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Schlagabtausch zum Thema: Genießer und Zockzapper

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Autor: Kevin Jensen & Jakob Nützler

Kategorie: Kolumnen
Umfang: 1 Seiten

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NintendoDS Artikel vom 24.12.2006


Mist... Schon wieder steh ich kurz vor dem letzen Boss und die Sucht nach „Neuem“ ruft. Nur noch wenige Minuten und ich kann auch dieses Spiel bei Ebay reinsetzen und erneut mein Glück mit dem nächsten Titel versuchen - keine Zeit, keine Zeit! Nennen wir ihn den „Zockzapper“, denn dieser gehört zu einer neuen Spezies, die einfach versucht alles zu spielen, was ihr zwischen die Fittiche kommt. Im Gegensatz dazu steht der alte Genießer, der kein Spiel aus der Hand legt, bis jedes Objekt im hintersten Winkel und aus jedem Geheimversteck gefunden wurde. Unsere Redakteure Kevin Jensen und Jakob Nützler haben sich dieses Thema zum Motto gemacht und nehmen die Positionen zum vorweihnachtlichen Schlagabtausch ein. Are you ready to rumble?!? Der Schlagabtausch ist zurück!

Miroque:
Also mal bitte etwas langsamer, man wird seinen Standpunkt ja wohl noch selber deutlich machen dürfen...! Fangen wir ganz von vorne an.
Nach dieser Beschreibung würde ich mich nämlich kaum als reinrassigen Hardcore-Zockzapper bezeichnen, der sich mit einem wahnsinnigen Blick in rekordverdächtiger Zeit durch die Softwarehaufen dieser Welt spielt und alles mal in seinen Modulschacht gesteckt haben muss, was mit mehr als 40% „belohnt“ wurde.
Stattdessen regiert mich einfach ein Terminkalender, der derzeit aus allen Nähten platzt. Und außerdem hab ich nicht wirklich den Nerv, mich bis zum Erbrechen an einen Titel zu setzen und diesen wie ne Grapefruit auszuquetschen, bis kein Tropfen Spielinhalt mehr drin ist... Mir reicht das pure Fruchtfleisch einer leckeren Spiele-Ananas, die dünne Schale oder das Grünzeugs oben dran muss ich nicht noch dreimal spalten und mir durch die Nase ziehen – man kann schließlich alles übertreiben, oder etwa nicht...?

Ich meine jedenfalls felsenfest überzeugt (und spreche dabei aus jahrelanger Erfahrung): Nach einmaligem Durchspielen der allermeisten Titel (vor allem langatmiger RPGs, Action-Adventures oder Adventures) ist die Luft raus, wie aus einem labbrigen Fahrradreifen nach drei Stunden Downhill Jam - man hat im Grunde alles schon gesehen!

Die bulligen Endgegner: Gezeichnet vom billigen Design ihrer virtuellen Aufenthaltsorte, fix und foxi, müde und lustlos, nach ihrer Niederlage noch weiterzukämpfen... Die Schärfe und Schneidigkeit von unbenutzten Schwertern zu der einer Stange Spargel heruntergespielt, Schieberätsel beiseite geschoben, Schatztruhen abgeschlossen und bis zu ihrem nächsten Einsatz in die Dachkammer verfrachtet. Währenddessen machen sich die Putzfrauen daran, das Blut in den Dungeons aufzuwischen, die Statuen in den Kerkern wieder aufzustellen und die Story zurückzuspulen – ihr wisst, was ich meine.

Was ich nicht so recht begreifen kann: Warum soll man sich überhaupt die Mühe machen und sich noch mal durch den ganzen Braten beißen... Nur wegen einem höheren Schwierigkeitsgrad (3 Gegner mehr, 5 Heiltränke weniger, ein veränderter Satz im Intro? - naaa toll)...?


Iceman:
Auch ich bin nicht mehr der wirkliche 100%-Dauerdurchzocker, denn fehlt oftmals fehlt mir neben Studium, PortableGaming, Job und Freizeitvergnügen mit Freunden gelinde gesagt die Zeit für das genussvolle private Zocken ohne Rapportzwang.
Dennoch möchte ich mit Sicherheit behaupten, dass wenn der rote Faden einmal durch ist, man beileibe noch nicht alles gesehen hat. Bei vielen Titeln gibt es noch so viele freischaltbare Gimmicks und allein die lohnen sich, betrachtet zu werden. Wie kann man das Gesamtkonzept eines Entwicklers beurteilen und darüber urteilen, wenn man es nie in der Ganzheit gesehen hat?
Nehmen wir zum Beispiel Spiele mit multiplen Endsequenzen, reicht dir etwa das Happy End, wenn du noch ein „Bad End“ drauf setzen kannst?

Miroque:
Reicht mir eigentlich, ja. *Alle lachen* (eigentlich keiner)...

Wenn ich mich für das alternative Ende nicht allzu sehr anstrengen muss (du weißt, mein Kreuz... *knacks*), erledige ich’s ja gerne auch noch hinten dran, sozusagen als Sahnehäubchen des Titels. Veränderungen in der Story sind nämlich tatsächlich gerechtfertigte Gründe, am spielerischen Ball zu bleiben, denke ich. Da hat man ja auch eine richtige, meist nachvollziehbare Motivation.
Man hofft auf bedeutsame inhaltliche Aufklärungen, möchte jeden Zusammenhang verstehen und mehr Hintergrundinformationen zu Charakteren und Handlung erhalten: Wie hat Soma diese coole Ausweichtechnik gelernt (da steckt doch sicher mehr dahinter, als nur den R-Knopf zu betätigen...)? Von wem war er jetzt gleich noch der Stiefonkel, nach diesem Fluch über jene komische Familie? Haben Mario und Luigi ein geheimes Geheimnis, von dem wir nichts wissen? Woher mag diese blitzförmige Narbe auf seiner Stirn nur kommen? Und gibt es einen Grund, weswegen Link viel zu enge Strumpfhosen trägt (keine vernünftige Jeans im Schrank, oder was)?

Übrigens, nur mal so nebenbei: Wenn ich privat zocke, muss ich das vorliegende Produkt nicht mit Strichliste, Mikroskop und Laborlinse begutachten und überprüfen – da spielt man just for fun (seh’ ich zumindest so)! Und das Urteil, was ich durch einmaliges Durchspielen und eventuelles Ausprobieren der Nebenmodi oder einiger freigespielter Extras erhalte, reicht als Kaufempfehlung bzw. –warnung für meine Kumpels völlig. Du glaubst doch selber nicht, dass sich der Gesamteindruck mit ein paar freigespielten Gimmicks noch großartig ändert, oder?

Natürlich: Wenn man im dritten Level an einer besonders kniffligen Stelle festhängt oder eine bestimmte Mission als extrem unlogisch empfindet und dann mit den abrichtenden Worten schließt, das Game sei gequirlte Honig-Mettwurst und reif für den An- und Verkaufladen um die Ecke - DANN kann man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln... Und zugegebenermaßen habe ich es auch schon erlebt, dass mir ein Titel nach einem weiterem Rundgang besser gefallen hat als bei der Premiere – irgendwann fallen einem dann doch nett gemachte Extras und schick designte Grafikspielereien auf, die vorher unentdeckt blieben. Insofern muss ich dir in diesem Punkt sogar fast Recht geben. (Aber auch nur „fast“, wie gesagt.)

Iceman:
Natürlich ist das private Zocken ein komplett anderes Ding, wenn ich mir ein Spiel vom ersparten kaufe, dann oftmals eines, was nicht auf dem Handheld gespielt wird. Denn ich bin auch vom ständigen Kritik- und Analyse-Syndrom befallen. „Welche Features sind gut, welche sind schlecht, was kann das Spiel, worin hat es versagt?“, dennoch gehe ich eher von privaten Aspekten aus. Was tue ich mit einem Titel, den ich aufs sehnlichste erwünscht, mir mühevoll zusammengespart habe und nun endlich in meiner Konsole rotieren lasse?

Alle Welt beklagt sich darüber, dass Spiele zu kurz sind, keinen Tiefgang haben und wenn es anders ist, dann heißt es man habe keine Zeit. Natürlich ist der Zeitfaktor eine große Rolle, doch sollte man sich dann nicht nach anderen Konzepten umsehen?
Wollen die Spieler überhaupt noch genießen oder einfach sich wie vor dem Fernseher berieseln lassen und durch ein Spiel getragen werden? Man leckt ja auch nicht einmal an seinem Eis und verkauft es dann weiter, weil man keine Zeit mehr zum weiter essen hat. Ich blühe erst voll auf, wenn ein Spiel einen gewissen Reiz hat, ein Minimum an Schwierigkeit und durch spezielle versteckte Extras und Kniffe auftrumpfen kann. Wenn mir ein Spiel richtig gefällt, dann wird es aus bis zum Ende gespielt, koste es, was es wolle. Einen Glühwein trinkt man auch noch aus, wenn man am Boden liegt!

Miroque:
Pfui - weißt du überhaupt, welche ungeheure Menge Bakterien und Viren sich in dieser Zeit in dem Becher gesammelt haben? Und dann trinkst du trotzdem noch draus, als wenn es keinen Morgen gäbe? Mein lieber Kevin, das ist nicht nur fürchterlich ungesund, sondern auch absolut schädlich für die Vorbildfunktion, die wir als Redakteure zu erfüllen haben – schäm dich! Also Leute: Trinkt lieber weiterhin Kirschsaft, Malzbier oder „Robby Bubble Strawberry“, dann klappt’s auch mit der Nachbarin.

Doch zurück zum Thema: Selbstverständlich genieße ich tolle Games auch mal ganz langsam, breche dem Endboss z.B. dann ganz genüsslich Knochen für Knochen oder stehe einfach mal ein paar Minuten planlos in der Gegend rum und erfreue mich an der wunderbar gestalteten Spiele-Landschaft.
Ich zock die Dinger aber lediglich EINMAL durch (oder zumindest soweit ich komme) und versuche, möglichst viele Emotionen und Erfahrungen bzw. Spielspaß davon rauszutragen.

Womit ich mich gar nicht so richtig anfreunden kann, ist die Tatsache, dass man heutzutage bei vielen Spielen ständig auf Zack sein muss und der Schwierigkeitsgrad manchmal ein ziemlich stressiges Gameplay mit sich bringt. Ein recht gutes Beispiel sind wohl die „Viewtiful Joe“-Titel, bei denen man im Highspeed seinen Touchscreen vergewaltigen darf und immer wieder der Frust Überhand nimmt. Was hab ich davon, wenn ich mich hier dran festkralle? Wutanfälle, einen nicht mehr wieder zu erkennenden Touchscreen und Unlust an Videospielen? Bravo, das wollte ich eigentlich nicht erreichen...

Was ist also so schlimm daran, sich von einem Spiel mal berieseln zu lassen und dabei abzuspannen? Das Leben ist so schon ein einziger Marathonlauf gegen sich und die Zeit, da kann man leichte Videospiel-Kost doch auch als Ausgleich zur Realität nehmen – „Electroplankton“ macht’s als Game völlig richtig, wie ich finde. Auf der anderen Seite muss es selbstverständlich immer beide Sorten von Spielen geben: Die kurzen Snacks für zwischendurch und die komplexeren Titel, die mehr Einarbeitungszeit erfordern und ihren Reiz vor allem in der Schwierigkeit haben.

Aber erklär mir bitte mal noch was anderes: Warum sollte ich auf das letzte versteckte Artwork, auf ein gespiegeltes Gebiet oder die andersfarbige Rüstung soviel Wert legen und jeden Pups sammeln? Lieber knöpf ich mir ein vollkommen anderes Game vor und beschäftige mich nicht mit solch aufgewärmter Spiele-Brühe – immerhin gibt es so viele interessante Titel, die du niemals alle komplett durchspielen kannst. Irgendwann kommt vielleicht der nächste Handheld oder Konsole ins Haus und du hast viele lustige Produkte verpasst.
Damit wiederum hängt übrigens auch zusammen, dass sich viele Zocker auf neue, auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz perfekt ausgereifte Konzepte nicht einlassen können und stattdessen brav die Produkte mit großen Namen kaufen.

Iceman:
Berieseln lassen ist eine Sache, denn es gibt viele die sich anstelle vor dem Fernseher hinfletzen und sich mit Talkshows oder Babara Salesch die Gehirnzellen verbrutzeln auch diejenigen, die sich vor einem einfachen oder nicht komplexen Spiel die Zeit vertreiben. Warum nicht mal eine Runde Tetris oder Lumines spielen, da brauch ich mir meist auch keine Sorgen, machen, dass ich meine 100% erreiche, da diese schlichtweg im Spielprinzip nicht vorgesehen sind. Ich würde mich auch nie vor Tetris so lange hinsetzen, dass meine Augen nachher aussehen wie ein viereckiges Steinchen.

Aber wenn wir bei stressigem Gameplay sind. Selbst bei den wildesten Prügelspielen kenne ich genug Leute, die nicht aufhören, bis alle Charaktere freigespielt sind, denn Vielfalt ist gerade das was ein heutiges Spiel ausmacht. Vor 20 Jahren als du noch ein feuchter Traum deiner Eltern warst, da wurde einfach nicht viel länger als 30 bis 60 Minuten gespielt, weil a) die besagten Erzieher noch rational veranlagt waren und ihre Kinder nicht vor der Konsole geparkt, sondern auch mal in die freie Natur geschickt haben und b) weil ein Spielprinzip wie Pac-Man oder Space Invaders einfach nicht mehr hergibt, als die ständige Jagd nach dem neuen Highscore und dem kurzen Spielenäscherei.

Gerade bei Sammelspielen ist es eine Genugtuung alles erreicht zu haben. Wenn man das erste Mal auf dem Game Boy Klassik alle 151 Pokémon in der roten Edition bekommen hat und das ohne die Nutzung eines Schummelmoduls, dann überkommt einen einfach ein Gefühl des Stolzes. Wenn man einige Spiele heute anschaut, mag dieser Aspekt wirklich übertrieben sein. Wenn ich beispielsweise allein 6 Spiele brauche um alle Items zu sammeln oder nach Japan zur nächsten Convention reisen muss, um Tierchen 1.003a zu erhalten, dann ist der Spaß vorbei. Doch es geht ja auch nicht darum hier jedes Spiel auf Teufel komm raus durchzuzocken und jedes Item zu suchen, sondern sich an den Spielen zu laben, die sich wirklich lohnen. Wenn man bei jedem Moorhuhn oder Sven Bomwollen alles erreichen wollte, dann dreht man am Rad. Aber wenn man sich mühevoll einen Toptitel gönnt, dann soll dieser auch so behandelt und bis in jeden Winkel erforscht werden!

Miroque:
Nun gut. Wenn du behauptest, du warst tatsächlich mal ein 100%-Zocker, dann musstest du die ganze Prozedur auch konsequent durchziehen und jeden Tag beispielsweise auch an heutigen Titeln wie „Animal Crossing“, „Nintendogs“, oder „Die Sims“ nach den neusten Insekten, Items und sonstigem Krimskrams schnüffeln.
Und wenn dann noch RPGs oder umfangreichere Spiele anstehen, die du mit mehreren Enden, Charakteren und Schwierigkeitsgraden durchspielen willst, hast du keine Zeit mehr für das wahre Leben! Ein Mensch kann jedenfalls weitaus Größeres erreichen, als in Videospielen 100% auf dem Display erscheinen zu lassen. Was bringt dir das denn überhaupt, wenn du dich in „Animal Crossing“ immer wieder mit der Angel ans Wasser stellst und nach Barsch, Zebrabuntfisch, Autoreifen und Hammerhai besessen versuchst, auch noch das kleine Seepferdchen zu fangen? Du wirst zwar mit einem kurzfristigen Gefühl des Stolzes belohnt, aber ist das der Mühe wert...? Es wird keiner dafür eine Schubkarre Geld über dir ausschütten, wenn du nach einem Jahr harter Videospielarbeit erfolgreich bist, ebenso wenig wie man dich aus dem Kreis der Zockerbanden ausschließen wird, falls du stattdessen lieber ein anderes Spiel daddelst.

Ich bin jedenfalls nicht solch ein Sammelfreak, das lief schon damals bei den Yu-Gi-Oh! Karten (ja, ich geb’s zu, hab die Dinger wie blöde konsumiert...) so ab: Nur die am besten geeignetsten und stärksten Monster und Fallenkarten schafften es ins Deck, alles andere verschwand in den unendlichen Tiefen meiner Schubladen. Später hab ich mir dann auch wirklich nur noch die Einzelkarten bei Ebay rausgepickt, obwohl das relativ teuer war.
Vollständigkeit interessiert mich also herzlich wenig, weswegen ich wohl auch kein besonders guter Ansprechpartner bin, wenn es ums Tauschen von Diddl-Blättern oder um das Anfertigen einer Briefmarkensammlung geht.
Oder noch ein Beispiel: Bei Pokémon mühsam alle Viecher zu fangen bzw. zu tauschen find ich gelinde gesagt stumpfsinnig. Ich hatte immer ein ganzes Register an Lieblingspokémon, von denen jedes stark genug war, um im Team und gegen die Arenaleiter zu bestehen. Mehr brauchte ich nicht.

Fazit:
Iceman:
Sammeln sollte nie zu einer Sucht ausarten! Denn Süchte werden von unserem kapitalistischen System gerne missbraucht und wer sich selbst als Konsumschlampe bezeichnet, hat meist ein schwerwiegendes Problem an der Backe kleben. Ich selbst habe gerne mal eine Runde „Magic the Gathering“ gespielt und es juckt in den Fingern, sich das nächste Boosterpack zu kaufen, doch bei heutigen Preisen von mehr als 5€, was rund 10DM gewesen wären, da denke ich doch einfach, es ist zu viel des Guten und greife lieber zum nächsten Brettspiel oder aktuellen Munchkin-Kartenspiel. Grade in diesen Situationen ist ein Videospiel angemessen, bei dem ich fast alle Sammelkarten auf einem Modul oder Silberling habe und mir so mein Deck wesentlich günstiger Basteln kann, wenn ich die Lust aufs Sammeln nicht verliere.

Ich denke einen gemeinsamen Nenner haben wir. Beide genießen wir Top-Titel und holen das raus, was für uns am Meisten Genugtuung bringt. Der Eine mag halt möglichst alles sehen, aber nicht zwingend alles besitzen und der andere schlürft den Milchshake bis zum letzten Tropfen aus. Jedem das seine und mir meine 100%, bei Titeln die es verdienen, meine Zeit darin zu investieren.

Miroque:
Ich möchte halt einfach die mir zur Verfügung stehende Zeit so sinnvoll wie möglich ausnutzen, viel (neues) erleben, ausprobieren und sogenannte God-Games dann auch länger spielen, bis ich rundum satt und zufrieden bin – dieses 100%-Gefühl kenne ich also durchaus und weiß es auch zu schätzen. Deine Einstellung kann ich also schon irgendwo nachvollziehen.

Trotzdem brauche ich nicht in jedem Kerker alle zusätzlichen Schatz zu sehen, möchte nicht jedes Gimmick sammeln und mir krampfhaft sämtliche Herzteile besorgen, welche die Entwickler irgendwo da versteckt haben. Nenn mich faul, aber diese Meinung steht mir ja auch zu, als freier Mensch.
Lieber krame ich bestimmte Spiele nach Jahren der Abwesenheit noch einmal raus und freu mich dann darauf, einiges an alten Erinnerungen wieder aufkommen zu lassen und damals besuchten Orten oder erlebten Situationen wieder zu begegnen.
Aber wenn ich versuchen würde, Tag für Tag „Nintendgos“ oder „Animal Crossing“ zu spielen, würde ich meine Prioritäten sehr stark verlagern, was ich echt nicht will. Irgendwie hat man dann doch noch anderes zutun, von dem man sich vielleicht mehr Profit verspricht – Videospiele können ja trotzdem sein.

Ich denke, es kommt einfach auch ein wenig auf den jeweiligen Menschen und deren Umfeld an, welche Spiele sie mit welchem Ziel wie lange daddeln. Und solange es beide Sorten von Spielern wie von Produkten gibt und man sich bei den Multiplayer-Sessions wieder versöhnt, ist doch alles in Butter – jeder soll selbst entscheiden können. Darauf erst mal einen Schluck „Robby Bubble“!

Prost und einen nicht zu warmen vierten Advent und eine besinnliche Weihnachtszeit wünschen Kevin Jensen (alias Iceman) und Jakob Nützler (alias Miroque)
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