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Photo Dojo


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Photo Dojo - Review vom 21.03.2010

Das Potential der verehrten DSi-Kamera liegt eindeutig in eher amüsanten Foto-Techniken und wurde bislang höchstens in Schwarzweiß-Qualität genutzt. „WarioWare: Snapped!“ erntete Lacher, blieb aber nach einmaligen Durchprobieren aller Modi nur noch belächelt, „MySims Camera“ ging im Download-Album glatt unter und sonst bestand das Kamera-Feature nur darin, eurem Profil einen menschlichen Kopf zu verpassen. Wie hirnlos! Wann kommen die glänzenden Kamera-Ideen, die DSi-Fotos nicht nur auf Werbeplaketten in Fußball-Umsetzungen zeigen?

Einmal mehr kommt Nintendo selbst der Gedankenblitz, welcher das Gesichtsportrait durch Ganzkörperfotos ablöst und diese in ein Download-Spiel verpackt. „Photo Dojo“ ist die abgedrehte DSiWare, die bei solchen Überlegungen herausgekommen ist - und die lediglich 200 Punkte fordert, um ein weiteres Mal dem Fremdwort „Innovation“ nachzugehen. Gebührt Nintendo der schwarze Gürtel des Foto-Kung Fu oder doch nur ein Karatetritt in den eingeschlafenen Hintern?

Grimassen schneidend zum Kampfkünstler
Um im „Photo Dojo“ erfolgreich zu sein, müsst ihr keine Haikus schreiben, Zen-Meister werden oder die 36 Regeln der Shaolin-Kampfmönche auswendig lernen. Alles beginnt mit dem Erstellen von eigenen Kämpfern, dem Fotografieren von Stage-Hintergründen und dem Aufnehmen von Sprüchen, die eure Charaktere später von sich geben. Erst dann darf in sehr einfachen 2D-Prügelsequenzen gekämpft werden, was jedoch keineswegs so spaßig ist, wie das Erstellen eigener Inhalte.

Zum Fotografieren haltet ihr den DS senkrecht und stellt ein, ob ihr ein Selbstportrait (Innenkamera) tätigen oder eine andere Person (Außenkamera) ablichten wollt - für Linkshänder etwas unhandlich, ist die Foto-Abwicklung jedoch auch als Rechtshänder knifflig. Gerade die Innenkamera-Variante kostet Zeit und Spucke (im übertragenen Sinne, ja!). 13 Bilder, meist Ganzkörper-Posen, müssen abgewickelt werden, darunter z.B. Schlagen, Treten und Springen. Wichtig: Lichtverhältnisse beachten und den DSi möglichst still halten. Auch eine gute Übung, um seinen Geist zu konzentrieren!

Witziger noch gestaltet sich allerdings das Aufzeichnen von waghalsigen Sprüchen und albernem Kampfgebrüll. Bei der Kampfansage oder im Gewinnfall wird eurer Kreativität viel Auslauf geboten - auch wenn die Soundschnipsel kaum zwei Sekunden andauern. Ihr könnt natürlich auch den Vodafone-Jingle, ein Musikinstrument oder andere außergewöhnliche Töne in die Aufnahmen einbinden, wenn es sich anbietet. Versucht es! Nach diesen Vorbereitungen gilt es noch, passende Hintergründe für die Kampflevel zu schießen. Eine Markierung beim Fotografieren zeigt an, wo sich der Stage-Boden später befindet - damit fällt es kaum schwer, eure Kämpfer auf dem Badewannenrand, vor eurer Schule oder auf dem Rücken eines Freundes abgehen zu lassen. Und warum den DSi nicht mal mit in den Urlaub nehmen, um den Pariser Eifelturm oder eine idyllische Berglandschaft zu knipsen?

Fight for Yourself!
Der eigentliche Kampf-Anteil in der DSiWare ist überraschend gering: Im Einzelkampf könnt ihr maximal 100 Gegner niederprügeln - gebt ihr vorher den Löffel ab, zeigt der Highscore an erledigten Figürchen natürlich eine kleinere Ziffer. Aufregender gestaltet sich der Duell-Modus für zwei Personen, welcher ganz klassisch 1 vs. 1-Kämpfe erlaubt. Damit sofort losgelegt werden kann, funktioniert dieser Modus an einem einzigen DSi - der links stehende Kämpfer benutzt die L-Taste und das Steuerkreuz, der andere Spieler muss mit den vier Aktionsknöpfen und der Schultertaste R auskommen. Die Kontrolle ist gespiegelt, aber natürlich prinzipiell identisch - sodass nach einigen Proberunden schnell klar sein dürfte, wie man Spezialattacken aktiviert, springt oder zuschlägt. Ziel der Pixel-Prügeleien: Reduziert den Gesundheitsbalken des Gegenübers auf Null, bevor selbiges eurer Figur widerfährt.

Bei den Einstellungen eines Kämpfers lässt sich übrigens ein Kampfstil festlegen, der über Spezialangriff und Art des „Aufbäumen“ entscheidet - eine starke Rache-Aktion, wenn der Gesundheitsbalken lediglich 30% anzeigt. Während der Magier als Sonderaktion Zauberangriffe schleudert, lässt der Rüpel ein Schlaggewitter auf den Feind los.

Etwas enttäuschend ist jedoch, dass optisch bei der Kampfdarstellung ziemlich gespart wurde. Immerhin sind die Menüs übersichtlich und benutzerfreundlich eingerichtet. Auch der Menü-Sound bekommt eine kleine Medaille, avanciert er doch schnell zum Ohrwürmchen - andererseits gleiten die drei Melodien als Kampfbegleitung schnell ins Unwichtige und neue Melodien lassen sich weder freischalten noch eigens aufnehmen.

Was „Photo Dojo“ ebenfalls beim Durchmarsch auf den DSiWare-Thron verlangsamt, sind die Limitierungen bezüglich der Kreativität - acht Kämpfer und acht Hintergründe machen es zwingend nötig, bei fortschreitendem Spielgebrauch immer wieder Charaktere zu löschen. Perfektionisten fühlen sich ebenfalls etwas unterfordert angesichts der fehlenden Eingriffsmöglichkeiten, Charakterbeschreibungen oder weitere Fähigkeiten einzugeben. Auch Statistiken, wie häufig welche Kämpfer genutzt wurden oder wie oft sie den Sieg einstrichen, sind nicht aufzufinden. Der Spielplatz für kreative Köpfe offenbart sich damit letztendlich als abgezäunter Bereich - doch vielleicht liegt hier Potential für einen DSiWare-Nachfolger?

Fazit:
Nintendo macht allen experimentierfreudigen DSi-Besitzern die 200 Punkte-Eintrittskarte ins „Photo Dojo“ höchst schmackhaft - und auch wir sprechen unsere Empfehlung für das abgedrehte Foto-Prügelspiel aus. Die Faszination bleibt nicht einmalig, sondern vergrößert sich mit ansteigender Kämpferanzahl - und nach kurzer Zeit möchte man jeden seiner Freunde und Familienmitglieder zu einem Profil mit typischen Sprüchen und verrückten Grimassen verpflichten. Es geht sogar noch weiter: Ich erstellte beispielsweise ein Kämpferprofil von unserer Katze - mit (mehr oder weniger) authentischen „Miau!“-Sounds. Zum Dauerbrenner aufbäumen kann sich der Foto-Spaß dann aber doch nicht. Die Limitierungen im Umfang ärgern, das Fotografieren ist mit einigem Aufwand verbunden und die Qualität der DSi-Kamera bleibt wie gewohnt auf dem Boden der Tatsachen. Für 200 Nintendo Points begeistert das innovative Produkt aber allemal.

Prügelt sich im offenen Ofen erbittert mit seinem Bruder: Jakob Nützler [Miroque] für PlanetDS.de

WERTUNG:
keine
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel:

200
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Einfache Menü- und klassische Beat 'em Up-Navigation, die im Multiplayer etwas verwirrend scheint. DSiWare-Einschätzung
++++-  (4 von 5 Münzen)
200 Punkte lohnen definitiv für einen innovativen Kamera-Einsatz und das erheiternde Spielkonzept.
Grafik

Wenig Material, größtenteils in nacktem 2D dargestellt.
Sound

Überschaubare Musik-Auswahl beim Kampf, dafür gefällt die akustische Menü-Begleitung.
Spielspaß

Regt die Lachmuskeln an, wann immer ihr Freunde fotografiert oder Karate-Sprüche klopft.








Details
Spielname:
Photo Dojo

Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Fighting

Release:
19.03.2010 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Preis:
200 Points
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)