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In die Box geschaut - Der neue Handheld Pandora im Hands-On

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Autor: ms

Kategorie: Hardware
Umfang: 1 Seiten

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NintendoDS Artikel vom 20.08.2008

Nicht nur professionelle Firmen entwickeln für Konsolen. Es gibt auch eine breite Szene von Hobbycodern, die einfach nur so aus Spaß programmieren. Auf dem PC kann jeder einfach Software schreiben und jeder kann sie ohne Probleme starten. Wer aber für Konsolen entwickeln will, wird vor größere Hürden gestellt. Konsolenhersteller verdienen ihr Geld nicht mit dem Verkauf der Hardware, sondern mit den Lizenzgebühren, die die Dritthersteller für jedes Spiel abdrücken müssen. Da sind kostenlose Spiele meistens nicht gerne gesehen.

Tüftler finden aber meistens einen Weg, um diese Hürden zu überwinden: Ob man sich nun eine Custom Firmware auf die Playstation Portable installiert, einen Modchip in die Playstation 2 bastelt, sich eine Flashkarte für den Nintendo DS kauft oder mit Hilfe eines Bugs den Wii verwirrt – am Ende kann man eigene Programme ausführen. Das ist umständlich, löst oft die Garantieansprüche in Luft auf und gerade bei Modchips und Flashkarten ist die Schwelle zu Raubkopien extrem niedrig.


Ein geschlossener Pandora im Größenvergleich mit zwei bekannteren Handhelds

Doch es geht auch anders: Es gibt mittlerweile einige Handhelds, die voll und ganz auf die Hobbyentwickler setzen. Der GP32 von der kleinen koreanischen Firma Gamepark hat im Jahr 2001 den Anfang gemacht. Er startete ursprünglich als Gameboy Advance-Konkurrent, konnte aber nicht genügend professionelle Spielehersteller begeistern. Sein Erfolg kam erst, als allen erlaubt wurde, ohne Einschränkungen für ihn zu entwickeln. In der Folge entstand eine große und internationale Entwicklerszene.
Sein Nachfolger wurde 2005 der GP2X, entwickelt von Gamepark Holdings und wieder aus Korea. Auch er setzte voll auf die Hobbyentwickler. Allerdings gab es auch einige Probleme mit der Kommunikation nach Korea, wie die abrupte Einstellung der Produktion nochmal klar gezeigt hat. Innerhalb der GP2X-Szene entstand daher der Gedanke, einen eigenen Handheld zu entwickeln. Einige fähige Bastler haben sich daher zusammengetan und den Pandora entwickelt.

Seine technischen Daten klingen wie der feuchte Traum eines jeden Technikfreaks: 600 Mhz CPU, 128 MB RAM, eingebautes WiFi, Bluetooth, ein Touchscreen mit einer Auflösung von 800x480 Pixeln, zwei Analogsticks, eine volle QWERTY-Tastatur und - natürlich - Linux.


Ein aufgeklappter Pandora im Vergleich zu einer PSP und einem Nintendo DS

Wir hatten auf der Games Convention die Gelegenheit, als eine der ersten diesen neuen Handheld genau unter die Lupe zu nehmen und mit Michael Mrozek aka Evil Dragon, seines Zeichens alte Szenegröße, Betreiber von GP2X.de und Deutschlanddistributor des Pandoras, zu reden.

Zu sehen gab es den Pandora mit finalem Mainboard, aber dafür noch mit unfertigem Gehäuse. Da dieses noch ein Prototyp und sehr klapperig war, konnten wir noch nicht richtig mit dem Gerät zocken. Um den Pandora zu starten, musste das Gerät sogar noch auseinander gebaut werden. Ein erster Eindruck war allerdings möglich.


Display mit Mainboard

Das Display machte einen sehr guten Eindruck. Es ist ordentlich groß, dank 800x480 Pixel gestochen scharf und es ist auch von der Seite farbecht und gut zu erkennen. In den GP2X-Foren wurden nach Erscheinen der ersten Bilder Bedenken geäußert, dass die Steuerungselemente schlecht zu erreichen sind. Wenn man den Pandora dann in den eigenen zwei Patschhändchen hält, verflüchtigen sich diese Bedenken schnell. Er liegt gut in der Hand und die zwei Analogsticks sind problemlos zu erreichen. Auch die anderen Knöpfe sind gut zu bedienen. Die Tastatur unseres Testmodells war noch nicht fertig montiert. Wie gut sich diese am Ende bedienen lässt, ist schwer zu sagen. Allerdings sind die Tasten nicht zu klein und gut zu erreichen.


So sieht ein Handheld ohne Gehäuse aus

Michael Mrozek zeigte den Emulator „Final Burn“, der gemütlich, weil in voller Geschwindigkeit, alte Arcade-Spiele abspielt. Was das Gerät leisten kann, zeigte eine noch völlig unoptimierte Version von Quake 2, das trotzdem fast ruckelfrei lief. Auch ein anderer Fakt ist beeindruckend: Bis zu fünf Super Nintendo-Emulatoren sollen gleichzeitig nebeneinander mit voller Geschwindigkeit laufen (ja, das ist nur zum Prollen, wer will sowas schon machen...). Damit sollte genügend Power für aufwändigere Homebrew-Spiele vorhanden sein, die DOSBox dürfte neue Regionen erreichen und auch für die Emulatoren gibt es genügend Saft.

Für Bastler und Modder interessant ist auch, dass die Kontakte auf dem Mainboard absichtlich groß gehalten sind. Wer sich also Zusatzhardware basteln will oder andere Basteleien plant, kann das also mit normalen Mitteln durchführen und muss nicht erstmal eine Ausbildung zum Elektroniker absolvieren. Dabei ist auch erwähnenswert, dass sämtliche Kontakte ordentlich beschriftet sind.

Jeder, dem jetzt das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, sollte erstmal ein Schnitzel essen: Die Vorbestellungen für den Pandora beginnt erst am 30. September 2008 und ausgeliefert werden soll er ab dem 13. November.
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