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Electroplankton


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Electroplankton - Review vom 05.07.2005

Wenn es ein Wort gibt, das Nintendo DS-Besitzer häufiger in den Mund nehmen als "Touchscreen" und "ZWEI BILDSCHIRME!!!", dann ist es "Innovation".
Nintendo hat für den DS einiges versprochen und dem entsprechend groß sind die Erwartungen.
Wenn man sich allerdings mal das aktuelle Software-Lineup anguckt, dann ist mal abgesehen vielleicht von Pac-Pix nichts sonderlich Innovatives dabei. Mario 64 DS? Remake! Rayman 2? Remake! Wario Ware? War schon auf dem GBA. Need for Speed? Keinerlei Innovation erkennbar. Eigentlich könnte man die meisten Nintendo DS-Spiele auch ohne größere Abstriche auf die PSP umsetzen.

Aber wie sonst auch schon so oft, verrät uns ein Blick nach Japan, dass es dort schon Einiges gibt, was das Prädikat "Innovativ" verdient. Neben dem WauWau-Simulator Nintendogs wird vor allem ein Spiel immer in jeder Innovationsdiskussion genannt: Electroplankton.
Auch Nintendo selbst hat das Spiel auf der E3-Pressekonferenz mit großem TamTam präsentiert und dabei extra noch dreimal betont, wie toll und innovativ es doch ist.
Das ist natürlich für uns Grund genug, dem Spiel mal so richtig auf den Zahn zu fühlen. Ist es wirklich so toll? Oder wird hier einfach nur viel Rauch um Nichts gemacht?
(Anm. d. Red.: Ab jetzt wird das Wort "Innovation" nicht mehr benutzt, es reicht ;) )

Die erste Frage, die sich einem sofort stellt, ist: Was ist überhaupt ein Electroplankton? Elektronisches Plankton? WTF?
Electroplankton ist erstmal überhaupt kein Spiel. Es gibt kein Spielziel, es gibt keine Punkte und man kann nicht gewinnen oder verlieren. Es geht einzig und alleine darum, mit dem Programm Töne zu erzeugen.
Electroplankton ist aber auch keines der üblichen Musikspiele, in denen diverse Songs nachgespielt, mitgetanzt oder mitgesungen werden müssen.
Am besten kann man verstehen worum es in dem Spiel geht, wenn man die zehn Planktons einzeln vorstellt. Jedes Plankton ist ein Tool, mit dem man Töne erzeugen kann.
Die einzelnen Planktons sind:


TRACY
Der erste Modus nennt sich Tracy und ist wohl schon aus den meisten Electroplankton-Videos bekannt. Man hat fünf kleine Planktons zur Verfügung, denen man per Stylus eine Route zuweisen kann. Wenn die Planktons auf dieser Route entlanglaufen, erzeugen sie Töne. Diese Töne unterscheiden sich nicht nur zwischen den einzelnen Planktons, sondern auch die Route ist entscheidend. So klingt es anders, wenn das Plankton nach oben oder nach unten schwimmt und auch die Länge der Route ist entscheidend.
Es macht einigen Spaß zu gucken, wie denn jetzt ein Mercedes-Stern, ein Peace-Zeichen oder das Haus vom Nikolaus klingt.

HANENBOW
Hanenbow läßt sich leicht zusammenfassen: Kleine Kaulquappen springen aus dem Wasser auf Blätter und erzeugen Töne. Ja, wirklich, das ist alles. Und es macht richtig Spaß! Indem man die Blattstellung verändert kann man die kleinen Quappen anders springen lassen.
Das coole an diesem Modus ist, dass sich die erzeugten Töne verändern, wenn die Kaulquappen öfters auf ein Blatt springen. Dann färbt sich das Blatt zuerst gelb und danach rot. Schafft der Spieler es, alle Blätter rot zu färben, dann erscheint eine Blüte und die Töne verändern sich wieder.
Hanenbow ist auf jeden Fall einer der besten Modi von Electroplankton. Diese hüpfenden Kaulquappen haben einfach etwas hypnotisches an sich.

LUMINARIA
Luminaria gibt einem vier Sonnen, die auf einem mit Pfeilen besetzten Gitter immer der Pfeilrichtung folgen. Der Spieler kann die Pfeile drehen und auch in Rotation versetzen und so einen "Klangpfad" erzeugen.
Das Ergebnis erinnert leicht an experimentelle Klavierstücke - im positiven Sinne. Luminaria ist auf jeden Fall ein Plankton mit hoher Langzeitmotivation.

SUN-ANIMACULE
Sun-Animacule ist nur sehr schwer zu beschreiben. Im Prinzip geht es darum, einfach auf den Touchscreen zu tippen. Aus den angetippten Punkten "entspringen" kleine Sonnen, die auf den Spieler zuschweben und in regelmäßigen Abständen einen Ton erzeugen. Dieser Ton hängt natürlich von der Position der Sonne ab.
Interessant ist, dass es einen Tag und Nacht-Wechsel gibt. Alle paar Minuten färbt der orangene Hintergrund sich dunkel und statt Sonnen erscheinen Monde.

REC-REC
Rec-Rec ist eine Art Sampler. Die vier Fische können jeweils einen Soundclip per Mikrofon aufnehmen und wiederholen ihn dann unterlegt von einem von acht Beats.

NANOCARP
Viele kleine Wesen schwimmen im Wasser und erzeugen bei jeder per Touchscreen oder Steuerkreuz erzeugten Welle einen Ton - hört sich wirklich blöd an, macht aber Spaß. Vor allem kann man diesen Modus nicht richtig beschreiben, man muss ihn schon gesehen haben.

LUMILOOP
Lumiloop besteht aus fünf lustig grinsenden Kreisen, die man mit dem Stylus in Bewegung setzen kann. Dabei entsteht ein "sphärischer" Ton, der wunderschön mit den anderen Tönen harmoniert. Je schneller die Kreise sich drehen, desto lauter wird der Ton und ein farbiger Ring dehnt sich immer weiter auf dem Bildschirm aus. Die ganzen Töne und Grafiken könnten auch einen Song von Pink Floyd beginnen und hören sich sich einfach gut an.
Man sollte sich allerdings eine Schutzfolie für den Touchscreen besorgen, denn soviel wildes Drehen auf einer Stelle ist sicherlich nicht umbedingt ideal.

MARINE-SNOW
In Marine-Snow erwartet einen ein Haufen Schneekristalle. Wenn man einen berührt, dann erklingt ein Ton und der Kristall wechselt den Platz mit einem anderen. Es gibt zwei verschiedene Klangarten zur Auswahl: Die erste klingt wie ein Klavier und die zweite wie ein Xylophon.
Dieser Modus erinnert sehr stark an das ziellose Herumklimpern auf einem Klavier so wie wir es alle als Kinder gerne gemacht haben. Auf jeden Fall kann man hier jede Menge Spaß haben.

BEATNES
Beatnes ist das Plankton, was am ehesten an normale Musikspiele erinnert. Man hat insgesamt 5 dieser lustig aussehenden "Schlangen" zur Verfügung. Jeder Abschnitt erzeugt einen bestimmten Ton. Mit dem Kopf und dem Schwanz kann man "Special Effects" erzeugen, also zum Beispiel ein Hundebellen. Der "Körper" ist eine Tonleiter und erzeugt normale Klänge.
Das NES in Beatnes ist auch kein Zufall - viele Töne stammen aus den Nintendo-Klassikern der 80er Jahre.
Es macht sehr viel Spaß mit Beatnes herumzuspielen und man erschafft sehr schnell gut klingende Melodien. Es gibt allerdings auch einen ganz gewaltigen Nachteil: Es gibt insgesamt nur vier verschiedene Hintergrund-Beats. Etwas mehr hätte es doch schon seien können. Liebes Nintendo - wenn ihr schon die Mariomelodie als Hintergrundbeat benutzt, dann könnt ihr gefälligst auch einige andere Melodien aus eurem riesigen Archiv einbauen...

VOLVOICE
In Volvoice kann man per Mikrofon Töne, Stimmen und Musik aufnehmen. Diese Aufnahme kann dann per Klick verfremdet werden. Allerdings ist die Umsetzung nicht umbedingt sonderlich gut - jeder, der mal mit einem richtigen Audioprogramm am PC herumgespielt hat, wird sich schnell langweilen.

Mal abgesehen von einigen weniger gelungenen Planktons macht es einfach Spaß ohne Zeitdruck entspannt mit Electroplankton rumzuspielen. Jeder, der früher als Kind gerne auf Papis Klavier herumgeklimpert hat, wird sich sofort mit dem Programm anfreunden können. Und vor dem Schlafengehen nach einem stressigen Tag sind die springenden Fische in Hanenbow ideal zum Entspannen. Auch Freunde diverser illegaler und daher hier nicht weiter aufgeführter Substanzen werden sich in den Unterwasserwelten wohl fühlen.

Das Spiel hat aber auch einen großen Schwachpunkt: Es hat einfach viel zu wenig Umfang. Die zehn Planktons und ihre Optionen sind innerhalb weniger Minuten ausprobiert und einige der zehn Planktons sind auch nicht gerade sonderlich gut gelungen. Beatnes wäre eins der besten Planktons, aber mit nur drei Beats ist dort leider recht schnell die Luft raus. Hier hätte das Designteam wirklich etwas mehr machen müssen oder dem Spieler wenigstens einen Editor an die Hand geben können. Gerne hätten wir z.B. eigene Bäume in Hanenbow erstellt oder in Beatnes eigene Hintergrund-Beats komponiert.

Der Grafikstil mit seiner schicken Unterwasseroptik weiß zu gefallen, auch wenn die Grafik keine Schönheitspreise gewinnt. Der obere Bildschirm wird nur benutzt, um eine etwas vergrößerte Ansicht des Spielfeldes zu zeigen. Da wäre auf jeden Fall mehr möglich gewesen!

Das Spiel ist auch für Leute problemlos spielbar, die kein einziges Wort Japanisch sprechen. Im Spiel selber ist alles auch in Englisch beschriftet und Electroplankton kommt sowieso ohne viel Text aus. Man begreift auch sonst sofort, worum es bei den einzelnen Planktons geht und muss nicht in der Anleitung nachgucken. Die ist zwar komplett in Japanisch, aber dank vieler Bilder kann man die ganzen Interaktionsmöglichkeiten ohne Probleme herausfinden. Für ganz Begriffstutzige gibt es auch im Internet diverse FAQs, die alles wesentliche erklären.
Einem Import steht also nichts im Wege, vor allem da noch nicht feststeht, ob das Spiel hierzulandel erscheinen wird. In Japan sind die Verkaufszahlen auf jeden Fall sehr weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben und daher ist es wohl trotz der E3-Präsentation unwahrscheinlich, dass Nintendo das Spiel auch in anderen Ländern herausbringt.

Fazit:
Electroplankton ist sehr schwer zu bewerten. Es ist es etwas komplett neues und noch nie dagewesenes. Es macht Spaß mit dem Programm herumzuspielen. Allerdings ist der viel zu geringe Umfang ein unnötiges Ärgernis. Mit etwas mehr Entwicklungszeit wäre da auf jeden Fall mehr möglich gewesen.
Ob einem das Spiel Spaß macht oder ob man es nach wenigen Minuten in die Ecke schmeißt hängt vor allem von einem selber ab. Wenn man doch lieber seine Gefährte in Need for Speed Underground 2 pimpt oder in Golden Eye: Rouge Agent massenweise Gegner niedermetzelt, dann wird man mit Electroplankton nicht glücklich. Wenn man allerdings eine spielerische, musikalische Ader hat und über den geringen Umfang hinwegsieht, kann das Spiel einem gefallen. Die schicke japanische Großpackung inklusive Kopfhörern macht sich auf jeden Fall gut im Regal.
Wir haben uns dafür entschieden, diesem Spiel keine Wertung zu geben. Es ist nicht nur einzigartig, sondern es ist sogar schon Kunst. Und die kann man einfach nicht auf einer Skala von eins bis hundert bewerten.


Michael Schmalenstroer für PlanetDS.de

WERTUNG:
keine
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Selbst mit japanischer Anleitung problemlos zu verstehen Innovationsfaktor:
+++++  (5 von 5 Sternen)
Electroplankton ist schon fast eine Art Kunstrichtung und weniger ein Spiel. Deswegen kann es auch nicht wie ein normales Spiel gewertet werden.
Grafik

Cooler Stil, aber etwas wenig Details
Sound

Wohlklingende Unterwasserwelten
Spielspaß

Der Spielspaß wird durch den geringen Umfang etwas geschmälert.








Details
Spielname:
Electroplankton

Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Sonstiges

Release:
06.20.0707

Multiplayer:
Nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

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