PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de
Nicht angemeldet!     Neu Registrieren   Loginname  Passwort:     Passwort?

Golden Sun: Die dunkle Dämmerung


  • Testbericht
  • Bilder (24)
  • News & Videos (18)
  • User (34)
  • Spiel Kaufen
Golden Sun: Die dunkle Dämmerung - Review vom 14.12.2010

„Ja, ist denn heut' schon Weihnachten?“ Wir sagen: Ja. Denn die Golden Sun-Fans warten nunmehr seit sechs Jahren auf eine Fortsetzung der RPG-Spielereihe rund um die Helden Isaac, Felix und Garet. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ist es schließlich soweit und „Golden Sun: Die dunkle Dämmerung“ steht in unseren Läden zum Verkauf bereit. Ob und für wen es sich lohnt, die von der Goldenen Sonne geküssten Landschaften zu durchforsten - oder ob man besser die alten GBA-Module in den Slot des Nintendo DS schieben sollte, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

„The Show must go on“
Etwa 30 Jahre ist es her. Seitdem ist viel passiert - Vale ist nicht mehr das, was es einmal war. Die Entfesselung der Goldenen Sonne hat ganz Weyard verändert. An einem sonnigen Abend kehrt Isaac mit seinem Sohn von einer Trainingsreise zurück nach Hause. Auf dem Dach des Hauses vergnügt sich gerade Garets Sohn Tyrell mit der Gleitschwinge von Ivan. Kiara versucht ihn davon abzuhalten, sie zu benutzen. Doch auch Isaacs und Garets Versuche den Jungen vom Absprung abzuhalten, schlagen fehl. Zuerst freut sich der Bursche, fliegen zu können. Doch schnell merken alle Beteiligten, dass er nicht fliegt, sondern gleitet -und das tiefer und tiefer- direkt in einen Wald hinein. Da es dort viele Monster gibt, weisen die Väter Tyrell den Weg in eine nahe gelegene Höhle. Dort wollen sie ihn schnellstmöglich abholen...

So beginnt der neueste Teil der Golden Sun-Saga. Und wir merken gleich am Anfang, wer im Spiel die Hauptrollen übernimmt: Isaacs Sohn. Diesem können wir auch -getreu den bisherigen Spielen- zu Beginn einen eigenen Namen verpassen. Um es einfach zu gestalten, nutzen wir hier den Standard-Namen des Helden: Matthew.

Seine Sekundanten sind Kiara, die Tochter von Ivan sowie Tyrell, der Sohn von Garet. Sie machen sich nach Tyrells Zerstörung der Gleitschwinge auf die Suche nach einer Roc-Feder. Alle drei sind 16 beziehungsweise 17 Jahre alt. Ungefähr so alt, wie auch ihre Eltern waren, als sie erstmals ins Abenteuer zogen. Es folgen noch weitere Teammitglieder im Verlauf des Spiels. Aber wir wollen zur Story nicht zu viel verraten - ansonsten würden wir eure Entdeckungstour innerhalb der Haupthandlung schmälern.

„Wer zugibt, dass er feige ist, hat Mut.“
Wer bereits die ersten beiden Teile der Golden Sun-Reihe für den Game Boy Advance gespielt hat, weiß, wie der Hase läuft. Für alle anderen ein kurzer Erklärungsversuch: Mit Hilfe von Psynergy können die Charaktere die elementaren magischen Kräfte von Erde, Wind, Wasser und Feuer beherrschen. Unterstützt werden sie dabei von Elementargeistern - den Dschinn. Auch sie gehören unterschiedlichen Elementen an.

Aber nun zurück zum Spiel. Die Landschaft hat sich extrem gewandelt. Die Goldene Sonne hat das Land dazu gebracht, sich ständig zu vermehren und zu erweitern. So hat man wenige Anhaltspunkte, wo etwas in dieser völlig neuen Welt liegt. Trotzdem gibt es bekannte Gegenden - zum Beispiel die Stadt Bilibin, den Wald von Kolima oder das Heiligtum von Sol. Auch ein paar Charaktere der ersten beiden Teile trifft man wieder: Kraden, Lord McCoy, Isaac und Garet - und darüber hinaus kommen noch einige weitere bekannte Figuren vor. In dieser Welt müsst ihr euch nun mit eurer Gruppe zurechtfinden. Das ist nicht ganz einfach, weil euch dabei einmal mehr Gegner den Weg verbauen. Diese sind vielfältig und so manches Mal fragt man sich, wie die Intriganten miteinander verbunden sind. Durch den Einsatz eurer Kräfte könnt ihr aber eigentlich jedes Rätsel lösen und kommt Stück für Stück voran.

Warum eigentlich? Manche Stellen sind schon sehr knifflig. Andere sind für alte Hasen eher langweilig und profan - genau das ist der Wehrmutstropfen in „Golden Sun: Die dunkle Dämmerung“. Eine ziemlich unausgeglichene Schwere bzw. Leichtigkeit an manchen Stellen. Das merkt man zuweilen auch in den Kämpfen. War es früher notwendig, einige Dschinn auf Abruf zu haben, um starke Beschwörungen zu machen, so ist bei manchen Gegnern der Sieg nur einen Hieb entfernt. Warum ihr eine Band zusammenführen müsst, was eure Gegner im Schilde führen und was der gute Dschinn Kiesel immer zusammenquatscht, erfahrt ihr aber im Spiel.

Steuerung:
Die Steuerung ist den Vorgängern ähnlich - so kann man mit dem Steuerkreuz durch die Landschaften ziehen und einer Psynergy die Richtung weisen. Neu ist die Handhabung mit dem Stylus. Auch diese funktioniert wunderbar einfach. Jeden Tastendruck kann man so mit einem Tippen auf den Touchscreen ersetzen. Schön ist, dass beide Steuerungsvarianten gut funktionieren und somit jeder seine eigene Methode auswählen oder beide kombinieren kann.

Grafik:
Hier hat Camelot defintiv nicht gespart. Zum einen gibt es die typischen 2D-Grafiken der bisherigen Teile. Darüber hinaus sind aber wunderschöne 3D-Grafiken zu bestaunen. So sieht man zum Beispiel bei Beschwörungen völlig neue Clips - auch die Kämpfe werden lebendiger und man kann sich praktisch direkt ins Spiel hineinversetzen. Die Kapazitäten der beiden Bildschirme werden durchaus genutzt. So kann man sich auf dem oberen Bildschirm über die Statusanzeigen der Charaktere und Djinn informieren oder die Karten der erforschten Gebiete betrachten.

Sound:
Die Melodien im Spiel sind aufgearbeitete alte Tracks. Diese sind aber gut gelungen und untermalen die neuen Kampfsequenzen und Gebiete gut. Ergänzt werden die „Remastered“-Songs durch neue, spannende Melodien. Hier erwartet den Golden Sun-Fan ein voller Genuss.

Features:
Es gibt besonders in der Anfangsphase des Spiels viele hilfreiche Anleitungssequenzen. Dem Fan der Serie mag das zu viel erscheinen - wenn aber die letzte „Runde“ Golden Sun schon ein wenig her ist, werdet auch ihr nicht abgeneigt sein, wenn der nette kleine Dschinn von Nebenan etwas erklärt. Als neuere Extras kann man durchaus verzeichnen, dass es eine Touchscreen-Steuerung gibt. Aber auch die Enzyklopädie, die neue Grafik und der neue Kampfmodus (eine Spielfigur geht nicht in den Verteidigungsmodus, wenn der ausgewählte Gegner bereits besiegt ist, sondern greift den nächsten im gegnerischen Team an), sind Neuerungen, die den Spielfluss verbessern und verschönern. Ein besonderes Schmankerl ist die Auswahl von Stimmungen als Antwortmöglichkeit. Dadurch lassen sich unterschiedliche Emotionen ausdrücken, was wiederum Einfluss auf die Unterhaltungen mit anderen Menschen hat. Eine verärgerte Miene könnte einen Streit vom Zaun brechen, ein zu optimistisches Gesicht könnte eure Ernsthaftigkeit in Frage stellen.

Fazit:
„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ Dieses Zitat von Goethe untermauert die Story von „Golden Sun: Die dunkle Dämmerung“ besser als jedes andere. Sobald einem ein Stein (oder gar eine Gerölllawine) in den Weg gelegt wird, trifft man auf helfende Personen, Gegenstände oder entdeckt neue Wege. Diese gilt es zu erkunden, um die volle Pracht des Spiels zu Gesicht zu bekommen. Mag es an mancher Stelle mühsam sein, von A nach B zu wandern, so zahlt es sich doch (zumindest durch den Fund des ein oder anderen Dschinn) irgendwann aus. Denn wie auch bisher gilt: Es steigen die Level der Gegner schneller, als man gucken kann. Je mehr man sich stärkt (sei es durch Erfahrung im Kampf, Waffen oder Dschinn), desto besser kommt man voran.

Empfehlungen für einen Kauf kann man nicht nur für Fans der Serie aussprechen. Auch Neulinge werden sich (unter anderem dank der tollen Einführungsvideos) bald in Weyard wohlfühlen. Alles in allem ist „die Dunkle Dämmerung“ also ein rundes Spiel mit langer Spieldauer und hohem Suchtfaktor. Nur die Wanderungen und teils langen Dialoge schmälern den Spielfluss.


Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Hilft jetzt bei der Suche nach der Roc-Feder: Friederike Weis [freckles] für PlanetDS.de

Zweite Meinung
Von Christian Luscher [Sagat]

Man kann sie lieben oder hassen - doch respektieren muss man sie, „Die dunkle Dämmerung“. Zweifellos, sie ist ein sympathisches Stück Software, das auf dem DS teilweise ganz beeindruckend aussieht. Allerdings wurden einige der herben Schwächen, die schon die ersten beiden Spiele plagten, noch immer beibehalten oder sogar verschlimmert. So ist zum einen das Dschinn-System so albern wie ehedem - und das liegt daran, dass die Dschinn einfach zu überpowert sind. Man kann im Grunde sämtliche Kämpfe nur mit den elementaren Helferlein austragen, ohne die Magie der Charaktere überhaupt einsetzen zu müssen. So werden nach einer Weile die Fights ziemlich repetitiv. Im Monsterkampf Angriffsdschinn auf den Gegner loslassen, sich dann wieder durchs Menü klicken, um die Dschinn erneut zu aktivieren, im nächsten Monsterkampf dasselbe - das ist die erfolgreichste, wenn auch langweiligste Methode, schnell durchs Spiel zu kommen. Schon nach kurzer Zeit haben sich in meinem Inventar die Heil-Items nur so gestapelt, weil ich sie schlicht nie brauchte.

Man könnte argumentieren, dass „Golden Sun: Die dunkle Dämmerung“ eben ein Einsteiger-RPG ist wie dereinst „Mystic Quest Legend“ - aber dafür ist dann doch die Story zu unnötig verquast und verwickelt. Die Charaktere werfen nur so mit Anspielungen auf die schätzungsweise zwanzig untergegangenen Kulturen des Landes um sich, während dreißig ausgestorbene Völkerstämme mit vierzig Königen dereinst um fünfzig Artefakte kämpften - aber was dabei für den Spieler letztendlich herausspringt, ist nur ein Haufen Fetch-Quests für die Helden. Letzten Endes ist die Story nämlich nur eine absurde Verschachtelung von vielen, vielen Fetch-Quests, und da blickt mit Sicherheit bald kein RPG-Einsteiger mehr durch.

Auch an der Puzzlefront ist nur wenig Neues zu vermelden. Spaß machen die Psynergy-Spielereien durchaus, allerdings bekommt man nach wenigen Stunden mit der "Offenbarung"-Psynergy quasi eine integrierte Komplettlösung an die Hand, die, wenn gewünscht, zeigt, welcher Zauber auf welchen Gegenstand anzuwenden ist. Auch dies könnte man entweder als einsteigerfreundlich bezeichnen, oder -wie unsere englischsprachigen Freunde sagen- "dumbed down".

Das augenscheinlichste Manko allerdings sind die Dialoge - und die sind genauso monströs wie in den Vorgängern. In endlosen Sprachboxen tauschen sich die Charaktere über dies und jenes aus, ganz egal, ob es nun die Story voranbringt oder nicht. Das Schlimme ist, dass der Spieler in den allermeisten Fällen noch immer keinerlei Einfluss auf den Fortgang der Gespräche hat. Zwar gibt es die oben bereits beschriebenen Vier-Emotionen-Antwortmöglichkeiten, doch auch deren Auswirkung aufs Geschehen ist gleich null. Ob man nun fröhlich antwortet oder wütend, hat höchstens den Effekt, dass die Charaktere einen kurzen Kommentar über euren Gemütszustand ablassen, um gleich darauf unbeeindruckt zum nächsten Tagesordnungspunkt überzugehen.

Alles in allem waren die GBA-Golden Suns schon Spiele, die auf dem Stand von RPGs Mitte der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts steckengeblieben sind, und daran hat sich auch sieben Jahre später bis auf die Grafik kaum etwas geändert. Die Puzzle-Anteile sind nach wie vor recht spaßig und die Grafik kann sich tatsächlich sehen lassen, aber wer von einem Spiel etwas mehr erwartet, könnte von „Golden Sun: Die dunkle Dämmerung“ durchaus enttäuscht werden. Glücklicherweise gibt es auch auf dem DS im Rollenspiel-Bereich mittlerweile hervorragende Alternativen.

WERTUNG:
85%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Sowohl Steuerkreuz als auch Touchscreen funktionieren prima! Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Im Vergleich zum Vorgänger viele Neuerungen. Aber es hinkt an Wi-Fi- und Mikrofonnutzung.
Grafik

Grafik, die alle Vorgänger vor Neid erblassen lässt.
Sound

Alter Wein in neuen Schläuchen - aber mit nostalgischem Wert.
Spielspaß

Das RPG hat seine Längen, aber dafür auch eine Menge Tiefen. Gut so!








Details
Spielname:
Golden Sun: Die dunkle Dämmerung

Publisher:
Nintendo

Developer:
Camelot

Genre:
Rollenspiel

Release:
10.12.2010 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (24)

Jetzt Bestellen:
Zum Shop