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Jam with the Band


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Jam with the Band - Review vom 31.05.2010

Na, das ist doch mal ein Titel, den wir lange nicht mehr gehört haben! Eine halbe Ewigkeit, genauer gesagt etwa vier Jahre, ist es her, dass Nintendo „Jam with the Band“ auf Releaselisten für die westliche Bevölkerung noch erwähnte. Doch von einer Sekunde auf die nächste verschwand die Lokalisierung des japanischen Musikspiels „Daigasso! Band Brothers“ von der Bildfläche. Zumindest bis zum Frühjahr 2010, als eben dieses Spiel in einem EU-Releasekalender auftauchte. Und siehe da, hier ist das Spiel nun. Kann sich „Jam with the Band“ auch heute noch, mit reichlich Konkurrenz im Musikspiel-Genre, erfolgreich behaupten? Finden wir es heraus! Legt eure Kopfhörer an, stimmt die Instrumente und auf geht’s in Nintendos Musik-Keller!

Mit Rock 'n' Roll (und weiteren Genres) zu Ruhm und Anerkennung
Bevor es hier zu irgendwelchen Verwechslungen kommt: Bei „Jam with the Band“ handelt es sich nicht um eine eingedeutschte Version des originalen „Daigasso! Band Brothers“ von vor fünf Jahren. Nein, diesen Teil hat man hier nämlich schlichtweg übersprungen und stattdessen den 2008 in Japan veröffentlichen Nachfolger „Daigasso! Band Brothers DX“ lokalisiert. Dementsprechend startet das Spiel mit einer Einladung Barbara the Bat, die euch im Musikschuppen GB Music einen Mitgliedsausweis ausstellt, mit dem ihr die Einrichtung nach eigenem Gutdünken nutzen dürft – zwar unter der Bedingung, dass ihr für die Leiterin als Zwangsarbeiter an Bord geholt werdet, aber wir wollen das mal nicht so eng sehen. Relevant ist dies eigentlich sowieso so gut wie gar nicht, da das praktisch alles an Rahmenhandlung ist, die das Spiel bietet. Da es bei „Jam with the Band“ aber eben nur um die Musik geht, spielen Umfang oder Relevanz der Story sowieso nur zweite Geige.

Steht eure Clubmitgliedschaft und habt ihr das kurze Tutorial hinter euch gebracht, steht euch eine Vielzahl von Optionen zur Auswahl. So könnt ihr zum Beispiel direkt mit dem heutigen Gig loslegen, wo ihr einen zufälligen Song nach einem ebenso zufälligen Motto spielen müsst – etwa „The Final Countdown“ mit den Klängen einer Spieluhr. Je nachdem, wie gut ihr abschneidet, kann das Publikum hierbei schon mal nach einer Zugabe rufen und mit der Zeit schraubt Barbara gnadenlos den Schwierigkeitsgrad hoch. Wer sich vielleicht noch nicht allzu sicher im Spiel fühlt, sollte zuerst mit ein paar Songs im virtuellen Laden üben. Hier findet ihr den Löwenanteil der Spielfunktionen, im Mittelpunkt natürlich der Konzert-Schuppen. Dort könnt ihr frei zwischen den vier Schwierigkeitsgraden (Anfänger, Amateur, Profi und Meister), den auf der DS-Karte gespeicherten Songs und natürlich den Instrumenten für den Song zu wählen. In unserer Tabelle könnt ihr erfahren, welche 50 Lieder schon bei jedem „Jam with the Band“-Exemplar vorinstalliert sind:



Solltet ihr euren Fingern eine kleine Pause gönnen und stattdessen eure Stimme strapazieren wollen, bietet sich ein Besuch im Karaoke-Club an. Hier könnt ihr entweder selbst aus den gespeicherten Songs mit Liedtexten auswählen – 19 sind bereits von Haus aus auf der DS-Karte vertreten – oder, altenativ eine Stimmanalyse durchführen, anhand derer das Spiel versucht, für euch ein geeignetes Stück zu finden. Im regulären Gesangsmodus wie auch im Konzert-Schuppen wird eure Leistung übrigens anhand einer 100-Punkte-Skala bewertet. Eine perfekte Wertung setzt voraus, dass ihr euch nicht mal mehr den kleinsten Fehler erlaubt – und das erfordert einiges an Übung und Einarbeitungszeit.

Wir brauchen mehr Lieder? Kreieren wir selber welche!
Ebenfalls für Einsteiger wohl etwas schwieriger gestaltet sich der nächste große Verkaufspunkt von „Jam with the Band“: Das Tonstudio. Hier könnt ihr auf drei verschiedene Arten und Weisen selber kreativ werden und neue Songs erschaffen. Bis zu 100 musikalische Experimente könnt ihr so zu eurem Musikrepertoire hinzufügen. Zwei der Optionen richten sich dabei viel mehr an diejenigen, die noch nicht so Firm in der Notenschrift sind. Diese können nämlich entweder versuchen, durch Summen eine Melodie zu erschaffen oder sie auf einer virtuellen Klaviertastatur über den Touchscreen zu spielen. Gerade bei ersterer Option können die Ergebnisse jedoch häufig zu wünschen übrig lassen, weswegen eine Nachbearbeitung im wesentlich komplexeren Expertenmodus fast schon zur Pflicht wird. In diesem bekommt ihr ein blankes Notenblatt präsentiert, auf dem ihr per Drag and Drop Musiknoten und Pausen platziert, wie es euch gefällt. Auch könnt ihr selbst auswählen, welche der insgesamt 58 Instrumente – darunter verschiedene Schlagzeuge, Gitarren und Blasinstrumente, aber auch bizarreres wie etwa NES-Klänge – in eurer Komposition Verwendung finden sollen. Fertige Stücke könnt ihr dann entweder mit Freunden tauschen oder, unter Einhaltung bestimmter Bedingungen, an Nintendo per WiFi-Connection einsenden und damit für andere Zocker über das nächste große Feature verfügbar zu machen: Die Song-Downloads.

Wer nicht über die Geduld verfügt, sich eigene Lieder zusammenzuschrauben, braucht sich keineswegs mit den vorinstallierten Stücken zufrieden geben. Dankenswerterweise hat nämlich auch die Download-Funktion von „Daigasso! Band Brothers DX“ ihren Weg in die europäische Umsetzung gefunden. Das heißt, ihr könnt euch online Lieder von Nintendo selbst oder anderen „Jam with the Band“-Musikern anhören und bei Gefallen runterladen – wenn auch mit einigen Einschränkungen. So dürfen Spieler etwa nur Songs einsenden, die in der über die Spielwebsite erreichbaren Musikdatenbank verzeichnet sind. Das ist jedoch noch das geringere Hindernis: Ihr dürft nämlich auch nur eine bestimmte Anzahl von Liedern herunterladen. Lag das Limit des japanischen Originals noch bei 100 Stücken, hat man es in Europa auf 50 reduziert. Und da sich, wie auch bei „Daigasso! DX“, einmal auf eure DS-Karte geladene Songs nicht mehr löschen lassen, will gut überlegt sein, welche man sich nun wirklich gönnen möchte. Ist das Limit nämlich einmal aufgebraucht, bleibt zurzeit nichts anderes übrig als der Kauf eines zweiten Exemplars – eine Lösung für dieses Limit gibt es nämlich auch in Japan bisher nicht. Das ist vor allem deswegen schade, weil bereits zum Testzeitpunkt das Angebot der Download-Songs mit etwa 170 Stücken locker das Limit übersteigt.

Musizieren nach Lust und Laune
Bleibt natürlich noch die Frage, wie sich nun gelungene Lieder im Online-Angebot lassen. Eine Möglichkeit hierfür wäre die Online-Radio-Funktion, über die ihr euch die aktuelle Top 10 der Download-Songs sowie ein paar zufällige Stücke anhören könnt. Sollte eines dabei sein, das euch gefällt, könnt ihr es unkompliziert und postwendend auch aus dem Radio-Menü heraus auf eure DS-Karte laden. Das von Barbara the Bat moderierte Radio steht übrigens auch in einer Offline-Version verfügbar, wo das Spiel dann durch eure gespeicherten Tracks in zufälliger Anordnung geht. In diesem Modus könnt ihr euren DS auch zuklappen und per Kopfhörer unterwegs den MIDI-Klängen lauschen.

Mit all den Möglichkeiten, nach Plan Musik zu spielen oder zu erstellen, bleibt für einige Freigeister, die sich vielleicht schon mit Ubsofts „Jam Sessions“ warmgespielt haben, sicherlich noch eine Frage offen: Was mache ich, wenn ich mal einfach drauf los musizieren möchte? Kein Problem, dafür gibt es bei „Jam with the Band“ den Soundcheck. Wahlweise im Tasten-, Gitarren- oder komplett Touchscreen-gesteuerten Klavier-Modus könnt ihr nach Lust und Laune ohne jegliche Vorgaben – allerdings auch ohne Speichermöglichkeiten, dafür ist schließlich das Tonstudio da – den inneren Musiker raushängen lassen. Definitiv eine nette, kleine Spielerei.

Steuerung:
Während man in den Menüs noch wahlweise per Steuerkreuz oder Touchpen navigieren kann, ist das Spielen eines Songs Aufgabe der Buttons. Je nach Schwierigkeitsgrad kommen dabei eine Taste, vier, acht oder auf dem Meister-Schwierigkeitsgrad gleich zehn zum Einsatz. So bietet „Jam with the Band“ geeignete Modi für Neulinge, wie auch reichlich Herausforderung für Experten – denn gerade auf der Meister-Stufe wird euch einiges an Fingerfertigkeit abverlangt. Manche Songs verfügen auch über einen speziellen Gitarren-Part, den ihr dann mit einem Mix aus Touchscreen-Saitengezupfe und Button-Eingaben steuert, wobei allerdings nur maximal fünf Tasten zum Einsatz kommen. An einen Linkshänder-Modus hat Nintendo beim Gitarren-Modus übrigens auch freundlicherweise gedacht und nach ein wenig Übung läuft die Steuerung wie geschmiert.

Grafik:
Ähnlich, wie der europäische Titel des Spiels klingt, sieht „Jam with the Band“ eigentlich alles andere als spannend aus. Eher zweckmäßig wirkt die Optik, mit ihrem minimalen Grafik-Aufwand ohne großartige Animationen und Effekte. Das heißt aber nicht, dass absolut nichts auf dem Bildschirm los ist. Während auf dem Topscreen schlicht die zu spielenden Noten angezeigt werden, jubelt auf dem Touchscreen ein überschaubares Publikum, komplett mit variierenden Animationen, die sich eurer Leistung und der aktuellen akustischen Kulisse anpassen. So brennt bei fetzigeren Stücken schon mal sprichwörtlich das Haus, Feuerzeuge werden emporgehoben oder, solltet ihr euch zu ungeschickt anstellen, ein Bühnenarbeiter fegt schon mal den zurückgelassenen Müll weg. Diese Details täuschen aber eben nicht darüber hinweg, dass die Grafik kein starker Punkt des Spiels ist – was auch kein entscheidendes Kriterium ist.

Sound:
Mehr Aussagekraft hat da schon eher die Akustik. Der Titel bedient sich einer reichen Palette von Midi-Kompositionen und -Instrumenten. Ein bedeutender Vorteil dieser Technik ist, dass ihr dafür wirklich jeden Fehler in eurem Spiel deutlich heraushört. Gerade in Mehrspielerrunden ist dies ein interessanter Faktor, der zu ziemlich chaotischen Ergebnissen führen kann, sollten alle Teilnehmer gleichermaßen Schwierigkeiten bei ihrer Performance haben. Dankenswerterweise hat man die Songliste im Vergleich zum japanischen Original auch noch gehörig aufgestockt, sodass man auch ohne Download-Option bereits einiges an Auswahl hat – auch im Karaoke-Modus.

Multiplayer:
Mit lediglich einer DS-Karte können bis zu acht Spieler versorgt werden – für kleine Konzerte völlig ausreichend. Dabei können auch auf alle Songs der Teilnehmer mit eigener „Jam with the Band“-Karte zurückgegriffen werden. Solltet ihr jedoch ausreichend musikbegeisterte Leute mit eigenem Exemplar des Spiels auftreiben können, besteht auch die Möglichkeit zu einer Runde „ohne Limit“, wie es das Spiel selbst gerne nennt. Das bedeutet: Es können so viele Spieler teilnehmen, wie sich „Jam with the Band“-Besitzer im Funkradius des DS finden lassen. Ebenfalls ein netter Bonus, zumindest für Wii-Besitzer, ist der kostenlose „Jam with the Band Live-Kanal“, den ihr über ein beiliegendes Download-Ticket im WiiShop erhalten könnt. Hier können sich bis zu acht Spieler vor der Konsole versammeln und dann gemeinschaftlich die Soundanlaga des Fernsehers nutzen, anstatt auf die DS-Lautsprecher angewiesen zu sein.

Fazit:
Was haben wir lange auf „Jam with the Band“ warten dürfen... Und das Musikspiel hat in all den Jahren nichts an Reiz verloren. Besonders erfreulich ist, dass wir nicht nur den zweiten Teil der japanischen „Daigasso! Band Brothers“-Marke spendiert bekommen, sondern gleichzeitig auch die vorgespeicherte Tracklist wesentlich abwechslungsreicher daherkommt. Bemängeln könnte man höchstens, dass die europäische Fassung nur noch halb so viele Song-Downloads ermöglicht. Aber davon abgesehen ist „Jam with the Band“ ein wunderbarer kleiner Spielplatz für Musikfreunde aller Fertigkeitstufen, die entweder einfach in geselliger Runde Midi-Umsetzungen diverser Songs nachspielen wollen oder selbst kreativ werden und neue Lieder komponieren möchten

Verknotet sich auf Meister noch regelmäßig die Finger: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
86%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Simples Konzept, komplexes Schema: Hier werden Anfänger wie Profis gleichermaßen gefordert. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Überflüssige Features sucht man vergebens: Die optionale Menünavigation per Touchscreen funktioniert und Gitarren- sowie Gesangs-Parts bereiten zusätzlichen Spaß.
Grafik

Die Optik erfüllt ihren Zweck, geht aber nur kaum darüber hinaus.
Sound

Die reiche Songliste überzeugt, die Midi-Klänge ebenso – hier hört man jeden Fehler von jedem Spieler heraus.
Spielspaß

Downloads, Single-Card-Multiplayer, Song-Editor, Karaoke und nicht zuletzt der knifflige Schwierigkeitsgrad tragen zu einem umfangreichen Musikvergnügen bei.








Details
Spielname:
Jam with the Band

Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Sonstiges

Release:
21.05.2010 (erschienen)

Multiplayer:
1-8 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (28)

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