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Seite 6: Live aus Leipzig: Das GC-Tagebuch 2007

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Autor: Portablegaming-Redaktion

Kategorie: Events
Umfang: 7 Seiten

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NintendoDS Artikel vom 20.08.2007





Tag 4 - Tränenreicher Abschied.
-*-*-*-Eintrag ins Sternenlogbuch 25.8.2007: Zeitlos-*-*-*-*-*-*-*-*-

Liebes Tagebuch, hast du vielleicht noch Taschentücher...?

Ein wehmütig stechender Musikantenknochen, ein zwickender Weisheitszahn und ein grummelnder Bauch stimmen mich verwirrt und lassen meinen angeknabberten Bleistift nur unklare Satzgefüge niederschreiben...

Es ist Samstag, eigentlich erst vorletzter und für Normalsterbliche populärster Tag der größten Videospielmesse in der Welt, und in Leipzig. Doch die Portablegaming-Redaktion blickt dem GC-Schuft namens „Abschied“ und dem baldig wiederkehrenden Alltag ins Gesicht, verließ uns doch schon am gestrigen Freitag unser Max. Puls der Gezeiten scheint nun nicht mehr der in weiß getauchte Nintendo-Stand, die Straßenbahn-Linie 16 oder die Chillout-Mittagsschläfchen zu sein, sondern der gerade überbevölkerte Hauptbahnhof, dem wir uns schweren Herzens nähern... Dann geht alles schnell, viel zu schnell, und doch zu langsam für eine schmerzlose Abreise: Die Abenddämmerung legt ihren Schleier über Leipzig, David wird herzlich verabschiedet, man hetzt zur Unterkunft und mutiert zum Packesel, bei McDonalds noch schnell ein Milchshake reingepfiffen, und von der lieb verabschiedeten Liese trottet man traurig der ankommenden Regionalbahn entgegen - kurz darauf im proppevollen Nichtraucher-Abteil begleitet der müde PlanetDS-Schreiberling all die anderen Gaming-Freaks auf dem nächtlichen Nachhauseweg... Für uns findet die GC hier ein Ende. Stunden später irren wir somit alleine, dafür aber mit schweren Koffern, Werbetaschen und Pressemappen im Rucksackpack über das heimische Bahngleis der jeweiligen Heimatstadt, -metropole oder –siedlung und werfen uns erschöpft in die Federbetten. ... ... Im Traum... wiederholten sich die Ereignisse des vergangenen Samstags und unsere versteckten Gefühle entfalteten sich ganz...

A Dream within a Dream
*Klingellingelling* „Oh Gott, warum hab ich diesen nervigen Alarm angestellt...?“ Was soll’s, ohne improvisierten Wecker hätten wir wohl auch keinen größeren Blumentopf gewonnen. Das Frühstück (7 bis 9 Uhr - sehr human...) verschliefen wir nämlich trotzdem, und die nur am Dienstag eingesetzten Regenschirme vergaßen wir beinahe in der zur zweiten Heimatstelle gewordenen Pension. Paradox verlief dieser Abschiedstag deshalb, weil sämtliche Messehallen gerade heute aus ihren Nähten zu platzen scheinen: Die recht geräumigen Verbindungs-Glasgänge waren nur noch in eine vorgeschriebene Richtung passierbar, selbst um Schlüsselbänder entfachten verbale und physische Machtkämpfe an den Showständen und den geflossenen Schweiß hätte man in riesigen ATI-Taschen von der Messe weg transportieren können. Zwischen den vielen grinsend begeisterten, neugierigen Gesichtern und grapschenden Händen der Messebesucher fanden sich allerdings nur noch vereinzelte Presseausweise - selbst das zu anderen Zeiten belebte und mit internationalen Journalistenansammlungen von IGN über ZDF und NintendoWiiX belagerte Pressezentrum glich einer leergefegten „Silent Hill“-Location. Wo waren sie geblieben, unsere angeregten Team-Diskussionen über angetestete Handheld-Perlen, die aufgrund organisatorischer Akrobatik ständig bimmelnden Mobiltelefone in den Hosentaschen und die fliegenden Nachschubforderungen: „Mehr Kaffee!“?

Somit war der Wochenendauftakt für David [Linguafreak], Liese [zufällig auch Liese] und mich [ich] bestimmt vom hektischen Videodreh und Anspiel-Marathon, was im Messechaos eine echte Herausforderung darstellte. Doch der heimische Chef und unser letztes Bisschen Ehrgeiz wollten keine Ruhe geben, bis wenigstens ein paar weitere Eindrücke gesammelt wurden... Wann hat man sonst die Chance, Lizenzgurken schon vor ihrem Release die 60%-Schranke zu verwehren? Auch die Goodiejagt auf Portmonees oder Kronjuwelen bekommt man nicht jeden Tag vor die Nase gesetzt - letztendlich mussten wir dann dennoch aber nur Aufklebern und Tischtennisbällen (Yeah!) unseren Weg nach Hause antreten. Selbst zum Einmischen in anstehende Menschenschlangen oder zum „Boogie“-Tanz kamen wir in unserer wenig motivierten Gangart nicht mehr, so rasch vergingen die übrigen Stunden und so deutlich machte sich der Presse-Messe-Stress-Test heute bemerkbar. Während wir uns gegen 17 Uhr über den ständig motivierten „Art Attacker“ Benedikt Weber und seine Kommentare zu wackelnden Jack Sparrow-Parodien wunderten, stieg der Appetit nach einem letzten, festlichen GC-Mahl in uns auf. Erste Anlaufstelle dafür war, natürlich nicht wegen unserem knappen Vermögen bzw. den klebrigen Sitzplätzen an den Fressständen, der abgeschirmte Nintendo-Pressebereich. Bei beherzten Bissen in die knallroten „Wii Fit“-Äpfel und auf „Super Mario Galaxy“ gerichteten Augen sogen wir alles in uns auf, was diese verbliebenen GC-Momente uns liefern konnten... Dann verschwamm alles... ...

Wach. Und doch noch schläfrig. Einst träumte ich nachts vom Schlafen, jetzt träume ich von der Games Convention 2007. Alte, junge, große, kleine, weibliche, männliche, gelangweilte, dynamische, rote Bändchen besitzende und auf die Toilette flitzende Menschen in allen Variationen tummeln sich Jahr für Jahr auf dem Leipziger Messegelände - wir, als wagemutige und diesmal unerfahrene Portablegaming-Redaktion, mittendrin, zockten Games an, stolperten über herumliegende Prospektberge, knüpften Kontakte. ... Die GC 2007 ist vorüber.

Steuerung:
Keine Frage, denn schließlich sind alle gut angekommen: Messeleitungstechnisch navigierte man die anstürmende Spielergemeinde recht komfortabel durch die 5 besetzten Hallen - so sind sämtliche Ausgänge beschildert und für die genauere Orientierung gibt es sogar schicke Lagepläne, in welche ihr mit dem Stylus Notizen kritzeln oder wichtige Orte wie die „Meine Tierklinik in Australien“-Anspielstation markieren könnt. Besonders nützlich und einsteigerfreundlich: Zeichnet auf dem Touch-Screen vorher die gewünschte Erkundungs-Route ein, um wie auf unsichtbaren Schienen fahrend, alles in Ruhe auschecken zu können. Einigen wenigen Fachbesuchern auf höherem Level wurde sogar noch die Ehre zuteil, mit eine Art Roller herumzudüsen - die Sicherheit und Funktionalität dieses Fortbewegungsmittels sei hier aber außen vor gelassen. Wohlmöglich wäre es besser gewesen, derart zwanghafte Innovationen an die für „Mario Kart“ zuständige Entwickler-Abteilung weiterzugeben.

Grafik:
Entgegen dem allgegenwärtigen Trend entschied man sich weder für simple Bitmap-Oberflächen oder die knuffige Cel-Shading-Optik, sondern setzte auf sehr realistische Umgebungsgrafiken und modernste Polygon-Technik, die nicht zuletzt durch ihre Farbenpracht besticht – angefangen bei den leicht bekleideten Messebabes, bis hin zu den ausgestellten PS3-Konsolen wirkt alles unglaublich plastisch und detailgetreu ausgefeilt. Selbst die für 2 Euro bestellbaren Crepes mit Schokosoße (im „Hard“-Modus auch mit Apfelmus) sind so verlockend programmiert worden, dass man am liebsten reinbeißen würde! Ebenfalls löblich blinken die vielen Lichteffekte bei den ablaufenden Trailern und während der rasanten Shows von den Screens, die euren virtuellen Messerundgang hervorragend untermalen – und selbst bei Ameisenarmeen gleichenden Besuchermengen gerät der Grafikchip nicht ins Stocken. Unser Geheimtipp für den ultimativen Grafikgenuss: Einfach mal aus den stickigen Hallen RAUS gehen, die tolle Weitsicht genießen und anschließend den Control-Stick gen Himmel lenken – wenn man es hier nicht besser wüsste, könnte man annehmen, das wäre real!

Sound:
Wer fälschlicherweise „Ankh: Der Fluch des Skarabäenkönigs“ als einzigen DS-Titel mit kompletter Sprachausgabe kennt und ansonsten nur seiner Dolby Surround-Anlage lauscht, darf sich vom neuesten Leipziger Action-Adventure positiv überraschen lassen: Vom pickligen Videospiel-Bengel über den grimmigen Security-Mann, bis hin zum ich-wollte-doch-eigentlich-zur-Buchmesse-Opa ist jeder der 219.999 CPU-Charaktere mit allerlei Dialoggut gesegnet, reagiert variantenreich auf eure Worte und verwickelt euch auch schon mal in fordernde Streitgespräche. Auch wenn aus den Lautsprechern akustisch glasklare Qualität hallt, ist uns die nicht vollkommen vollendete Arbeit bei einigen Charakter-Exemplaren sauer aufgestoßen, die immer wieder das gleiche von sich geben: Die schwarzgekleidete Wache vorm Business-Center beispielsweise mit „Kommst hier net rein!“ für alle Nicht-Fachbesucher oder das Charaktermodell von Bernd Fakesch mit „Zielgruppenerweiterung ist innovativ. Kawashima ist innovativ. Innovativ ist innovativ.“ werden innerhalb einer leicht nervigen Endlosschleife heruntergeleiert, wenn man sie auf dem Showfloor anspricht. Ein weiterer Kritikpunkt bei der sonstigen Lobhudelei: Die Lautstärke der kaum identifizierbaren „Musik“ (wenn man das so nennen kann) ist manuell nicht zu regulieren.

Features:
Um den perfekten Spagat zwischen geeigneter Spielzeit für Gelegenheits-Daddler und Hardcore-Fan zu vollführen, kann bereits das Abklappern der wichtigsten Stationen innerhalb weniger Stunden zum Abspann und dem obligatorischen „Congratulations!“ führen - wer aber alle 150 Goodies fangen, die 120 gut versteckten Sterne finden (vielleicht öffnet sich ja anschließend zufällig eine Kanone im Freigelände...), und das alternative Ende (nur soviel sei verraten: Es hat mit Messebabes und Ferraris zu tun) sehen möchte, muss mehrere Tage im GC-Dschungel verbringen. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass die Software vor extravaganten Kämpfen, Minispielchen und Sidequests nur so trieft. Kostprobe gefällig? Probiert euch in ruhiger Minute doch mal an „Wie viele Menschen passen in eine Straßenbahn?“, „Tony Hawk-Autogrammhasche“ oder an „Echtes Mii-Getümmel“, besorgt in bester RPG-Manier ein Ab18-Bändchen für den armen Dreikäsehoch, der auch mal „Killzone 2“ daddeln will oder schaltet im Duell mit den GIGA-Moderatoren neue Schwierigkeitsgrade frei - schließlich macht das Spiel umso mehr Spaß, je besser die Anspielstationen und Ausgänge versteckt sind...!

Fazit:
Mammamia, hier hat aber jemand seine Hausaufgaben gemacht und vorige Fehlgriffe gekonnt ausgebügelt - oder etwa doch nicht, wenn man sich gewisse Messeauftritte anschaut...? Im nunmehr 6. Teil der plattformübergreifenden „Games Convention“-Serie des Leipziger Entwicklerstudios Leipziger Messe gibt es wieder allerhand zu sehen, angefangen bei herausragenden Shows über Wunderwerke der Videospielindustrie und vor allem viele nutzlose Flyer oder Gewinnspiele, die einem das Blaue vom Himmel versprechen. Atmosphärisch sind die beindruckenden Hallen, die unzähligen vollständig animierten Menschen und die tolle Langzeitmotivation aber ein Leckerbissen – und eines steht für die Tester und gleichzeitig Mitglieder der Portablegaming-Redaktion fest... Wenn Nintendo wieder mal Verkaufszahlen vorrechnet, man mit der PSP Korken ziehen sowie Glühbirnen reparieren kann, wenn „Singstar – Beethoven & Friends“ anspielbar und Kevin Jensen alias Iceman wieder an Bord ist, dann sind auch wir wieder dabei...! Versprochen.

Findet seine Pension prima: Jakob Nützler [Miroque] für Portablegaming.de

Vielen Dank an Leipzig für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Zitat des Tages:
(Von Liese, als sie auf dem Showfloor angesprochen wird) „Möchtet ihr an einem Gewinnspiel teilnehmen?“ „Ähh nö.“ „Es gibt aber eine Wii zu gewinnen.“ „Ah, dann schon.“

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Schnappschuss des Tages:

Da konnte es wohl jemand nicht abwarten, sich endlich fit zu essen...

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