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Geschichtenbuch: Verborgene Formen in Perspektive!


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Geschichtenbuch: Verborgene Formen in Perspektive! - Review vom 06.07.2010

Nintendos Superklempner turnte 1996 plötzlich nicht mehr auf zweidimensionalen Pilzen herum, als die dritte Dimension mit dem N64 das Videospiel revolutionierte. Inzwischen bezieht sich das unterschiedlich geliebte bzw. gehasste Wörtchen „Innovation“ vor allem auf Eingabemöglichkeiten wie Bewegungssteuerung oder Touchscreen. 2010 scheint die dritte Dimension in gewisser Hinsicht zurückzukehren, auf der Jagd nach der Innovationskrone... Doch was ist das!? Nicht Mario, sondern ein weißes Karnickel und merkwürdige Papiergestalten bieten sich als 3D-Einstieg an, noch bevor der 3DS offiziell enthüllt wurde. Haben sich die Entwickler von Good-Feel Inc. einer eigenen Filmumsetzung von „Alice im Wunderland“ verschrieben?

Wir klären's auf: Pünktlich zur E3 2010 schickt Nintendo selbst ein DSiWare-Experiment mit 3D-ähnlichem Kippeffekt ins Rennen. Verbirgt sich hinter „Geschichtenbuch: Verborgene Formen in Perspektive!“, welches allerdings aus jedem Blickwinkel holprig übersetzt klingt, tatsächlich eine innovative Idee? Und sind die 500 Nintendo Points für Papiergrafiken und Suchbilder sinnvoll angelegt? Tauchen wir ein in das ungewöhnliche Wunderland.

Es war einmal ein König...
Hauptfigur Herr Haseweiß führt uns an der Hand durch die skurrile Märchenwelt von „Geschichtenbuch: Verborgene Formen in Perspektive!“ - hier sollen wir in 13 Levels fehlende Wörter aufspüren, damit das Langohr seine Geschichte zu Ende schreiben kann. Ein Wimmelbild-Abklatsch mit einem kindischen Märchenonkel also!? Nicht ganz. Dank Weltkarte gleicht die verträumte Schnipseljagd weniger einer strukturlosen Suchorgie als vielmehr einem echten Abenteuer mit implizierten Haupt- und Nebenquests.

Wie funktioniert's? Ihr haltet den DSi quer, während die Screens ohne lästige 3D-Brillen einen Tiefeneffekt erzielen. Der plastische Papier-Stil sämtlicher Spielinhalte eignet sich hierbei perfekt, um durch das Überlagern von Zweigen, Mustern oder Gebäuden Objekte zu vertuschen - auch wenn euch nichts wie im 3D-Kino entgegenfliegt. Doch auch in Hintergründen können sich die versteckten Lettern befinden, ebenso wie verschiedene Märchenfiguren.



Zu Spielbeginn fängt die DSi-Kamera jedes Mal euer Gesicht ein und konstruiert aus dieser Einstellung einen dreidimensionalen Effekt, welchen ihr durch Kippen und Neigen des Handhelds steuern könnt. Allerdings sollten die technischen Ratschläge beachtet werden, sonst frustrieren die wild-wackelnden Bilder schnell und ein konzentriertes Suchspielchen kann zur unnötigen Geduldsprobe ausufern. Unruhige, bunte Hintergründe sind genauso hinderlich wie dunkle Zimmer oder massig Accessoires im Gesicht bzw. auf dem Kopf. Und selbst bei optimalen Bedingungen ist die Handhabung anfangs knifflig - zu ungenau wirkt die Ausrichtung, wenn man einen Buchstaben vielleicht schon erahnt, zu hektisch manchmal die Reaktion auf eure sanften Bewegungen. Erst mit einigen Spielerfolgen bändigt man die ungewöhnliche Technik.

Schätze und Meerjungfrauen zum Anfassen
Immer wenn ihr ein Wort komplettiert habt, geht es zur Weltkarte zurück - mit den Wörtern verständigt man sich nämlich in Mini-Gesprächen und erschließt somit neue Gebiete. So müsst ihr in einem Level z.B. den Begriff „MIRROR“ zusammensuchen, um das kluge „Spieglein, Spieglein“ zu befragen oder „TRADE“ berühren, um mit Händlern zu agieren. Schließlich ist sogar die berühmte Eintrittsparole in Ali Babas Wunderhöhle zu buchstabieren. Keine Angst, die Bildschirmtexte sind soweit eingedeutscht - logischerweise sind bloß die versteckten Buchstaben im Original-Englisch erhalten, um die Levels nicht komplett neu programmieren zu müssen.

Neben einzelnen Lettern sind die bereits erwähnten Märchencharaktere oder -objekte aufzuspüren, die anschließend wie Sammelbildchen im Märchenlexikon aufgeführt werden. Im Level sind die Konturen der Figuren normalerweise abgebildet, allerdings gibt es auch geheime Figuren - diese sind ganz begabten Spürhunden vorbehalten, die sich die kleine Überraschung bei vollständiger Figurensammlung nicht entgehen lassen wollen... Ebenfalls nett: Eine Kurzfassung verschiedener Märchen, vom hierzulande bekannten „Die Bremer Stadtmusikanten“ bis hin zum japanischen „Urashima Taro“, darf gelesen werden.

Übrigens hat man dem genre-typischen Suchfrust entgegengewirkt: Zahlreiche winzige Hinweismünzen, dem Hinweissystem aus Professor Layton gar nicht so unähnlich, verstecken sich in Fenstern, hinter Wolken oder an Bäumen - auch hierzu müsst ihr teilweise geschickt den Kippeffekt nutzen. Pro Buchstabe oder Figur kann eine Münze eingelöst werden, die mal recht präzise die Enthüllungsweise des Objektes vorschreibt, mal aber auch nur grob den Suchradius einschränkt.

Die atmosphärische Präsentation verdient einen eigenen Abschnitt: Während die Märchen-Level wie übergroße Bastelkartons wirken, passen sich die 2D-Papierfigürchen perfekt in dieses ungewöhnliche Szenario ein. Trotz der etwas leblosen Statisten passiert auch im Hintergrund einiges: ulkige Windmühlen werden angetrieben, Vorhänge auf- und zu gezogen, Papp-Fische schwimmen durchs Bild - übrigens oft clevere Vorlagen, um Buchstaben zu verbergen. Unterhaltsam erklingt auch die Musik, welche dem Soundtrack der Professor Layton-Rätselspiele nacheifert: orientalische Melodien in der Wüste, ruhige Begleitmusik in der Stadt, fröhliches Glockenläuten als Fanfare bei einem komplettiertem Wort. Das passt!

Fazit:
Gewissermaßen lässt sich „Geschichtenbuch: Verborgene Formen in Perspektive!“ wirklich als Vorwort des 3DS-Kapitels deuten - denn der Tiefeneffekt vermittelt ungeahnte Suchtgefühle und macht Lust auf die 'neue' dritte Dimension. Zwar funktioniert die Handhabung des Kippmechanismus hier nicht immer (bzw. überall) optimal und die Spielinhalte sind etwas oberflächlich angelegt, dennoch gefällt das Suchbild-Märchen mit seinen charmanten Ideen. Gerade musikalisch wird eine zauberhafte Atmosphäre aufgebaut, während ihr Buchstaben oder Figuren sucht. Lasst euch also nicht von den kindgerechten Mini-Dialogen und den stereotypischen Charakteren vergraulen, sondern gebt dem Papierspielchen eine Chance! Denn wie sich unscheinbare Einzelteile erst aus einem bestimmten Blickwinkel zu dem gesuchten „A“ entwickeln, ist auch das Geschichtenbuch besonders im Gesamtkontext stimmig.

...Und wenn er nicht gestorben ist: Jakob Nützler [Miroque] für PlanetDS.de

WERTUNG:
keine
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel:

500
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Limitierte Eingriffsmöglichkeit, gerade für Linkshänder akrobatisch. DSiWare-Einschätzung
++++-  (4 von 5 Münzen)
Stilsichere 3D-Spielerfahrung mit wenigen technischen Aussetzern. Einzigartig!
Grafik

Abstrakte Papierwesen aus einer bunt gemischten Märchenwelt - hübsch!
Sound

Passende Klangbilder verschönern die Reise.
Spielspaß

Ziemlich aufregende Wimmelbild-Revolution, wenn die Technik mitspielt.








Details
Spielname:
Geschichtenbuch: Verborgene Formen in Perspektive!

Publisher:
Nintendo

Developer:
Good-Feel Inc.

Genre:
Sonstiges

Release:
11.06.2010 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

Preis:
500 Points
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (3)