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Alice im Wunderland


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Alice im Wunderland - Review vom 10.03.2010

Mit „Alice im Wunderland“ erschien unlängst der lang erwartete, neue Geniestreich von Kult-Regisseur Tim Burton („Sweeney Todd“, „Edward mit den Scherenhänden“ etc.) in den Kinos. Vollgepackt mit den aktuellsten Film- und Tricktechniken, greift Disney die Handlung der mehr als 100 Jahre alten Geschichte von Lewis Caroll auf und siedelt sie zehn Jahre nach den ursprünglichen Ereignissen erneut an. Mit neuer Story und alten Charakteren verspricht Alice ihre Fans nicht nur auf der Leinwand in eine skurril-abgedrehte Welt voller Fantasie und Abenteuer zu entführen, auch an den Bildschirmen zu Hause können Gamer ab jetzt auf ganz eigene Faust das Wunderland erkunden und die Geschichte selbst nachspielen. Wie sie sich auf Nintendos Doppelbildschirmer schlägt, erfahrt ihr in unserem Test!

Alice, du kommst zu spät zum Tee!
Genau zehn Jahre nach den Ereignissen von Alice' erstem Abenteuer verschlägt es sie auf gleichem Wege wieder in die geheimnisvolle Welt von Unterland zurück. Unterland - ist das nicht ein Tippfehler? Nein, bei ihrem ersten Besuch hat sie den Namen des Landes bloß falsch verstanden. Im Rahmen ihrer Hochzeit flüchtet sie schlagartig und fällt -unvorsichtig wie sie ist- in den uns allen bekannten Kaninchenbau. Geschrumpft und vollkommen ohne Erinnerung an ihr früheres Abenteuer findet sie eine zerstörte und verängstigte Welt vor. Einzig ihre alten Weggefährten erinnern sich an das inzwischen gewachsene Mädchen - wenngleich ein Zweifel besteht, ob es sich tatsächlich um die richtige Alice handelt. Nichtsdestotrotz überreden die Figuren sie, ihnen im Kampf gegen die Rote Königin zu helfen - mit dem Ziel, Unterland zu befreien.

Nachdem Disney vor einigen Monaten verkündete, die Entwicklung von Spielen, basierend auf eigenen Lizenzen, vermehrt selbst in die Hand zu nehmen und federführend deren Produktion voranzutreiben, ist „Alice im Wunderland“ nun einer der ersten Sprösslinge dieser Initiative. Während die Konsolenversionen im Look des Kinofilms mit Johnny Depp bereits viele Kritiker positiv überraschen und mit ihrer Grafik und Spielmechanik als gelungene Filmumsetzung überzeugen konnten, beschloss Disney auf dem Nintendo DS neue Wege zu gehen und eine von ihren großen Brüdern unabhängige Version zu entwickeln.

Wonderland meets Halloween Town
Alice im Wunderland auf dem Nintendo DS unterscheidet sich sowohl in Sachen Grafik als auch in der Spielmechanik von den anderen Versionen. Anstelle auf den Look des Films zu setzen, entschied man sich, auf dem DS einen eigenständigen und individuellen Stil zu entwerfen und das Gameplay von einer 3D-Spielmechanik in ein 2D-Abenteuer mit Polygoncharakteren umzugestalten. Bereits auf den ersten Blick erkennt man den einzigartigen Einfluss und Stil, den Tim Burton auf all seine Projekte hatte - dazu jedoch später mehr.

Zu Beginn des Spiels werdet ihr von den Charakteren nach und nach in die Handlung und Steuerung eingeführt. Leider präsentiert sich dies gleich von Beginn an mit nur wenig Charme in einigen Textblöcken. Auf Film- oder Video-Sequenzen verzichten die Entwickler dabei während des gesamten Abenteuers fast gänzlich. Links oben seht ihr eure Lebensenergie in Form von Herzen, welche ihr nach und nach ausbaut sowie einen Balken mit magischer Energie, um die Spezialfähigkeiten einzusetzen. Jeder zerschlagene Busch füllt diese fast komplett wieder auf. Viel mehr als Gestrüpp am Wegesrand zerkloppen kann man -abgesehen von den speziell für Rätsel dafür vorgesehenen Stellen- nicht und somit hält sich die Interaktion mit der Umgebung in sehr engen Grenzen.

Unterland selbst ist in verschiedene Teile in Form von Puzzlestücken zerbrochen, die es -so eure Hauptaufgabe- nach und nach zu finden gilt, um neue Abschnitte zu erreichen und weiter in der Handlung voranzukommen. Ihr könnt auch bewusst Puzzleteile an „falscher“ Stelle auf der Übersichtskarte verbinden, um von einer Ecke in die andere Ecke der Welt zu springen, was ein sehr hilfreiches und nett ausgedachtes Feature ist.

Die richtige Alice?
Der Spieler steuert dabei aber nicht Alice, sondern einen ihrer vier Weggefährten, welche ihr nach und nach findet und die zu eurem Team dazustoßen. Mit von der Partie sind das Weiße Kaninchen, die kleine Raupe Absolem, die berühmte Grinsekatze und der verrückte Hutmacher. Jede dieser Figuren verfügt über besondere Fähigkeiten, die euch helfen, neue und vorher unerreichbare Orte zu besuchen. Das Weiße Kaninchen kann beispielsweise besonders weit springen und die Zeit vor- und zurückdrehen. Die Raupe verfügt über die Möglichkeit, die Schwerkraft umzukehren und die beliebte Grinsekatze kann unsichtbare Objekte wieder erscheinen lassen. Im späteren Spielverlauf müssen diese Fähigkeiten durch geschickten Charakterwechsel kombiniert werden. Beispielsweise steht ihr vor einem gigantischen Haufen Äpfel an dessen Seite eine kleine Raupe nagt. Spult ihr nun die Zeit vor, so hat die Raupe die Äpfel im Nu verschlungen und ihr könnt passieren. Oder ihr steht vor einem Tornado, welchen ihr erst durchqueren könnt indem ihr die Zeit anhaltet und mit der Fähigkeit der Grinsekatze die Objekte, welche euren Weg versperren, verschwinden lasst. Eine besondere Kraft ist aber dem Spieler selbst vorbehalten. Er kann an bestimmten Stellen in das Mikrofon pusten um im Spiel Wind auszulösen und Mühlen oder Segelschiffe anzutreiben. Nichts Neues, aber trotzdem nett integriert!

Unterbrochen wird das Umherschweifen in der Welt und das Lösen der kleineren Rätsel durch einige Zufallskämpfe. Diese bringen euch allerdings keinerlei Erfahrungspunkte oder Items, sondern nerven recht schnell einfach nur noch. Hier erwarten euch unterschiedliche Gegner mit verschiedenen Schwachstellen, die mit Standard- und Spezialangriffen recht einfach besiegt werden können. Doch Vorsicht! Die Soldaten der Roten Königin versuchen Alice in Gefangenschaft zu nehmen, weshalb ihr stets ein Auge auf sie werfen müsst! Leider können die einzigartigen Fähigkeiten der Charaktere nicht während der Kämpfe eingesetzt werden, sondern nur an dafür vorgesehenen Stellen. Es ist also nicht möglich während des Kampfes die Zeit komplett anzuhalten oder zurückzudrehen, wie es bei Rätseln der Fall ist. Da der Schwierigkeitsgrad während des gesamten, unter zehn stündigen Abenteuers recht niedrig ist, sollte das allerdings kein Problem darstellen. Auch die vielen Speicherpunkte laden zu etwas mehr Risiko ein und lassen ob ihrer nahen Positionierung keinen Frust aufkommen - selbst bei End- oder Zwischengegnern nicht.

Steuerung:
Auch die Steuerung zeichnet sich nicht durch viel Raffinesse aus. Ihr navigiert Zelda-ähnlich euren jeweiligen Hauptcharakter mit dem Stylus durch die Level. Angriffe werden durch Gesten ausgeführt, wobei dies nur möglich ist, wenn ihr mit eurer Figur stehen bleibt. Dadurch kommt es oft zu nervigen Pausen, um kleinere Gegner zu erledigen, an denen ihr schnell vorbeikommen wollt. Springen könnt ihr nicht - nur kontextabhängig. Auch die Interaktion mit dem NPC-Alice funktioniert über simples Antippen. Wollt ihr sie an einem Vorsprung hochziehen, oder erwirken, dass sie an einer bestimmten Stelle stehen bleibt, so müsst ihr sie lediglich antippen. Dies funktioniert in der Regel recht gut. Leider vermisst man bei einem 2D-Spiel sehr schnell die Möglichkeit mit dem D-Pad zu steuern, was in Kombination mit dem Stylus für Angriffe sicher die beste Option gewesen wäre. Da Alice selbst nicht weit springen kann, müsst ihr sie oft, um nicht zu sagen sehr sehr sehr oft über einen Abhang ziehen oder sie auffangen, was teils mehrere Male hintereinander passiert und recht schnell sehr anstrengend und ermüdend wird, da ihr einfach nicht voran kommt. Nichts gegen kleine blonde Mädchen - aber Alice nervt im Spiel doch zunehmend...

Grafik:
In Punkto Optik merkt man dem Spiel ganz klar den Einfluss von Tim Burton an. Die scherenschnittartige 2D-Grafik mit ihren gezeichneten Hintergründen und auch das Charakterdesign greifen viele Elemente aus Burtons Universum auf. Berge, Bäume und Objekte, aber auch viele Feinde erinnern zum Teil stark an „The Nightmare before Christmas“. Vergleicht man Alice auf dem DS beispielsweise mit „The Nightmare before Christmas“ auf dem guten alten Gameboy Advance (den Test dazu findet ihr natürlich auf planetgameboy.de), so dürfte man recht schnell enttäuscht sein. Unterland wirkt im Vergleich zu Halloween Town oft ähnlich und wenig detailverliebt. Die vielen Details, welche der Film vorlebt und ähnliche Burton-Game-Adaptionen so besonders machten, vermisst man bei Alice leider vergebens, weshalb vor allem Fans des einzigartigen Tim Burton-Stils enttäuscht sein dürften. Dies ändert sich zwar im späteren Spielverlauf und in anderen Umgebungen ein wenig - aber eben nur ein wenig.

Die Charaktere selbst bestehen aus Polygonen und bewegen sich flüssig und passen gut in die ansonsten in sich stimmige Welt. Hier und da sorgen einige visuelle Effekte für Freude, was die Framerate aber ab und an auch an eine kritische Untergrenze treibt.

Sound:
Sound ist bei einem Tim Burton-Spiel fast so wichtig wie eine stimmige und gelungene grafische Umsetzung. „Alice im Wunderland“ macht dabei nichts wirklich verkehrt, zeichnet sich gleichzeitig aber auch durch keinerlei Besonderheiten aus. Auf Sprachausgabe wurde auf Kosten der Stimmung verzichtet, hingegen dudelt die recht eingängige und einem schnell bekannt vorkommende Musik langsam vor sich her. Die Soundeffekte sind solide und setzen sich somit gut in die alles in allem wenig spektakuläre, akustische Kulisse ein. Schade, hier wäre wesentlich mehr drin gewesen!

Features:
Sucht man leider auch hier vergebens. Bis auf freischaltbare Artworks aus dem Spiel (nicht vom Film) bietet „Alice im Wunderland“ wenig Zusatzcontent. Angeboten hätte sich auf jeden Fall ein Mehrspielermodus. Dadurch, dass Alice einem permanent als NPC begleitet, wäre ein Coop-Modus wünschenswert gewesen und hätte den Spielwert um einiges erhöht. Auch die Fähigkeiten des Nintendo DS werden nur grundlegend, dafür aber doch recht solide genutzt. Einzig sticht hier die Integration der DSi-Kamera heraus, welche für einige Rätsel genutzt wird. Beispielsweise gibt es ab und an farbige Truhen zu finden, welche nur über einen bestimmten Farb-Code geöffnet werden können. Diese Farben bekommt der Spieler vorgegeben und muss diese nun mit der Kamera innerhalb eines knappen Zeitfensters in der Realität finden und mit der DS-Linse erfassen. Nur so lässt sich die Truhe öffnen. Nette Idee! Übrigens: Auf dem DS und DS Lite lässt sich der Titel natürlich auch spielen, hier erscheinen die Farbrätsel dann einfach nicht.

Fazit:
Es ist schade mit solchen Zeilen ein Fazit zu beginnen, aber „Alice im Wunderland“ hat zumindest auf dem Nintendo DS eine Menge Potenzial verschenkt. Das Spiel macht vieles im Ansatz richtig und die Tatsache, dass Nintendianer eine eigenständige Version bekommen haben ist positiv, trotzdem kann sich das der Titel nicht über ein 08/15 Action-Adventure hinauskatapultieren. Dennoch sei gesagt, dass dies nicht grundsätzlich negativ gemeint ist. Mehrere spielerische Ansätze wirken vielversprechend, Grafik und Sound sind solide, wenngleich der Burton-typische Charme nicht wie gewohnt transportiert wird. Fans, die gerade wegen dieses einzigartigen Flairs einen Kauf in Erwägung gezogen haben, dürften allerdings enttäuscht werden und sollten auf jeden Fall auf eine Preissenkung warten.

Verzichtet in diesem Fall auf eine Enthauptung: Marcus von Lüde [marcus.sykes] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Disney Interactive für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
69%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Sitzt, wackelt und hat Luft, leider kein D-Pad! Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Witzige DSi-Kamerarätsel gepaart mit solider Touchscreen-Nutzung und einigen Pust-Einlagen.
Grafik

Stimmige Welt mit wenigen Details.
Sound

Soll erfüllt, mehr aber auch nicht.
Spielspaß

Solides Abenteuer ohne erkennbare Spannungskurve.








Details
Spielname:
Alice im Wunderland

Publisher:
Disney Interactive Studios

Developer:
Etranges Libellules

Genre:
Action Adventure

Release:
04.03.2010 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (4)

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