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Schlagabtausch: Ist ein Multimedia-Handheld sinnvoll?

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Autor: Lars Peterke & Marcus von Lüde

Kategorie: Kolumnen
Umfang: 1 Seiten

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NintendoDS Artikel vom 18.03.2006


Multimedia findet sich mittlerweile zuhauf in unserer Gesellschaft. Egal ob Computer- oder Wohnzimmer-Ausstattung und bald vielleicht auch die Funktionen des heimischen Espresso-Kaffeeautomaten: Multimedia ist das Zauberwort. Und spätestens mit Sonys Playstation Portable hält Multimedia auch Einzug in den Bereich der tragbaren Spielekonsolen. Doch ist ein Multimedia-Handheld sinnvoll? Wo liegen die Grenzen? Die Redakteure Lars Peterke (PlaystationPortable.de) und Marcus von Lüde (PlanetDS.de) haben sich diesem Thema einmal angenommen und beleuchten dieses einmal genauer.


Lars: Für mich ist Multimedia schon fast Vorraussetzung. Ein Handheld mit optischen Datenträgern (Wie die UMDs der PSP) setzen sowieso ein Speichermedium in Form von internem Speicher oder Speicherkarte voraus. Wenn der Hersteller eine PC-Kompatible Speicherkarte zum speichern voraussetzt, dann jedoch sagt „Nein, du kannst Mp3s vom Speicherstick nicht auf dem Gerät selbst abspielen.“, dann wäre das verschenktes Potential. Von daher erübrigen sich die Multimedia-Möglichkeiten der PSP eigentlich anhand des Mediums „UMD“. Ebenso ist Multimedia meiner Meinung nach zwingend nötig. Ich möchte nicht einen Ipod für Musik, einen Nintendo DS zum spielen und eine PSP für Video-UMDs rumschleppen, sondern ein Gerät für alle Funktionen, da ich - je nach Laune - nicht immer spielen will, sondern auch gerne mal auf passive Unterhaltung stehe.

Marcus:
Hey, Multimedia ist etwas tolles, ich liebe Multimedia. DVDs in perfekter Qualität und mit tollem Sound machen immer wieder Spaß - zu Hause auf einem schönen großen Bildschirm. Sicherlich kann es theoretisch auch unterwegs unterhaltsam sein, Filme zu schauen oder Musik zu hören, doch für mich gibt es momentan kein wirklich überzeugendes Konzept. Portable DVD Player sind zu groß und die PSP bietet mir für die hohen Anschaffungskosten keinen vernünftigen Gegenwert, vor allem im Hinblick auf weitere Ausgaben. Multimedia kostet und jemand der nur Interesse an Games hat muss gezwungenermaßen die teuren Zusatzfunktionen in Kauf nehmen, obwohl er damit nichts anfangen kann. Und was bekommt er dafür? Eine im Vergleich zur DVD abgespeckte Video UMD, die ausschließlich auf dem kleinen PSP Screen anzusehen und dem großen VHS-Nachfolger nur im Preis ebenbürtig ist. Multimedia auf einem Handheld? Nein Danke!

Lars:
Sicher lässt das Preis-/Leistungsverhältnis der UMDs insbesondere bei Filmpuristen zu wünschen übrig. Auch ich schaue meine Filme lieber zu Hause. Auf DVD mit einem DLP-Beamer, versteht sich. Grund zur Kritik ist dies in meinen Augen jedoch nicht. Durch das Große Display und das Speichermedium UMD bieten sich Filme nun mal an. Und der PSP-Nutzer ist nicht gezwungen, diese auch zu kaufen. Da das Feature „UMD-Film“ von den großen Filmstudios mittlerweile mehr als wahrgenommen wird zeigt doch, dass es gar nicht so unnütz sein kann. Käuferschichten sind also durchaus vorhanden. Nintendo ist ja auch bereits auf dem fahrenden Zug aufgesprungen. In Japan gibt es für den GBA ja spezielle Videocartridges zu Animeserien wie Conan oder Pokemon.

Marcus:
Natürlich wird kein PSP Benutzer dazu gezwungen sich auch einen UMD Film zu kaufen, dennoch muss er für diese Funktion, genauso wie für das Abspielen von Musik und das Anschauen von Bildern bezahlen. Allein der Bildschirm, welcher aufgrund seiner Qualität und des Formats darauf ausgelegt ist macht einen nicht zu unterschätzenden Anteil des Gesamtpreises aus. Nintendo macht es meiner Meinung nach vollkommen richtig. Sie setzen ihren Fokus auf den Gaming-Aspekt und bieten zusätzlich alle anderen Funktionen quasi zum Nachrüsten an. Der Play-Yan ist frei bespielbar mit Musik und Filmen, „GameBoy Advance Video“ bietet schon seit langem die Möglichkeit TV Serien auf seinem Handheld zu sehen und der bald erscheinende Browser eröffnet weitere Möglichkeiten. So hat jeder all seine Lieblingsfunktionen in einem Gerät vereint, muss aber nur für das zahlen, was er auch tatsächlich nutzen will.

Lars:
Natürlich spielten die Multimedia-Faktoren zunehmend eine Rolle bei der Entwicklung der PSP, zumal Sony ja gerne auch den IPod und nicht den Nintendo DS als Konkurrent sieht. Nun darf zur Diskussion angeregt werden, wie Sinnvoll dies für den Benutzer ist. Multimedia soll unkompliziert funktionieren und dies besonders im Handheld-Sektor. Bin ich in der Stadt shoppen, kann ich theoretisch spontan eine neue UMD im Elektronikmarkt kaufen und diese auf der Rückfahrt im Zug anschauen. Bei Play-Yan muss ich 2 Stunden vor Reiseantritt bereits planen welchen Film ich eventuell sehen möchte und muss dann mit der Codierung der Filmdatei beginnen. Währenddessen ist die Variante „UMD reinlegen und los!“ viel portabler und vor allem komfortabler für den Nutzer. Und während beim PSP-Giga Pack der 1GB-Stick bereits beiliegt, ist Play-Yan bis dato nicht in Deutschland zu erwerben. Von den SD-Karten die separat ins Geld gehen, möchte ich nicht sprechen. Fakt ist für mich. Wer seinen DS mit Play-Yan und SD-Karte multimediafähig macht, der kann den Preis der PSP-Konsole vielleicht sogar noch Toppen. Und muss dann seine DVDs illegal rippen und schaut diese dann auf einem sehr kleinen Bildschirm.


Marcus: Von Unkompliziertheit würde ich aber im Zusammenhang mit der PSP auch nicht unbedingt sprechen, obwohl es im Vergleich natürlich stimmt, sie ist ja auch eher darauf ausgelegt. Das Prinzip „UMD ausgepackt, in die PSP gesteckt und losgeschaut“ ist so nun nicht wirklich realisierbar. Stimmt die Firmware nicht, kann man den schönen Film direkt in die Tonne hauen, denn wir wissen ja alle, dass PSP Besitzer in Sachen Updates recht behäbig voranschreiten. Das System PSP ist einfach in diesem Bezug nicht ausgereift. Die Batterieleistung erschwert den dauerhaften Filmgenuss, mp3s kann man auf einem kleinen Player wesentlich angenehmer hören als auf dem großen Apparat, Bilder anschauen – wozu? Die Nutzung des PSP-Browsers ist auch nicht das Non Plus Ultra in Sachen Anwendbarkeit und Bedienung. Mich überzeugt das Konzept nicht. Einerseits wird etwas geboten, andererseits aber wieder verkompliziert, wirklich ausgereift ist da nichts aber bezahlen muss man es trotzdem. Ich halte Nintendos Konzept weiterhin für das Bessere. Es bietet von allem etwas, aber dem Käufer wird nichts aufgezwungen.

Schlussfolgerung:
Multimedia auf einer portablen Konsole – „ja“ oder „nein“? Ein Blick auf den Handheldmarkt und die Produktpalette der Hersteller lässt einen recht schnell zu einem bejahenden Ergebnis kommen. Ausnahmslos alle großen Fabrikanten bieten dem Kunden multimediale Unterhaltung auf ihren Hightech-Spielzeugen, die nächsten Jahre stehen also im Zeichen der Funktionsvielfalt. Über das Konzept lässt sich weiterhin streiten. Qualität und alle Funktionen in einem, dafür aber kostspielig und auch für uninteressierte Pflicht oder die Möglichkeit gewünschte Features nachzurüsten, allerdings in entsprechend abgespeckter Form? Die aktuelle Generation bietet bislang noch keine rundum zufrieden stellende Lösung, dennoch gibt sie bereits jetzt einen Vorgeschmack auf das, was uns in Zukunft erwartet. Am Ende muss jeder für sich entscheiden auf welchem Bereich sein Fokus liegen soll – Gaming oder Multimedia?

Lars Peterke [Samus_Aran] und Marcus von Lüde [ProContraGamer] für das PortableGaming-Netzwerk
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