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Kochen mit ELLE à Table: 1000 Rezepte


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Kochen mit ELLE à Table: 1000 Rezepte - Review vom 08.08.2010

Mit „Kochkurs – Was wollen wir heute kochen?“ gelang Nintendo vor gut vier Jahren ein kleiner Geniestreich: Der Kochkurs ist eine sinnvolle und überaus nützliche Software, die durch erklärende Videos, eine große Zutatendatenbank, eine gelungene Aufmachung und viele verschiedene Rezepte gepaart mit der Portabilität des Nintendo DS so gut wie jedes bis dato erschienene Kochbuch erblassen ließ. Wer vorher vielleicht gerade einmal als einziges Gericht Spiegelei beherrschte, konnte mit dem Kochkurs tatsächlich kochen lernen.

Im Jahr 2010 nun macht sich Nintendo selbst Konkurrenz: „Kochen mit ELLE à table: 1000 Rezepte“ heißt die inoffizielle Nachfolgersoftware, die zwar ebenfalls von dem großen japanischen Videospielkonzern vertrieben wird, allerdings ursprünglich aus Frankreich stammt. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich bei hierbei um das Software gewordene Magazin „ELLE à table“, welches sich mit den verschiedensten Gaumenfreuden auseinandersetzt. Zusätzlich zu den im Titel versprochenen 1000 Rezepten wird mit einem Profi-Leitfaden für 300 internationale Weine und Käsesorten geworben. Quantität wird also in diesem neuen virtuellen Kochbuch scheinbar groß geschrieben, aber wie sieht es mit der Qualität aus? Wir haben uns exemplarisch ein Menü herausgesucht und dieses für euch nach gekocht!

1000 Rezepte? Hunger!
Doch wie wühlt man sich am besten durch so einen riesigen Berg an Gerichten? Die Software versucht Hilfestellung zu leisten: Kaum haben wir „ELLE à table: 1000 Rezepte“ gestartet, werden uns schon 15 verschiedene Speisen, die gerade zu der jeweiligen Jahreszeit passen, vorgeschlagen. Dabei springt uns gleich die große Bandbreite der Rezepte entgegen: Als Vorspeise Thunfisch-Tatar mit Wasabi-Eis gefällig? Alle die mit einem großen „Hä?“ sofort weiterblättern werden, stoßen als nächstes auf Wiener Schnitzel. Hier werden also sowohl traditionelle als auch experimentierfreudigere Geschmäcker bedient.

Wer dennoch weiter Stöbern möchte, kann sich die verschiedenen Rezepte nach Kontinent oder Region, Anlass (Leckeres für Kinder, romantische Anlässe, vegane Kost,...), Zubereitungsart, Menügang und saisonalen Rezepten sortieren lassen. Praktisch dabei ist, dass man diese verschiedenen Bedingungen miteinander kombinieren kann: Der Magen verlangt nach etwas asiatischem, das in 10 Minuten fertig ist? Wie wäre es mit Algen-Tofu-Rollen!

„Ceviche von Drachenkopf und Garnelen“ Und wo bekomm' ich bitte den Drachen her?
Zusätzlich kann man seinen gesamten Kühlschrank- und Speisekammerinhalt eintragen, so dass die Kochsoftware nach verschiedenen Rezepten sucht, die eben diese vorhandenen Zutaten beinhalten. Wer den Aufwand jedoch nicht betreiben möchte, kann aber auch eine folgende andere praktische Funktion nutzen: Jede einzelne vorkommende Zutat ist, ähnlich wie im Kochkurs, gelistet und kurz erklärt. Zwar leider nicht ganz so ausführlich und ohne Bild (was bei exotischen Früchten und ähnlichem bestimmt sehr hilfreich gewesen wäre), aber man kann so direkt auf alle Rezepte zugreifen, die diese Zutat beinhalten. Euch verlangt es nach Spaghetti, ihr wollt aber mal etwas anderes als Tomatensoße? Kein Problem. Unter „Nudeln, lang“ findet man 9 weitere Rezepte. Aber huch, was soll das denn? Krabben-Linguini, Linguini mit Garnelen, Linguini mit Riesengarnelen und Knoblauch und vier Rezepte mit Nudeln und Muscheln? Das scheint etwas doppelt gemoppelt, Leute die mit Meeresfrüchten nichts anfangen können werden hier wohl schnell enttäuscht sein. Man mag es vielleicht nicht glauben, aber es gibt trotz 1000 Rezepten doch einige Bereiche, in denen etwas mehr Abwechslung schön gewesen wäre.

Eine nützliche Ergänzung dagegen ist, dass man bei den verschiedenen Zutaten direkt zu den beinhalteten Nährstoffen wechseln kann und umgekehrt. Einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung steht somit nichts mehr im Wege. Außerdem werden die kcal jedes Rezepts angezeigt und kombiniert man ein Menü, wird in einem Achteck angezeigt, wie ausgewogen die Zusammenstellung ist – durchaus praktisch.

„Lammkeule mit 40 Knoblauchzehen“ Oh, erwarten wir einen Vampir?
Doch das alles nützt letztendlich rein gar nichts, wenn die Gerichte nicht schmecken! „Tomaten-Schinken-Häppchen“, „Aromatisches Hähnchen-Pilaw“ und „Panna Cotta mit Erdbeeren“ werden deshalb kurzerhand zu essbaren Versuchskaninchen erklärt. Also ran an den Kochlöffel! Auf die Plätze... fertig... und leider fallen sogar vor dem Kochen schon mehrere Nachteile gegenüber dem Kochkurs auf. Zwar kann man sich unter der Funktion „Zutaten“ eben diese ganz hübsch aufgelistet anschauen, aber nicht direkt anwählen und erklären lassen. Wer mit Espelettepfeffer nichts anfangen kann, muss also erst wieder umständlich aus dem Menü raus, im Zutatenmenü den unbekannten Faktor suchen, sich diesen erklären lassen und wieder zurück. Außerdem kann die vorgegebene Menge nicht je nach Portionenzahl hoch, bzw. runter gerechnet werden. Vor allem für Singlekocher sehr schade, da diese so alles umständlich selbst berechnen oder den Rest der Woche mit den Resten vorlieb nehmen müssen.

Bei der Zubereitung der Vorspeise kommt die nächste Enttäuschung. Die Rezepte werden lediglich in Text erklärt. Keine Bilder, keine Videos, nichts dergleichen. Manchmal fehlen sogar wichtige Erklärungen, die sich erfahrene Köche zwar denken können, dem Rest allerdings hier und da einige Fragezeichen in die hungrigen Augen malen werden. Auch ansonsten ist es ganz nützlich, wenn man bei Verwendung dieses Programms bereits einiges an Kocherfahrung gesammelt hat. So schien bei der Teigherstellung für die Tomaten-Schinken-Häppchen eben jener schon sehr seltsam und hätte gut ein Ei vertragen können – was sich nach dem Backen auch als richtig herausgestellt hat. So war das Ergebnis zwar halbwegs lecker (auch wenn für eine Vorspeise viel zu üppig), aber unessbar, da es einfach in zahllose Krümel zerfallen ist.

Anders dagegen die Haupt- und Nachspeise. Bei dem indischen Hähnchen-Pilaw und der Erbeer-Panna-Cotta hat alles gestimmt und beide Gerichte kamen bei den Testessern wirklich sehr gut an. Dennoch hätten Anfänger wohl auch hier ihre Probleme gehabt, sodass es eventuell zu Fehlschlägen hätte kommen können. Immerhin liegen die Benutzung von unbekannten Gewürzen und komplizierte Zutaten wie Gelatine nicht jedem.

Steuerung:
„ELLE à table: 1000 Rezepte“ lässt sich ausschließlich mit dem Stylus bedienen. Sucht man Rezepte oder Zutaten nach Schlagwörtern, können diese entweder anhand einer Tastatur eingetippt werden oder man wechselt in den Schreibmodus. Der funktioniert je nach Schrift wie gewohnt unterschiedlich gut. Ähnlich wie der Kochkurs gibt es auch eine integrierte Sprachfunktion, die allerdings nur in den Rezepterklärungen dazu verwendet wird, nach vorne und hinten zu Blättern. Zumindest bei diesem Test stellte sich das aber als Totalausfall heraus. Obwohl der Nintendo DS auf der anderen Seite der Küche stand, registrierte das Mikrofon Geräusche und die Seiten sprangen willkürlich hin und her. Das Feature lässt sich jedoch zum Glück ausschalten.

Grafik:
Das virtuelle Kochbuch zeugt von einer hübschen, modern-stylischen Aufmachung. Verschiedene Farbschemata erzeugen eine fröhliche Atmosphäre, die einen gerne in den Rezepten stöbern lässt. Die Suchmenüs wirken leider manchmal etwas unübersichtlich und so braucht man eine gewisse Zeit, bis man sich zurechtfindet. Schade ist außerdem, dass es nur ein Foto von den fertigen Gerichten gibt. Fotos von den Zutaten fehlen ganz, wären aber wirklich sehr nützlich und Hilfreich gewesen.

Sound:
Auf den ersten Blick (oder besser Hörer) Fahrstuhlmusik at its best. Wie den Rezepten merkt man auch der Musik die französische Herkunft an und so dudelt diese fröhlich beschwingt vor sich hin. Das Problem dabei ist, dass es im gesamten Spiel nur zwei Musikstücke gibt: Eines für die allgemeine Bedienung und eines für das Kochen der Rezepte. Zweiteres kann einem schnell auf den Geist gehen und vor allem nicht-kochende Persönlichkeiten, die sich im Küchenbereich aufhalten verdrehen schnell mal die Augen. Da keine Sprachausgabe vorhanden ist, kann allerdings jeder Zeit beherzt zum Lautstärkeregler gegriffen werden...was auch getan werden sollte, wenn man sich nicht einen der nervigsten Ohrwürmer im DS-Universum einfangen möchte.

Features:
Über 1000 Rezepte und ein Leitfaden zu über 300 internationalen Wein- und Käsesorten. Das klingt nach unglaublich viel. Praktisch gerechnet könnte man jeden Tag drei verschiedene Gerichte kochen und würde trotzdem innerhalb eines Jahres nie das gleiche essen. Die Realität sieht allerdings etwas anders aus. Viele der Gerichte ähneln sich und teilweise sucht man sogar vergeblich nach markanten Unterschieden (Linguine mit Garnelen und Linguine mit Riesengarnelen. Aaahja.). Dennoch lässt sich nicht bestreiten, dass die Rezeptauswahl wirklich riesig ist. Zusätzlich zu den 1000 Rezepten lassen sich außerdem noch viele weitere freischalten. Und wem das nicht reicht, der kann seine eigenen Rezepte aufschreiben, mit dem DSi fotografieren und mit Freunden tauschen. Eine Ende ist also nicht in Sicht.

Fazit:
Warum kauft man sich ein virtuelles Kochbuch? Die Größe und Handlichkeit sprechen dafür, ebenso die Möglichkeit, unkompliziert Notizen anzulegen, schnell und sicher nachzuschlagen etc.. Potentielle Kaufgründe für den „Kochkurs“ damals gingen sogar noch weiter: Jeder Kochschritt war mit einem Bild unterlegt, komplizierte Dinge wurden mit Videos veranschaulicht und die Rezepte wurden sogar vorgelesen. Letztlich wurde alles so sehr in das kleinste Detail erklärt, dass auch absolute Kochlaien die schwersten Gerichte auf Anhieb zaubern konnten. Zusätzlich überzeugte der „Kochkurs“ mit einer genialen und abwechslungsreichen Aufmachung – zusammengefasst: Ein wirklich vorbildliches Stück Software. „Kochen mit ELLE à table: 1000 Rezepte“ besitzt dies alles nicht. Somit ist der Unterschied zu einem handelsüblichen Kochbuch nicht so groß. Wer bereits einiges an Kocherfahrung gesammelt hat, wird allerdings auch ohne Videos klarkommen - und das wichtigste: Die Rezepte sind lecker und gelingen. Kochanfänger dagegen sollten lieber zu der älteren, aber trotzdem besseren Software „Kochkurs – Was wollen wir heute kochen?“ greifen.

Hat den Kampf gegen den Endboss „Gemeine Gelantine“ endlich gewonnen: Sandra Kickstein [Schneestern] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Ninendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
keine
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Touchscreensteuerung läuft flüssig, Sprachsteuerung schlägt jedoch fehl. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Erfindet nicht das Kochbuch neu, ist aber trotzdem praktisch.
Grafik

Allgemein recht ansehnlich, nur die Rezepte selbst hätten etwas mehr Pepp vertragen können.
Sound

Ein zweischneidiges Messer. Am Anfang nett und unterhaltsam, später nervtötend.
Spielspaß

Unendliche Stöberei und leckere Rezepte – für Köche mit Erfahrung. Alle anderen ziehen vorsichtshalber mindestens zwei Punkte ab.








Details
Spielname:
Kochen mit ELLE à Table: 1000 Rezepte

Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Sonstiges

Release:
02.06.2010 (erschienen)

Multiplayer:


Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (20)

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