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Coraline


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Coraline - Review vom 01.02.2010

Menschen sind schwer zufrieden zu stellen. Man nehme zum Beispiel den Tester, der sich mit dem Lizenzspiel-Kracher „Coraline“ für den DS abgeben musste. Okay, ein schlechtes Beispiel, hat er es doch mehr oder minder freiwillig gemacht. Aber es gibt Situationen, da wünscht man sich, etwas anderes zu tun oder an seiner Lebenslage etwas zu ändern. Die titelgebende Protagonistin von „Coraline“ erhält so eine Chance. Ob dies zu einem brauchbaren Videospielausflug geführt hat... Öffnen wir die Tür mit dem schwarzen Schlüssel und finden es heraus!

Traumhaus zu verkaufen; ruhige Lage, Untermieter, Tor zu einer Parallelwelt im Preis inbegriffen
Es war ein nebeliger Tag, als Coralines Familie ihr neues Heim bezog. Der leicht schusselig wirkende Vater hat damit zu tun, das Haus einzurichten und die vielbeschäftigte Mutter sitzt schreibend am Küchentisch. Klare Sache, dass Coraline dieser Umstand nicht passt. Über kurz oder lang findet sie sich in einer Parallelwelt wieder, wo sie im Mittelpunkt ihrer knopfäugigen Erzieher-Ersatzmannschaft steht. Alles scheint perfekt, doch Coraline findet schnell heraus, dass das Paradies auch andere Seiten hat. Bis sie jedoch zu dieser Erkenntnis kommt, möchte ein guter Teil der Videospielnacherzählung des Films überstanden werden.

Entgegen des ungeschriebenen Lizenzspielgesetzes, dass fast jedes ein leicht verdauliches Jump'n Run sein muss, haben wir es bei „Coraline“ mit einer Art Adventure zu tun. Allerdings gibt es nicht gerade viele Rätsel zu lösen. Im Prinzip sucht ihr den überschaubaren Schauplatz -Coralines Haus und nähere Umgebung- akribisch nach relevanten Punkten ab, sammelt hin und wieder Gegenstände auf und unterhaltet euch mit den schrägen Gestalten, die ebenfalls in der Villa leben. Immer wieder findet ihr euch allerdings in einer Situation wieder, in der ihr verzweifelt bestimmte Interaktionspunkte sucht oder überseht, dass ihr eine Person mehrfach ansprechen müsst.

Steuerung:
Der Grund für derartige Probleme liegt in den teils schwer nachvollziehbar verteilten Aktionssymbolen. Während die Bewegungen -wahlweise per Steuerkreuz oder Touchscreen– keine Probleme darstellen, ist oftmals unklar, wie Coraline zu einem Objekt oder einer Person stehen muss, um damit zu interagieren. Warum wir zum Beispiel erst neben dem Tisch anstatt in der Nähe der Mutter stehen müssen, um mir ihr reden zu können, ist für uns nur schwer zu verstehen - und aufgrund derartiger Mängel übersieht man schnell etwas. Darüber hinaus ist „Coraline“ eindeutig auf Touchscreen-Steuerung ausgelegt. Zwar überlässt man dem Spieler größtenteils die Wahl zwischen dem traditionellen und dem Stylus-Kontrollschema, doch wenn ihr von einem Schauplatz zum nächsten wollt, möchte ein Pfeil auf dem Touchscreen angetippt werden. Und die Minispiele, die hin und wieder eingestreut werden, bleiben natürlich auch Stylus-Arbeit.

Grafik:
Verständlicherweise kommt die DS-Umsetzung nicht an die Optik der Film-Vorlage heran. Was letztendlich grafisch geschaffen wurde, sieht aber dennoch ordentlich aus. Manch Textur mag zwar aus der Nähe pixelig wirken und die Standbild-Fotos aus dem Film sind ebenfalls nicht von bester Qualität, doch die 3D-Modelle können sich blicken lassen.

Sound:
Drei, vier Melodien bietet das gesamte Spiel: für die reale Welt, die Parallelwelt, Minigames und für besonders dramatische Punkte. Diese sind zwar für sich ganz nett, auf die Dauer jedoch eher einschläfernd. Speziell die Musik der realen Welt konnten wir mit der Zeit einfach nicht mehr hören. Tut euren Ohren lieber den Gefallen und schont sie auf Dauer!

Features:
Würden die gut versteckten Triggerpunkte die Spielzeit nicht strecken, wäre das rätselarme Abklapper-Abenteuer blitzschnell auch wieder vorbei. Wirklich umfangreich ist das Lizenz-Angebot demnach nicht, und zu einer erneuten Runde reizt nur wenig. Wer etwa sämtliche Bonus-Kleidungsstücke sammeln möchte, ist noch ein wenig länger im Horrorhaus für Filmfans beschäftigt. Auch, weil es das Suchen von versteckten Knöpfen -der Währung des Spiels- einschließt.

Fazit:
Verflixt aber auch! Jetzt haben wir hier mal keinen typischen Lizenz-Plattformer und während des Spiels wünschten wir uns, es wäre einer. Hinter „Coraline“ verbirgt sich ein schrecklich dröges wie auch zähes Adventure, dessen Schwierigkeitsgrad durch die Versteckqualität der Aktionspunkte definiert ist. Die Geschichte gewinnt erst gegen Ende an Tempo und ehe man sich versieht, ist sie dann auch schon wieder vorbei. Hier können wir nur sagen: Lasst die DS-Karte im Regal stehen und holt euch von dem Geld lieber die DVD des Films!

Würde gerne schnellstmöglich wieder ausziehen: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
45%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Insgesamt gelungene Stylus-Kontrolle, leider mit versteckten Kontext-Punkten. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Steuerung komplett per Touchscreen mit einigen netten Ideen, aber auch Problemen.
Grafik

Ansehnliche 3D-Umgebungen mit kleinen Macken.
Sound

Dröge Einheitsmelodien zum Abschalten.
Spielspaß

Kurzer und öder Trip durch das Haus und seine zwei Seiten.








Details
Spielname:
Coraline

Publisher:
Koch Media

Developer:
LAIKA

Genre:
Adventure

Release:
24.07.2009 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (4)

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