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999: Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors


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999: Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors - Review vom 23.11.2012

Es war eine scheinbar ausweglose Situation, in die ich hineingeraten bin. Hastig blickte ich umher, doch ohne Erfolg. Es gab wirklich nur eine Option. Ich musste in den vor mir liegenden PC einen Testbericht zur Visual Novel 999: Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors tippen. Erst dann würde der Mechanismus des Zimmers das Schloss öffnen und mich in die Freiheit entlassen. Wie ich in diesen Schlamassel geraten bin, weiß ich nicht mehr genau. Es hatte irgendwas mit einem Päckchen aus den Vereinigten Staaten zu tun, das konnte ich noch im Nebel meiner Erinnerungen erkennen. Aber konnte man da nicht jede andere Quelle heranziehen? Warum musste ich jetzt selbst einen Test verfassen und eine weitere Meinung in den Ozean der Ansichten fließen lassen? Wohl der Vollständigkeit halber. Ich konnte nur vermuten und ergab mich meinem Schicksal. Langsam schritt ich an die Tastatur vor dem Monitor, legte meine Finger auf die Tasten, blickte auf den Bildschirm... und begann zu tippen.

Eine Kreuzfahrt auf Leben und Tod
Stellt euch vor, ihr erwacht eines Tages in einer verschlossenen Kabine eines Schiffes. Der einzige Weg nach draußen führt durch eine gewaltige Tür, die von einer in Blut geschriebenen Zahl geziert wird. Und als könnte es nicht schlimmer kommen, bricht das Bullauge des Raumes und Wasser beginnt in das Kämmerlein zu strömen. Das ist die Situation, mit der Junpei, der Protagonist von 999, es zu tun kriegt. Da hört der Spaß auch noch lange nicht auf, denn nach seiner Flucht aus der Kajüte trifft er auf acht weitere Leute und eine verzerrte Stimme aus einem Lautsprecher klärt das Team über den Stand der Dinge auf: Sie sind unfreiwillige Teilnehmer des „Nonary Games“ und wenn sie lebend das Schiff verlassen wollen, müssen sie innerhalb von mageren neun Stunden eine Tür mit einer großen 9 ausfindig machen.

Bis ihr zu dieser Erkenntnis im Spiel gelangt, verstreicht bereits einiges an Lese-Zeit. Wie eingangs angemerkt versteht sich 999 nämlich primär als Visual Novel – statt ständiger Interaktion steht hier die Erzählung der Geschichte im Vordergrund. Das heißt aber nicht, dass ihr den gesamten hochspannenden Plot lediglich passiv konsumiert. Zu einem gewissen Grad könnt ihr durch Entscheidungen per Multiple-Choice-Verfahren euren Weg ändern und schlussendlich auf eines von sechs verschiedenen Enden hinspielen. Davon versteht sich zwar nur eines als „wahres Ende“, dieses zu erreichen ist jedoch einerseits ein Puzzle für sich und andererseits sorgen die überraschenden Wendungen bei den Alternativ-Ausgängen für reichlich Wiederspielwert. Da ihr bei einem wiederholten Durchlauf bereits gelesene Textpassagen im Schnelldurchlauf abspielen lassen könnt, fällt auch der Nerv-Faktor bei fortwährenden Runden erträglich aus.

Raus hier, wenn dir dein Leben lieb ist!
999 lässt euch aber nicht nur Texte lesen und gelegentlich Entscheidungen treffen. Für das Adventure-Herz gibt es gelegentlich auch kurze, in sich abgeschlossene Puzzle-Einlagen, die in jeweils einer Hand voll Räume – genauer gesagt, meistens exakt einem – ausgetragen werden. Nach bester „Escape the Room“-Manier gilt es, kleine Logik- und Objekt-Puzzles zu lösen und so an den Schlüssel zum Ausgang zu kommen. Um etwa die sich mit Wasser füllende Kabine ganz zu Anfang zu verlassen, benötigen wir Schlüsselkarten. Also suchen wir das gesamte Kämmerlein, Bildschirmausschnitt für Bildschirmausschnitt, ab und stolpern dabei auf zwei farbige Koffer, die einerseits durch je einen Schlüssel und durch ein Zahlenschloss gesichert sind. Klarer Fall: Auch dafür brauchen wir die notwendigen Objekte.

Die Rätsel halten sich dabei in der Regel in Sachen Schwierigkeit zurück. Wenn ihr nicht schon instinktiv schnell auf die stets logische Lösung kommt, greift euch das Spiel auch schnell mit teils nicht ganz so subtilen Hinweisen unter die Arme. Dass man 999 definitiv nicht wegen der Kopfnüsse spielt, beweisen auch die immer wieder in die Rätsel-Segmente eingestreuten, längeren Dialoge zwischen den Charakteren. Manche davon fallen sogar dermaßen umfassend aus, dass man schon mal vergessen kann, dass man eigentlich nach einem Ausgang aus dem Raum sucht! Doch auch wenn dies die Lesemuffel eher weniger erfreuen dürfte, sind die ganzen Gesprächssequenzen von größter Notwendigkeit.

Sie dienen nämlich dazu, euch noch tiefer in die Materie des Spiels und die Geheimnisse des „Nonary Games“ eintauchen zu lassen. Außerdem – und das ist für einen Mystery-Thriller nicht unwichtig – helfen sie wunderbar dabei, euch mit den anderen Figuren des Spiels vertraut zu machen. Egal ob ihr es mit der feschen Dame Lotus, dem gelassen wirkenden Snake oder Junpeis Kindheitsfreundin June zu tun bekommt: Alle Akteure wirken glaubwürdig und verbergen trotz der Klischees, die sie zu verkörpern scheinen, viele Geheimnisse. 999 lädt euch dazu ein, aktiv mitzudenken, die Ereignisse zu überblicken und Hypothesen aufzustellen. Gleichzeitig spielt es mit euren Erwartungen und gibt sein bestes, euch letztendlich dennoch aufs Glatteis zu führen. Und all dies kulminiert in einem brillanten Ende, welches alleine Grund genug ist, das DS-Modul nicht so schnell aus dem Schacht zu entfernen.

Steuerung:
Da ihr es hier im Grunde genommen mit einem leicht interaktivem Buch zu tun habt, fällt die Kontrolle erwartungsgemäß simpel und intuitiv aus. Textpassagen werden schlicht vorangeklickt, mit dem Stylus bewegt ihr euch bei den Rätsel-Sequenzen voran und löst so auch die kleinen Knobeleien. Ein bisschen nervig ist höchstens, dass in äußerst seltenen Fällen mal die Bildanzeige für angelegte Inventargegenstände anklickbare Dinge in der Umgebung verdeckt. Das ist jedoch so rar, dass es nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Grafik:
Es hat seine Gründe, dass man das Genre Visual Novel nennt. Einen Großteil der Detailbeschreibungen bekommt ihr zwar lediglich über die Erzählertexte mitgeteilt (die übrigens stets auf dem Touchscreen eingeblendet werden, im direkten Kontrast zu den Dialog-Sequenzen auf dem oberen Bildschirm), die düsteren und deprimierenden Umgebungen des Schiffes können sich aber dennoch sehen lassen. Gleiches gilt für die netten Charakter-Bilder, auf die bei den Dialogen stets zurückgegriffen wird und so diesen ein wenig Leben einhauchen. Für besondere Ereignisse hält 999 auch ein paar spezielle Grafiken bereit. Alles in allem ein für das Genre mehr als rundes Paket.

Sound:
Ebenso wie die Optik sorgt auch die musikalische Kulisse für die angemessene Stimmung in diesem Mystery-Abenteuer. Dabei fällt diese eigentlich sogar erstaunlich ruhig aus, während in den Gesprächen Pieptöne verschiedener Tonhöhen versuchen, euch die Klänge der Stimmen näherzubringen. Richtige Sprachausgabe gibt es in diesem Spiel jedoch nicht. Schade, aber angesichts der Textmenge hätte dies mit aller Wahrscheinlichkeit schlicht und ergreifend die Modul-Kapazität gesprengt.

Fazit:
Es ist traurig, dass 999: Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors nie den Sprung nach Europa geschafft hat. Mit diesem Titel geht uns nämlich ein richtiges Juwel durch die Lappen. Nach all dem Hype, den das Spiel nach dem US-Release eingefahren hat, mag der ein oder andere vielleicht skeptisch geworden sein. Doch seid versichert: Das Spiel hat jedes bisschen Lob verdient. Sei es wegen der wunderbaren Charaktere, die einen ans Herz wachsen und mit denen man mitfiebert, oder eben die allgemeine Rahmenhandlung, die einen von scheinbar ruhigen Momenten wieder direkt in den nächsten Abgrund schickt und darüber hinaus mit verschiedenen Ausgängen lockt. Einzig und allein die Rätsel lassen etwas Herausforderung vermissen und der Weg zum wahren Ende scheint ein wenig zu gut verborgen zu sein. Das sind jedoch verzeihbare Mängel. Fakt ist: Wenn ihr nicht gerade zum lesefaulen Volk gehört, euch mit weniger Gameplay zum Vorteil der Story abfinden könnt und auch nur einen Funken Interesse an spannenden Mystery-Stories habt, dann führt einfach kein Weg an einem US-Import von 999 vorbei. Diese Perle gehört einfach in das Regal eines jeden Adventure-Fans.

Rätselt um sein Leben: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de

WERTUNG:
92%
Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Point. Click. Und dann wird weitergelesen. Simpel, einfach, effektiv. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Die Trennung von Erzähltexten und Dialogen über die beiden Screens hat was, sonst verlässt sich das Spiel auf rudimentäre DS-Adventure-Features.
Grafik

Interessante Umgebungen laden zum Erkunden ein, animierte Charakter-Porträts machen die Gespräche lebendig.
Sound

Atmosphärische Melodien, die wunderbar zum Geschehen passen und ihnen den nötigen Pepp verleihen.
Spielspaß

Spannend von der ersten bis zur letzten Minute: Ein wahrlich fesselndes Abenteuer!








Details
Spielname:
999: Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors

Publisher:
Aksys Games

Developer:
Chunsoft

Genre:
Adventure

Release:
noch nicht bekannt

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (16)

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