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Einsatz Erde - Rette die Meerestiere


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Einsatz Erde - Rette die Meerestiere - Review vom 17.02.2010

Wolltet ihr nicht immer schon eine tropische Insel für euch ganz allein haben? Der weitaus besseren Alternative „Lost in Blue“ den Rücken kehrend, versucht es Ubisoft mit einem pädagogisch anspruchsvollen Titel, der auch noch von WWF unterstützt wird. Doch worum geht es in „Einsatz Erde - Rette die Meerestiere“?

Bei der Lernspielserie „Einsatz Erde“ müsst ihr mit den Geschwistern Greg und Mila eine bestimmte Tierart pflegen und schützen, diesmal die Welt der Meerestiere. Gerade noch im Familienurlaub entspannt, finden sich die beiden auf offener See wieder. Nichtsahnend werden sie dort von zwei Agenten überrascht. Doch nicht nur die Agenten überraschen, sondern auch ihre Namen: Agent Big und Agent Small. Klingt nicht gerade einfallsreich - doch das darf man von einem Spiel für Kinder auch nicht zwingend erwarten.

Nachdem sämtliche Verwirrungen und Fragen wie „Warum sind wir hier?“, „Wo sind wir?“ oder „Was müssen wir tun?“ geklärt wurden, geht es auch ans Eingemachte. Die tropische Insel Werisda wartet nur darauf erkundet zu werden, doch viel hat dieses Reich nicht zu bieten.

Monotonie steht an erster Stelle der Tagesordnung
>>Tagesordnung<< ist bei „Einsatz Erde - Rettet die Meerestiere“ ein gutes Stichwort, denn das Spiel läuft in einem sehr monotonen Tagesrhythmus ab. Pro Tag muss man jeweils eine primäre und eine optionale Aufgabe erfüllen. So heißt es einmal „Füttere die Wale“ und beim nächsten Tag „Reinige die Delphine“. Während der ersten Versuche ist das Reinigen/Füttern der Tiere noch interessant, Abwechslung kommt dabei jedoch nicht auf, denn diese Ereignisse wiederholen sich durchgehend. Die Tiere werden durch eine kleine Schiffsfahrt geborgen, anschließend gefüttert und gesäubert, genauso wie der Pool; aber hier ist Achtung geboten. Man kann den Müll nicht mir nichts, dir nichts einsammeln, sonst kommt die Meldung, dass man mit mehr Gefühl rangehen solle - der arme Müll.

Damit Aya, unser Lieblingswal, auch glücklich ist, müssen wir die Fütterung oder die medizinische Versorgung mit Minispielen hinter uns bringen. Aya ist in dem Fall einer von vielen aufgelisteten Namen, die man sich beim Bergen der Meerestiere aussuchen darf. Die Minispiele erinnern dabei an alte Kinderspiele wie Memory oder „Spitz, pass auf“. Das war es auch leider schon zum Gameplay, denn mehr tut sich hier wirklich nicht. Diverse Male haben wir gehofft, dass es zu mehr Abwechslung kommt - doch vergebens.


Steuerung:
Kommen wir zu dem einzigen uns bekannten positiven Aspekt dieses Spiels. Die Steuerung wird überwiegend mit dem Stylus bewältigt. Koordinierung und Handling gehen leicht von der Hand und überfordern nicht mit komplexen Tastenkombinationen, was für ein Kinderspiel auch gut durchdacht ist. Der einzige Moment, der uns verzweifeln ließ, war die Reinigung unseres geliebten Wales Felix: Obwohl wir ihn so sanft wie nur möglich behandelten, um ihm einen hässlichen Ölfleck zu entfernen, reizte ihn diese Tortur zu sehr. Immerhin ließ sich Felix am nächsten Tag von seinen Hygiene-Problemen befreien, sodass keines der Meerestiere an ernsthaften Schäden litt.

Grafik:
Grob gesagt, die Grafik macht in diesem Szenario ihren Job. Haie lassen sich durchaus von Delphinen unterscheiden, und auch die Wale sind beim Schrubben schön anzuschauen. Animationen gibt es aber keine bis wenige - die Animation für die Bergungsfahrt der Tiere beispielsweise, besteht lediglich aus einem stillstehendem Boot, unter dem eine leblose Wasseranimation zu sehen ist. Insgesamt also viel zu wenig!

Sound:
Auch in diesem Faktor herrschte weniger Begeisterung: Die Musik versucht in verschiedenen Momenten die Spannung des Spiels wiederzugeben, doch es scheint als wären die Lieder einfach nach dem Zufallsprinzip gewählt. Eher selten passt eine der Melodien tatsächlich zu dem entsprechendem Geschehen. Die Töne, die aus den DS-Lautsprechern gekitzelt werden, wirken sehr lieblos und die Hoffnung auf einen authentischen Klang der Tiere ist reinste Illusion. Gerade hier hätte Ubisoft mehr hervorbringen können - Flipper wäre jedenfalls enttäuscht.

Features:
Unser Doppelbildschirmer wurde effizient genutzt: Wo der Touchscreen für die Steuerung dient, steht der obere Bildschirm meist für übersichtliche Zwecke zur Verfügung. Oben sehen wir zum Beispiel eine Karte der Insel - hier wird uns durch Ausrufezeichen verdeutlicht, wo wir unsere nächste Aufgabe zu erledigen haben. Der Touchscreen wird dabei mithilfe des Stylus zum Schwänken der Karte genutzt. Anders im Dialog: Hier sieht man auf dem Top-Screen die eher schwachen Dialoge zwischen Greg, Mila und/oder Charakteren wie „Lara Kraft“ - einer Archäologin, die im Laufe des Spiels zu uns stößt. Unser Touchscreen erlaubt zum Glück jeden Dialog zu überspringen, was das Ignorieren von Sätzen wie „Ich will euch die Schaffung der Schutzzone anzuvertrauen.“, ermöglicht. Die Qualität der Grammatik steht somit außer Frage.
Besonders hier weist „Einsatz Erde - Rettet die Meerestiere“ ein Armutszeugnis vor: Die Dialoge sind seltenst relevant für das Geschehen auf Werisda. Im späteren Spielverlauf erfährt man letztendlich wenigstens, dass die „Z.R.Störer“, ein Schiff der bösen Organisation, Schuld am Leid der Tiere ist.

Fazit:
Abschließend ist zu sagen, dass dieses Spiel niemandem empfohlen werden sollte, egal wer nun die Zielgruppe ist - ob Kinder oder Fans von Meerestieren. Die Dialoge der Charaktere sind grammatikalisch falsch und lehren Kindern höchstens konfuse Satzkonstruktionen. Auch die Klangwiedergabe ist nicht authentisch, was gerade für Tierfreunde, die Qualität erwarten, ein Manko darstellt. Der Singleplayer bietet keine Abwechslung, was nicht nur auf unspektakulären Aufgaben basiert, sondern auch dank eines Spielerlebnisses, das keinerlei Spannung in sich birgt. Bei soviel misslungenen Spielelementen reiß es auch die Steuerung nicht mehr raus: Per Stylus geht zwar (fast) alles gut von der Hand, das hilft dem Titel aber leider nicht auf eine bessere Schiene. Die Rettung der Meerestiere? Fehlgeschlagen!

Hat genug von unpädagogischem Spielerlebnis: Robert Grötenherdt [Zyrando] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
32%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Routinegefahr, aber solide Anwendung. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Touchscreen und Mikrofon werden zwar oft genutzt, aber im Routineverfahren
Grafik

Wenig bis keine Animationen.
Sound

Gibt Atmosphäre absolut nicht wieder.
Spielspaß

Droht zu ertrinken.








Details
Spielname:
Einsatz Erde - Rette die Meerestiere

Publisher:
Ubisoft

Developer:
Ubisoft

Genre:
Simulation

Release:
27.11.2008 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

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