Need for Speed
Auch wenn es sicher geteilte Meinungen über die Serie gibt, lässt sich nicht leugnen, dass hier einige kreative Ideen bei der Gestaltung des Traumwagens zum Zuge kommen. Umso unverständlicher ist es, dass für die Videospielumsetzung dieses Potential nicht mal ansatzweise genutzt wurde. Man findet so gut wie keine Parallelen zu der Vorlage. Zu Beginn sucht ihr euch eine von drei schrottreifen Autos aus, um mit diesem gegen eure Gegner anzutreten. Jede Meisterschaft besteht aus drei normalen Rennen und einem sogenannten besonderen Wettbewerb. Hinter dieser vielversprechenden Ankündigung verbergen sich lediglich Herausforderungen wie „Last Man Standing“ bei dem in jeder Runde der letzte Fahrer rausfliegt oder „Race against the Clock“, einem simplen Rennen gegen die Zeit ohne Computergegner. Zusammengefasst gibt es nichts, was man nicht schon irgendwo anders gesehen hat, noch dazu meist besser umgesetzt. Gerade die Need for Speed-Reihe scheint des Öfteren Pate für die ein oder andere Idee im Spiel gewesen zu sein.

Pimp my Langeweile
Überhaupt wirkt das ganze Spiel ziemlich lieblos dahin geklatscht. Rammt ihr beispielsweise ein unbeteiligtes Fahrzeug, welches auf der Strecke fährt, fliegt es bei Berührung wie ein Geschoss durch die Gegend und verschwindet nach ein paar Sekunden. Die Computergegner fahren wie auf Schienen und auch die Leitplanke wird hier etwas zu wörtlich genommen da ihr ohne jegliche Geschwindigkeitseinbußen durch die Kurve „geleitet“ werdet. Hört sich alles ziemlich realitätsfremd an? Ist es auch, doch wer braucht schon eine realistische Kollisionsabfrage, wenn man dafür die krassesten Karren der gesamten West Küste zusammenbasteln kann…Doch Moment, auch hier wird nur auf Sparflamme aufgemotzt. Statt detailierte Tuningmöglichkeiten vorzufinden, könnt ihr lediglich ein bisschen am Farbregler drehen, ein paar Teile wie Motoren oder Felgen austauschen und zusätzliche teilweise entstellende Spoiler und andere merkwürdige Konstrukte auf und an euer Auto befestigen. Eine Handvoll unterschiedlicher Vinyls bilden den Abschluss der Pimp-Möglichkeiten in der Werkstatt. Dafür, dass dies eigentlich das Herzstück des Spiels sein sollte, ein ziemlich ernüchterndes Ergebnis. Das Rennerlebnis an sich ist allerdings gar nicht so übel, gerade die Strecken strotzen vor versteckten Abkürzungen, hätten aber ruhig etwas abwechslungsreicher gestaltet werden können.

Steuerung:
Während man die ersten Runden mit den zu Beginn verfügbaren Autos dreht, hat man das Gefühl, das Steuerkreuz seines DS wäre defekt. Egal wie sehr man in einer Kurve auch in die gewünschte Richtung drückt, man rast fast immer gegen die Leitplanke. Jeder 50-Tonner hat einen kleineren Wendekreis. Also steckt man all sein Geld in ein verbessertes Fahrgestell und siehe da, auf einmal klappt auch das Kurven fahren. Zwar ist das Fahrzeug nun steuerbar, wirklich realitätsnah wirkt das ganze aber immer noch nicht. Schade ist, dass auf eine Drift-Funktion verzichtet wurde, dadurch habt ihr weniger Entscheidungsmöglichkeiten wie ihr euch in einer Kurve verhalten sollt und man fühlt sich schnell unterfordert.

Grafik:
Wirft man im Vorbeigehen einen kurzen Blick auf das Spielgeschehen, könnte man Pimp my Ride leicht mit Need for Speed Underground 2 für den DS verwechseln. Auch bei näherer Betrachtung wird man das Gefühl nicht los, dass hier deutlich abgeguckt wurde. Sowohl die Autos als auch die Strecken, welche größtenteils durch Stadtgebiete führen, erinnern an EAs Untergrund-Serie. Während man bei der Darstellung der Autos ziemlich versagt hat, wissen die Kurse durch kleine Details wie einem sich drehenden Riesenrad und eine flüssige Darstellung mit nur wenigen Pop-Ups zu gefallen.

Sound:
Da die Serie von einem amerikanischen Hip Hopper moderiert wird, liegt es nahe auch den Sound in diesem Genre anzulegen. Doch wieder werden die Fans enttäuscht, denn statt bassträchtigem Underground Hip Hop gibt es oberflächlich monotones Gedudel. Lediglich das bekannte Intro sorgt für einen gewissen Wiederkennungswert. Aber von der Musik werdet ihr sowieso recht wenig zu hören bekommen, denn die Soundeffekte schieben sich penetrant in den Vordergrund und eine individuelle Anpassung sucht man vergebens. Da hilft auch die Radio Funktion nichts, mit der ihr während der Fahrt durch die einzelnen Titel schalten könnt. Aber auch die Sounds an sich sind unausgegoren. Während die recht monotonen Motorengeräusche dezent vor sich hin brummen, spuckt der DS bei jeder Kollision ein lautes Kratzen aus den Boxen. Das Schalten der Gänge klingt so, als würde jemand einen Koffer schließen. Somit ist der Finger schnell am Tonregler, um einem Besuch beim Ohrenarzt vorzubeugen.

Features:
Auch in diesem Bereich gibt sich Pimp my Ride mehr als rudimentär. Einen Multiplayer-Modus sucht man vergebens, ebenso weiterführende Einstellmöglichkeiten in den Optionen oder sonstige Extras. Lediglich eine Karriere sowie das Schnelle Rennen stehen zur Verfügung. Die sogenannte Ruhmeshalle will durch freischaltbare Medaillen motivieren, doch sind diese durch die Bank weg dermaßen utopisch, dass man sich diese gleich hätte schenken können. Für jede Medaille wird von euch nämlich erwartet, wirklich alles in der jeweiligen Sektion freizuspielen – beispielsweise muss man alle Wagen kaufen oder alle Herausforderungen durchspielen.

Fazit:
Was wäre nicht alles möglich gewesen, hätte man sich bei Pimp my Ride auch nur ein wenig an das Grundprinzip der Serie gehalten. Doch anstatt schrottreife Fahrzeuge in echte Traumvehikeln zu verwandeln, fahren wir mit tristen 08/15-Autos auf wenig abwechslungsreichen Strecken um die Wette. Natürlich lassen sich diese Fahrzeuge mit der Zeit auch tunen, die Möglichkeiten sind in Anbetracht der TV-Vorlage jedoch ein Witz. Desweiteren glänzt der DS nicht gerade durch seine grafische Präsentation und so ist es kein Wunder, dass die Autos eher einem Metallklumpen als einem Traumwagen gleichen. Der monotone Spielverlauf und die kaum vorhandenen Aufmotz-Optionen tun ihr übriges. Lediglich die Strecken sind, auch wenn sich viele gleichen, mit netten Abkürzungen gespickt und können einen zumindest für eine Zeit bei Laune halten. Nichts desto trotz ist Pimp my Ride niemanden so recht zu empfehlen, da es meilenweit an seiner Zielgruppe vorbeirutscht und man mit einem mittelmäßigen Rennerlebnis auch Rennspielfanatiker nicht zufrieden stellen kann. Somit reiht sich auch dieses Rennspiel in die ewige Liste der Bedeutungslosigkeit ein und bestätigt ein weiteres Mal, dass die meisten Lizenzspiele, ähnlich wie die Karren zu Beginn der Serie, einfach nur Schrott sind.

Wünscht sich nur eins: „Please MTV, pimp this game!“, Marcel Gelhar für PlanetDS.de

Vielen Dank an Activision Blizzard für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
48%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Anfangs schwerfällig, ansonsten solides Mittelmaß. Innovationsfaktor:
-----  (0 von 5 Sternen)
Bitte weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen.
Grafik

Passable Umgebung, weniger passable Boliden.
Sound

Unpassende Musik, nervige Soundeffekte.
Spielspaß

Dümpelt im absoluten Mittelmaß vor sich hin.








Details
Spielname:
Pimp my Ride

Publisher:
Activision

Developer:
Virtuos

Genre:
Racing

Release:
01.06.2009 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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