Retro Atari Classics
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Retro Atari Classics -
Review vom 12.04.2005
Retro ist in, Retro ist hip. Nicht umsonst verkauft sich ein Joystick mit integrierten C64er Spielen wie geschnitten Brot und erscheint ein Revival alter Atari-Klassiker für den brandneuen Nintendo DS. Wie sich die Sammlung alter Kamellen heute noch so schlägt, lest ihr im Test.
Pong, Centipede, Tempest. Dem wissenden Nostalgiker läuft bei diesen Namen bereits der Sabber aus dem Kiefer. Zählen sie doch mit zu den Urvätern der heutigen Videospiele. Besonders der Klassiker Pong mit den bekannten zwei Balken und dem Pixel-Punkt als Ball begeisterte vor über 20 Jahren rund um den Globus jung und alt.
Atari lies sich nicht lumpen und präsentiert insgesamt 10 Titel in seiner Retro-Box für den Nintendo DS. Dabei kommen nicht nur die um Touchscreen erweiterten Klassiker zum Einsatz, sondern auch komplett neue Remixes, welche von drei Graffiti-Größen auf "hip" gestaltet wurden.
Insgesamt enthalten im Paket sind:
Centipede, Tempest, Pong, Warlords, Missile Commands, Breakout, Sprint, Gravitar, Asteroids und Lunar Lander. Alle mehr oder minder klassisch umgesetzt. Minder deswegen, weil sie auf die "Vorzüge" des Nintendo DS zurückgreifen. Pong geht so z.B. nicht von Links nach Rechts, sondern von oben nach unten. Leider gibt es auch die eine oder andere Verschlimmbesserung: Die neue Steuerung von Tempest ist ein Graus. Und warum nicht einfach noch die geniale Jaguar-Umsetzung Tempest 2000 mit aufs Modul gepackt wurde, weiß wohl nur der Gott der Videospiele selbst.
Zum Glück lassen sich zumindest die anderen Spiele auch alternativ mit dem D-Pad des DS steuern. Wobei man vor allem bei Missile Command darauf verzichten sollte, hier fühlt es sich an, als wäre das Game ursprünglich für den Touchscreen geschaffen worden!
Kurios: Wer einen kleinen Eindruck bekommen möchte, wie sich wohl das hierzulande nicht erscheinende Ridge Racer DS spielt, dem sei "Sprint" ans Herz gelegt: Dieser Klassiker kann nämlich mit einem Touchscreen-Lenkrad aufwarten, welches sich zwar leicht schwammig, aber doch noch akzeptabel bedienen lässt.
Insgesamt ist die Sammlung für Nostalgiker auf jeden Fall einen Blick wert - jedoch sicher nicht zum Vollpreis. Denn die angepriesenen Remix-Modi der Spiele sind teilweise ein Witz: Minimale Änderungen der Grafik, teilweise sogar ein noch billigerer Look als das Original und stark minimalistisch angehaucht. Nach der großen Ankündigung auf der Verpackung erwartet man an dieser Stelle mehr.
Steuerung:
Wie bereits erwähnt lassen sich die meisten der "Mini"-Spiele entweder über Touchscreen oder über das D-Pad des DS steuern. Letzteres ist in den meisten Fällen die bessere Wahl, nur in Ausnahmen haben es die Entwickler wirklich geschafft, dem neuen System ein wenig Kreativität abzugewinnen. Ansonsten sind nämlich einfach nur Steuerknüppel oder Schieberegler auf dem unteren Schirm zu sehen, welche im Prinzip nichts anderes als zusätzliche Tasten des DS darstellen sollen. Mit dem Stylus sind sie in den meisten Fällen gut zu bedienen.
Grafik:
Was soll man auch von 20 Jahre alten Klassikern erwarten? Grafikbomben sicher nicht. Dennoch verspricht die Verpackung des Spiels "mit Hintergrundgrafiken von 3 großen Graffiti Legenden" mehr, als das Game am Ende halten kann. Schade.
Sound:
Auch die Soundkulisse orientiert sich an der klassischen Herkunft der 10 Spiele und ist damit eher minimalistisch als bombastisch. Für Nostalgie-Fans sind die Beats von Tempest aber auch heute noch ein Ohrenschmaus.
Features:
Immerhin 10 verschiedene Spieleklassiker haben ihren Weg in das Modul gefunden. 10 Klassiker, welche auch gut in einem Wario Ware Touched! als Zusatzfeature mit versteckt sein könnten.
Die Sprache des Spiels ist leider komplett in Englisch, was schade ist, da die abrufbaren Infos interessant sein können.
Warum beim Multiplayer auf eine Ein-Modul-Lösung verzichtet wurde geht wohl in die Analen der Videospielgeschichte als "tut mir leid, wir wollen Geld verdienen und möglichst viele Titel verkaufen"-Aussage ein. Zumindest erscheint es einem so, wenn man selbst ein Spiel wie Pong nur mit zwei gekauften Atari Retro Packs zocken kann. Wer bis zu vier Freunde findet, die sich dieses Paket kaufen, der kann u.a. mit Games wie Warlords jede Menge Spaß haben.
Fazit:
Klassiker ist fast jeder Titel, den Atari in dieses Modul gepackt hat. Auch heute noch können die einen oder anderen Spiele am Bildschirm fesseln und dank der Touchscreen-Steuerung erlebt man das ganze Geschehen einmal anders. Dennoch ist Atari Retro eine kleine Enttäuschung: Die angekündigten Hintergrundgrafiken der Graffiti Legenden sind schlicht gehalten und reißen gelinde gesagt nicht vom Hocker. Außerdem ist der Touchscreen meist nur Mittel zum Zweck und dazu verwendet worden, zusätzliche Knopfelemente zu integrieren, welche mit dem D-Pad jedoch meist besser funktionieren.
Wer absoluter Atari Retro Fan ist, der wird diese Zusammenstellung lieben. Es sind alle Games dabei, die man sich wünschen kann (bis auf Klassiker wie vielleicht Pitfall...). Der Otto-Normal-Zocker, der sich für den DS Innovation und neue "Dinge" erhofft, wird dem Modul wohl keinen zweiten Blick schenken.
Christian Nork [Trunx] für PlanetDS.de
Vielen Dank an Atari für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.
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Details
Spielname:
Retro Atari Classics
Publisher:
Atari
Developer:
Atari
Genre:
Sonstiges
Release:
05.20.1103
Multiplayer:
ja
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (6)
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