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Der Gesundheitscoach - wohlfühlen jeden Tag


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Der Gesundheitscoach - wohlfühlen jeden Tag - Review vom 06.06.2010

Auch wenn der „wahre“ Sommer dieses Jahr etwas auf sich warten lässt - er kommt bestimmt! Regelmäßig startet dann vor allem bei den weiblichen Exemplaren unserer Gattung ein richtiger Wettlauf mit der Zeit: Kann die gewünschte Bikinifigur noch vor dem ersten Freibadbesuch erreicht werden? Wer schon einmal versucht hat, sich um ein paar überflüssige Pfunde zu erleichtern, weiß, dass dies keine einfache Angelegenheit ist. Jojo-Effekt, Heißhungerattacken, Mutlosigkeit und der innere Schweinehund machen einem das Leben schwer. Hier will „Der Gesundheitscoach – Wohlfühlen jeden Tag“ für den Nintendo DS Abhilfe schaffen. Die Verpackung verspricht einen umfangreichen Ratgeber für Sport und Ernährung, welcher in Zusammenarbeit mit Sport- und Ernährungswissenschaftlern entwickelt wurde, unter der Anleitung eines eigenen Personalcoachs: Annika. Kann das Versprochen eingehalten werden? Ich hab's in einem persönlichen Trainingsdurchlauf herausgefunden.

„Mein Name ist Annika und ich werde dich während der gesamten Spielzeit begleiten.“
Annika ist eine adrette Brünette in schwarz-pinkem Sportleroutfit, die ruhig ein paar Pixelchen mehr hätte vertragen können. Gestikulierend erklärt sie, dass sie mir ab jetzt jederzeit hilfreich zur Seite stehen wird - ungeachtet der Frage, ob ich das wirklich will, aber gut. Nachdem ich Annika auch meinen eigenen Namen sowie meine Körpergröße, Gewicht, Geburtsdatum, Arbeitstätigkeit und Geschlecht verraten habe, wird mein BMI (body mass index) berechnet. Der liegt mit 22,3 so richtig schön in der Mitte und Annika meint, dass ich nicht abnehmen müsste. Naja. Gängige Schönheitsideale verglichen mit meinem Spiegelbild sagen mir etwas anderes und immerhin möchte ich den „Gesundheitscoach“ ja auf Herz und Nieren prüfen. Also wähle ich bei der Frage nach meinem Zielgewichtsverlust 2 Kilo. Mehr sollte man laut Annika nicht innerhalb eines Monats abnehmen. Zusätzlich bekomme ich nun 60 Essenspunkte zugeteilt (EP). Mehr sollte ich an einem Tag nicht verfuttern.

Ich liebe solche pauschalen Anweisungen, aber was soll's: Abschließend darf ich mir zwischen „Konditionstraining“, „Muskelaufbau“, „Gewichtsreduktion“ und „Rückenübungen“ einen Trainingsschwerpunkt aussuchen. Da ich ja hauptsächlich abnehmen möchte, entscheide ich mich für „Gewichtsreduktion“ und mir werden drei Trainingseinheiten pro Woche à 30 Minuten aufgetragen.

„Da heute ein Training ansteht, würde ich vorschlagen, dass wir gleich loslegen.“
Motiviert wie ich bin, stimme ich Annika zu und tippe mit dem Stylus auf „Training starten“. Flugs wechselt mein Fitnesscoach in eine virtuelle Trainingshalle und fängt sofort mit der ersten Übung an: „Shouldercurl“. Auf dem oberen Bildschirm führt Annika die Übung vor, während auf dem unteren neben einer Uhr lediglich „Hier siehst du, wie die Übung durchgeführt werden muss“ steht. Äh, ja. Moment. Ein paar mehr Informationen hätte ich jetzt schon gerne, immerhin wurde mir im Schulsport immer und immer wieder verklickert, wie wichtig richtig ausgeführte Übungen sind, da sie sonst eher schaden. Aber Annika macht gnadenlos weiter, während ich in meiner Verwirrtheit noch verzweifelt den Knopf für „weitere Erklärungen“ suche - vergebens. Also unterbreche ich das Training und sehe im Menü nach. Aber auch hier: Fehlanzeige.

Womit wir auch schon bei einem der Kritikpunkte von „Der Gesundheitscoach“ angekommen wären: Es ist zwar schön und gut, dass das Spiel mit Sportexperten erstellt wurde, aber warum finde ich keine ausführlichen Erklärungen zu den Übungen? Wie ich sie korrekt ausführen soll und was genau sie bewirken sollen, bleibt mir also über meine ganze einmonatige Trainingsphase schleierhaft. Des Weiteren habe ich keine Möglichkeit, irgendwo einzeln auf die Übungen zuzugreifen und sie mir vielleicht so in Ruhe noch einmal anzusehen, oder auszuprobieren. Dementsprechend kann ich mir die Übungen für mein Trainingsprogramm auch nicht selbst zusammenstellen, dies tut Annika bei jeder Trainingseinheit nach dem Zufallsprinzip.

Aber gut, daran lässt sich jetzt wohl nichts ändern. Also steige ich erneut ins Training ein und Annika beginnt wieder beschwingt, mir verschiedene Übungen vorzuturnen, während die Kamera im Bogen um sie fährt. Dabei beginnt sie mit ein paar aufwärmenden Lockerungsübungen, geht anschließend in die Vollen um letztendlich mit Dehnübungen abzuschließen. Mehr oder weniger holprig versuche ich mit ihr mitzuhalten. Aber wie gesagt, Annika ist gnadenlos. Schwierig wird es bei Übungen, bei denen ich nicht gleichzeitig auf den Nintendo DS blicken kann - bei Annika hat es nämlich leider nicht für eine Stimme gereicht. Gut - damit, dass sie mir nur schlecht erklärt, was ich da vollführen soll, habe ich mich bereits abgefunden. Aber wie soll ich zum Beispiel den Wechsel in die nächste Übung mitbekommen, wenn mir dies auf keine Weise irgendwie akustisch signalisiert wird?! Sportmachen UND gleichzeitig irgendwie den DS in der Hand halten UND auch noch auf diesen blicken, ist die schwerste Übung von allen.

Spätestens nachdem Annika eine schier endlose Anzahl von Liegestützen vollführt, muss ich ächzend aufgeben. Böse schaue ich sie an, immerhin ist das hier meine erste Trainingseinheit und sie könnte ruhig mal etwas langsamer machen! Aber wie erwartet interessiert das Annika kein Stück. Irgendwann sind die 30 Minuten aber dann doch vorbei und ich fix und alle. Hoffnungsvoll erwarte ich von meinem Personalcoach nun ein paar lobende, aufmunternde Worte - aber alles was Annika zurück im Menü zu sagen hat ist: „Da heute ein Training ansteht, würde ich vorschlagen, dass wir gleich loslegen.“ Ich bin sprachlos und schalte beleidigt den Nintendo DS aus.

Nein, ich wiege mein Essen nicht!
Am nächsten Morgen bin ich bereit Annika zu verzeihen, schalte den DS wieder an und widme mich der Ernährungsseite des Programms. Wie zu Beginn festgestellt wurde, habe ich 60 EP, die ich über den Tag verbrauchen darf. Esse ich mehr, schaut mich ein roter Smiley böse an. „Der Gesundheitscoach“ enthält ein detailliertes Lebensmittelverzeichnis mit über 5000 Einträgen und beim Durchscrollen scheint es so, als wäre wirklich jedes denkbare Lebensmittel darin zu finden, welches in deutschen Supermärkten erhältlich ist. So finde ich auch mein Müsli, meinen Joghurt und sogar meinen Orangensaft wieder. Also ab in die Schüssel mit dem Müsli und – Halt, Stopp! Ich soll die Menge meines Müslis in Gramm angeben. Also zurück in die Verpackung damit und schnell die Waage geholt. Ganz ehrlich, etwas dämlich komme ich mir schon vor, immerhin wiege ich hier gerade mein Frühstück. Aber was tut man nicht alles für die schlanke Linie. Spätestens beim Mittagessen stellt sich dann aber heraus, dass sich diese Kontrolle der Nahrungszufuhr als so gut wie unmöglich erweist.

Ich kann meine Mama doch nicht bitten, jede einzelne Zutat extra abzuwiegen! Oder was ist, wenn ich einmal außerhalb, zum Beispiel in einem Restaurant essen sollte? Oder wenn man morgens schnell aus dem Haus muss? Ich entscheide für mich, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit ist und lasse die EP-Zählerei sein. Außerdem soll Essen ja auch Spaß machen und zu keiner Mathematikstunde verkommen. Und meinem Muskelkater zufolge, ist der Sport sowieso schon anstrengend genug.

Steuerung:
Die Steuerung funktioniert komplett per Stylus, woran an und für sich nichts auszusetzen ist. Dennoch wäre vor allem in den Trainingseinheiten eine Sprachsteuerung nett gewesen, sodass man nicht immer erst den Stylus verzweifelt suchen muss, wenn man mal eine kurze Trinkpause braucht, wenn das Telefon klingt und so weiter.

Grafik:
Genauso wenig lässt sich etwas an der optischen Aufmachung ausfindig machen. Die Menüs sind in frischen Farben gehalten und mit netten Symbolen unterlegt. Alles erfüllt seinen Zweck. Dennoch hat die Grafik einen großen Makel: Annika. Da es aufgrund der sparsamen Erklärungen sehr wichtig wäre, ganz genau zu erkennen, was die Gute da so treibt, hätte man sie und ihre Umgebung klar gestalten sollen. Leider ist es aber manchmal sehr schwer zu erkennen, ob sie ihr Knie nun auf dem Boden abstützt oder nicht. Übungen machen so keinen Sinn! Da hilft es auch wenig, dass ihre Bewegungsabläufe mit Motion Capturing aufgenommen wurden.

Sound:
Auch musikalisch klingt „Der Gesundheitscoach“ an und für sich recht frisch und modern. Menü und Kochbuch werden recht nett untermalt. Umso nervtötender ist aber die „Musik“, die einem in den Trainingseinheiten entgegenschallt. Absolut unmotivierend und nach einmal 30 Minuten Dauerschleife hat man definitiv genug. Aber zum Glück kann man ja den Ton einfach ausstellen, da hat die fehlende Sprachausgabe doch etwas gutes. Und eigentlich möchte ich auch gar nicht wissen, wie Annika klingt. Nicht, dass nachts noch durch meine Träume pausenlos ein „Da heute ein Training ansteht, würde ich vorschlagen,...“ hallt.

Features:
„Der Gesundheitscoach“ möchte vieles gleichzeitig sein: Trainingsprogramm, Kochbuch, Ratgeber, Einkaufliste, Lebensmittelverzeichnis, Ernährungsberater, Seminarleiter und Minispielsammlung. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Die drei Minispiele kann man getrost komplett vergessen, der Ernährungsberater hätte ein anderes System gebraucht (zum Beispiel eines, das nach ungefähren Portionen geht) und das Lebensmittelverzeichnis hätte übersichtlicher gestaltet werden sollen. Gerade bei 5000 Einträgen kann die Suche nach etwas bestimmten schnell zur Tortour werden. Die Seminare bewegen sich auf einem schmalen Grad zwischen sinnlos und interessant, aber auf alle Fälle ist es seltsam, dass im anschließenden Quiz Fragen gestellt werden, über die rein gar nichts im betreffenden Seminar stand. Über das Kochbuch dagegen lässt sich nicht viel sagen - es ist halt einfach ein Kochbuch. Ein Bild, Mengenangaben und Text, das war's.

Fazit:
250 Sportübungen nutzen nicht viel, wenn die Hälfte davon schlecht bis gar nicht erklärt wird. Im Gegenteil, dadurch besteht sogar Verletzungsgefahr. Annika kann leider keinen realen Personalcoach ersetzen. Wer abnehmen will und kein Problem damit hat, jeden Bestandteil seiner Mahlzeit einzeln abzuwiegen, wird aber mit dieser Software wahrscheinlich dennoch Erfolg haben. Ich habe nach einem Monat letztlich kein Gramm abgenommen, aber meine Kondition hat sich eindeutig verbessert. Trotzdem macht es eher weniger Spaß, mit „Der Gesundheitscoach“ zu trainieren, zum einen wegen der stummen Trainerin, aber vor allem weil das Spiel keinen einzigen Tropfen Motivation versprüht. Es wird nicht gelobt, es wird nicht dazu angehalten, durchzuhalten, man kann nicht mal etwas freispielen! Annika ignoriert die vollbrachten Leistungen komplett. Menschen, die sowieso Schwierigkeiten haben, ihren inneren Schweinehund zu überwinden, werden mit dieser Software nicht glücklich und auch allgemein ist es fraglich, ob nicht diverse Literatur und DVD- oder VHS-Kurse das Thema Fitness und Gesundheit ansprechender herüberbringen.

Wird wohl nie wieder für einen Testbericht so schwitzen, wie für diesen: Sandra Kickstein [Schneestern] für PlanetDS.de

Vielen Danke an SevenOne Intermedia für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
keine
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Geht gut von der Hand, aber Sprachsteuerung wäre wünschenswert gewesen. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Touchscreen-Steuerung überrascht heute keinen mehr, nur die Personalcoach-Idee hat etwas Unverbrauchtes.
Grafik

Sieht nett aus, hat aber Mängel, die zu Benutzungsschwierigkeiten führen.
Sound

Versagt, wo es am wichtigsten wäre.
Spielspaß

Motivationshilfe = nicht vorhanden.








Details
Spielname:
Der Gesundheitscoach - wohlfühlen jeden Tag

Publisher:
SevenOne Intermedia

Developer:
Independent Arts

Genre:
Sonstiges

Release:
19.03.2010 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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