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Peter Jackson's King Kong


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Peter Jackson's King Kong - Review vom 18.12.2005

Es benötigt keine Hellseherin um diverse Ereignisse rund um die Weihnachtszeit vorauszusagen. Der erste Schnee fällt, es wird kälter und die Publisher werfen ihre halbgaren Spiele auf den weltweiten Markt. Daneben erwartet die Fans der gemütlichen Sesselunterhaltung immer ein neuer Blockbuster in den Kinos. All diese Punkte bewahrheiteten sich auch in diesem sich dem Ende zuneigenden Jahr 2005. Besonders der letzte Punkt zeigt sich in einer bisher kaum erreichten Ausgeprägtheit. Der gigantischste Film der letzten Zeit lief am 14. Dezember bei uns an. Die Rede ist von King Kong. Der von „Herr der Ringe“ – Regisseur Peter Jackson produzierte Film gehört mit einem Budget von 207 Millionen US-Dollar zu den teuersten Hollywood Produktionen aller Zeiten. Die logische Konsequenz aus solch einer Investitionssumme ist eine unglaubliche Lizenzausschlachtung und neben Bettwäsche, Aktionfiguren und sonstigen Sachen darf heutzutage ein passendes Videospiel natürlich unter keinen Umständen fehlen. Deswegen wurde eine Kooperation mit Ubisoft geschlossen um dies zu bewerkstelligen. Kein geringerer als Rayman und Beyond Good & Evil Erfinder Michael Ancel ist zusammen mit seinem Team für die Konsolenversionen verantwortlich. Aber auch die Handhelds werden mit Versionen für DS, und GBA versorgt. Anders als das GameBoy Advance Spiel, orientiert sich die DS Umsetzung an den hoch gelobten, gerade angesprochenen Konsolenablegern. Ob sich King Kong DS auch mit diesen messen kann oder wieder eine der vielen schlechten Portierungen geworden ist, lest ihr hier.

Das Besondere an Lizenztiteln ist die Lizenz und die damit verbundene Möglichkeit der Entwickler beispielsweise Szenen aus einem Film im Spiel zu verwenden. Oftmals ist das die einzige Möglichkeit für ein gameplaytechnisch schlechtes Spiel, sich knapp über die Grenze zur Mittelmäßigkeit zu retten. Die Kong Entwickler scheinen von dem Inhalt ihres Spiels aber so überzeugt zu sein, dass sie kurzerhand darauf verzichteten und dem noch unwissenden Gamer die Handlung des Spiels in Textform vor einem erst schwarzen, später vor einem mit hässlichen Standbildern (die nicht aus dem Film kommen) versehenen Hintergrund erzählen.
Soweit so schlecht. Was ist geschehen? Ein Filmteam, bestehend aus dem Produzenten Carl Denham, dem Drehbuchautor Jack Driscolls und der angehenden Schauspielerin Ann Darrow sowie einiger, eigentlich unwichtiger Figuren machen sich auf den Weg zu der Mysteriösen Insel Skull Island um dort ein Leinwandspektakel zu drehen. Nachdem ihr erstmals Land unter den virtuellen Füßen habt beginnt das eigentliche Spiel. Ihr seit in der Rolle von Jack Driscolls und müsst versuchen einen Weg von der Insel zu finden. Anfangs noch ohne Waffen ausgestattet, bekommt man in einem Einführungslevel die Steuerung der Ego–Passagen erklärt. Eigentlich gestaltet sich diese wie in fast jedem DS- First Person Shooter. Mit dem Steuerkreuz, oder optional mit den Aktionsknöpfen lässt sich die Figur bewegen. Über den Touchscreen schaut ihr euch um. Nun schleicht ihr am Rand der Insel vorbei und erreicht ein Höhlensystem, dessen Anblick unterirdisch schlecht ist. Mehr über die „Grafik“ aber später. Hier geht es weiterhin darum den Spieler mit den Gameplaymechanismen des gesamten Spiels vertraut zu machen. Leider reicht dafür dieser relativ kurze Abschnitt, denn Abwechslung gibt es kaum. Entweder alleine oder im Team gilt es „Rätsel“( wenn man die Aufgaben so nennen kann) zu bewältigen.

Man schleicht einen Gang entlang, findet eine der wenigen Waffen, darunter Pistolen, Speere, Schrotflinten sowie Maschinengewehre und müsst einen Raum voller Gegner befreien. Dabei handelt es sich meistens um überdimensionale aber auch nicht eindeutig als solche identifizierbare Krebse, die in nahezu unendlicher Anzahl aus Felseinstülpungen auf euch zu krabbeln. Im späteren Verlauf begegnen euch zwei Arten von Dinosauriern, noch größere Krebse, Riesenfledermäuse und eine besonders groß geratene Bienenart. Spannende, fordernde und vor allem abwechslungsreiche Kämpfe erwarten einen leider nicht. So ist eine künstliche Intelligenz der Feinde nahezu nicht erkennbar; ein Wunder, dass sie sich nicht gegenseitig angreifen. Oft findet man eine Stelle, an der die Gegner hängen bleiben und gegen eine Wand laufen, woraus natürlich keine packenden, den Konsolenversionen entsprechende Gefechte werden können. Einzig durch ihre schier endlose Anzahl werden sie gefährlich. Wenn man das geschafft hat erwartet den Spieler meist ein Holztor, welches geöffnet werden muss. Glücklicherweise befindet sich der dazu gehörige Schalter unweit davon. Später variiert das etwas, wenn die Möglichkeit besteht einem eurer Mitstreiter den Befehl zu geben dies für euch zu tun, indem er oder sie den Hebel selbst betätigt oder die Tür kurzerhand mit einer Ladung Sprengstoff in die Luft jagt. An ganz ausgeklügelten Stellen muss man erst einen Holzstab finden, wichtige Gegenstände wie Waffen und eben dies Stäbe befinden sich aber immer auf gut sichtbar platzierten Holzkisten, welche ihr aufgrund der unglaublichen Linearität der Level nicht übersehen könnt. Im Grunde war das der Rätselanteil des Spiels.

Linear ist das Stichwort: Die Level bieten architektonisch gesehen kaum Abwechslung und besonders am Anfang hat man das Gefühl, die Entwickler hätten ein und denselben Abschnitt nach dem Prinzip „Copy and Paste“ mehrmals hintereinander verbaut. Aber auch später ändert sich an dieser Tatsache nicht viel. Man folgt neuen Gängen, wandert durch immer gleich aussehende Tempelruinen und bekämpft Gegner. Das Retten von plötzlich wieder aufgetauchten Teammitgliedern, die sich irgendwie, völlig problemlos durch die Krabbenherden gekämpft haben, rüttelt den Spieler ab und zu wieder wach, wobei das auch wieder Fragen aufwirft. Warum ist es in diesem Spiel einem Charakter, der dazu in der Lage ist mit Waffengewalt gegen Riesenkrebse zu kämpfen nicht möglich zu springen oder auf eine Höhe von 50cm zu klettern, zumal man sowieso nur eine Waffe gleichzeitig tragen kann und das mögliche Gewicht kein Hinderungsgrund ist. Glücklicherweise können das aber eure Kollegen. Relativ bald nach dem Beginn wird Ann von dem Eingeborenenvolk, welches man im Spiel nie zu sehen bekommt, entführt um sie Kong zu opfern. Diese Szene verläuft wie alle anderen Zwischensequenzen ohne jeglichen Ansatz von Dramaturgie und Spannung, was, wie oben angesprochen besonders bei einem Lizenztitel Pflicht wäre und durch eine kurze Filmszene oder eine zumindest animierte Sequenz hätte ordentlich umgesetzt werden können.

Nun herrscht Affen Alarm auf Skull Island und dem Spieler offenbart sich erstmals die Möglichkeit selbst in die Haut des über 8 Meter großen Kollos zu schlüpfen. Diese, leider im Vergleich zu den Shooter Abschnitten und zum Gesamtumfang des Spiels viel zu selten vorkommenden Passagen stellen den einzigen Lichtblick des Spiels dar. Hier steuert ihr die Figur aus der Third-Person Perspektive. Die Laufrichtung wird mit dem Steuerkreuz bestimmt, während man mit den Aktionsknöpfen einige Attacken ausführen kann. Nun geht es darum „Prince of Persia“-like durch Schluchten zu schwingen, an Wänden entlang zu klettern und zu kämpfen. Springen kann Kong allerdings nur an speziell dafür vorgesehenen Orten wie an Abgründen. Es reicht also auf einen Vorsprung zuzulaufen und den B Knopf zu drücken. Ein besonderes Timing ist nicht nötig und auch bei den Klettereinlagen kann nichts falsch gemacht werden, da alles (springen, klettern, schwingen) automatisch mit B funktioniert. In den Kampfabschnitten habt ihr zwei verschiedene Schläge zu Verfügung und könnt euren Gegnern seitlich ausweichen. Ab und zu muss man eine Säule aus dem Weg räumen um eine Tür durchbrechen zu können, mehr erwartet den Spieler aber nicht. Ein „großes“ Problem dieser Spielteile ist die Größe King Kongs. Man hat absolut nicht das Gefühl einen Riesenaffen zu steuern. Die Umgebung ist genauso groß wie sonst, nur die Feinde wurden verkleinert. Da hätte man allein mit der Kameraperspektive viel machen können, da sie in diesen Abschnitten ohnehin fest ist.


Steuerung:Die Entwickler haben bei den Ego Shooter Passagen versucht, die Steuerelemente eines herkömmlichen Gamepads mit dem Touchscreen zu verbinden. So kann man sich normal umsehen, wenn man allerdings länger mit dem Stylus auf einer Stelle verweilt, beginnt der Charakter sich in diese Richtung zu drehen. Dadurch kann man, wenn man sich gleichzeitig bewegt die Gegner umkreisen, ohne immer nachziehen zu müssen. Auf den Konsolen funktioniert das gut, auf dem DS ist es eher suboptimal zumal die Steuerung generell sehr hakelig und zäh von der Hand geht. Dazu kommt, dass sich Jack so dermaßen langsam durch die Level bewegt, dass gute Übersicht bei einem Bosskampf selten gegeben ist. Die Kong Abschnitte lassen sich eigentlich relativ gut steuern. Zwar gibt es kleinere Probleme an Kanten oder bei den Klettereinlagen, diese sind aber zu verkraften.


Grafik:Das Positive an der Grafik ist die Tatsache, dass sie komplett in 3D gestaltet ist. Leider stellt man sich die Frage, ob man es hier nicht eher mit einer Aneinanderreihung von Grafikfehlern zutun hat als mit einer richtigen Grafik. Einerseits merkt man deutlich, dass die Grafikengine mit dem, was sie darstellen soll, stark überfordert ist. Besonders am Anfang sieht man nichts als Nebel und auch die langsame Laufgeschwindigkeit des Protagonisten ist wohl darauf zurückzuführen. Deshalb kommt es im späteren Verlauf des Spiels oft zu Slowdowns. An vielen Stellen gibt es Flimmern und Pop-Ups, die bei einem sich schneller bewegenden Charakter noch offensichtlicher geworden wären. Das Word „Clipping“ haben die Entwickler wohl auch noch nie gehört, denn sonst könnte es nicht sein, dass man durch eigentlich massive Wände und Gegenstände laufen kann, oder einfach mal komplett durch den Boden in die Tiefe stürzt. Das bringt mich zu einem weiteren Punkt. Der Spieler hat selten das Gefühl, sich auf einer Insel zu befinden. Man wird permanent durch die gerade angesprochenen Probleme daran erinnert, in einem schlecht programmierten Spiel zu sein. Wenn man mal über den Inselrand hinaus schaut, sieht man Wolken, bzw. eine weiße Fläche und schwebende Inselteile. Auch die Skybox ist alles andere als himmlisch. Zwar erkennt man die Absicht der Grafiker, Wolken abzubilden, doch spätestens bei einem Blick in die Ecken stellt man fest, dass die Texturen schlecht zusammengefügt wurden. Vegetation außer der auf eurem Weg gibt es kaum. Wenn man auf die Insel blickt, vermisst man Berge, die doch zumindest andeutungsweise hätten dargestellt werden können. Selbst das Feuer im Spiel bewegt sich nicht und das tut es sogar auf dem GameBoy Advance. Von den Charaktermodellen, deren Qualität (in allen Belangen) von annehmbar (Kong) bis sehr schlecht (der Rest) reichen, wollen wir gar nicht erst anfangen.


Sound:Die Qualität des Sounds schwankt stark. Teilweise nerven die schlechten Waffen- und Laufgeräusche, sowie die sich teilweise endlos lange wiederholenden Melodien, andererseits wird der Spieler an einigen wenigen Stellen mit einer sehr stimmungsvollen Musik, die unter anderem Menschengeschrei, Stöhnen und diverse Tiergeräusche enthält, überrascht. Stimmung verbreitet das aber auf Dauer nicht, denn man sieht diese Lautquellen nicht. In einer Steinschlucht sind keine Vögel oder sonstige Tiere (bis auf die Krebse, die gibt es überall), sodass es nach einiger Zeit unglaubwürdig wirkt.

Features:Bis auf die Möglichkeit sowohl mit Kong als auch in menschlicher Gestalt durch die Level zu wandern, hat das Spiel keine besonderen Features. Einen Multiplayer Modus gibt es nicht, obwohl es bei diesem Setting durchaus spaßig gewesen wäre. Insgesamt kann man das aber aufgrund der ohnehin schon schlechten Programmierung verkraften. Des Weiteren gib es keine Bildschirmanzeigen mit der noch verbleibenden Lebensenergie eures Charakters oder des Mitstreiters, was in vielen Situationen zu Frust führt, da man überhaupt nicht einschätzen kann, wie nahe man dem virtuellen Tod schon ist. Einzig der sich langsam rot färbende Bildschirm gibt einen kleinen Hinweis darauf, wie viel Energie man noch hat. Zudem gibt es in den Abschnitten keine Möglichkeit, diese durch Tränke, Kräuter oder sonstige Dinge wieder aufzufrischen. Das Speichersystem ist auch so eine Sache. Man hat nicht die Möglichkeit, in einem Level zu speichern - das geschieht erst automatisch nach Abschluss des Levels. Das Problem hierbei ist, dass es nicht einmal vor größeren Kämpfen Rücksetzpunkte gibt, so dass man bei einem Ableben den gesamten Level erneut von vorne spielen muss. Bis auf die Touchscreensteuerung werden die DS Features auch außer Acht gelassen, so bekommt man während des gesamten Spiels auf dem unteren Bildschirm entweder nichts, oder das immer gleiche Bild der Insel zu sehen.

Fazit:
Neben den vielen Gefahren des Dschungels gibt es eine noch viel größere Gefahr- das Spiel an sich. Es ist einfach unfertig und hätte viel mehr Entwicklungszeit benötigt. Die Kombination aus den technischen Problemen, der miesen Präsentation und der einfallslosen Levelarchitektur machen King Kong auf dem DS konsolen- und handheldübergreifend zur mit Abstand schlechtesten Version. Speziell die King Kong Passagen haben Potential, welches aber leider nicht annähernd ausgeschöpft wurde. Eine angepasste Portierung der GameBoy Advance Version hätte die Wertung um einiges erhöht. Peter Jackson´s King Kong ist ein kläglich gescheiterter Versuch, die Konsolenversion auf dem Nintendo DS umzusetzen und aufgrund der vielen Probleme nicht einmal für Fans des Film zu empfehlen. Wer dennoch unbedingt auf seinem Nintendo Handheld mit King Kong kämpfen will, sollte zur GBA Version greifen, zumal diese die mit ca. 3 Stunden äußerst kurze Spielzeit der DS Version um einiges übersteigt.

Marcus von Lüde (ProContraGamer) für PlanetDS.de

Vielen Dank an Ubi Soft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
38%
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

teilweise unpräzise und harkelig Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Touchscreen wird zum zielen verwendet.
Grafik

es gibt keinen Grafikfehler, den das Spiel nicht hat
Sound

schwankt von nervig bis passend
Spielspaß

Die Bedeutung des Wortes „Spaß“ kann mit diesem Spiel nicht definiert werden.








Details
Spielname:
Peter Jackson's King Kong

Publisher:
Ubi Soft

Developer:
Ubi Soft

Genre:
Shooter

Release:
05.20.0411

Multiplayer:


Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (8)

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