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Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon


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Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon - Review vom 09.11.2010

Was einst als kleines Spin-Off zum 10. Geburtstag der „Harvest Moon“-Reihe begann, hat sich mittlerweile zu einer eigenen Reihe von Spielen entwickelt. Und wen wundert es? Das erste „Rune Factory“ für den DS überraschte mit seinem gelungenen Mix aus klassischer Farmwirtschaft und rollenspielartigem Dungeon Crawling. Leider haben wir Europäer eine gefühlte Ewigkeit auf den Titel warten dürfen - ähnlich schlecht bestellt ist es um den Nachfolger. Jetzt, zwei Jahre nach dem US-Release und mit dem dritten DS-Teil vor der amerikanischen Haustür, hat es „Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon“ endlich nach Europa geschafft. Springt der Funke auch beim zweiten Mal noch über oder geht dem zuvor noch gelungenen Konzept bereits die Puste aus? Wir haben fleißig Tagebuch über all unsere Erlebnisse geführt, die wir euch in diesem Bericht wiedergeben werden.

Worum ging es nochmal? Ich kann mich nicht erinnern!
Ach Amnesie, was wären wir nur ohne dich? Kenner des Vorgängers dürften mit einem gehörigen Déjà-vu beginnen: Der Protagonist des Spiels betritt nämlich, seiner Erinnerungen beraubt, ein kleines Dorf. Dort wird er von einer Dame aufgelesen, die ihn auf einem Hof arbeiten lässt, um die lokale Wirtschaft ein wenig anzukurbeln und dem armen Kerlchen ein Dach über dem Kopf zu spendieren. Dankend nimmt der Herr natürlich an und darf sich erst einmal in der Gemeinschaft einleben. Und dann steht der Plot erst einmal für eine Weile still. Tatsächlich handelt es sich bei den Abenteuern unseres von Gedächtnisverlust geplagten Abenteurers nur um die erste Hälfte des Spiels. Richtig los geht die Handlung erst, wenn die Perspektive zum Kind des Protagonisten wechselt, das seinen nach einigen Jahren ausgebüxten Papa nämlich suchen darf. Der erste Teil von „Rune Factory 2“ hat damit eigentlich eher Prolog-Charakter.

Doch alles der Reihe nach. Zu Beginn des Spiels steht nämlich die Bewirtschaftung des euch anvertrauten Hofes sowie das Anlachen einer Ehepartnerin an. Das funktioniert alles so, wie man es von „Harvest Moon“ kennt: Erst wird das Ackerland von jeglichen Fremdkörpern befreit, anschließend gepflügt, dann sät ihr Samen, die ihr dann in den nächsten Tagen regelmäßig zu bewässern habt. Nach einigen Tagen der Gemüsepflege könnt ihr die Früchte eurer Mühen ernten und entweder per Versandbox verticken oder als Geschenk für die Bewohner des Dorfes behalten. Natürlich könnt ihr nicht jede Pflanze zu jeder Saison heranzüchten – für jede der vier Jahreszeiten gibt es einen speziell vorgesehenen Saatgut-Satz. Verbuddelt ihr die falschen Pflanzen unter der Erde, gehen diese schnell jämmerlich zugrunde.

Mit Schwert und Gießkanne gegen große Monster
Natürlich bleibt es auf Dauer nicht bei der friedlichen Landwirtschaft. Vier monsterverseuchte Areale umgeben das sonst friedliche Dörflein, in dem ihr lebt – und schon sehr bald schicken euch eure Nachbarn in kleinen Quests mal eben in jene Gebiete. Hier spielt sich „Rune Factory“ wie ein klassischer Dungeon-Crawler: Herumstreunenden Kreaturen könnt ihr mit Sichel, Schwert und Gießkanne (richtig gelesen: Gießkanne!) einen neuen Scheitel ziehen, Monsterportale sorgen für ständigen Konfliktnachschub, bis ihr sie abschaltet, und mit jeder erschlagenen Bestie gibt es Erfahrungspunkte. Außerdem könnt ihr in den Höhlen und Wäldern auch Edelsteine aufgabeln und bestimmte Stellen sogar bewirtschaften. In jedem der vier Areale herrscht nämlich ganzjährig eine festgelegte Jahreszeit. Somit eignen sich die Verließe ideal, um aufwändige Pflanzen – wie etwa Blumen – heranzuzüchten. Für den erwachsenen Startcharakter ist ein Großteil der Abenteuer-Abschnitte jedoch nicht betretbar. Erst mit dem Töchterlein oder dem Sohnemann könnt ihr das gesamte Terrain erkunden.

Sobald ihr eine Scheune euer Eigen nennt, müsst ihr übrigens nicht jede Kreatur herzlos niedermetzeln. Mit dem aus dem Vorgänger bekannten Zähmhandschuh könnt ihr die diversen Monster auch auf eure Seite ziehen und verschieden einsetzen. Manche können euch etwa bei der Arbeit auf dem Feld helfen. Andere wiederum, die stark an reale Nutztiere erinnern, können zusätzliche Gegenstände produzieren – etwa das schafähnliche Wolly, das ihr von seiner namensgebenden Wolle befreien könnt. Die Tiere wollen aber natürlich gut versorgt werden: Deswegen solltet ihr baldmöglichst ausreichend Gras anpflanzen, das per Sichel geerntet werden kann.

Moment, war da nicht vorhin von Quests die Rede? Stimmt. Am Brunnen im Dorfzentrum findet sich nämlich ein Schwarzes Brett, an dem die Nachbarschaft ihre Sorgen und Nöte kundgibt. Dabei handelt es sich aber stets um recht simple Aufträge wie „Besorge mir einen Edelstein aus dem Wald!“ oder „Finde meinen verlorenen Anhänger!“. Auch Freundschafts-Ereignisse werden kurioserweise über das Schwarze Brett geregelt – ihr müsst also nicht mehr darauf warten, dass die angelachte Dame eines Tages an eure Türe klopft, sondern könnt alles nach einem kompakten Zeitplan abarbeiten.

Arbeit, Arbeit, Arbeit...
Mit Balz, Quests und Landwirtschaft erschöpfen sich eure Möglichkeiten noch lange nicht. Ab der zweiten Generation stehen euch auch diverse Produktionsmethoden wie die Schmiedekunst oder die Trankbrauerei zur Verfügung – die passenden Einrichtungsgegenstände für die Schule vorausgesetzt. Zu Beginn könnt ihr noch brauchbare Waffen gegen Geld erwerben, wer aber seine Ausrüstung konsequent verbessern möchte, um effektiv kämpfen und arbeiten zu können, kommt ums Schmieden neuer Items nicht herum.

Bei all den Tätigkeiten solltet ihr natürlich auch stets ein Auge auf die Ausdauer eures Protagonisten haben. Wie schon im Vorgänger unterteilt sich diese in Hit Points (HP) und Rune Points (RP). RP werden bei jedem Einsatz eines Gegenstandes oder bei Nutzung von beispielsweise der Schmiede aufgebraucht. Sobald die RP vollständig aufgebraucht sind, entzieht euch jeder weitere Einsatz HP. Gerade in den Kerkern ist es sehr wichtig, seine RP aufgefüllt zu behalten – schließlich braucht ihr die Trefferpunkte, um am Leben zu bleiben! Zu diesem Zweck solltet ihr entweder stets Nahrungsmittel mit euch führen oder im Dungeon Gemüse anbauen. Reife Früchte generieren nämlichen Runenenergie, die ihr für einen gehörigen RP-Schub einsammeln könnt.

Steuerung:
Wie gehabt könnt ihr den Mix aus Farm-Simulation und RPG komplett über die klassische Tastenmethode steuern. Diverse Shortcut-Kombinationen helfen euch dabei, komfortabel durch euer Inventar zu blättern und euer Charakter kann dankenswerterweise auch standardmäßig rennen, ohne dass ihr dazu einen Knopf gedrückt halten müsst. Der Touchscreen hingegen hat ein kleines Upgrade erfahren: Anstatt nun euren Helden per Stylus-Befehl zum automatischen Sammeln von Gegenständen zu entsenden, könnt ihr alternativ das gesamte Spiel über den berührungssensitiven Bildschirm bedienen. Das klappt nach kurzer Eingewöhnungszeit auch recht zuverlässig; wir bevorzugen dennoch die Tastenmethode.

Grafik:
Es erwarten euch erneut malerische Hintergründe, die euch eine liebliche Idylle vorspielen – egal, ob es sich dabei nun um das Dorf handelt oder ihr inmitten der verschneiten Winterlandschaft steckt. Bewohnt wird diese Welt von 3D-Figuren, deren Modelle zwar ein wenig kantig, aber dennoch ansehnlich wirken. Die meisten Konversationen werden nach dem klassischen Standbild-Dialogsystem geführt – dank verschiedener Gesichtsausdrücke machen die aber immerhin einen lebendigen Eindruck. Was jedoch gar nicht geht, sind die unverständlichen Slow-Downs, sobald sich fünf Figuren auf dem Bildschirm befinden. Das stört hin und wieder bei Dorffesten, insbesondere aber in eurer Scheune, sobald es dort etwas voller geworden ist.

Sound:
Die musikalische Untermalung von „Rune Factory 2“ kann man durchweg als in Ordnung beschreiben. Gelegentlich findet sich auch eine Melodie wieder, die mal zum Mitpfeifen anregt. Kurze Sprachsamples haben sich ebenfalls auf die DS-Karte verirrt: Von kurzen Begrüßungsphrasen bishin zu kompletten Dialogausschnitten, die englisch vertont daherkommen, ist alles dabei.

Features:
Wer keine Lust auf den Farm-Alltag oder Dungeon-Expeditionen hat, kann sich mit bis zu drei Freunden auch zu einem gemütlichen Brettspiel-Abend verabreden – Online-Anbindung und bereits ausgetauschte Friendcodes vorausgesetzt. Interessant hierbei ist vor allem, dass der Ausgang des Spiels Auswirkungen auf eure Welt haben kann. Das allerdings sowohl im positiven wie auch im negativen Sinne - etwa in Form eines Feldes voller rosa Rüben oder kleine RP-Einbußen. Abseits davon könnt ihr mit Freunden auch Gegenstände tauschen oder Monster auf der Monsterwiese zum gemeinsamen Spielen losschicken. Ein Wort der Warnung hätten wir allerdings noch: „Rune Factory 2“ ist komplett in deutscher Sprache spielbar. Obwohl die Übersetzung an sich generell als in Ordnung eingestuft werden kann, gilt für die Implementierung der selbigen etwas ganz anderes. An allen Ecken und Enden ragen Texte aus dem Bildschirm heraus, Gegenstände im Dialog reißen die Grammatik in Stücke und weitere kleine Fehler vermiesen uns den Spielspaß. Das war uns sogar glatt eine spezielle Kolumne wert. Ein Trauerspiel sondergleichen.

Fazit:
Wer auch immer auf die Idee kam, „Harvest Moon“ mit Dungeon Crawling zu verbinden, verdient einen Orden. Auch in seiner zweiten Instanz funktioniert der Mix hervorragend. „Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon“ bietet reichlich Umfang, eine sich über zwei Generationen erstreckende Handlung – auch wenn die Abenteuer des Papas eher wie ein Prolog wirken – und die klassische Bauern-Sim macht immer noch süchtig. Ankreiden könnte man den Entwicklern höchstens, dass es dem Vorgänger doch schon ein wenig zu ähnlich ist und keine wirklich bahnbrechenden Neuerungen auf den Tisch bringt. Naja, und dann wäre da noch das Fiasko mit der deutschen Fassung, für die das zuständige Team mächtig Schelte verdient. Dennoch: Gerade Leute, die den ersten Teil ausgelassen haben, sollten einen Ausflug ins Königreich Norad wagen – und „Harvest Moon“-Fans sowieso.

Hat alles wieder vergessen – schon wieder: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
81%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Wahlweise per D-Pad oder Stylus – und beides funktioniert gut. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Ein schöner Genre-Cocktail, gemischt mit einer soliden Touchscreen-Steuerung.
Grafik

Hübsche Umgebungen und Charakterportraits. Die Slow-Downs hätten aber nicht sein müssen.
Sound

Manche Melodie lädt zum Mitpfeifen ein, für die Spitzenklasse reicht's aber nicht.
Spielspaß

Der Mix aus Landwirtschaft und Hack'n Slay macht Spaß wie eh und je.








Details
Spielname:
Rune Factory 2: A Fantasy Harvest Moon

Publisher:
Koch Media

Developer:
Neverland Compagny

Genre:
Rollenspiel

Release:
08.10.2010 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (36)

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